Revolution der ägyptischen Frauen/ eigene Website/ und auch auf facebook

bis vorhin noch auf der live-Text- site –

sofort…hier…auch…

For a non-facebook link

(and to post comments)

please go to

http://www.sawtalniswa.com/2011/02/women-of-the-egyptian-revolution/

Worth checking,
interview with a woman from Egypt,
on the streets of Cairo

http://www.youtube.com/watch?v=RtLJpzUp2Z8 IMP:

I… did NOT take any of these photos,
I´m just compiling them,
I´m not even in Egypt!
By now, a lot of people are sending me photos
and I´m just posting them.

I don´t have the rights to any of them,
but it is important
to get the voices out

******
especially that the media so far
has been ignoring

the presence of women
in the Egyptian revolution.

For usage of photos for publications
and the like,
you should contact the people with the rights to them.

It is a public album to be shared,
so please feel free to spread it.

*****All power to the Egyptian and Tunisian revolutions,

may they be the first of many worldwide!

IMP 2:

Messages are flooding my inbox,
so are requests for friendship.

(facebook, Anm. FEMINISSIMA)

I can´t answer no keep up with the flood.

Please focus on making noise about what is happening in Egypt. Protest Vodafone and Orange, protest your governments and the Egyptian and Tunisian embassies! International solidarity is what we need! For everyone who has been asking where the women of Egypt are! I´m trying to compile all the photos with Egyptian women in them. A homage to all those women out there fighting, and whose voices and faces are hidden from the public eye! p.s. few of these photos were compiled by me, the rest were sent by people from all over after I published the album! I´m so grateful for everyone who is sending me photos and links, tagging me..etc. p.s. 2 I´m trying to confirm that all of these photos are from Egypt, if I publish any by mistake, forgive me! All revolutions are one in the end! If you have photos of women during the Egyptian revolution, please send me a link, or a message! The album seems to be picking up quite fast!

Let´s pay these women and the people of Egypt the tribute they deserve for inspiring all of us!

And here is a collection of photos
dedicated to the women of Tunisia

(from Le Monde – thanks to Raida)

http://ow.ly/3MDyZ Tahya Tunes, Tahya MasrSee
More

By: Leil-Zahra Mortada

Photos: 158

PRESSE-SCHAU: Nach BILD-Bericht wurde der Kapitän der GORCH FOCK gefeuert

Man kann nicht ruhig bleiben, wenn man den Bericht liest- wie es zum Tod der jungen Matrosin (25) gekommen ist –

Das Ausmaß der Menschenverachtung – ist quälend!

Quelle – BILD-online: (Und dafür eine SUPISSIMA!)

Gorch-Fock-Kapitän gefeuert: Kamerad packt aus: So starb die Gorch-Fock-Matrosin

Nach BILD-Bericht Gorch-Fock-Kapitän gefeuert

Kamerad packt aus: So starb die Gorch-Fock-Matrosin:

22.01.2011 – 08:43 UHR

Von Julian Reichelt

Die Affäre um den Tod der Offiziersawärterin Sarah S. (25) an Bord des Marine-Schulschiffes „Gorch Fock“ hat Konsequenzen!

Nach einem BILD-Bericht über die Zustände an Bord wurde Kapitän Norbert Schatz noch gestern Abend seines Amtes enthoben, die “Gorch Fock” zurück nach Deutschland beordert. BILD hatte das Bundesverteidigungsministerium gestern Abend über den Bericht vorab informiert.

Daten der Gorch Fock

Foto: In Grafiken Magazin, www.ingrafiken.de

Die “Gorch Fock” liegt derzeit vor der argentinischen Hafenstadt Ushuaia. Anfang Februar soll sie sich unter neuem Kommando auf den Heimweg nach Kiel machen.

Der Minister ordnete weiter an, dass das Schiff bis auf weiteres nicht mehr auslaufen wird: “Nach Rückkehr in den Heimathafen wird die Gorch Fock aus der Fahrbereitschaft genommen, bis eine noch einzusetzende Kommission auch unter Mitwirkung von Abgeordneten des Deutschen Bundestags beurteilt hat, inwieweit die Gorch Fock als Ausbildungsschiff und Botschafterin Deutschlands auf den Weltmeeren Zukunft hat”, so Guttenberg gegenüber der BILD am SONNTAG.

Lesen Sie im folgenden den BILD-Bericht über die Zustände an Bord des Schiffes.

Am 7. November 2010 stürzte die junge Kadettin Sarah S. († 25) auf dem Marine-Schiff „Gorch Fock“ in den Tod. Sie verlor den Halt, als sie in 27 Meter Höhe in der Takelage kletterte.

Ein Offiziersanwärter, der auf der tragischen Fahrt dabei war, berichtet von Erschöpfung, Gängelung und Alkohol. Und von einer geschmacklosen Party, die nur einen Tag nach der Gedenkfeier für die Tote stattfand.

Der Offiziersanwärter, der anonym bleiben will, erzählt vom Tag des Unglücks: „Wir lagen im Hafen von Salvador de Bahia. Morgens um sieben Uhr wurde aufgeentert. Die Übung war für den ganzen Vormittag angesetzt.“

Unter „aufentern“ versteht man das riskante Klettern in der Takelage.

Vergrößern

Kamerad packt aus: So starb die Gorch-Fock-Matrosin

Die Offiziersanwärterin Sarah S. († 25) stürzte 27 Meter in den Tod

Hintergrund

Guttenberg kündigt an

Menschenunwürdiger

Drill wird nicht geduldet

Mutter von toter Sarah

Gorch-Fock-Kapitän

soll zurücktreten

„Gorch Fock“-Meuterei

Nach Tod der Soldatin

feierte Crew Karneval!

Nach Meuterei-Vorwurf

Ermittler-Team kommt

an Bord der Gorch Fock

mehr zum thema

Meuterei auf der „Gorch Fock“: Zu klein – Sarah S. († 25) hätte nicht auf den Mast gedurft

„Gorch Fock“-Meuterei

Sarah († 25) zu klein für

Einsatz in den Segeln?

„Gorch Fock“-Meuterei

Kadetten rebellierten

gegen Kommandanten

Weil Sarah S. (†25) starb

Meuterei auf der

„Gorch Fock“

Drama auf Marineschiff

„Sarah hatte vorher einem Offizier gesagt, dass sie nicht mehr kann. Er antwortete, sie solle sich nicht so anstellen. Oben in der Takelage hat Sarah eine kurze Pause gemacht, sich auf die Knie gestützt. Einer der Ausbilder fragte sie, ob sie aufgeben wolle. Sie sagte, nein, es ginge schon. Dann ist sie abgestürzt.“

Die jungen Kameraden hörten einen dumpfen Knall, als Sarah auf dem Deck aufschlug.

„Sie lag da mit offenen Augen“, erzählt der Offiziersanwärter. „Es war klar, dass es nicht gut für sie aussah. Wir wurden alle unter Deck geschickt. Dann wurde uns kistenweise Cola serviert, um die Stimmung etwas zu heben. Alle schwiegen, einige haben geweint. Man sagte uns, Sarah hätte gute Chancen zu überleben. Aber wir wussten, dass das nicht stimmte.“

Einen Tag nach dem Unglück hält Kapitän Norbert Schatz, Kommandant der „Gorch Fock“, eine Ansprache, verkündet, dass Sarah S. tot ist. „Wir haben die Rede als unpassend empfunden“, berichtet der Offiziersanwärter. „Der Kapitän sagte sinngemäß: ‚Flugzeuge stürzen ab, Autos verunglücken, und auch hier passieren Unfälle.‘ Eine Kameradin brach weinend zusammen. Da sagte einer der Offiziere zu ihr: ‚Was stellen Sie sich so an? Das ist hier kein Kinderspielplatz.‘“

Die Stimmung nach dem tödlichen Unfall beschreibt der Offiziersanwärter gegenüber BILD als „extrem gereizt.“ Er sagt aber auch: „Mit Meuterei hatte das nichts zu tun. Das Wort ist an Bord nie gefallen. Die vier Offiziersanwärter, die jetzt beschuldigt werden, haben eher deeskalierend gewirkt. Die werden jetzt nur zu Sündenböcken gemacht. Die Schiffsführung hat bei der Sache voll ins Klo gegriffen.“

Der Offiziersanwärter beschreibt gegenüber BILD auch eine Szene, die sich in einem der Lehrräume an Bord kurz nach dem Unfall abgespielt haben soll: „Einer der Ausbilder sagte: ‚Hier wird seit über fünfzig Jahren ausgebildet und solche Unfälle hat es früher nicht gegeben. Das liegt daran, dass heute viel mehr minderwertiges Menschenmaterial an Bord ist.‘“

Den Offiziersanwärtern, die nach dem Unfall nicht mehr aufentern wollten, wurde schriftlich die „Offizierseignung“ aberkannt. „Da hieß es dann, sie hätten das Lehrgangsziel verfehlt.“

Besonders geschmacklos: Nur einen Tag nach der Gedenkfeier für Sarah S., am 11. November, feierte die Stammbesatzung (u. a. Ausbilder) an Bord des Schiffes Karneval – launig mit Hüten, bunten Perücken und Bier. Und der Offiziersanwärter berichtet von einer weiteren, noch bizarreren Party: „Teile der Stammbesatzung legten Geld in einen Topf.

Wer die hässlichste Offiziersanwärterin knallt, der bekommt das Geld. Der Topf wurde unmittelbar nach dem Unfall geknackt. Auch da wurde dann gefeiert. Wie mit Sarahs Tod umgegangen wurde, finde ich unmenschlich!“

Kurz nach dem tödlichen Unfall wurden alle Offiziersanwärter zurück nach Deutschland geflogen. „Uns wurde gesagt, wir sollten am Flughafen keine Fragen beantworten, weil da Reporter sein könnten.“

Für viele Offiziersanwärter endete mit der Todesfahrt der „Gorch Fock“ ein Traum. „Wir haben es eigentlich als Privileg empfunden, auf der ‚Gorch Fock‘ fahren zu dürfen. Aber bei dieser Reise ist aus dem Traum ein Albtraum geworden.“

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Kommentare (389)

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scuzz schrieb: vor 10 Minuten

es bewegt uns zu tiefst, dass offenbar völlig überdehte vorgesetzte ihre untergebenen in den tod treiben. der ehre wegen oder weil sie offenbar langeweile haben…. es bewegt uns zu tiefst, dass offenbar völlig überdehte vorgesetzte ihre untergebenen in den tod treiben. der ehre wegen oder weil sie offenbar langeweile haben….

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100075 schrieb: vor 16 Minuten

Natürlich tut mir der Verlust eines Menschenlebens bei dem Unfall sehr leid.

Ich frage mich schon, was das für eine Armee ist.

Stammt sie aus einer Operette? Kann da jeder Befehle befolgen oder auch nicht und das a… Natürlich tut mir der Verlust eines Menschenlebens bei dem Unfall sehr leid.

Ich frage mich schon, was das für eine Armee ist.

Stammt sie aus einer Operette? Kann da jeder Befehle befolgen oder auch nicht und das als OFFIZIERSANWÄRTER?

Ich frage das mal als Steuerzahler, denn wir Steuerzahler finanzieren das Ausbildungsschiff und nicht der Herr von und zu….

Nächste Frage ist, was Frauen auf einem Grossegler – einem der Kriegsmarine, wohlgemerkt – zu suchen haben (ausser als Passagier). Die die es geschafft haben, solche “Gleichberechtigungsgrundsätze” juristisch durchzudrücken, die sollten jetzt vielleicht einmal in sich gehen. Denen kann nicht viel passieren ausser, dass sie von der Teppichkante stürzen.

Und die Aktionismusorgie des Ministers? Hatten wir doch schon mal bei diesem Minister, der dabei längst nicht als sauberer Sieger herauskam.

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Charlie_Harper schrieb: vor 19 Minuten

@BLAUWAL1: Dann sollten demnächst kommende Formel 1-Fahrer auch auf Kettcars ausgebildet werden bis sie die Superlizenz bekommen. Kettcars ham mit nem Formel1-Boliden genauso viel gemein wie ein Segelschiff mit einer F… @BLAUWAL1: Dann sollten demnächst kommende Formel 1-Fahrer auch auf Kettcars ausgebildet werden bis sie die Superlizenz bekommen. Kettcars ham mit nem Formel1-Boliden genauso viel gemein wie ein Segelschiff mit einer Fregatte.

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rappelzappel schrieb: vor 22 Minuten

@Asuro

haha..und was ist mit Blackwater (heute Xe)? @Asuro

haha..und was ist mit Blackwater (heute Xe)?

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Schrumpfgermane schrieb: vor 35 Minuten

Die Bundeswehr war und wird nie zur Geiselbefreiung eingesetzt.

1. Die Ausbildung bei der BW gibt das nicht her.

2. Rechtlich ist das auch nicht abgesegnet.

3. Geiselbefreiung ist Polizeiarbeit und somit Hoheitlich ge… Die Bundeswehr war und wird nie zur Geiselbefreiung eingesetzt.

1. Die Ausbildung bei der BW gibt das nicht her.

2. Rechtlich ist das auch nicht abgesegnet.

3. Geiselbefreiung ist Polizeiarbeit und somit Hoheitlich geregelt.

und und und.

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ARCHIV

„Gorch Fock“-UnfallSoldatin (25) stürzt in den Tod

Rekruten gequältHaft auf Bewährung für die Ausbilder

Hauptmann vor GerichtPerverse Spiele bei der Bundeswehr

Ex-Soldat packt ausBrisante Storys aus Kabul

„Anpimmeln“Sex-Skandal bei der Bundeswehr

Gorch FockWarum starb die junge Soldatin?

„Gorch Fock“-Unglück„Niemand fällt einfach über die Reling“

Suche erfolglosSoldatin (18) stürzt von „Gorch Fock“

Setzt die Segel!Gorch Fock feiert 50. Geburtstag

Ulli Kinau„Ich war die Taufpatin der Gorch Fock“

Norbert SchatzBILD-Interview mit dem Kapitän

Soldaten fordernHer mit der Busen-Granate!

Silikon-BrüsteWelche Jobs nicht machbar?

BundestagAnti-Terror-Mandat in Afghanistan verlängert

Vater klagt an„Die Bundeswehr hat meinen Sohn zu Tode gedrillt“

Keine jubelte so schönLaudehr: Ich werde jetzt Soldatin!

SteinmeierRückzug aus Afghanistan wäre Sieg der Taliban!

Achtung, Überflieger!Bundeswehr erschreckt Autofahrer

Tornado-AbsturzSo überlebte der zweite Mann

1234

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Topthemen News

Nach Tod von „Big Brother”-Star: Coras Ärzte dürfen weiteroperieren

„Big Brother”-Star tot

Coras Arzt

darf

weiteroperieren

Unfassbar! Der Arzt, bei dessen OP das Herz von „Big Brother”-Star Cora († 23) in einer Hamburger Klinik stehen blieb, darf weiteroperieren! mehr …

Kamerad packt aus: So starb die Gorch-Fock-Matrosin

Kamerad packt aus

So starb die

Gorch-Fock-

Matrosin

Am 7. 11. 2010 stürzte Kadettin Sarah S. auf der „Gorch Fock“ in den Tod. Sie verlor den Halt, als sie in 27 Meter Höhe in der Takelage kletterte. mehr …

PRESSE-STIMMEN – ENDE der deutschen WM:

der wunderbare SPON-Kommentar
mit dem Bundesverdienstkreuz von FEMINISSIMA –
dem Lorbeer “supissima..” – – – :
SPON: TV-Kritik zum 24. WM-Spieltag
Zwei Abschiede und ein Grippefall:

11.07.2010

TV-Kritik zum 24. WM-Spieltag
Zwei Abschiede und ein Grippefall

Von Peer Schader
ARD-Moderator Delling (l.), Experte Netzer: “Es ist das letzte Spiel der WM”
Zur Großansicht
dpa

ARD-Moderator Delling (l.), Experte Netzer: “Es ist das letzte Spiel der WM”

Deutschland ist durch, Netzer auch. Und so wurde die Übertragung des kleinen Finales zur Abschieds-Show in der ARD. Am Ende hatten sich der Experte und sein Moderator Gerhard Delling sogar richtig lieb.

Was geguckt? Die Volker Herres (ARD) & Thomas Bellut (ZDF) Show, Deutschland – Uruguay (ARD), “Waldis WM-Club” (ARD)

Was ist passiert? Am Mittwochabend, als das Spiel gegen Spanien endlich vorbei war, ist der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vom Reporter gefragt worden, wie viel Lust er jetzt auf das Spiel um Platz drei am Samstag habe. Und Phillip Lahm hat ebenso ehrlich wie knapp geantwortet: “Heute? Gar keine.”

Dann hat ihn die Grippe erwischt.

Platz drei, tja. Da kann man nicht viel zu sagen. Außer: Was gäbe es für ein geeigneteres Spiel, um es gemeinsam mit Menschen anzusehen, die etwas von verpassten Chancen verstehen und sich selbst eine gewisse Leidensfähigkeit zuschreiben – mit Journalisten also.

Auf dem Gelände des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg-Lokstedt, um die Ecke von Hagenbecks Tierpark und der Seniorenresidenz New Living Home, sind vor dem Konferenzzentrum mehrere Stehtische mit gelbem Plastiküberzug aufgebaut. Links die Würstchenbude, rechts die “Zapfstelle”, alles sieht ein bisschen nach CDU-Ortsteilfest aus.

FOTOSTRECKE

21 Bilder
Schwarz-rot-goldener Jubel: So feierten die Fans

In der Mitte stehen zwei HD-Fernseher. Davor haben sich die übriggebliebenen Besucher der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz versammelt, bei der sich Schreiber und Fernsehmacher getroffen haben, um sich gegenseitig zu bestätigen, dass ihre Branche quasi dem Untergang geweiht ist. Weil es immer seltener um guten Journalismus, aber immer mehr ums Geldverdienen geht (wobei Letzteres noch nicht mal richtig hinhaut).

Zum Schluss war ARD-Programmdirektor Volker Herres da und hat mit ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut über “Gebührengelder nur noch für Trallala?”, die Entertainisierung ihrer Programme, sprechen sollen. Weil es so heiß war, haben sich die beiden dann aber einfach gegenseitig die Bälle zugespielt (“Da bin ich ganz Ihrer Meinung”, “Ich muss Ihnen zustimmen”). Herres hat nachher zusammengefasst: “Fernsehen ist ja nicht ‘Wünsch dir was’ – jeder sagt, was er gerne hätte, und was rauskommt, ist das Programm.”

Vangelis feiert sein Comeback

Und Fußball? Der auch nicht! Schade, dass Herres nicht noch zum Fachsimpeln geblieben ist. Die Stimmung vor dem NDR-Konferenzzentrum ist am Abend eher verhalten, aber das kann auch an der Erschöpfung liegen. Auf dem Bildschirm versucht die ARD mit dramatischen Beiträgen zu emotionalisieren und scheint für die Musikuntermalung extra eine Vangelis-Platte auf dem Flohmarkt erstanden zu haben. Aber irgendwie ist die Luft raus, trotz späterem Führungstor.

Nach dem Ausgleich Uruguays sind vereinzelt Tintenfischwitze zu hören: dass es Calamares gebe, wenn Krakenorakel Paul aus Oberhausen mit seiner Vorhersage zugunsten der Deutschen falsch gelegen habe. “Man merkt ganz eindeutig: Es ist das letzte Spiel der WM”, sagt Gerhard Delling in der Halbzeitpause über die Nationalmannschaft. Susanne Holst erzählt in den “Tagesthemen”, die gleich nebenan produziert werden, dass es neue Versuche von BP gebe, das Ölleck zu stopfen. “Dat Ding kriegen die nie zu”, sagt der Mann vom Würstchenstand. Als Forlán in der 51. Minute das Führungstor für Uruguay schießt, steigt die Frequenz der Calamares-Witze kurzzeitig an.

FOTOSTRECKE
14 Bilder
DFB-Einzelkritik: Müller müllert, Schweinsteiger überall

Am Ende aber gibt es doch noch Bronze. Christian Wulff hat einen neuen Kurzhaarschnitt und eine schwarz-rot-goldene Krawatte mit nach Südafrika gebracht, schüttelt den deutschen Spielern die Hände und sagt nachher: “Man hat einfach spüren können, dass das tolle Charaktere sind.” Toll, dieser Bundespräsident, was der schon jetzt alles spürt.

In Lokstedt werden sofort nach der Medaillenvergabe die Fernseher abgeschaltet, offensichtlich mag sich hier niemand gebührend von Günter Netzer verabschieden, der sein letztes Spiel für die ARD analysiert hat. Enttäuschte Flucht ins Schanzenviertel, wo in der Kneipe auf der Großleinwand schon wieder Christian Wulff redet, diesmal übers Finale (“Da möge der Bessere gewinnen, bla bla, zwei tolle Länder, bla bla, zwei tolle Mannschaften, bla bla, Südafrika ist ein tolles Land”). Auf dem Heimweg hört der Taxifahrer zur Feier des Tages Howard Carpendale und ist nach vier Wochen WM nicht mehr von mobilen Vuvuzela-Bläsern zu schocken, die wegen des Fahrtwinds im Wagen nebenan beinahe die Tröten verlieren.

Aber nur beinahe. Wir sind hier ja schließlich nicht bei “Wünsch dir was”.

Was war der Höhepunkt des Tages? Drei DVDs – mit den schönsten Momenten, den besten Versprechern und den lustigsten Beschimpfungen – kriegt Günter Netzer am Ende geschenkt, Gerhard Delling packt einen Zettel aus, auf dem steht, “was ich Ihnen schon immer sagen wollte: Danke!”. Franz Beckenbauer (der echte!) klebt einige offensichtlich lobend gemeinten Sätze aneinander und versucht witzig zu sein: “Er ist älter als ich, wie man sieht, wesentlich älter, das kann man sehen. Ein Jahr.” Und Netzer, jeglichen Abschiedsschmerz gekonnt verbergend, wird ein letztes Mal weich: “Sie haben sich in diesen 13 Jahren als echter Freund bewiesen”, sagt er zu Delling. “Es ist eine Freude gewesen, mit Ihnen gearbeitet zu haben. Es hat mich fürs Leben gestählt.” Beim Team bedankt er sich mit den Worten: “Sie waren immer alle lieb zu mir.” Bis in vier Jahren, dann! Bei RTL.

Was war der Tiefpunkt des Tages? Matze Knop war für die letzte Ausgabe von “Waldis WM-Club” nicht als Franz Beckenbauer verkleidet, sondern als er selbst. Ist aber auch keine Alternative.

Was bleibt vom Tage übrig? Die Erkenntnis, dass Fußballgucken mit “SZ”-Rechercheur Hans Leyendecker gar nicht so spektakulär ist, wie man sich das vorstellt. Wegen absoluter Jubelverweigerung.

Und heute? Niederlande – Spanien (ZDF)

Eine SUPISSIMA für ” Vier Schwänze wackeln mit dem HUND” – EMMA 2010

heute gefunden.

EMMA Frühling 2010

hartaberunfair

Vier Schwänze wackeln mit dem Hund…

… und zwei Frauen plus ein Mann sind (fast) sprachlos. Diese Fernsehsendung im Ersten Programm hätte eigentlich die postfeministische Moderne alarmieren müssen.

(v. li) Bednarz, Böhm, Schwarzer, Jörges, Hallervorden, Baring und Moderator Plasberg.

Selbstverständlich, denken wir, wir leben ja in der Epoche des Megatrends femal shift, selbstverständlich beanspruchen und genießen in politischen und wirtschaftlichen Gremien und in öffentlichen Gesprächsrunden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleiche Rederechte. Man und frau machen in etwa gleich lange und gleich häufige Redebeiträge, erhalten gleich häufig das Wort erteilt, werden mit gleichem Respekt um ihre und seine Meinungen, Erkenntnisse und Bewertungen gebeten.

Was aber ist da im Ersten Deutschen Fernsehen am 13. Januar in der politischen Talk-Show hartaberfair passiert? „Die Sendung sollte in ‚hart aber unfair‘ umbenannt werden!“ oder „Eine rabiat frauenfeindliche öffentliche Flegelei!“ oder „Doof, aber trotzdem hart“. So und ähnlich lautete der Tenor zahlreicher verärgerter Publikumsurteile über die Talk-Sendung von Moderator Frank Plasberg, die unter dem bezeichnenden Titel ausgestrahlt wurde: Streiten und Vertagen – Ist Merkels Murks-Koalition noch zu retten?

Lange vor der Einführung von gender studies und sehr lange vor gender mainstreaming untersuchten wir jungen SprachwissenschaftlerInnen in den siebziger und achtziger Jahren auch solche „konversationellen Ereignisse“ wie TV-Gespräche. Damals etablierten die beiden Professorinnen Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötz an der Universität Konstanz die deutsche „feministische Linguistik“. Was in konversationsanalytischen Forschungsarbeiten über die unterschiedlichsten privaten und institutionalisierten – juristische, therapeutische, medizinische, wirtschaftliche, politische und eben auch über journalistische – Kommunikationssituationen zu dieser Zeit herausgefunden und beschrieben wurde, erregte damals zunächst enormes Aufsehen. Sodann löste es heftige Diskurse und weitere Forschung über „männliches versus weibliches Sprachverhalten“ aus und schuf schließlich ein Bewusstsein für sprachliche Diskriminierung.

Was ist, 30 Jahre später, aus diesen Erkenntnissen geworden? Im ersten Monat von Zwanzigzehn treffen sich zur hartaberfair-Talkrunde – unter dem erwähnten, semantisch vorstrukturierenden Titel – dieselben sechs Gäste, die schon am 28. September 2009, dem Tag nach der Bundestagswahl, zusammen eingeladen gewesen waren, und die jetzt, hundert Tage nach der Wahl, konfrontiert mit ihren damals geäußerten Hoffnungen und Erwartungen, erste Urteile nicht abgeben, sondern – wie der Sendungstitel nahe legt – eher fällen sollten über die aktuelle Politik von „Merkels Murks-Koalition“.

Alice Schwarzer, 24 Redebeiträge

Neben dem langjährigen ehemaligen Moderator der ARD-Sendung Monitor, Klaus Bednarz; der Publizistin und EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer; dem Kabarettisten und inzwischen auch Theaterintendanten, Dieter Hallervorden, waren dies der emeritierte Historiker und Publizist Arnulf Baring, der Stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges und die gerade volljährige Schülerin Miriam Böhm, ihres Zeichens Erstwählerin.

Tagsdarauf freut man sich im Ersten Deutschen Fernsehen, wie viele Menschen „die kontroverse Diskussion“ gesehen haben, denn „die erste hartaberfair-Sendung nach der Winterpause beschert Moderator Frank Plasberg eine beachtliche Quote: 4,23 Millionen Zuschauer verfolgten den Schlagabtausch, das entspricht einem Marktanteil von 16,5%“. Nach in der Vergangenheit stetig schwächer gewordenem Publikumsinteresse erzielte das Format an diesem Abend „seine insgesamt zweitbeste Quote“.

Zufrieden zieht Frank Plasberg, der bezüglich seines Moderationsstils (im FAZ-Interview) schon früher freimütig bekannte: „Was mir fehlt – und da bin ich womöglich manchmal unfair – ist ein Gen für Milde“, folgendes Fazit: „Unsere Gäste haben mächtig Dampf abgelassen über Merkels Koalition und damit offenbar den Nerv der Zuschauer und Wähler getroffen.“

Den Nerv getroffen, aber auf andere Weise, hat die Sendung auch bei Zuschauerinnen und Wählerinnen. Schaudernd äußert eine schweizerische Politikerin, es sei für sie gespenstisch gewesen, wie da im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen, unter einer frére et cochon spielenden Moderation, enthemmt pöbelnd der dringende Wunsch nach Führung artikuliert worden sei. Wäre dieser mediale „Schlagabtausch“ für mich nicht als ein signifikant normverletzendes konversationelles Ereignis ein Untersuchungsgegenstand, als TV-Konsumentin hätte ich diese 75 Minuten mit ihrem brachialen Kampf ums Rederecht, ihrer feixenden Markigkeit, ihren abgestandenen Altherrenschlüpfrigkeiten, reaktionären und sexistischen Entgleisungen wohl nicht bis zuende verfolgt.

Besonders arg wurde es allerdings, als das Recht auf Ausübung von Moderationsmacht gebeugt wurde, der Moderator mit bevorzugten Talk-Gästen kungelte, zum Nachteil anderer Gäste.

In dieser hartaberfair-Sendung erleben wir Plasberg als einen Moderator, der seine Talk-Gäste Miriam Böhm und Klaus Bednarz weitgehend übergeht und ausgrenzt, der aber Dieter Hallervorden für Entgleisungen („Miriam ist bereits an mich vergeben!“ – „Geht’s in dieser Sendung ums Kinderderkriegen?“ – „Minuswachstum ist wie negative Erektion“) ungeschoren lässt. Er rügt ihn ebenso wenig wie die beiden rücksichtslosesten und unfairsten Diskutanten der Runde, Arnulf Baring und Hans-Ulrich Jörges. Mit diesen macht der Moderator sich gemein, feixt und witzelt mit ihnen, statt sie zur Ordnung zu rufen und zu zügeln.

Hallervorden (14 Redebeiträge) und Baring (28).

In vollem Ernst unterbricht Baring die Gesprächspartnerin, als sie gerade wohlinformiert und absolut korrekt (wie auch der sendungseigene Faktencheck im Nachhinein bestätigen muss) über die im internationalen Vergleich skandalöse und rasant angestiegene Kinderarmut in Deutschland spricht und dringend notwendige (steuer-) politische Abhilfemaßnahmen vorschlägt. Da interveniert Baring mit der atemberaubenden Auffassung, Schwarzer dürfe gar nicht mitreden, weil sie keine eigenen Kinder habe („Ja, Sie haben keine Kinder, Frau Schwarzer, da sind Sie nicht kompetent – nein wirklich nicht – wer keine Kinder erzogen hat, darf den Mund in diesem Punkt nicht aufmachen, das können Sie nicht!“).

Als die Publizistin auflacht, überlappend fortfährt und darum ringt, ihren Redebeitrag zuende führen zu können („Sie sind reizend, Herr Baring, ich liebe Sie für diese Vergleiche, Sie geben mir solche Steilvorlagen. Haben Sie denn eins geboren? Und gewickelt und gefüttert?“), wird sie nicht nur von Arnulf Baring ständig weiter unterbrochen („Ich habe vier Kinder“ … „da lass ich mir von Ihnen nicht am Zeuge flicken“ … „da seien Sie mal ruhig vorsichtig!“ … „Sie haben doch gar keine Ahnung!“ … „Sie lesen wohl Ihre eigene Zeitung nicht richtig!“ … „Die reine Lüge, was Sie da sagen, unwahr!“), sondern auch von Dieter Hallervorden („Geht’s in dieser Sendung ums Kinderkriegen?“ … „Also da frag ich mich, wieso wir anderen überhaupt eingeladen worden sind.“), Herrn Jörges („Ja, klar!“) und schließlich vom Moderator selbst („Nicht jetzt wieder sticheln, Frau Schwarzer“). Durch Themenwechsel und Filmeinspielung beendet der Moderator schließlich das wüste Durcheinander – zum Nachteil der Sprecherin („Können Sie, Frau Schwarzer, wir haben hier gesprochen, Frau Schwarzer, über verfehlte Klientelpolitik …“).

Der Gesprächsteilnehmerin Alice Schwarzer, die in punkto Eloquenz den dominanten Mitdiskutanten durchaus ebenbürtig ist, gelingen in dieser Runde immerhin 24 Redebeiträge, die fast ausnahmslos – wie hier – massiv gestört werden. Mehrfach versucht Schwarzer vergeblich zu Wort zu kommen, in den meisten Fällen verhindert das Hans-Ulrich Jörges, indem er ganz einfach die Stimme hebt, lauter, schneller, gestenreicher und vehementer (zweimal bis zur Heiserkeit) durchredet. Dreimal sogar indem er die Gesprächspartnerin anfasst, ihren Unterarm herunter auf die Tischplatte drückt und so unmissverständlich deutlich macht, dass jetzt gerade ihre Wortmeldung, wenn es nach ihm geht, unerwünscht ist. Und es geht nach ihm, denn der Moderator greift nicht ein.

Mit brachialem Behauptungswillen setzt sich der Stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges durch, während er der Bundeskanzlerin Angela Merkel mangelnde Durchsetzungskraft anlastet („Kann sie überhaupt führen, in Machtfragen sich durchsetzen, Rivalen ausschalten?“ – „Sie lässt sich bevormunden“ – „Sie hat noch nie durchgezogen“). Er beansprucht die bei weitem längste Redezeit an diesem Abend und macht mit Abstand die meisten Redebeiträge: Bei nur drei offiziellen Worterteilungen bestreitet Jörges in 35 Redebeiträgen eine mehr als drei mal solange Redezeit wie Miriam Böhm (13 Redebeiträge) und Dieter Hallervorden (14), er redet mehr als doppelt so lang wie Klaus Bednarz (13) und spricht jeweils ungefähr ein Drittel länger als Alice Schwarzer und Arnulf Baring.

Ein einziges Mal nur nimmt Moderator Frank Plasberg gegenüber dem solcherart dominant agierenden Stern-Journalisten seine Moderationsverpflichtung massiv intervenierend wahr, und zwar „als Anwalt von Herrn Bednarz“: Er stellt sich – im Wortsinn, auch physisch, – gegen einen abgefeimten eristischen Kunstgriff Hans-Ulrich Jörges’, um eine Guido Westerwelle-Schmähung bezüglich dessen Homosexualität zu entkräften, die der Stern-Mann indirekt und völlig zu Unrecht Klaus Bednarz unterstellt hatte.

So sehr ereifert sich der Talk-Gast Jörges, dass der Moderator nach mehreren erfolglosen Anläufen genötigt ist, sein Pult zu verlassen und sich direkt vor seinem Gast aufzubauen, um zu ihm durchzudringen: „Das ist Schwachsinn!“ Der allerdings schert sich seinerseits um die Beiträge des Moderators so wenig wie um die der anderen GesprächsteilnehmerInnen, er unterbricht alle, auch Frank Plasberg, der ihn mitunter nur noch durch die Ankündigung einer Filmeinspielung stoppen kann.

Hans-Ulrich Jörges, 35 Redebeiträge

In nahezu allen Fällen ergreift der Stern-Mann Hans-Ulrich Jörges durch Unterbrechung der Redebeiträge anderer Gäste das Wort, häufig macht er an nicht übergaberelevanten Stellen Einwürfe, mehrfach stört er durch insistierend wiederholte Unterbrechungsversuche, die nach Überlappung nicht gleich gelingen oder abgewehrt werden.

Am häufigsten unterbricht er Miriam Böhm und Alice Schwarzer, die beiden weiblichen Gäste. Nicht ein einziges Mal greift Moderator Plasberg zugunsten dieser beiden mäßigend ein.

Für den in dieser Talk-Runde für die EMMA-Herausgeberin generierten Gesprächsstatus bezeichnend ist, dass eine Moderatoren-Frage, die an sie gerichtet worden war, wieder einmal, wie schon zuvor wiederholt, an ihrer Stelle von Jörges beantwortet wurde. Schwarzers kurze nachgereichte Antwort, als sie doch endlich zu Wort kommt, wird von sechs (!) Einwürfen gestört: drei von Baring, zwei von Jörges und einem – semantisch aufschlussreichen – von Hallervorden. Die Sequenz ist repräsentativ als pars pro toto:

Schwarzer: „Wie war die Frage, lieber Herr Plasberg?“ Plasberg: „Die Frage war tatsächlich, ob der Vergleich mit dem Kohl’schen Aussitzhandwerk berechtigt ist.“ Schwarzer: „Nein, ich finde der Vergleich mit Helmut Kohl hinkt total. Wir haben …“ Baring: „Nee, der hinkt nicht!“ Schwarzer. „Wir haben, – Moment, jetzt rede ich …“ Hallervorden: „Das kann dauern!“ Schwarzer: „Wir haben, – nicht so lang wie bei den Herren –, wir reden hier von einem Führungsbegriff …“ Baring: „Das ist doch etwas vollkommen anderes!“ Jörges: „(überlappend, unverständlich) heißt nicht Führung!“ Schwarzer: „(überlappend, unverständlich) kann sie mitreißen?“ Baring: „Das kann keiner von denen allen!“ Jörges: „Sie lässt sich bevormunden!“

Statt Schwarzers Rederecht zu sichern, statt ihr endlich die erforderliche Zeit und den Raum für eine Antwort auf seine Frage zu gewährleisten, entzieht der Moderator ihr jetzt das Wort („Dazu sag ich Ihnen gleich noch was, Frau Schwarzer, jetzt sind wir wieder bei unseren Zuschauern!“). Und es folgt eine der in dieser Sendung üblichen, die eigentliche Talk-Runde unterbrechenden Verlesung von per E-Mail eingegangenen Publikumsmeinungen.

Frank Plasberg demontiert den Gesprächsstatus seines weiblichen Gastes Alice Schwarzer nicht nur indem er ihr fair moderierende, unterstützende Interventionen verweigert, sondern auch, indem er selbst unter Ausbeutung seiner Moderatorenrolle der Gesprächsteilnehmerin systematisch das Rederecht beschneidet, unverhältnismäßig selten das Wort an sie vergibt und sie – und nur sie! – strategisch mithilfe semantischer Uneindeutigkeit, abgefedert durch Herumalbern und Witzelei unnötigerweise rügt und wie ein Schulmädchen maßregelt („Ruhe bitte, Frau Schwarzer, es geht um unsere Zuschauer!“; „Beantworten Sie erst meine Frage!“) ja, sie sogar lächerlich macht und diskreditiert.

Von der die Zuschauer-Mails vorlesenden hartaberfair-Mitarbeiterin wird eine Fernsehzuschauerin mit der Ansicht zitiert, sie halte Angela Merkels präsidialen Führungsstil, ihr Sich-Heraushalten aus tagespolitischen Querelen für einen weiblichen Stil, da Frauen nicht zu Schaukämpfen neigten. An dieser Stelle lässt Frank Plasberg demonstrativ ein Prusten hören. „Ich musste gerade niesen“, feixt er und grinst maliziös, als seine Mitarbeiterin fragt: „Warum lachst Du?“

Mit dieser szenischen Einlage werden vom Moderator Plasberg süffisant die sattsam bekannten Klischees über die angebliche verbale Dominanz von Alice Schwarzer aufgerufen, und der Coup gelingt – auch wenn diese Klischees der realen Gesprächssituation in dieser TV-Runde mitnichten entsprechen. Das Saalpublikum greift dienstfertig und genau wie die Herren Mitdiskutanten komplizenhaft schmunzelnd den suggerierten wohlfeilen Seitenhieb des Moderators gegen die sich in dieser Runde vergeblich abmühende Alice Schwarzer auf.

Denn sie müht sich wahrhaft, kämpft um faire Gleichbehandlung, pocht auf ihr Recht, angemessen zu Wort zu kommen. Sie blickt den Moderator mehrfach auffordernd an, protestiert, wenn sie übergangen oder unterbrochen wird („Moment, Herr Jörges, ich möchte auch mal …“, „Da kommt man nicht dazu! Hallo!“, „Das ist jetzt nicht wahr!“, „Hallo!“, „Kuckuck!“, „Moment, Moment!“).

Schließlich, nachdem Frank Plasberg allzu lange durch Verzicht auf moderierende Intervention zugelassen hat, dass nicht nur Baring und Jörges sie systematisch unterbrechen, dass sich der Stern-Mann sogar über Worterteilungen an sie hinwegsetzt und wiederholt an ihrer Stelle das Wort ergreift, wendet sie sich auf der Metaebene direkt an den Moderator. Sie versucht es mit Ironie: „Herr Jörges ist im Prinzip klüger als ich, vielleicht sollte er antworten! Er ist einfach – er weiß alles!“ und erntet anstatt der eingeklagten überfälligen Unterstützung vom Moderator Spott: „Er is ’n Mann, Frau Schwarzer!“

Hier wird dem Saal- und dem TV-Publikum von Frank Plasberg – hart, aber unfair – immer locker und jovial aus den uralten, maroden Schläuchen der trübe, allzu bekannte alte Wein serviert. In dieser TV-Sendung ist für den eklatanten Niveauverlust eine Moderation verantwortlich, die systematisch in manipulativer Weise machtabstinent bleibt, wo es geboten wäre, zu intervenieren, aber rügt und eingreift, wo kein Bedarf besteht; die mit gezielt platziertem Unernst, scherzend und flachsend Partei nimmt; die marginalisiert, lächerlich macht und systematisch konversationellen Misserfolg herstellt auf der einen Seite, koaliert, kungelt und fraternisiert auf der anderen.

Schon die frühen Analysen von strukturell sexistischen Kommunikationssituationen zeigten bereits vor Jahrzehnten, dass konversationeller Erfolg nicht möglich ist, wenn in einer solchen Konstellation Moderationsmacht systematisch ausgebeutet und Gesprächsstatus für die Teilnehmenden asymmetrisch hergestellt wird.

Was die rein zahlenmäßige Asymmetrie der Teilnehmenden anbelangt – ein Moderator, vier Teilnehmer, zwei Teilnehmerinnen –, äußerte sich Moderator Plasberg auch schon neidvoll über weibliche Kolleginnen: „Illner und Christiansen haben es insofern viel leichter, weil sie – ohne dass es negativ auffällt – reine Männerrunden machen können, weil sie als Frau dazwischen sitzen.“

Aus der sprachwissenschaftlichen Humorforschung sind Witzhierarchien bekannt, es wird von oben nach unten gescherzt, und die so genannten in-group-identity-marker, die in heterogenen Settings als Ausschlussmechanismen fungieren. Hier in der hartaberfair-Sendung erfüllen diese Funktionen so genannte Herrenwitze (Hallervordens „negative Erektion“), Zweideutiges und Anzüglichkeiten, die nicht im Sportumkleideraum von pubertierenden Schülern, sondern öffentlich, vor einem Millionenpublikum im Fernsehen dargeboten werden.

Ausgerechnet der faire, wohltuend höfliche Klaus Bednarz – ihm allein gelang es, im Abschlussspielchen der Schlussrunde elegant die Antwort zu verweigern – wird unbeabsichtigt zum Ausgangspunkt jenes Wortspiels von Hans-Ulrich Jörges, das während der Sendung als anzüglicher Witz zum running gag wurde. Bednarz hielt sich im Verlauf des Abends zunehmend zurück und ließ sich nicht verleiten, in den Pöbel-Duktus seiner Mitdiskutanten einzustimmen. Er findet, „dass im Verhältnis FDP zur Kanzlerin im Grunde der Schwanz mit dem Hund wackelt und nicht umgekehrt“. Jörges setzt mit dem Einwurf: „Zwei Schwänze wackeln mit dem Hund!“ die Verwendung dieser Redensart auf ein anderes Gleis.

Moderator Plasberg kommt, als er eine Filmeinspielung mit Westerwelle und Seehofer ankündigen möchte, ins Stolpern.

Plasberg: „Herr Jörges hatte eben das Beispiel genannt, dass da zwei Schwänze mit dem Hund wackeln, und da ist viel Platz, vielleicht für ein Machtwort. Schauen wir uns doch mal an, wieviel Spaß eigentlich diese beiden haben, die für die Schwänze stehen. (Gelächter) Das Wortspiel geht völlig in die Irre, Herr Jörges!“ (Gelächter bei Jörges und im Saal). Jörges: „Hören wir auf damit!“ Plasberg: „Hören wir damit auf. Herr Jörges, Sie haben damit angefangen und das ist einfach ne Sackgasse.“

Aber es ging weiter in der Sackgasse, so funktioniert der Ausschlussmechanismus. Die Herren fühlen sich ermuntert, im weiteren Verlauf der Sendung so fortzufahren, als sei man unter sich.

Jörges: „… Wir haben von zwei Schwänzen geredet, der eine wird eingekniffen werden, das sage ich Ihnen jetzt schon …“ Plasberg: „Fangen Sie wieder an, Herr Jörges!“ Jörges: „Zum letzten Mal, weil das halt so nahe liegt …“

Später konnte es auch Baring sich nicht verkneifen. Auch er griff den anzüglichen running gag auf: „… Die beiden Schwänze, Herr Jörges, (Gelächter) wir werden die Schwänze heute nicht loswerden …“

Am Ende dieser Sendung zeigte die Kamera das fassungslose Gesicht einer jungen Gymnasiastin, deren Wahl in dem Abschlussspielchen „Mit wem aus dieser Runde würden Sie sich jetzt ein Doppelzimmer teilen?“ laut und deutlich auf Alice Schwarzer, die zweite weibliche Anwesende in der Runde gefallen war, und die jetzt – wie das gesamte Publikum auch – aus einem der Großvätermünder (Dieter Hallervorden) zu hören bekam: „Miriam ist bereits an mich vergeben.“ Großes Gelächter im Saal, Moderator Plasberg spricht zufrieden den Abspann.

Alleinerziehende Mütter, Kinderarmut, Ehegattensplitting, wen interessieren schon diese „Frauenthemen“, wo wir jetzt ganz andere Sorgen haben! Wenn in Zeiten der Krise ein solcher Altherren-Talk als „Schlagabtausch“ mit populistischen Themen wieder Quote macht; wenn selbst weniger und kürzere Redebeiträge wieder als zu lang („Das kann dauern!“) gehört werden, weil frau – besonders wenn kinderlos – eigentlich am besten „den Mund nicht aufmachen“ sollte; wenn längst überwunden geglaubte sexistische Kommunikationsmuster wieder salonfähig werden – ja, dann sollte die „postfeministische, emanzipierte Moderne“ zumindest alarmiert sein.

Birgit Kienzle, EMMA 2/2010

Die Autorin ist Sprachwissenschaftlerin und analysierte zuletzt für EMMA Beckmanns Gespräche mit Kanzler Schröder und Kandidatin Merkel (2/2005).

SUPI: PRESSE-SHOW – TV-Spielfilm: TV der Zukunft/2/10

So wappnet sich Deutschlands größte TV-News-Fabrik gegen die Online-Konkurrenz

Freitag, 26.02.2010

Oliver Ziebe

Titelstory
Der große Schau-down

So wappnet sich Deutschlands größte TV-News-Fabrik gegen die Online-Konkurrenz

Donggg! “Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.” Seit fast sechs Jahrzehnten ist der 20-Uhr-Gong eine Institution wie das sonntägliche Glockenläuten. Die Tagesschau: Bastion öffentlich-rechtlichen Premiumflimmerns, allabendliches Hochamt. Journalistischer Weihrauchdunst umgibt die älteste deutsche Nachrichtensendung (Erstausstrahlung: 26.12.1952). Doch auch der kann ein Problem nicht verschleiern: Die Gemeinde überaltert. Der Durchschnittszuschauer ist 60 Jahre alt. Was tut die lebende Legende Tagesschau, um nicht als lebendes Fossil zu enden? Wir blickten einen Tag lang hinter die Kulissen.

Hamburg, Stadtteil Lokstedt: In Hör- und Riechweite zu Hagenbecks Tierpark residiert der NDR. Gleich vorn hinter dem Schlagbaum ein dreistöckiger Neunzigerjahrebau. Er beherbergt die Redaktion “ARD Aktuell”. Es ist 10.30 Uhr. Wie in jeder News-Redaktion beginnt der Arbeitstag mit einer Konferenz. Chefredakteur Kai Gniffke verliest die Quoten vom Vortag: “27,2 Prozent. Ein schlechtes Ergebnis.” Besonders bei den jungen Zuschauern geht der Trend seit Jahren nach unten. Was tun? Gniffkes Rezept: “Wir müssen den Jüngeren dort begegnen, wo sie sich informieren, und das sind Online-Medien.” Trotzdem ist er sich sicher: “Die Tagesschau um 20 Uhr wird es auch in 15 Jahren geben.”

Die Tagesschau ist Puzzlearbeit am Rechner

Nach der Ursachenanalyse des Quotentiefs (“wahrscheinlich das Wetter”) tragen die Redakteure Themen vor: Top-News ist heute der Afghanistan-Gipfel in London. Gleich dahinter: Obamas Rede zur Lage der Nation. Ansonsten: Mal sehen, was der Tag noch bringt. Dann geht Claudia Bartels, Planungsredakteurin Ausland, an ihren Arbeitsplatz in einem Großraumbüro. “Wir werfen die groben Netze aus”, beschreibt sie ihre Aufgabe: Themen finden, die Relevanz von Er-
eignissen bewerten. Im Minutentakt düdelt das Telefon. Berichterstatter aus Singapur, Kabul und Mexico-City bieten Themen an. Vergeblich, denn heute ist der Tag des Korrespondenten Björn Staschen, der den ganzen Tag aus London berichtet. Tagesschau-Redakteure machen ihre Nachrichten nicht selbst. Dafür sind Reporter und Korrespondenten da, die in Absprache mit der Redaktion Beiträge nach Hamburg liefern.

Am frühen Nachmittag beginnt das Sendeteam mit der Vorbereitung “der Zwanzig”. Redakteure tippen Sprechertexte ins System und verhandeln am Telefon mit Korrespondenten Details und Formulierungen ihrer Berichte. Chef vom Dienst Oliver Hähnel checkt Filmbeiträge am PC, addiert Minuten und Sekunden und puzzelt am Rechner den Sendeablauf zusammen. Die Atmo-sphäre ist konzentriert, aber nicht hektisch. Jeder weiß, was er zu tun hat, und beherrscht seinen Part wie in einem gut eingespielten Orchester. Zeit für einen Blick in die Zukunft, wie Chefredakteur Gniffke sie sich wünscht. Zwei Stockwerke höher liegt die Redaktion von tagesschau.de, der Website zur Sendung. “Tagesschau ist auf dem Weg zur multimedialen Nachrichtenmarke”, sagt Online-Chef Jörg Sadrozinski. Einmal angepikst, kann er stundenlang über verändertes Mediennutzungsverhalten, “mobile Ausspielungen” und die Zukunft des Webs dozieren.

Klingt alles gut, aber die Praxis hinkt hinterher. tagesschau.de spielt trotz üppiger Personal- und Technikausstattung mit monatlich 20 Millionen Besuchern gerade mal in der Liga von n24.de und n-tv.de. Die News-Platzhirsche Spiegel Online und bild.de verbuchen fast sechsmal so viele Visits. Hinzu kommt, dass es höchst umstritten ist, ob es zum Grundversorgungsauftrag gehört, mit GEZ-Geld Twitter-Feeds und iPhone-Apps zu produzieren. Deutschlands Verlage klagen angesichts der mit Gebührenmillionen gepäppelten Konkurrenz im Netz über Wettbewerbsverzerrungen und warnen vor einem Verlust von Meinungsvielfalt. Sadrozinski lässt diese Einwände nicht gelten: “In ein paar Jahren wird man zwischen Fernsehen und Internet sowieso nicht mehr unterscheiden können.”

“In Zukunft gibt es viele 20 Uhrs”

Wie das aussehen soll, kann man ein paar Türen weiter besichtigen. In einem kleinen Büro stehen zwei nagelneue Hybrid-Fernseher. Das sind TV-Geräte mit Onlinezugang. Roman Schmelter von der Abteilung “Strategie und Innovation” kniet auf dem Boden und wühlt in einem Kabelknäuel. “Hmm, eigentlich müsste jetzt…” Stecker klicken. Dann leuchten auf dem HD-Bildschirm bunte Logos und Fenster auf: YouTube, Bloomberg, Eurosport, Picara, Tagesschau. “Ein Druck auf die Fernbedienung, und Sie sehen die aktuellste Tagesschau als Webstream auf dem Fernseher – wann immer Sie es wollen!” Aber was wird dann aus der 20-Uhr-Ausgabe, von der Kai Gniffke versichert, sie werde sie auch in 15 Jahren das ARD-Flaggschiff sein? Sadrozinski überlegt kurz. “In Zukunft gibt es ganz viele 20 Uhrs.”

Das wünschen sich die Kollegen vom Sendeteam inzwischen auch. Es ist 19.30 Uhr, und gerade lief die Meldung ein, dass der US-Autor J. D. Salinger gestorben ist. In der Redaktion beginnt ein Kampf gegen die Uhr: Meldung formulieren, Foto beschaffen, Sekunden addieren, fertigen Beitrag rausschmeißen, um Platz zu schaffen. Es ist der tägliche Kampf um Aktualität, der gegen Internet, Twitter & Co. am Ende immer nur verloren werden kann.

Minuten vorm Gong: die Panne

Im Studio nebenan ist die Stimmung noch entspannt. Sprecher Thorsten Schröder ist zum Einleuchten gekommen. Auf Knopfdruck fahren im Regieraum drei Roboterkameras in Position, und die Scheinwerfer richten sich nach dem extra für ihn einprogrammierten Schema aus. Schröder prüft mit übertriebener Akribie den Krawattenknoten, nimmt Showmaster-
posen ein. Zumindest hinter den Kulissen ist das Seriositätsmonstrum Tagesschau keine spaßfreie Zone.

Derweil bricht in der Redaktion echte Hektik aus: Sechs Minuten vor dem Gong trifft der Aufmacherbericht vom Londoner Afghanistan-Gipfel ein – ohne Ton! Was nun? Redakteur Patrick Uhe schnappt sich beherzt ein Mikro und beginnt im Trubel des Großraumbüros den gemailten Text selbst aufzusprechen.

Noch 30 Sekunden bis zur Sendung: Im Regieraum sitzt jeder auf seinem Platz. Der Tontechniker parkt den Zeigefinger schon mal auf dem Knopf, der den Gong auslöst – keine Konserve, ein echtes Instrument mit mechanischem Klöppel und Mikro, das im Keller steht. Drei, zwei, eins, Gonggg: “Hier ist das
Erste…” Während die Fanfare ertönt, trifft der Chef vom Dienst Oliver Hähnel eine Entscheidung: Der eilig nachvertonte London-Bericht geht so nicht über den Äther…

Es ist 20.16 Uhr. Manöverkritik. Gut, dass man noch die London-Reportage aus der 17-Uhr-Ausgabe in petto hatte. Nur wenige der neun Millionen Zuschauer dürften gemerkt haben, dass der Gipfel-Bericht eine Wiederholung war und buchstäblich in letzter Sekunde eingeschoben wurde. “Vielleicht können die Tagesthemen mit dem ausgefallenen Stück etwas anfangen”, sagt Hähnel. Er und sein Team haben jetzt Feierabend, aber ihre Rechner bleiben hochgefahren. Die Schicht für die Nachtausgaben kommt gleich und nimmt den Kampf gegen die Uhr und den Vorsprung der schnellen Onlinemedien auf. Einfacher wird das nicht.

C. Holst

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1. Inside “Tagesschau”
2. Chronik der Tagesschau

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Inhaltsverzeichnis

1. Inside “Tagesschau”
2. Chronik der Tagesschau

News-Dino Tagesschau

*
Die News-Fabrik von außen. In der Redaktion ARD aktuell entsteht nicht nur die Tagesschau, sondern auch Tagesthemen, Nachtmagazin, Wochenspiegel sowie das Info-Programm Eins Extra und das Online-Angebot tagesschau.de.
*
Mehr Bildschirm-Arbeitsplatz geht nicht: Chef vom Dienst Oliver Hähnel puzzelt aus Filmberichten, Meldungen und Info-Grafiken 15 Minuten Tagesschau zusammen.
London Calling: Planungsredakteurin Claudia Bartels bestellt beim England-Korrespondenten der ARD Berichte vom Afghanistan-Gipfel.

*
Jeder Tagesschau-Sprecher hat sein eigenes Beleuchtungs-Profil. Auf Mausklick fährt der Computer Kameras und Scheinwerfer in die programmierte Position.
*
Wie spricht man Salinger korrekt aus? Kurz vor der Sendung befragt Sprecher Thorsten Schröder die Aussprache-Datenbank
Das Tagesschau-Studio wurde zuletzt 2005 komplett neu gestaltet. Seitdem stehen die Sprecher hinter dem Tisch. Wer mag, darf sich auf eine Sitzsteh-Hilfe stützen

Presse-Schau TV: EINE WIE KEINE/Sat.1/

Eine Liebeserklärung an einen Berliner Kiez,

schon haben wir SPON wieder richtig lieb!QUELLE – SPON – von FEMINISSIMA mit einer SUPISSIMA für diesen Text….:
16.11.2009

Neue Sat.1-Soap “Eine wie keine”

Von der Prolette zur Prinzessin

Von Hannah Pilarczyk

In seiner neuen Vorabendserie “Eine wie keine” zeigt Sat.1, dass Menschen aus Problemvierteln vielleicht wenig Geld und Bildung haben – aber dafür Herz und Hirn. Manchmal reicht das schon für den sozialen Aufstieg.

Manchmal gibt das Privatfernsehen die besten Antworten: Nicht auf die Frage, wie Britney Spears ohne Höschen aussieht oder wo man als Bauer noch eine Frau zum Heiraten findet. Obwohl man das bei RTL und ProSieben auch erfahren kann.

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Nein, ab diesem Montagabend glänzt das Privatfernsehen mit der bislang souveränsten Antwort auf die sogenannte Sarrazin-Debatte um faule Arbeitslose und integrationsunwillige Migranten. Sat.1 zeigt eine Aufsteiger-Geschichte aus Berlin-Neukölln; eine, in der sich Arbeitlose um Arbeit bemühen, in der Alleinerziehende für ihre Kinder kämpfen und Menschen mit Migrationshintergrund in der Lage sind, ihr Geld woanders als in einem Gemüseladen zu verdienen. “Eine wie keine” heißt die Geschichte – und ist keine Langzeitdokumentation, sondern die neue Daily Soap.

Zu laute Stimme, zu loses Mundwerk, zu kurzer Minirock, zu dicke Schminke – von allem hat Manu Berlett (Marie Zielcke) eigentlich zu viel. Allein beim Geld hakt es gewaltig. Seit sich Marie und ihr Mann Ralf (Christian Kahrmann) getrennt haben, ist sie den Job in seinem Autohaus los. Nur mühsam kann sie sich und den gemeinsamen Sohn Daniel über Wasser halten, prompt wittert Ralf die Chance, mit seiner neuen Freundin das alleinige Sorgerecht für den Nachwuchs zu erstreiten.

Ein Job für Manu muss also her – warum nicht der als Aushilfe im Luxushotel Aden? Manu stellt sich vor, kriegt einen Wischmob in die Hand gedrückt, läuft dem umwerfend gut aussehenden Manager des Hotels, Mark Baum (Arne Stephan), in die Arme – und die Grundsteine für eine potentiell endlos laufende Daily Soap sind gelegt.

Eine televisionäre Revolution darf man sich von “Eine wie keine” nicht erhoffen. Dafür sind die Zutaten dieses TV-Märchens zu bekannt: Die Frau ist dem Mann beruflich untergeordnet, er ist vergeben, beide müssen erst zu sich selbst finden, bevor sie zueinander kommen können.

Doch es sind die kleinen Verschiebungen, die “Eine wie keine” interessanter und liebenswerter als den üblichen Vorabend-Schmonzes machen. Wo Nesthockerin Lisa Plenske im Sat.1-Serienhit “Verliebt in Berlin” noch in Brandenburg, dem Magerschinken-Gürtel von Berlin, wohnte, lebt Manu nun mitten im Problemkiez Neukölln. Ihr Vermieter ist der Deutschtürke Süleymann Üzüm (Hussi Kutlucan), sein Sohn Bilge (Olgu Caglar) arbeitet als Azubi ebenfalls im Aden. Getroffen wird sich in der Dönerbude.

Danach klingelt der Schuldenberater

Wie ihr Hang zu Wildtier-Prints dient auch der Wohnort der Charakterzeichnung Manus: Sie ist Prolette durch und durch. Das wird aber so positiv inszeniert, dass einem schmerzlich bewusst wird, wie herablassend das Fernsehen in den vergangen Jahren mit Menschen mit wenig Geld und Bildung umgegangen ist. Wer Ärger mit den Kindern hatte, bei dem rückte die Supernanny an. Problemteenager wurden gleich in den Wilden Westen verschickt. Danach klingelte dann der Schuldenberater.

Von diesem Sozialvoyeurismus setzt sich “Eine wie keine” wohltuend ab – was auch das große Verdienst der Hauptdarstellerin ist. Marie Zielcke kennt man bislang aus eher anspruchsvolleren Produktionen wie “Die Krupps” oder “Agnes und seine Brüder”. Um diese Leistungen bei aller Soap-Fließbandarbeit, die sie im nächsten Jahr wird abliefern müssen, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, zeigt Sat.1 am Dienstagabend “Noch einmal lieben”. In dem stimmigen Brustkrebsdrama mit Zielcke in der Hauptrolle führt sie exemplarisch vor, was ihr Spiel auszeichnet: eine präzise Leichtigkeit, die nie in die Oberflächlichkeit wegrutscht.

Wenn Zielcke nun in einem Ensemble auftritt, das vor allem aus Soap-geschulten Darstellern besteht – Hauptdarsteller Arne Stephan hat zuletzt zwei Jahre in “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” mitgespielt – dann stört das nicht, im Gegenteil: Wie die Serie es so will, wird Manu ja auch allen noch zeigen, was wirklich in ihr steckt.

“Eine wie keine” ist also auch eine Art Bildungsroman – allerdings mit einer Peggy Bundy in der Hauptrolle. Wer hätte gedacht, dass das als deutsche Vorabendserie funktioniert?

GLOSSE: Laut & Luise – “Weibliche und ältere Zielgruppen”

Und hier wieder eine der Spitzfeder-Glossen von Prof. Dr. Luise Pusch:
»Laut & Luise«

21.11.2009
Weibliche und ältere Zielgruppen
(auch ein Beitrag zu Schillers 250. Geburtstag)

Am Donnerstag, mal wieder mit der DB unterwegs, blätterte ich im Novemberheft des mobil-Magazins der Deutschen Bahn. In einem Interview über Computerspiele äußerte Ralf Wirsing (40), Deutschland-Chef des Spieleherstellers Ubisoft, folgendes:

Mit dem Wii System von Nintendo … kann man das Geschehen auf dem Fernseher steuern, was zu einer Welle von neuen Sport- und Simulationsspielen geführt hat. Anders als der Computer, an dem man oft noch Einstellungen vornehmen muss, sind die Konsolen auch ohne Vorkenntnisse leicht zu bedienen. Damit erreicht man auch weibliche und ältere Zielgruppen.

Obwohl ich als ältere und weibliche Person beiden Zielgruppen angehöre, ist es mir bisher gelungen, für Ralf Wirsing und Ubisoft unerreichbar zu bleiben.

Sonst wurden und werden wir Frauen ja meist mit den Kindern in einen Topf geworfen. “Frauen und Kinder zuerst” heißt es bekanntlich oder “Frauen und Kinder die Hälfte”. Für Wirsing aber sind die körperlich, geistig und finanziell Schwachen, die zu uns passen, nicht mehr die Kinder, sondern ältere Männer. In Sachen Computer und vor allem Computerspiele sind männliche Kids nicht mehr die Schwachen, sondern die Experten.

Wirsing scheint davon auszugehen, dass Mädchen, Frauen und ältere Männer von den Computerspielen bisher nicht “erreicht” wurden, weil uns die Vorkenntnisse fehlen, um am Computer “Einstellungen vorzunehmen”.

Also bei mir trifft das nicht zu, auch in meinem weitläufigen Bekanntenkreis von weiblichen und älteren Personen kenne ich kein Mädchen, das nicht computerkundig ist und keine einzige Frau, die nicht seit Jahrzehnten “Einstellungen an ihrem Computer” vornimmt. Lediglich ein paar inzwischen ältere Männer tun und taten sich schwer mit dem Ding. Was uns Frauen von den Spielen vor allem abhält, ist die Tatsache, dass sie uns inhaltlich nicht ansprechen und wir unsere Zeit lieber mit etwas anderem verbringen, vor allem lieber mit anderen Frauen, mit einem Buch oder an der frischen Luft als vor einem Bildschirm, vor dem wir schon den ganzen Tag verbracht haben.

Ja der Homo ludens, der spielende Mensch, ist wohl doch eher ein spielender Mann. Für Schiller, der in seiner Abhandlung über die ästhetische Erziehung des Menschen zu dem Schluss kam, dass “der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt”, ist der Mensch eindeutig ein Mann. Unser Jubilar, mit 250 Jahren auch nicht mehr der Jüngste, versteht unter dem Menschen z.B. den “Natursohn” oder den “Weltmann”, auch träumt er davon, wie “sich die Jugend der Phantasie mit der Männlichkeit der Vernunft in einer herrlichen Menschheit vereinigt.” Herrlich fürwahr.

Doch zurück in die raue Gegenwart. Frage des Interviewers an Ralf Wirsing: “Im Zusammenhang mit Amokläufen an Schulen geht es immer wieder um den Einfluss von Ego-Shooter-Spielen auf Jugendliche – sehen Sie sich als Spielehersteller hier in der Verantwortung?”

Darauf der smarte Deutschlandchef: “Die Frage stellt sich nicht. Shooter sind zumeist ab 18 Jahren freigegeben und somit reine Erwachsenenunterhaltung. Wir stellen aber leider immer wieder fehlerhaftes Wissen über Spiele und ihre Auswirkungen fest.”

“Fehlerhaftes Wissen” stelle ich vor allem bei Ralf Wirsing fest. Einmal über die “weiblichen und älteren Zielgruppen”, die er für zu doof hält, um mit einem Computer umzugehen. Zum anderen über die Ego-Shooter. Dass sie erst ab 18 freigegeben sind, hat doch jüngere Spieler noch nie vom Zugang dazu abgehalten, im Gegenteil.

***
Als ich noch klein war, bekam ich eine große Mamapuppe geschenkt. Sie hatte pechschwarze, etwas kratzige Locken, konnte “Mama” sagen, wenn ich auf ihren Bauch drückte, und mit den Augenlidern klappern. Ich gab die Puppe meiner kleinen Schwester, denn ich interessierte mich mehr für Lege- und Steckspiele. Später ließ mich mein älterer Bruder bei seinen Indianerspielen mitmachen, aber nur als namenlose “Squaw”, während er der große Held Chingachgook war. Diese Spiele fesselten mich auch nicht lange, und endlich entdeckte ich die Wunderwelt der Bücher.

Die Wunderwelt der Bücher ist bei den Knaben durch die Computerspiele völlig aus der Mode gekommen, während viele Mädchen diese Welt noch unbeschadet erreichen, bevor die Computerspiele – “Fesselnder als Kino” (Wirsing) – sie erreichen. Wie die jüngste Pisastudie gezeigt hat, stärken die Mädchen dadurch ihre Vorstellungs- und Urteilskraft, erreichen dadurch mehr in der Schule und sind vor Spielsucht, Verdummung und Verrohung besser geschützt als die Jungs.

Was Ralf Wirsing uns gern als Vorsprung der computerkundigen Jungmännerwelt verkaufen möchte, ist in Wirklichkeit eine beängstigende Schwäche, die sie jetzt schon teuer bezahlen müssen – wie viel mehr, wenn sie älter sind.

Anders als das Buch, für das man außer der Lesefähigkeit Geduld, Konzentration, Vorstellungskraft, ein gutes Gedächtnis und vieles mehr mitbringen muss, sind Computer auch ohne diese Begabungen leicht zu bedienen. Damit erreicht man auch männliche Zielgruppen inklusive Analphabeten. (Ralf Wirsing, redigiert von Luise F. Pusch)

# | Luise F. Pusch am 21.11.2009 um 08:51 PM | Druckversion

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PRESSE-SCHAU : FR-online: IRRFAHRT AUF DEM KASERNENHOF

klasse geschrieben!
Und nicht so emotionslos trocken, nicht Fisch, nicht Fleisch, wie inzwischen die Langweiler-Nachrichten von TAGESSCHAU und HEUTE….meist noch mit NULL-Info-Gehalt, hier ist das anders, bei der FRANKFURTER-RUNDSCHAU:
Irrfahrt auf dem Kasernenhof

Soldat aus Afghanistan zurück

Von Matthias Thieme

Kasernenalltag (Bild: rtr)

Wenige Stunden nach dem Schock herrscht am Tor der Werratalkaserne schon fast wieder Normalbetrieb. Fahrzeuge mit Soldaten passieren die rot-weißen Schranken, an denen Wachsoldaten mit ihren Gewehren im kalten Nieselregen ausharren. Bad Salzungen in Thüringen ist hier, am Stadtrand, ein grauer Mischmasch aus Kasernengebäuden und Plattenbauten. Die Bürger in Uniform sind hier eher abseits der Zivilgesellschaft untergebracht.

Raus muss der Soldat nicht: Es gibt einen riesigen Sportplatz, eine Turnhalle, ein Schwimmbad, einen Friseur und sogar ein Kino – alles in der Kaserne. “Die Ausbildung war teilweise schon ziemlich hart”, berichtet ein Rekrut im Internet: “Besonders die Märsche durch die bergige Gegend mit Verwundetentransport, ABC-Übung, Feuerüberfall.” Es gebe aber auch “inkompetente und machtgeile Ausbilder, realitätsfremde Zugführer” und dergleichen mehr.

Jetzt gibt es 13 Verletzte und einen großen Schock in Bad Salzungen – und trotzdem Normalitäts-Simulation vor dem Kasernentor. Salutierende Wachsoldaten. Fahrzeugkontrolle. Eine nasse Deutschlandfahne hängt schlapp vom Mast. “Achtung, Schrittgeschwindigkeit fahren”, warnt in großen Buchstaben ein Schild. Hier musste auch der Soldat durch, der am frühen morgen in eine Gruppe Rekruten fuhr. Mit seinem Privatfahrzeug, einem Mercedes, sei der 26-jährige zum Dienst gekommen, heißt es. Was dann geschah, ist noch nicht restlos geklärt. Fest steht, dass der Mann um 6.35 Uhr mit seinem Wagen in eine Gruppe Kameraden hineinfährt. Es ist noch dunkel, die Rekruten, die erst im Oktober ihren Wehrdienst angetreten hatten, haben sich gerade nahe der Waffenkammer zum Ausrücken für eine Übung außerhalb des Geländes aufgestellt, als das Unerwartete sie trifft.

13 Rekruten werden durch den Aufprall verletzt, sieben von ihnen schwer. Umstehende Soldaten leisten erste Hilfe, dann treffen Rettungshelikopter und Krankenwagen ein, die die Verletzten in umliegende Krankenhäuser fahren. Die verletzten Soldaten seien nicht in Lebensgefahr, wird später ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilen.

Unfallverursacher nicht vernehmungsfähig

Warum steuerte der Soldat seinen Wagen ausgerechnet in die Menschenmenge? War es ein Anschlag, oder hat er seine Kameraden in der Dunkelheit schlicht übersehen?

Vor dem Kasernentor treffen die Fernsehsender mit ihren Übertragungswagen ein. Antworten werden verlangt, immer wieder das Kasernentor gefilmt. Dann tritt der Kommandeur des Panzerbataillons, Oberstleutnant Philipp Leyde vor die Kameras. Man gehe von einem Unfall aus und nicht von einem Anschlag oder gar einer Amokfahrt, sagt er. Doch genau weiß das niemand. Der Unfallverursacher stand auch Stunden nach dem Zwischenfall noch unter Schock und war nicht vernehmungsfähig.

Die unklare Lage nährt Spekulationen über den psychischen Zustand der stationierten Soldaten, die auch an Auslandseinsätzen beteiligt waren. Der Unfallverursacher selbst ist erst vor sechs Monaten von einem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt. Zwei Zeitsoldaten des in Bad Salzungen stationierten Panzergrenadierbataillons waren am 23. Juni bei einem Anschlag im afghanischen Kundus getötet worden. Eine Belastung für die Kameraden, eventuell mit Spätfolgen?

Nein, sagt die Bundeswehr, es war ein Unfall. Der Soldat, der den Unfall verursachte, wurde nach Polizeiangaben nicht verletzt, erlitt aber einen Schock. Der Soldat sei berechtigt gewesen, mit seinem Privatwagen aufs Kasernengelände zu fahren. Dort gilt ein Tempolimit von 30 km/h. Nach Angaben von Polizeisprecher Eberhard Wagner fuhr der Mann seitlich in die Gruppe Wehrdienstleistender, die nahe der Waffenkammer aufgestellt war. Die Kaserne, in der rund 2000 Soldaten stationiert sind, wurde nach dem Unfall weiträumig abgesperrt. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es. Auch das Fahrzeug soll auf mögliche technische Mängel untersucht werden.

Die Werratalkaserne geriet im Jahr 2008 schon einmal in die Schlagzeilen, als ein 18-jähriger Wehrpflichtiger sich dort am 3. April das Leben nahm. Der junge Mann stürzte sich aus dem vierten Stock der Kaserne und starb an den Folgen im Krankenhaus. Er hinterließ einen Abschiedsbrief. Es dauerte mehr als eine Woche, bis dieser Vorfall außerhalb der Kaserne bekannt wurde. Gibt es in der Werratalkaserne eventuell doch eine Parallelwelt, die einmal genauer beleuchtet werden müsste? Regelmäßig starten von Bad Salzungen Bataillonsteile in schwierige Auslandsmissionen. Wird für die rund 2000 Soldaten genug getan, wenn sie von diesen Einsätzen heimkehren?

Ja, es ist alles normal, sagt die Bundeswehr am Nachmittag.