“Zu Tisch…bitte..!” von Roswitha Schäfer

mit Augenzwinkern…/übernommen von unserer www.future-daily.com /online seit dem 21. 2. 2011
Wir Frauen sind zuweilen exzentrisch und dazu ausgesprochen gezierte und extravagante Wesen.

Etwa, wenn wir uns in den Kopf gesetzt haben, ein paar reizende Menschen zu einem Essen einzuladen (von einer Geburtstagsfeier erst gar nicht..zu sprechen..!), kann es durchaus passieren, dass unser Perfektionismus mit uns durchgeht. Sicher ist auch das uns mit der Muttermilch, Unsinn, wer hat dieses Sprachbild..? nun, der Zauber beginnt ja bereits genüßlich….bei der gedanklichen Planung…..Einen besonderen Anlass brauchst du nicht. Jeder wird gerne zum Essen eingeladen. Und erst recht von mir! Denn selbstverständlich bin ich eine hervorragende Gastgeberin. Und ein paar Sachen kann ich auch …auf den Tisch bringen. Ich bin lässig, weltgewandt, fröhlich, gutgelaunt, und natürlich finde ich es toll, wenn man neben mir in der Küche auf dem Stuhl hockt und mir erzählt, wie die eigene Mutter dies und jenes Essen zubereitet, und du versuchst rasch abzulenken, weil du dich gerade konzentrieren wolltest, und auf was noch einmal…denn ein Essen für mehrere bedeutet ja vor allem…Planung…Reihenfolge und so …also – : “Ach bitte…kannst Du mal…du wolltest doch noch das Regal aufhängen…die Dübel vergessen…na, macht nichts…”

Nein, ganz anders.

Meine Gäste brauchen nicht bei mir zu arbeiten.

Das haben sie bittschön schon vorher erledigt.

Der Tag der Essenseinladung soll ganz entspannt sein.

Und bitte – nicht zu früh kommen. Lieber eine halbe Stunde zu spät, aber bitte bloß keine Minute zu früh! (Denn da hetze ich noch ins Bad..denn ungeschminkt meine Gäste zu empfangen, das wäre ja wie nur halb angezogen, also da bin ich sehr pingelig…,um nicht zu sagen “manisch” – wirklich!).

Vor den eigentlichen “Feiertagen” sind ja stets gern angenommene Termine der Gastlichkeit. Es war also kurz vor Ostern. Es sollte ein kleines Abendessen zu viert werden, nein, zu fünft. Ein Pärchen, zwei meiner Freunde, und ich.

Lammbraten, grüne Bohnen, runde Kartöffelchen…Salat..auch noch..? Oder wird das zu viel..? Und Dessert..? Mmmh..ich mag nur das Dessert..diese Kreationen.. meiner Freundin Johanna, und die wird vom Gault empfohlen, ich selbst kann keine Desserts. Und der Vanille-Pudding meiner Mutter war gerne angebrannt..Also…ich mußte mir ewas einfallen lassen. Denn ich wollte meine Gäste ganz ungemein verwöhnen, klar, was sonst. Und Johanna wohnte 600 Kilometer entfernt, inzwischen. Oh – und die Vorspeise – Les Hors d’oeuvres! Natürlich.

Das logistische Problem meines viel zu kleinen runden Eßtisches, meinen einladenden Weichholztisch, ein Tisch zum dran leben, hatte ich vor ein paar Jahren verliehen, als ich mal Lust auf “möbliert wohnen” verspürt hatte –

ja auf jeden Fall….der Tag der Einladung war da. Noch ein paar Stündlein…und es würde ein ….ja, der Lammbraten…seit Stunden…im Backofen bei 100 Grad…die Nacht im Kühlschrank mariniert..knoblauchgespickt…in Rosmarin-Marinade und so…zuletzt die kleinen runden Kartoffeln in Schale auch noch in den Rost…damit sie..klar…und die grünen Bohnen, les haricots verts…doch, sie sahen gut aus. Das Baguette die richtige Temperatur auch, zartes Fast-warm, gereicht zu den Amuses-Gueules und ja, der Tisch gedeckt..ein paar Beistelltischlein anbei…dafür hatte ich mein Malzeug abgeräumt, der eine Tisch diente als mein Malzeug-Tisch..alles perfekt, wirklich, die Gläser..für Wasser und Wein..

Das Hauptproblem weißt Du…ist ja…das alles auch noch wohltemperiert auf den Tisch zu bringen. Nicht schon vorher erkaltet…unterwegs..oder weil die Platte aus dem Kühlschrank statt dem Wärmeherd…das Lampenfieber kann Dir ja jeden Streich spielen…Wann zuletzt für 5 Personen ein Essen vorbereitet? Nur in Johannas Restaurant, als Küchenhilfe, wenn ihr mal wieder das Personal davongerannt war, und sie uns alle telefonisch um Hilfe anflehte, das Gemüse müsse geputzt werden, der Schnittlauch geschnitten und die Petersilie, das Weißbrot in mundgerechte Scheiben…und wir eilten hin…zu ihr, um sie zu retten…wir fühlten uns wie Marathonläufer und Johanna, zwischen all ihren hochmodernen riesigen chromblitzenden Profi-Öfen, und wehe, das Baguette war ein Grad zu wenig warm…die Teller nicht vorgewärmt und so…

Ich fühlte mich allmählich leicht irre. Und umgezogen und angezogen und geschminkt war ich auch noch nicht.

Wie sollte ich das Problem der Gleichzeitigkeit lösen? Ich wollte keine hin-und- herrennende und damit Hektik verbreitende Gastgeberin sein. Nein, alles sollte zugleich und gleichzeitig auf den Tischen sein, voll gemütlich alles, ein Réchaud wäre jetzt nicht unpassend…okay, das Teelicht unter die haricots verts…vielleicht..? die bildschönen runden, wie rundgeschnittenen Kartöffelchen in Schale…sie kämen gemeinsam mit dem Lammbraten auf eine runde Porzellanplatte? Genau. Das sparte Platz und sah gut aus. In der Mitte der rundliche Lammbraten und die Kartöffelchen außen-herum, irgendwie optisch bezwingend…ob das aber aussah..?

Es klingelte. Und die Gastgeberin gutgelaunt, das Gesicht vielleicht etwas erhitzt…aber das Make Up verdeckte alles..und kommt doch rein, und ja , wie das hier gut duftet..oh..mmh…ja… und oh bitte…nein…keine langen…Begrüßungs-Zeremonien…ja, gut, natürlich hatte ich mit dem Strauß Blumen gerechnet…zu dumm…dass nun jede Minute…nicht, dass die letzten Sekunden noch alles…denn der Braten noch im Ofen, aber bereits auf der für ihn vorgesehenen Platte, und sie sollte ja nicht zerspringen….und, wie gewitzt…die himmlisch runden Kartöffelchen auf der einen Seite des Bratens, die haricots verts, also die grünen Bohnen, auf der anderen Seite…wie raffiniert von mir, so viel Platz gespart, auf dem Tisch..und alles würde gleichmäßig warm gehalten. Das Baguette auch noch im Backofen, ja, alles auf niedriger Temperatur.. aber trotzdem…es sollte jetzt…bald…

Ja, auch Peter hatte einen Rotwein mitgebracht. Er erklärte, nein, bitte jetzt nicht, nachher, später, Peter…wie nett von Dir, supi, meine Lieblingsmarke…dabei trinke ich fast nie Rotwein…und Lothar…mit vielsagendem Lächeln, packte etwas aus..na ..er war gerne etwas umständlich, ehe er zur Sache kam…also Roswitha…ich dachte…du interessierst dich doch für…und habe dir dieses Büchlein mal mitgebracht…

Ja, zauberhaft, Lothar du bist so ein Schatz…aber….bitte sehr…ein Apéritif oder später….?

“Nö, ich hab so einen Hunger” – sagte Lothar,

“lass uns mal lieber gleich loslegen…So’n Sherry vorher iss auch nich’ so mein Ding!”

Genau. Kichernd eilte ich in die Küche. Ich fühlte mich wie auf Schlittschuhen.

Das Pärchen bewunderte unterdessen den so hübsch gedeckten Tisch und das improvisierte Ambiente..Die kleinen Vorspeisen standen auf einem Biedermeier-Beistell-Tischlein. Eines der letzten Relikte aus meiner bürgerlichen Vergangenheit. Ja. Es sah gut aus. Tatsächlich.

“Taraa..!” Stolz trug ich die runde Platte, eigentlich ist sie in Wirklichkeit einer dieser riesigen Pizzateller, multifunktional, wirklich, vor mir her ins Wohnzimmer, wie eine Trophäe. Doch, in der Tat…es sah gut aus, es roch auch gut und – vor allem – es war heiß! Das Essen.

Für die Platte hatte ich einen speziellen Beistelltisch gewählt, eigentlich ein Blumenstock-Tisch, aber wen stört das schon, Blumenstöcke hatte ich eh nur auf dem Balkon – aufatmend stellte ich sie ab…und ließ mich…ziemlich erschöpft, um ehrlich zu sein, auf einem Stuhl nieder. Alle hatten sich kurzfristig ihrer bürgerlichen Vergangenheit erinnert und waren stehengeblieben, bis die Gastgeberin..sich niedergelassen hatte. Peter mit der ironischen Andeutung..mir den Stuhl anzureichen… Wie gerne hätte ich jetzt erst mal eine gequalmt. Daran war nicht zu denken. Wir waren inzwischen tierisch hungrig, nicht wahr.

Einen Augenblick lang wurde der Anblick des Bratens, der Rosmarin-Pellkartöffelchen und der wunderschönen grünen schmalen Bohnen ..bewundert…ja, ich hatte mir schon das Messer parat gelegt…gleich würde ich den Braten anschneiden…freute mich schon drauf…ob er so zart und rosa war…wie er sein sollte, beim Garen bei 100 Grad bloß..über mehrere Stunden…Ich war gespannt…Ja, regelrecht mit einer gewissen Zärtlichkeit betrachtete ich den Braten. Er schien zu atmen. Frisch gebackener Kuchen flüstert ja auch, wenn er aus dem Backofen geholt wird. Doch, es sah sehr ansprechend aus. Ich hatte noch hauchdünne, halbierte Scheiben von Zitrone und Apfelsine, paarweise auf der Platte dekorativ..ja, um noch etwas Farbe…Doch, der Braten war knusprig…und innen ..oh, wie mir das Wasser im Munde zusammenlief…ganz gewiß zartrosa..butterweich…

Da fiel mir ein – oh! Das Baguette. Es fehlte! Entschuldigt, das Baguette ist noch im Ofen, konnte ich ja mit einer Hand nicht tragen…den Braten…die Bratenplatte UND das Baguette..nicht wahr…den grünen Salat hätte ich ja fast vergessen.

Hastig schnitt ich in der Küche das Baguette auf, okay…strahlend eilte ich zurück ins Wohnzimmer.

Da traf mich fast der Schlag.

Der männliche Part des Pärchens hatte in der Zwischenzeit mit der Bemerkung –

“Ich dachte, ich mach mich mal nützlich, du mußt ja tierisch gearbeitet haben!” –

das Messer in die Hand genommen und war dem Lammbraten zu Leibe gerückt!

Hatte ihn sozusagen in Stücke zerlegt.

Und schmetterte gerade – “Na, Lothar, Du willst doch bestimmt das größte Stück, oder?”

Während der feine verbliebene Saft des Bratens sich zwischen Pellkartöffelchen und Haricots verts verzog, die Bratenstücke über dem Teller querlagen, sich auf den grünen Böhnchen und den zuvor knusprig blickenden Rosmarin-Kartöffelchen breitmachten, die vor 2 Minuten noch Frühlingsfrische signalisierenden Zitrone-und Apfelsinen-Scheibchen färbten sich in aufgeweichtes Rosa des herumirrenden Bratensaftes..kurz:…Es sah grauenvoll aus.

Ich rang nach Fassung. Contenance…! Kein Mensch schnitt mehr einen Braten vorher auf, wie zu Urgroßmutters Zeiten..! Die Stücke waren doch im Nu kalt und vor allem..es sieht so brutal aus, so roh…so ungehobelt, irgendwie . Ich rettete mich in einen Husten, rief erstickt, ach bitte, Kinder, fangt doch schon mal an, ich komme gleich…eilte in die Küche…kramte in meiner Handtasche…und zündete mir eine Zigarette an. Dann spürte ich diesen Lachreiz in mir aufsteigen.

Ich ging zurück ins Wohnzimmer, mit der Kippe in der Hand…die Tränen liefen mir übers Gesicht, vor Lachen..und Peter schrie begeistert: – au ja, das finde ich gemütlich, dass du dir erstmal eine Kippe genehmigst…Mensch, das Fleisch ist dufte und alles und – , und – Lothar fiel ein – “Ehrlich, meine Mutter hätte das auch nicht besser gekonnt…!”

Und während ich dachte, ich ersticke vor Lachen, fielen mir Szenen mit meiner Mutter ein, zu Weihnachten…oder zu anderen “bedeutenden” Anlässen, dass sie zuletzt zusammengebrochen war, an ihrem eigenen Ehrgeiz und Perfektionismus gescheitert, und wir sie dann alle dafür trösteten, die geronnene Butter-Crème einer unsäglich kalorienreichen Weihnachtstorte, der umgekippte Baum kurz vor der Bescherung am Heiligen Abend…und immer mehr Tränen liefen mir das Gesicht runter, während das Pärchen verlegen und unsicher schaute, und der junge Mann fragte – “Habe ich etwas falsch gemacht..?Hätte ich den Braten nicht…? Ich hätte auf Sie warten sollen…nicht..? Ich hätte nicht einfach…mich so selbstherrlich..Sie so überrollend, aber ich hatte es ja nur gut gemeint…”

Na klar, Dominique…na klar….!

Ich wischte meine Lachtränen ab.

“Ist denn noch etwas übrig..?”

Stil-TIPs für Restaurants..

live-Atmo-Text von gestern..
live-Atmo-Text von gestern..

2.551.455.
willkommen!2.551.455.
willkommen!

Demnächst sollen ja das BRANDENBURGER TOR
und der BEBEL-PLATZ
befreit sein,
von all den Feiern..Feten..
Wir freuen uns drauf!
Es sind schließlich
keine Rummelplätze!

17 Uhr vorüber..schon dunkel…

Es riecht nach Erde
und dem leichten Moder
gefallener, glitschiger Blätter.
Die Gemüsehändler bieten
die ersten Ess-Kastanien
an…

Die schummrig-schöne Zeit beginnt.

Und auch die Zeit der “Monate mit “R” –
also MUSCHEL-Saison.

Das Restaurant wirkt einladend.
Der Duft nach Kräutern und Knoblauch…
verführerisch.
Da man ja nicht mehr rauchen darf,
riechst du jetzt auf Anhieb,
ob es gut riecht,
oder weniger gut

Also : alles stimmte. Zunächst.

Das Resto gut gelegen
und obwohl erst relativ neu,
so gestaltet,
farblich und räumlich,
dass du denken könntest,
es sei bereits 20 Jahre am Platze.

Alles stimmig:
Kerzenständer, weiße hohe Kerzen,
angenehme Tischtuchfarbe..
die Raumaufteilung genial,
frohgemut also…
lässt du dich an einem Tischlein Deiner Wahl nieder.

Du fragst
wohin mit der JAcke /dem Mantel..
gibt es eine Garderobe?

ES FOLGEN AUF DER STELLE
ZWEI STIL-FEHLER
des Wirtes oder des Kellners:
Eigentlich sind es drei…

VOLLENDET wäre gewesen:

“Wir haben da vorne die Garderobe,
darf ich Ihnen den Mantel/die Jacke…abnehmen..?
” Darf ich Ihnen aus der Jacke/dem Mantel helfen..?”

Das wäre der Supertraum gewesen!

Die Berliner Realität:

“Ach, Sie können die Sachen
über den Stuhl hängen!”

Das PÄRCHEN
am gegenüberliegenden Tisch ..
lässt sich eine Flasche Rotwein kommen.

Der Wirt öffnet am Tisch die Flasche,
schnuppert am Korken –

und WAS MACHT ER DANN????????!

Er kredenzt dem MÄNNLICHEN Partner
den Probe-Schluck!

Der nickt.

Und nun schenkt der Wirt der Partnerin das Glas ein..

Die Dame blickt zu Recht
diffus indigniert:

SCHON LANGE IST ES OUT –
und erst recht in Berlin!

dass der “Mann probiert”…
und die Frau sich
seinem Urteil anzuschließen hat:

Eine Gastronomie MIT STIL
serviert
selbstverständlich BEIDEN den
“Probierschluck..!”

Deine Muscheln kommen.

Sie werden con grandezza
auf den Tisch gestellt.

Doch ..
LEIDER OHNE EINE SCHALE
mit Wasser und einer Scheibe Zitrone.
Für Deine Fingerspitzen.

Das zeigt Dir,
du bist
doch letztlich
in einem Billig-Lokal
gelandet.

Wahrscheinlich haben die Betreiber
von echter Gastronomie
gar keine Ahnung!

Auf jeden Fall haben sie keine Ahnung davon,
was Usus,
und ..Komfort..
für den Gast darstellt..!

Das Weißbrot zu den Muscheln…
ist hart in der Mitte.
Das gibt ganz-ganz-ganz-viele Minuspunkte!
Altbackenes Weißbrot in
einem italienischen Restaurant???
Das geht ja gar nicht!
Das sieht nach Resteverwertung aus.
Das ist das Allerletzte!

Aber die Muscheln sind super.

Punkte wieder in die Höhe.

Nun die Zeremonie des Zahlens…:

Seit Jahr und Tag ist es beim Italiener üblich,
dass du gefragt wirst,
ob du einen Grappa oder …
möchtest.

Hier keine Frage dieser Art.

Und während du noch zahlst,
ziehst du umständlich die Jacke/den Mantel
vom Stuhl,
der Frage harrend:

“Gnädige Frau,
darf ich Ihnen in die Jacke helfen?”

Mitnichten.
Du mühst dich mitten im Raum
in deine Jacke/deinen Mantel.

“Beehren Sie uns doch bitte bald wieder!”

sagt man dir freundlich an der Tür nach draußen.

Nein, sie sind sich keiner Schuld bewußt.
Sie wissen es nicht besser……

Aber ein Tip für uns :

Vielleicht sollte man grundsätzlich italienische oder andere Restaurants meiden,
die an

“einem Tag in der Woche”

“alle Pizzen zu einem Einheitspreis”

anbieten…
Womit nicht die deutsche Einheit gemeint ist…

Selbst aber gibst du fast automatisch
ein Trinkgeld…

Na gut,
bei schlechter Laune hättest du
gleich von Anfang an
darum gebeten,
dass man dir aus dem Mantel hilft,
dass man dir eine Schale mit Wasser bringt,
Miesmuscheln isst man
schießlich mit den Händen,
dass man dir bitte frisches Weißbrot bringt.

Aber dann wäre vielleicht die Laune
überhaupt und erst recht…
hinüber…
gewesen.

So hast du dich eher still amüsiert..

und festgestellt,
dass GUTE GASTRONOMIE ..
und dazu gehört eben mehr,
als eine Pizza auf den Tisch zu stellen…

nach wie vor MANGELWARE …
ist.

Und du freust dich auf Gwendolyns Liebe zum Detail…

wenn sie den Tisch deckt..
und nachts in die Küche geht,
um etwas zu zaubern…
Aber das ist auch
schon lange her.

Aber jetzt bricht ja die Zeit an
der gegenseitigen Einladungen..
oder man trinkt Tee zusammen…

in Norddeutschland …
eine der schönsten Sitten……

Aber Restaurant-Besuche sind auch
hinreißend.

Wenn du in gute Hände gelangst……

Über Blumen & Sträuße..

ex-live-Text vom 19. Juli
19. Juli – – Blumenhaftes Blumiges…nostalgisch..??update: 18 Uhr 50

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gestern: 2.877
heute: 4.420
Der Sonntag wirkt bedeckt.

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gestern: 2.877
heute: 3.350. – willkommen!

Der eher anonyme
Ausdruck, Sammelbegriff:

“Blumenschmuck”…!

Was sich da
nicht alles hinter verbergt!
(Ein Besinnungaufsatz?!)

Blumengrüsse…
Aussehen und
Zusammenstellen von Sträußen…:

Ihre Farben…
welche Blumen…

Die alten Sorten sind wieder gefragt…

Und warum verschenken wir nicht wieder
viel öfter
Blumensträuße….?

“Lasst Blumen sprechen,
und nicht erst am Grab…”

Da merkst du nichts mehr von der Freude
des oder der so Beschenkten.
Du schenkst nur noch
für die Blicke der Nachbarn.
Und um dein eigenes schlechtes Gewissen
zu beruhigen…

FEMINISSIMA ist sehr speziell,
was Blumensträuße betrifft.

Sie sollen passen,
für die anderen.

Und für dich selbst…
natürlich auch…

Also…
eher uni-farbene Sträuße?
Mit nur einer Blumensorte?

Oder ein duftiger leichter Strauß
Sommerblumen..?
Natürlich spielt der Anlass immer eine Rolle…

Und wie “wirkungs-voll” ein Strauß Blumen erst
außerhalb eines
“vorgeschriebenen” Anlasses:

Einfach so, just for fun..!
Eine Einladung zum Kaffee?
Privat.
Und du bringst…im Maien etwa..
ein Sträußlein Vergißmeinnicht mit,
in ihrem friedfertigen Hellblau,
die winzigen Blüten..
eine Zierde jeden Tisches,
drapiert in einer kleinen
runden bauchigen Vase..
Freude blitzt auf
in den Augen deiner Gastgeberin.

“Das wär doch nicht nötig gewesen!
Aber ich freu mich total!
Vielen..Dank!

Früher war es
ein liebevolles Ritual,
dass anlässlich eines Kindergeburtstages,
die Gäste-Kinder
auch der Mutter ein Sträußlein mitbrachten,
“als Gruß von Zuhaus,
für die Mutter des Geburtstagskindes…!”

Und man abends,
wenn die Kinder abgeholt wurden,
noch gemeinsam ein Gläschen trank..
auf das Wohl des Geburtstagskindes anstieß,
mit den Eltern der anderen Kinder..
ja, gewisse Traditionen tun der Seele gut.
Und der Kommunikation!
Der Lebens-Atmosphäre!
Grand’-Mère,
die heute 87 Jahre alt geworden wäre,
liebte einen Strauß orange-farbener Gladiolen
zu ihrem Geburtstag
im Sommer.

Langstielige Gladiolen,
weich gezeichnetes Orange, die zauberzarten Blüten.
Ohne Gladiolen
war es kein richtiger Geburtstag.

Gwendolyn empfand kürzlich
äußerste Verzückung beim Anblick
eines Natur-Straußes auf dem Lande:

Da stand ein Strauß auf dem Tisch, wie gemalt..
wie ein Stillleben:
Selbstgepflückte
Kornblumen,
Klatschmohn..Ähren…
nicht nur sehr natur-verbunden..
Für uns Großstädter
eine Rarität.
Und meist sind die Felder
heute so ver-pestizidiert,
dass Kornblumen, Klatschmohn und Kamille verschwunden,
ausgerottet..

Und in den alten Bauerngärten…
welche Pracht..!
Wälder beinah von Stockrosen…
Löwenmäulchen, Rittersporn,
beinah mannshoch…dunkelblau..
Levkojen..
und Rosenstöcke…Lilien…

..Besonders teure Blumenläden,
leider offenbar nur die…,
bieten alte und auch ausgefallene
Blumensorten als Sträuße an…
auch Stein-Nelken-Sträuße,
in Gwendolyns Lieblingsfarben-
von blass-rosa-Rot-bis-
zum dunklen-Rot,
immer ein Ton “bleu” durch-schimmernd..
kühl…
und zugleich sanft..geheimnisvoll..

Und Rosen…!
In Abstufungen von Weiß!
Ausdrucksstark..erinnerungsträchtig..
Wie von einem Windhauch aufgebauschter
mattweißer Organdy….
Helle Sommerhüte,
Stroh-Hüte,
mit einem dunkelgrünen Samtband ums Kinn geschlungen..

Rosen,
bei deren Anblick
dir das alte Poesie-Album einfällt,
und das erste Rendez-Vous…
dein Leben im Zeitraffer…
..
…he can’t bring me Roses
anymore…

Und Rosen, rote,
tiefrote…kunstvolle, künstliche,
höher im Wuchs als ein achtjähriges Mädchen..

for the preciate Moments…?
Events…??
Privat oder schrill…?

Blumen…

Auf dem Balkon blüht der Männertreu….
tief-dunkelblau,
wie verrückt..!

Berlin für Anfänger: Kodderschnauze inklusive?/4/09

–es geht eher ums Gegenteil von “stilvoll” –

Der berühmte Ton, der die Musik macht und zuweilen schrill klingen lässt…”ungehobelt”. Muß das wirklich sein?

Text von gestern.
Mittwoch, 22. April – Berlin für Anfänger – “Lass dich nicht abschrecken..!”11 Uhr 45 –
2.040.150.
gestern: 1.051
heute: 549 – bitte sehr!

Willkommen…!

Der oft spontan aggressive Unterton
als wollteste was,
ja gut, ne Auskunft…

leg auf,
atme tief durch…

und rufe später vielleicht jemand anderen an.

Die Berliner Schnauze
ist äußerst gewöhnungsbedürftig.

Wir Zugezogenen
kämpfen immer wieder
teils gar mit Tränen,
zunehmend reagieren wir gelassen,
sogar lächelnd,

wenn du merkst,
dass da offenbar keine Kinderstube vorhanden
Service ein Fremdwort,
und nur Stupidität die Erklärung
für frech-dummes-ungehobeltes Verhalten sein kann,
wir sprechen gerade vom Telefon,

und nur ein Ziel vorhanden scheint:
Anrufer ABWIMMELN.

Dieses Personal würde ich feuern!
sagt Marenga
ungerührt.

So eine schlechte Visitenkarte
für eine Institution!

Wenn dich bei Anruf
ne Kodderschnauze anbellt,
(du prallst innerlich erschrocken zurück..!
Dein Puls springt hoch,
iss nich-jesund…!),

statt dir ein herzliches, friendly

“Guten Morgen…!”
zu entrichten und ein:

“Can I help you…?”

Ach ja,
wie ungemein lovely & polite Menschen doch in GB
und in den USA sind…

Wir sprechen nicht von der Politik,
gerade.

(Feminissima ist gerade so fair,
nicht den Namen zu nennen,
regelt das intern…
Es ist so,
wie wenn ein schlechter Kellner
die Gäste vergrault,
ehe sie bestellt haben…
und auch nicht wiederkommen,
und der Wirt wundert sich).

RETTET DIE GLÜHBIRNE!

bis eben noch live-Site..
Nachmittag.

last page view: 1.979.540.
gestern: 4.848
heute: 2.050 – willkommen!

Mit dem spitzen Aufschrei
schmerzhaft getroffener Entzück-Verzückung…

stieß FEMINISSIMA auf eine VOLLE SEITE..!
im Magazin der BERLINER ZEITUNG,
die sich selbigem Thema widmet!

Und –
die ja jetzt
dem bald 82jährigen Verleger DuMont gehört,
der noch mal flugs
in die Einkaufs-Bütt stieg,
und schon scheint der Ton
in der Berliner Zeitung wieder…
vertrauter…

Noch ein paar Textstufen tiefer
hatte sich FEMINISSIMA …
grämlich-sorgenvoll
über die Vorschrifteritis beklagt…:

Das trübe
und kühl-magere Spar-Licht, statt …
gelbgetönter Klein-Lampen-Idylle..?
Und damit erneut
ihre Gegenwehr zur EU-Bürokritis…
dokumentiert…

und nun juchz…:

Jetzt eine VOLLE SEITE…
in dieser Wochenendausgabe
der BERLINER ZEITUNG…!
“Rettet die Glühbirne!”
Daraus,
aus dem Text,
ein höchst treffendes
Zitat..schluchz:

*+*+*+

“Die Beleuchtung soll so vernünftig werden
wie Trekking-Sandalen und
Fleece-Jacken
im Bekleidungsfach –

und ist dann vermutlich
auch ähnlich unattraktiv!”

So ist es!
Und wer beleuchtet seine vier Wände
schon aufgrund
“vernünftiger” Aspekte?

LICHT ist das Individuellste überhaupt.
Hat vor allem doch
mit Flair & und Ästhetik zu tun.

Ja, da hat man vor über 100 Jahren
die GLÜHBIRNE als die Entdeckung der Jahrtausende gefeiert

und das tumbe 21. Europa-EU geht hin,
und will alles sparlampenmäßig gleich-schalten.

Da bleibt dir die Spucke weg.

Aber noch brauchbare Autos abwracken…
Das finden sie toll.

Weitere Fundsache in besagter Zeitung:

“Totgeglaubte gruseln länger:
Hilfe! Die Moonwashed-Jeans
ist zurück auf der Modebühne!”

Der entscheidende Kommentar dazu :

“…Mit solchen Hosen…
fängt man auch wieder an…
MODERN TALKING zu hören…”

lach-kreisch, herrlich:
Seite 7 des MAGAZINS/
Berliner Zeitung
vom 28. 29. März 2009 ..

VERSTELLTER BLICK/2/09

.”stilvoll” hat ja nicht immer nur mit adrett gedecktem Tisch zu tun, sondern auch mit manners, Manieren…und so…”comme il faut” und “Faux pas”…bitte sehr, von der live-Site..:
2.2. ……………….VERSTELLTER BLICK. ……………..19 Uhr 30 (update)
last page view: 1.855.111.
heute: 2.000 – willkommen!

UNTER DEN LINDEN
ist ein feiner Boulevard.
Und eine der feinsten Adressen der Stadt.

Wer sich für Kultur
und Geschichte interessiert,
und sich auch an Hausfassaden begeistern kann,
die heute keiner mehr bauen kann oder will,

ja,
da erhöht es dein Lebensgefühl,
wenn du aus der Staatsoper trittst,
wie unlängst nach PHAEDRA
(Text weiter unten,
falls noch vorhanden..)
dazu gehört der weite Blick über den Bebel-Platz,
im Hintergrund die St. Hedwig-Kathedrale,
im Zentrum des Platzes
das Mahnmal…
das unterirdische Denkmal
zur Erinnerung an die Bücherverbrennung
durch die Nazis
und ihre verblendete Bürgerschaft.

An jenem Abend,
es war neblig, feucht, januarkühl,
die Aufführung von PHAEDRA,
die letzte,
war aufrührerisch und beschäftigte dich,
zugleich die Musik und das fantastische Bühnenbild
des weltberühmten Künstlers Olafur Eliasson,

da zuckte etwas in dir zusammen,
spontan, fast unbewußt,
verärgert auch…
als die Metallgestänge-Hütten den Platz verdeckten.
Was wird denn da gebaut..?
In Berlin kann ja alles passieren!
Der Regierende Bürgermeister scheint nicht anwesend
und wenn, dann oft ebenfalls als Fettnäpfchentreter, Ethik-Etikette-Verletzer…

Beim näheren Hinschauen das Schild:
“Wir bauen für die FASHION-WEEK auf.”
Und das Schld bat um Nachsicht für eventuelle Störungen,
damit war der Lärm beim Aufbauen gemeint..

Das Hämmern der Hammer usw.uws.

Der zweite Gedanke war,
ja, schon, sehr zentral,
aber eigentlich eine Schande.
Wie kann man den schönen Platz
durch diese Metallhütten verschandeln lassen!
Es gibt doch in BERLIN wahrhaft genügend
Hallen, Plätze, Häuser
der ausgefallensten Art:
WARUM muß dieser öffentliche Platz…
durch das Denkmal
ein auch heiliger,
ein geweihter Platz,
derart verhunzt werden..?
Es geht auch gar nicht um Mode.
Es geht um Show, Rummel.

Warum diesen Platz?!
Und wer lässt so etwas zu?

Leicht kopfschüttelnd, innerlich,

schlängeltest du dich durch das Gestänge
und wolltest nach dem Mahnmal ..schauen,
es ist, wie gesagt,
unterirdisch,
der Blick durch Glas,
im Boden eingelassen.

Das Mahnmal war nicht zu finden.

Typisch weiblich,
hast du die Schuld sofort
bei dir selbst gesucht.

Wahrscheinlich innerlich noch zu abgelenkt,
die Brille irgendwo tief in den Tiefen der Handtasche.
Ja auch ziemlich dunkel der Platz,
klar,
dachtest du,
du bist zu dumm,
den Glas-Ausschnitt im Boden zu finden….

Der Gedanke,
das Mahnmal könnte von den Metall-Hütten der “Mercedes-Fashion-Week”
überdeckt sein,
ist dir keine Sekunde gekommen!

Das schien so undenkbar, unfassbar!
ja, wirklich,
niemals wäre dir dieser Gedanke eingefallen.

Und doch war es so.
Wer am 30. Januar, jetzt,
am Tag der
der “Machtübernahme”

(die Gänsefüßlein,
weil Hitler ernannt, und später auch gewählt wurde..)
der Nazis,
seinerzeit,
30. Januar 1933,
das Denkmal aufsuchen wollte,
stutzte,
hatte das Nachsehen.
Das Denkmal befand sich inmitten…
der Vorbereitungen..
für die Fashion-Week,
war tatsächlich vom Geschehen überdeckt…

Dem TAGESSPIEGEL vom gestrigen Sonntag sei Dank,
dass dies nicht unkommentiert geblieben ist:

Der TAGESSPIEGEL fragt:

DARF DAS MAHNMAL AM BEBELSPLATZ ÜBERDECKT WERDEN?

Der TAGESSPIEGEL hat dazu eine PRO und CONTRA verfasst,
und die Leser gestern um Abstimmung gebeten.

Ein Zitat aus dem CONTRA,
von Werner van Bebber:

“Es hat einen fiesen Zug,
den Blick auf die leeren Regale zu verstellen,
weil sich verbrannte Bücher
und tote Autoren weder aufregen
noch wehren
über diese zeitgemäße Vergesslichkeit.
Die leeren Regale wollen im Kopf gefüllt werden…(..).”

Ein Zitat aus der PRO-Argumentation,
von CAY Dobberke:

…Er erinnert zunächst an andere Veranstaltungen auf dem Platz,
aber diese Vergleiche hinken (total..)..
und meint dann,
da er in der FASHION WEEK offenbar
eine würdige Veranstaltung sieht,
in bezug auf die Würde des Mahnmals…:

“..(..)Das Mahnmal zieht auf diese Weise
doch noch mehr Aufmerksamkeit auf sich.
Es ist während der Fashion-Week ja auch ncht unzugänglich,
– die Veranstalter haben eine Info-Tafel aufgestellt,
und ihr Zelt mit einem Extra-Eingang zum Mahnmal versehen.”
(..)
..”Ein Gedenkort muss auch nicht
notwendig von Stille umgeben sein,
wie das Mahnmal für die
ermordeten Juden Europas
nahe dem Brandenburger Tor beweist.”

Doch, wir meinen,
ein MAHNMAL müsse von Stille umgeben sein.

PRESSE: ‘Glanz und Ende von Wedgwood’/1/09

reizend geschriebener Hintergrundsbericht..Sic gloria mundi….
Quelle: welt-online vom8.1.2009
Glanz und Ende von Wedgwood

Von Peter Dittmar 8. Januar 2009, 01:42 Uhr Das Empire ist zerfallen. “East of Suez” musste man sich zurückziehen. Woolworth hat gerade seine Läden in England zugemacht. Und nun ist auch Wedgwood am Ende. Anfang der Woche wurde für das Geschäft in Irland und Großbritannien ein Insolvenzverwalter benannt. Britannia hat es wahrlich nicht leicht in der Welt. Denn Wedgwood symbolisierte lange, wenngleich in unserem Jahrhundert schon leicht angestaubt, die “feine englische Art”. Das edle Steingut, das Josiah Wedgwood in seiner 1769 in Staffordshire gegründeten Fabrik herstellen ließ – die cream-coloured earthenware, die er mit gnädiger Einwilligung des Hofes “Queen’s ware” nennen durfte -, und das Knochenporzellan, das sein Sohn 1795 entwickelte, galten lange als Inbegriff des edlen Geschirrs. Nicht nur in England. Selbst für Lara Croft, gewiss keine Dame die mit abgespreiztem kleinen Finger ihren Five o’clock-tea schlürft, ist das noch ein Wertmaßstab, wenn sie von “einem Automobil” schwärmt, “das man in tadellosem Zustand hält und zur Schau stellt wie Wedgwood-Porzellan”.

Der “Brockhaus” wusste das bereits 1809 zu rühmen: “Wedgwood (spr. Wedschwud), ein Engländer, dessen Name durch die in der feinen Welt so allgemein beliebt gewordenen Gefäße … einen großen Ruf erlangt hat. In Staffordshire … ist eine wirklich ungeheuer zu nennende Manufactur von irdenen Geschirren.” Allerdings missfiel dem “Brockhaus”, was an “Künstlerischem” produziert wurde: “Die kleinen Gruppen sind überaus mittelmäßig, und ihre Vasen-Gemählde stehen tief unter den besseren Arbeiten der Art in den Meißner und Berliner Porzellan-Fabriken.”

Auch Goethe klagte, dass der “hochgetriebene Mechanismus” und das “Fabrikwesen”, die ein wesentlicher Teil des Erfolgs von Wedgwood waren, “der Kunst ihren völligen Untergang bereite”. Außerdem trügen “die Engländer mit ihrer modern-antiken Topf- und Pastenware, mit ihrer schwarz-, rot- und bunten Kunst ein ungeheures Geld aus allen Ländern, und wenn man es recht genau besiehet, hat man meist nicht mehr Befriedigung davon als von einem anderen unschuldigen Porzellangefäße, einer artigen Papiertapete oder ein paar besonderen Schnallen.”

Aber dem Siegeszug der Luxusware aus England tat das keinen Abbruch. Schließlich war Josiah Wegdwood (1730-1785) nicht nur ein einfallsreicher Töpfer, der mit seinem feinkörnigen Steinzeug durchaus mit den kontinentalen Porzellanen zu konkurrieren vermochte. Er verstand es auch, es dort wirkungsvoll zu verkaufen. Nicht zuletzt, weil es ihm gelang, bedeutende Künstler wie John Flaxman für sich zu gewinnen und so auf dem Umweg über das Kunsthandwerk dem Klassizismus in England den Boden zu bereiten. Denn mit Wedgwood verbindet man in aller Regel die seit 1775 produzierte “Jasper ware” im “etrurischen (etruskischen) Stil”, die auf meist blassblauem mattem Fond mit antiken Motiven als aufgelegtem weißem Relief verziert war.

Bis tief in das 20. Jahrhundert hinein hatte man da keine Konkurrenz zu fürchten. Doch nun erging es Wedgwood nicht besser als den meisten Porzellan-Manufakturen: Sie haben zwar ein hohes Ansehen, aber zu wenig Käufer. Fast Food und Wedgwood – oder Meißen, oder Nymphenburg, oder KPM – passen eben nicht zusammen. “Wedgwood” ist nun wirklich eine Antiquität.

Schau genau an, wen du besuchen willst../7/08

vom 22. 7. /live-Site..
22. Juli – Sommerzeit – Reisezeit : Schau genau hin, wen Du besuchen willst…

Mittag knapp vorüber, kurz nach 12..!

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gestern: 2.316
heute: 6.825 – wilkommen…!
AugenZwinker & Co!

und auch..klar!
Teil II:
Was wird von DIR
als Gast…erwartet???

…kann ja höchst gefährlich
und ehrlich
ärgerlich für Dich werden…!

Also frage dich vorher
selbst genau:

1. Warum willst du jemanden besuchen?

a) Weil ich umsonst wohnen kann.

b) weil ich mich freue,
sie nach so langer Zeit
wiederzusehen..
– Eltern,
Verwandte
Mutter
Vater
FREUNDE.

ZWEITENS – was versprichst du dir von dem Besuch?

– Abwechslung, gute Gespräche, schönes Rumsitzen und auch nett gemeinsam essen,
Zeit füreinander haben,
Vergangenheit auffrischen.
Einfach Freude, für den Rest offen…

DRITTENS:

Wie auch immer:

Bitte beherzigen:
IMMER GENUG GELD DABEI HABEN,
um die sofortige Flucht anzutreten;
oder die Übernachtung in einem Hotel/ einer Pension,
wenn dir die Riten
der von dir ausgewählten “Besucher”
auf den Geist gehen.

Am besten von vornherein deine Unabhängigkeit bewahren:
indem du woanders
als unter dem Dach von Freunden,
Verwandten
and all that Jazz…

dich abhängig machst…!

Caravaning im Vorgarten.
Wär ne nette Idee.
Nein, vergiß es sofort:
Zu dicht bei!

Aber nun frag’ dich mal:
WAS wird von Dir erwartet?

Mama? Ist klar:
Du sollst nur bei ihr sein,
und keine Sekunde woanders.

Jene Freundin mit dem Haus auf dem Lande?

Oh ja, die Liste,
die sie Dir zuvor zukommen lässt:

“Wenn du kommst,
kannst du vielleicht noch…das und das und auch das..
mitbringen?
Du kommst doch mit dem Auto, oder?
Dein Kofferraum ist doch ziemlich groß, oder?

Andere wollen mit Dir über ihre bevorstehende – oder doch nicht?
Trennung reden.
“Sollen wir oder sollen wir ncht?”
Halt dich da bloß raus!
Fahre erst gar nicht hin!
Du wirst auf jeden Fall instrumentalisiert.
Und am Ende hast du alles falsch gemacht.
Und dieses Paar als Freunde verloren.
Für immer.

Hey, und da gibt es ja doch noch jene Freunde,
die sagen:

“Komm einfach rum!
Wenn de da bist, biste da!
Wenn wir gerade nicht da sind,
der Schlüssel liegt…
dort und dort.
Gehst einfach rin!”

HERRLICH!!!
(Vorsicht, du kannst dich dort
aber trotzdem nicht..
komplett einnisten….!).

Irgendwann mußt Du wieder
in…Dein eigenes…
Leben zurück…

-Gwendy & die Thermoskanne../noch vom Mai 08

der Mai-Text…bis eben noch immer auf der live-Site…atmo..!
14. Mai – schon wieder?! Guten Morgen, Crissy schiebt die Layout-Leier hoch…uff…schwer…!..text..slightly erweitert…

1.191.566.
heute: 960 – hallo!
12 Uhr 52:
“Verbraucher” und auch “übrigens..”..
frisch-text-bestückt..

____

12 Uhr…

*****fem mit 5 neuen Rubriken*****
– Verbraucher, family, zitronig, übrigens, stilvoll –

die Einrichtung wird noch hin und her..geschoben…
aber gleich 2x kurz: 1x Verbraucher, 1x “übrigens”…

11 Uhr 20 –

eben den falschen Hebel…

1.191.476.
gestern: 1.673
heute: 870

Nachher, ein ganz klein wenig später..
wird auch die PINNWAND mit prickelnd-neuen-Terminen verschönt,
und hier gleich schon einmal:
Morgen Abend KULTURELLE DIALOGE
in der Akademie der Künste am Pariser Platz..
Aber bis gleich..!
Dann ganz in Ruhe..!

…die anderen
sind schon längst wieder unterwegs.
Die eine,
mit ihrer klassischen Gitarre
auf dem Rücken,
wie andere ihren Rucksack,
ihr kleines Töchterchen
noch zwei Runden auf der Schaukel.
Ja, und – dieser Morgen wirkt so unschuldig.
So außerhalb der Stadt.
Hoffentlich ist es nicht wieder
die nächste Ruhe vor dem Sturm.

Aber noch besteht bei uns,
anders als in den Sommern vor ein paar Jahren,
kein Grund zur Besorgnis.
Die Schwalben fliegen.
Die Krähen krächzen,
die Schwäne brüten ihre Jungen aus,
es werden sieben,
und der Morgen blickt ein wenig schüchtern.
Willkommen!
Jemand ruft aus der kleinen Chaos-Küche:
“Der Kaffee wird (schon) wieder kalt!”
Komisch aber auch!
(Warmhaltekanne?
Zu spießig, sorry..!)
Kaffee-Automaten
und Warmhalte-Kannen?
Nur was für Dauer-Camper, you know.

In Zeiten von latte macchiato und so weiter…
na, wir brühen seit eh und je..
“einfach Wasser drauf,
kochend,
Vorsicht..!”
Und dann die Cafétière runtergedrückt,
den Stab da in der Mitte,
dessen Unterteil so gerne abfällt,
und dann kannste die Kann’ auch gleich vergesse’….

Nein, wir wollen der Rubrik “STILVOLL” ja auch noch ein paar Stühle lassen…
“Die Rückkehr der bonnes choses de la vie”…
Kultur im Alltag..
nach all der Wegwerf-Anti-Kultur…

see you..!

(Jede Ablehnung
hat ja etwas
mit einem selbst zu tun…nicht wahr..)
Und die armen Warmhaltekannen
können ja echt
nichts dafür.

Liegt gar die SEHNSUCHT..
in der

Verdrängung…?”

Ja, gut, Thermosflasche…
Assoziationen.
Angenehme, sehr sogar,
aber auch Gegenteiliges..

doch was wären wir ohne
(unsere) Widersprüche,
nicht wahr?

(…bis zu einem gewissen Grad…
aushaltbar,
können wir uns selbst
aushalten?
Durchhalten?
..na, kleiner Wort-Joke am FrühMittag – willkommen!

Nein, auch Mittagessen – möglichst never.
(Die Freiheit…)

Gut-gut!
Ganz hoch-neurotisch erklärbar:
“Der frühere Zwang!”
“Aufessen!!”
Und der Ebenfalls-Zwang zur
Pünktlichkeit des Rituals.
Mit allem, was dazu-gehört.
“Gerade-Sitzen!”

Das befreiende Leben dann…
im Süden Europas.
Kein Mensch würde mittags in der Gluthitze…
nein, aber dann abends…
und dann – den ganzen Abend lang……..

Gwendolyn kann über so etwas nur den Kopf schütteln.
In ihrem Atelier steht ne
witzige Modern-Fassung aus “Thermosflasche und – Kanne”.
“Ich hab doch nich’ die Zeit,
so viel…wie Ihr..
um den Kaffee zu machen…
und die Zeit, die ich verlieren würde…,
wenn ich jedemal neu aufbrühen würde, oder?”
Und die Verschwendung, fügt sie hinzu.
“Kein Mensch trinkt doch ernsthaft kalten Kaffee, oder?”
“Den kippt Ihr dann doch weg, oder?”

Doch-doch…! Kalter Kaffee ist sehr begehrt!

Traum vom Messerbänkchen..

Eine Geschichte in Erwartung. Träume von Frankreich..Spanien..Italien..und auch Bremen..Aber auch Hamburg. Ja, auch Frankfurt/Main…und auch München…Das Vorwort steht:mehr noch nicht, leider fehlte die Muse..als auch die Muße..heute..(jetzt 19 Uhr 58.)
Mit der Einführung von HARTZ IV ist Allemagne auf dem besten Weg zur Kultur-Barbarei.
Gewalt als “Volksplage”, wie kürzlich irgendwo geschrieben.
Der Verlust von Sitte,
Umgangsformen,
angenehmer Contenance…
im Austausch gegen den Kampf ums Überleben.
Die ausgestreckten Bettler-Hände,
zuweilen erst 17 oder 18 Jahre jung..
Dreck, Schmutz, Sittenverfall,
was eine einzige FALSCHE Politiker-Clique alles anrichten kann!
MACHT ES EUCH EINMAL KLAR!
Deutschland einmal das Land der Dichter und Denker?
Kaum vorstellbar.
Ja auch SEHR SEHR LANGE HER..

Flory reve de France..
les tartes..les picknicks..les poulardes…les salades…les copains…des entremets..le pain…

halb 12, gleich Mittag, willkommen!
Hoffentlich opfern sie nie
“pour l’Europe”
jamais leur culture..
Ihre Essenskultur, hoffentlich opfern sie die nie,
im Rahmen einer…”EU-Vereinheitlichung-Nivellierung..”
Die Achtsamkeit gegenüber einem LEBENS-Mittel
verrät ja auch viel über
eine Kultur, einen Lebensstil insgesamt.
In Deutschland z.B. steckt die PORZELLAN-Manufaktur in einer Krise.
Warum wohl..?
Feines Porzellan…das Schönste..vor dem Speisen selbst…
wird in Allemagne kaum noch…
Und auch längst nicht mehr sonntags..
im Durchschnitt.. Und weißt Du denn, was ein Messerbänkchen ist…?

Nachher mehr. Das war nur ein ..verspieltes Vorwort..