PRESSE-:KOMMUNIKATION “Was reden die da bloß?”

Kommunikationsforschung. DIE ZEIT vom 16. 10. 2008
Kommunikationsforschung

Was reden die da bloß?

Von Stefan Brunner | © DIE ZEIT, 16.10.2008 Nr. 43

Schlagworte: Forschung Kommunikation Beruf Bildung

Gesprächsforscher untersuchen, warum es in Firmen, Flugzeugcockpits und Operationssälen an der Kommunikation hapert

© Norbert Bayer für DIE ZEIT

Martin Hartung entgeht nichts. Kein Hüsteln. Kein Versprecher des Chefs in der Vorstandssitzung. Kein Lautstärkewechsel im Callcenter, in der Arztpraxis oder im Verkaufsraum. Hartung stellt seine Mikrofone an Arbeitsplätzen im ganzen Land auf. Gut sichtbar und auch auf Wunsch der Mitarbeiter, denen er anschließend ihre kommunikativen Fehler erläutert. Der Leiter des Instituts für Gesprächsforschung in Radolfzell ist Experte für das passende Wort, für die richtige Rede – und kann damit Firmen und Fachleute vor großen Schäden bewahren.

Bislang dienten solche Kommunikationsanalysen fast ausschließlich dazu, in sogenannten Risikoberufen immer wiederkehrende, oft überlebenswichtige Gesprächssituationen zu trainieren, in Atomkraftwerken etwa oder Flugzeugcockpits und Operationssälen. Martin Hartung hat es mit seinem Institut auf die Masse abgesehen, auf die Millionen Deutschen in Büros, im Einzelhandel und in der Verwaltung, deren Erfolg, so Hartung, auch stark von ihren zahllosen alltäglichen Gesprächen abhänge. »Es gibt zwar schon 700.000 Kommunikationstrainer in Deutschland«, sagt er, »doch kaum einer ist offen für die Realität, für die empirischen Ergebnisse.«

Das eine Rezept für gute Kommunikation gibt es nicht

Die Realität, das sind für Hartung Analysen auf der Basis der Diskursforschung, die sich schon vor 40 Jahren als akademische Disziplin etabliert hat. Und die Realität, das zeigt sich immer wieder, lässt sich nicht in Pauschalempfehlungen fassen, wie es die Populärliteratur gerne tut. Gelungene Kommunikation ist abhängig von der Arbeits- und Gesprächssituation, von den beteiligten Menschen und ihrem Umfeld. Weshalb einer wie Hartung eben vor seiner Beratung erst mal Mikrofone aufstellt.

Wie wichtig diese Individualisierung des Kommunikationstrainings ist, zeigt wiederum der Blick auf die Risikoberufe. Beispiel Flugverkehr: In Flugsimulator-Tests beobachtete der Linguist Manfred Krifka von der Berliner Humboldt-Universität, dass vor allem jene Cockpitbesatzungen schwierige Momente erfolgreich meistern, »die sich gegenseitig mehr fragen, zuhören und antworten«. Und zwar ohne falsche Scheu vor der Autorität des Kapitäns und mit gesunder Skepsis gegenüber dem eigenen Informationsstand.

Ein solches kommunikatives Miteinander erreicht man nicht durch standardisierte Gesprächsleitfäden, dennoch wünschen sie sich immer mehr Unternehmer für ihre Mitarbeiter. Immerhin 45 Prozent der deutschen Führungskräfte, die das Meinungsforschungsinstitut Gallup im Jahr 2004 befragte, machten Kommunikationsmängel als größtes Produktionshindernis aus.

Allein weil erwartetes Lob und aufmunternde Bemerkungen ausbleiben, so Johannes Siegrist, Schweizer Professor für Medizinsoziologie, würden 10 bis 30 Prozent der Arbeitnehmer unter emotionalem Stress leiden. So wird Arbeitskraft vergeudet.

Mehr als 10.000 Beobachtungsstunden in Unternehmen hat die Kommunikationsforscherin Gisela Brünner von der Universität Dortmund hinter sich gebracht. Sie hat folgende Hauptprobleme ausgemacht: die Verwendung von Fachjargon statt einfacher, verständlicher Sprache, »Scheuklappenmentalität«, unklar formulierte Unternehmensziele und fehlende Rückmeldung – ein Befund, den andere Forscher bestätigen.

Den Begriff »Fachidiotie« meidend, diagnostizieren sie die mangelnde Fähigkeit zuzuhören sowie das automatisierte Abhandeln eingeübter Redeinhalte anstelle von personen- und situationsadäquater Gesprächsführung, was wiederum zu Unsicherheiten, zu falscher Wortwahl, falschem Tonfall und damit zu Missverständnissen führt.

Ein dankbares Objekt der Forschung ist das gemeine Verkaufsgespräch zwischen Verkäufer und Kunde. Achim Pothmann, der über die Kommunikationsfehler in der Schuhbranche promoviert hat, spricht von »Runden« und »Schleifen« im Gesprächsverlauf. »Es ist wie beim Fußball: Die Verkäufer passen dem Kunden den Ball zu. Dann kann er selbst entscheiden: Läuft er dem Tor alleine entgegen, oder spielt er lieber einen Doppelpass mit dem Verkäufer« – etwa wenn er dessen Hilfe in Anspruch nimmt. In einem Schuhgeschäft mit junger Zielgruppe treten eher Dribbler auf, die sich den passenden Schuh im Alleingang aussuchen. Im Komfortgeschäft für das ältere Publikum steht Teamarbeit im Mittelpunkt. Denn ältere Menschen sind kooperativer, sozialer, weniger sachlich, haben die Wissenschaftler herausgefunden.

Auch beim Verkaufsgespräch liegt die Populärliteratur gewaltig daneben. Das Gelingen sei im Wesentlichen vom Verhalten des Verkäufers abhängig und nicht von der gemeinsamen Interaktion zwischen Käufer und Verkäufer, so ist immer wieder zu lesen. »Das widerspricht aber den diskursanalytischen Erkenntnissen«, setzt Gisela Brünner entgegen. »Denn ein Gespräch ist immer ein interaktives Produkt.« Jedes »Hm« des Zuhörers, das Zustimmung, aber auch Nichtverstehen signalisieren kann, lenkt den Sprecher. So kann das gänzliche Ausbleiben der Hörerrückmeldung ein Warnzeichen sein: Stopp! Jetzt will ich etwas sagen!

In Gesprächstrainings lernt man auch das Zuhören

Sensibilisierung ist daher ein sehr wichtiger Bestandteil eines anspruchsvollen Gesprächstrainings. Vermittelt wird dabei, dass diese empathische Kompetenz nicht nur das Verkaufsgespräch prägen, sondern auch den roten Faden des Alltagsgesprächs mit dem Nachbarn bilden sollte – professionelles Handwerkszeug als berufliche, aber eben auch ganz alltägliche Lebenshilfe.

Berater, Verkäufer und Ärzte müssen sich auf ein komplexes Gesprächsgebilde einlassen, das mit einem populären »Und so werden Sie im Handumdrehen zum Gesprächs-Ass«-Regelwerk nicht in den Griff zu bekommen ist.

Wenn man also wieder einmal von einer Stimme am Telefon um die Erlaubnis zum Mitschnitt des folgenden Gesprächs gebeten wird, dann sollte man glückselig durchatmen. Denn groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass im Hintergrund ein geschultes Ohr wie das von Gesprächsforscher Martin Hartung mithört.

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DIE ZEIT 21/2008: »Irgendwas mit Medien«

Studiengänge wie Kommunikationswissenschaften und Publizistik sind enorm gefragt, die Zahl der Studierenden steigt. Doch viele wissen nicht, was sie an der Uni erwartet. […]»

Uni Giessen : Zusammenspiel von Wahrnehmung und Handlung

Forschungs-Projekt-Etat:

Zusammenspiel von Wahrnehmung und Handlung

Zusammenspiel von Wahrnehmung und Handlung
Charlotte Brückner-Ihl, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

Gießener Psychologen erhalten Fördergelder in Höhe von 427.000 Euro für ihre Beteiligung am internationalen Netzwerk “Co-ordination for Optimal Decisions in Dynamic Environments” – Ausbildungsprogramm für Nachwuchswissenschaftler
Die Psychologen an der Justus-Liebig-Universität Gießen dürfen sich freuen. Für die Etablierung des internationalen Netzwerks “Co-ordination for Optimal Decisions in Dynamic Environments” (Koordination bei optimalen Entscheidungen in dynamischer Umgebung) vergibt die Europäische Kommission Fördergelder in Höhe von 427.000 Euro an die Abteilung Allgemeine Psychologie (Prof. Karl Gegenfurtner). Kooperationspartner sind Universitäten in London, Birmingham, Paris, Marseille, Amsterdam, Barcelona und Thessaloniki. Gemeinsam wollen die Wissenschaftler das Zusammenspiel von menschlicher Wahrnehmung und Handlung bei alltäglichen Tätigkeiten erforschen.

Aus der natürlichen Umwelt erhalten unsere Sinne in jedem Moment eine riesige Menge von Informationen, die sich zudem laufend verändern. Die Forscher interessiert, wie unser Gehirn aus diesen komplexen Signalen die entscheidenden Informationen herausfiltert, und wie diese Informationen zur Steuerung zielgerichteter Bewegungen bei alltäglichen Verrichtungen eingesetzt werden. Im Fokus der Forschung stehen die effiziente Leistung des Gehirns bei bereits bekannten Aufgaben sowie die Rolle von Lernprozessen beim Zustandekommen solcher Leistungen.

Dabei zielen die Forscher auf ein tiefes Verständnis der beteiligten Hirnprozesse. Dafür versammelt das Netzwerk internationale Expertise aus verschiedensten Disziplinen. Untersuchungstechniken aus der Psychologie, Neurophysiologie und Physik werden kombiniert mit Modellierungstechniken aus der Informatik. Industriepartner sollen das erlangte Grundlagenwissen zur Anwendung bringen – etwa bei der optimalen Abstimmung technischer Geräte auf den menschlichen Nutzer oder bei der Zusammenstellung von Trainings zum Erhalt von Alltagsfertigkeiten bei älteren Leuten.

Das Forschungsprogramm ist eng mit einem Ausbildungsprogramm verknüpft.
17 ausgewählte Nachwuchswissenschaftler – zwei davon von der Universität Gießen – erhalten für drei Jahre ein wissenschaftliches Training, das in seiner interdisziplinären Breite und seiner internationalen Ausrichtung im Bereich der sensumotorischen Forschung seinesgleichen sucht. Das Trainingsprogramm umfasst unter anderem spezielle Kurse und Workshops zur Sensomotorik sowie den permanenten internationalen Austausch mit den Partneruniversitäten.

Das neue EU-Forschungsprojekt fügt sich nahtlos in die bereits bestehenden Aktivitäten der Abteilung für Allgemeine Psychologie der JLU an. Im Rahmen des von der DFG (seit 2003) geförderten Graduiertenkollegs “Neuronale Repräsentation und Handlungssteuerung” und der ebenfalls von der DFG seit 2004 geförderten Forschergruppe “Wahrnehmung und Handlung” werden die Prozesse untersucht, die sensorische Information zum einen für die Bewegungssteuerung und zum anderen für die bewusste Wahrnehmung aufbereiten.

Kontakt:
Prof. Karl R. Gegenfurtner
Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaften,
Abteilung Allgemeine Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen
Otto-Behaghel-Straße 10F
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26100, Fax: 0641 99-26119
E-Mail: gegenfurtner@psychol.uni-giessen.de

Dr. Knut Drewing
Abteilung Allgemeine Psychologie
Telefon: 0641 99-26104
E-Mail: Knut.Drewing@psychol.uni-giessen.de

Weitere Informationen:
http://www.optimaldecisions.org/

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news281277

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Psychologie
überregional

Zentrale Telefonnummer: 0641 / 99-0

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Wissens- und Technologietransfer

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PINN:Das Gehirn im transkulturellen Kontext/8/08

Bildung & Forschung: Uni Magdeburg –
as Gehirn im transkulturellen Kontext
Kornelia Suske, Pressestelle
Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Prof. Dr. med. Dr. phil. Georg Northoff
Unser Denken und Handeln sind geprägt durch Erfahrungen, die wir in unserem kulturellen Umfeld erleben. Gibt es eine Abhängigkeit zwischen den Mechanismen unseres Gehirns und diesem kulturellen Kontext? Beeinflussen unterschiedliche Kulturen die Aktivität in unserem Gehirn bei mentalen Zuständen? Wird die neuronale Aktivität unseres Gehirns möglicherweise durch den kulturellen Kontext nicht nur moduliert, sondern sogar konstituiert? Dieses sind die Fragen, die Georg Northoff von der Psychiatrischen Klinik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg zusammen mit seinem chinesischen Co-Autor Shihui Han in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Nature Reviews Neuroscience (Volume 9, No 8 August 2008) stellt.

Während die Abhängigkeiten unseres Verhalten vom kulturellen Kontext lange bekannt sind, sind die Mechanismen, wie unser Gehirn auf kulturelle Unterschiede reagiert, bisher nicht bekannt. Neue technische Möglichkeiten, wie die funktionelle Bildgebung, vor allem der funktionellen Kernspintomografie erlauben Einblicke in möglicherweise kulturell bedingte Unterschiede der Hirnfunktionen. In dem Artikel von Northoff und Han werden verschiedenste Formen der Modulation der Gehirnfunktion im kulturellen Kontext diskutiert. Sie stellen Wahrnehmungsprozesse vor, wo zum Beispiel Europäer und Amerikaner unterschiedliche neuronale Aktivität im visuellen Kortex im Vergleich zu Asiaten bei einer gleichen Aufgabe zur visuellen Aufmerksamkeit zeigen.

Dabei zeigt sich, dass die visuelle Wahrnehmung bei den asiatischen Probanden sehr auf den Kontext fokussiert, wohingegen die Wahrnehmung der Europäer eher auf das Objekt selber fokussiert. Dieses schlägt sich auch in einer Aktivität in verschiedenen Arealen im Gehirn, so zum Beispiel im visuellen, parietalen und präfrontalen Kortex nieder. Andere Beispiele, wo kulturelle Unterschiede gefunden werden, umfassen Sprache und Musik, mentale Kalkulation sowie emotionale Prozesse. Offenbar wird die Art und Weise der Wahrnehmung sowie die genaue Ausführung von kognitiven Prozessen sehr stark durch den kulturellen Kontext geprägt, welches sich wiederum in Unterschieden in der Hirnfunktion, so zum Beispiel unterschiedlich starke Aktivierung in verschiedenen Arealen, niederschlägt.

Ein anderes Beispiel betrifft das Selbst. In der chinesischen Kultur wird das Selbst einer Person nicht nur mit der eigenen Person, sondern auch mit der Mutter der entsprechenden Person assoziiert, wohingegen im europäischen Sprachraum das Selbst eher individualisiert und daher weniger sozial aufgefasst wird und mehr auf die eigene Person in Unabhängigkeit und im Unterschied zu anderen Personen fokussiert. Interessanterweise zeigt sich bei den entsprechenden Stimulationen von Stimuli, die sowohl für die Person als auch für die Mutter relevant sind, bei den chinesischen Probanden die gleiche Aktivierung, wohingegen bei den europäischen Probanden die Stimuli, die einen Bezug zur Mutter aufwiesen, keine Aktivierung in denjenigen Arealen induzierte, wo persönlich relevante Stimuli eine starke Aktivität auslösten.

Die von Northoff und Han diskutierten Befunde haben massive Implikationen. Möglicherweise handelt es sich bei den Einflüssen von kulturellem Kontext nicht nur um einen modulierenden Einfluss, sondern um einen konstituierenden Einfluss, der die neuronale Aktivität als solche konstituiert. Weiterhin wird natürlich die alte Frage von Natur versus Kultur hier berührt: Ist die Aktivität des Gehirns genetisch prädisponiert oder wird sie durch die Umwelt und die Kultur konstituiert? Weiterhin werden hier auch die Fragen bei psychiatrischen Erkrankungen berührt, so dass gerade psychiatrische Erkrankungen mit ihren verschiedenen Symptomen möglicherweise kontextdependent sind und transkulturelle Unterschiede aufweisen. Dieses ist in neuronaler Hinsicht bisher in keinster Weise erforscht und wird als ein Zukunftsgebiet von Northoff und Han skizziert. Schlussendlich werfen die referierten Befunde natürlich auch die Frage der Möglichkeit der Verknüpfung von Natur- und Geisteswissenschaften im Rahmen der Neurowissenschaften auf. Möglicherweise steht das Gehirn genau an der Grenze zwischen den beiden Wissenschaften und könnte in der Zukunft als eine gemeinsame Bedingung und somit zur Konvergenz zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften beitragen.

Ansprechpartner für Redaktionen:

Prof. Dr. med. Dr. phil. Georg Northoff,

Professor für Neuropsychiatrie und Direktor des Labors für Bildgebung und Neurophilosophie,

Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Tel. 0391/67 13479, -14234

e-mail: georg.northoff@med.ovgu.de

Weitere Informationen:

http://www.nature.com/nrn/journal/v9/n8/abs/nrn2456.html

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news274284

Merkmale dieser Pressemitteilung:

Medizin und Gesundheitswissenschaften, Religion und Philosophie

überregional

BLN-NEUKÖLLN – Ein Haus für die Beladenen, Schulschwänzer sollen wieder Spaß am Lernen kriegen..

ja, that meets feminissima’s vision:

Statt Strafe – Spaß, Verständnis und Motivation..FEMINISSIMA hatte über das geplante INTERNAT für SCHULSCHWÄNZER in Berlin berichtet.Hier als PRESSE-SHOW ein sehr guter Artikel der ZEIT vom 4. Juli, mit Hintergrundsinformationen:

Ein Zuhause für Schulschwänzer

Von Melanie Fuchs | © ZEIT online 4.7.2008 – 18:41 Uhr

Schlagworte: Schüler Schule Lernen

Politiker diskutieren über Führerschein- oder Kindergeldentzug für Schulverweigerer. In Berlin-Neukölln plant man ein Internat, in dem Jugendliche wieder Spaß am Lernen haben sollen

Auf dem Dach in der Lichtenraderstraße in Neukölln

© Johannes Eisele/ddp

Wie fängt man Jugendliche auf, die familiäre Probleme haben, durch aggressives Verhalten auffallen und nicht mehr in der Lage sind, den Abschluss an einer öffentlichen Schule zu machen? Alte Fragen, auf die das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk EJF-Lazarus eine neue Antwort gefunden hat. Die Gesellschaft ist Initiator des Internats, das in den nächsten Monaten in Berlin-Neukölln seine Türen öffnen wird. Bis zu 40 Jugendliche könnten dann auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims „Haus Buckow“ leben und zur Schule gehen. Den Bezirk für das Projekt hätte EJF-Lazarus ganz gezielt ausgesucht, sagt der Jugendreferent der Gesellschaft Michael Piekara. Wie nötig viele Jugendliche hier die Hilfe haben, bestätigt auch Wolfgang Lüdtke, Schulleiter der Neuköllner Kepler-Oberschule: „Viele Kinder hier in der Gegend werden in Sachen Bildung von ihren Eltern alleine gelassen. Sie sind kaum sozialisiert und haben wenig Selbstvertrauen. Das macht die Schule für sie zur Qual.“

Eine steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen, besonders aus Migrantenfamilien, schwänzen daher lieber die Schule. Eltern, Jugendämter und Schulverwaltungen sind dagegen meist machtlos, sprechen lediglich Verwarnungen aus oder schicken die „Problemkinder“ einfach auf andere Schulen. Innerhalb von zehn Tagen im Juli hat das Schulamt von Neukölln 449 so genannte „Schulversäumnisanzeigen“ erhalten. Die verschickt die Schule, wenn ein Kind länger als 10 Tage nicht dort war.

„Unser Konzept ist es, die Jugendlichen ganzheitlich zu betreuen, also auch in der Freizeit. Wir wollen sie nicht unter Druck setzen, sondern ihnen wieder Freude am Lernen und soziales Verhalten vermitteln“, sagt Michael Piekara. Am besten funktioniere das in einer Gemeinschaft.

Eingeengt sollen sich die Jugendlichen im Internat nicht fühlen. Das Gelände kann jederzeit verlassen werden, Besuch ist ebenfalls willkommen. „Das wird sogar gefördert“, erklärt der Jugendreferent. „Die Schüler müssen ja leben lernen. Doch primär geht es darum, ihnen in einem geschützten Umfeld ein Zuhause zu bieten. Das haben nämlich viele nicht.“ Um eine bessere Beziehung der Jugendlichen zu ihren Familien zu fördern, finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern statt und bei Bedarf kommen Familientherapeuten zum Einsatz.

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Wer in das Internat in Neukölln einzieht, das werden Schulverwaltungen, Jugendamt, die Jugendlichen selbst und ihre Eltern in einigen Wochen gemeinsam entscheiden.

„Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man den Schülern klarmacht, wie schlimm sie dran sind, wenn sie keinen Abschluss haben“, sagt Peter*. Er geht in die zehnte Klasse und kennt die Probleme mit dem Schwänzen von seinem kleinen Bruder. „Wenn man im Unterricht nicht mitkommt und das Gefühl hat, dass die Lehrer einen deswegen niedermachen, hat man einfach keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Im Internat müssten die Lehrer sich auf jeden Fall mehr um die Schüler kümmern. Aber man darf auf keinen Fall das Gefühl haben, ständig kontrolliert zu werden.“ Auch Claudia* glaubt, dass das Internat für viele eine Rettung sein könnte. Sie geht in die elfte Klasse und eine ihrer Mitschülerinnen muss wegen zu häufigen Schwänzens das Schuljahr wiederholen. „Ich finde es besonders wichtig, dass die Chemie zwischen den Jugendlichen stimmt“, sagt sie. „Darauf müssen die Betreuer achten. Wenn man gehänselt würde, wäre das schlimm für das Zusammenleben.“

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in der Lernbereitschaft muessen von den Betroffenen selbst geleistet werden,man wird sie nicht nicht von aussen auferlegen oder erzwingen koennen. … […]»

FREE MOVER – Auslandsstipendien /6/08/

ja toll, alles anders, dank EU-/Bachelor-/Master-Programmen – so hat sich alles auch auf den Rest der Bildungsangebote verändernd…ausgedehnt.Wer kein Englisch kann, versteht nur noch “bahnhof”.
15. Juni – BIST DU EIN “FREE MOVER?”gleich halb 9 –

tja,
jetzt müßte man
Englisch können!
Doch die “free movers”
beherrschen sicher noch mehr als Englisch,
denn wer sich durch den
EU…-Bildungs-Dschungel durchfighten will,
muß schon eiserne Nerven
und GEDULD…mitbringen.

Das FREE-MOVER-AUSLANDS-STIPENDIEN-PROGRAMM des DAAD
(der Deutsche Akademische Austauschdienst)..
(entschuldigt den Verschreiber am Morgen,
“deusch-ausländischer Austauschdienst,
war die Verwechslung mit einem deutsch-ausländischen Studentenclub)

ist die Ergänzung zum bisherigen ERASMUS-Programm…

bitte weiterlesen….:
(Gestern auf der live-text-Site folgten jetzt die BILDUNGSPROGRAMME – SOKRATES, LEONARDO, ERASMUS, jetzt allein in ihrem Rubriken-Appartement…bitte anklicken dort…

LLP – EU-Programme Sokrates, Leonardo, ERASMUS/6/08

“Long-learning-Programmes” – “Lebenslanges Lernen”:
15. Juni – was uns SOKRATES, LEONARDO und ERASMUS verraten. ++++- 2 Textstufen tiefer: wie sich EDEKA seiner beim ihm alt-gewordenen Mitarbeiter entledigt++++

1.263.185.
gestern: 4.176/heute: 3.433

(Der Text ist kein Feature.
Er bietet lediglich Hinweise an.
Einfach “lebenslanges Lernen” bei google eingeben).

..Nein, nicht das,
was Sie meinen.
Sondern es sind heute Namen für BILDUNGSPROGRAMME.
Deren Dach-Logo lautet:
“Lebenslanges Lernen”.
LLP: long-lerning-programmes.

Dies scheint im Hochschulbereich
aber doch nur
bis Mitte 30 zu gelten,
oder wie?
Dann bist du auch dort “alt”,
wie im Berufsleben außerhalb der Uni:
Ab 35 ein “älterer Arbeitnehmer?
Die Definition kam aus der Wirtschaft,
in den 70er Jahren,
wurde von der Bundesanstalt für Arbeit übernommen,
beibehalten und verfestigt…

Jedenfalls, die “ERASMUS-Bildungsprogramme jetzt!

Geld ist genug da.
Fragt sich nur wo.
An Geld soll das alles nicht scheitern:

2006 endete die Zweite Generation
der EU-Bildungsprogramme,
und mit dem dritten,
“ERASMUS”,
von 2007 bis 2013
stehen noch einmal 7 MILLIARDEN (kein Tippfehler) EURO
als Gesamtbudget zur Verfügung.
(ABER FÜR WEN..für ganz Europa?
Nur für Deutschland?
Crissy muß noch mal nachschauen…!)

Und ah,
EINES wissen wir nun:

“Lebenslanges Lernen” bedeutet
für jede ALTERS-“Gruppe” etwas anderes!

Wer noch richtig jung
und noch richtig…
ohne den richtigen ..
Abschluß,
soll durch Weiterbildungsprogramme….

Mittelalterliche Arbeitnehmer,
sollen ebenfalls…
Akademiker sind auf Anhieb die einzigen,
die mit richtig Geld ausgestattet,
für Projekte und Programme des Titels: “LEBENSLANGES LERNEN” auch geltn..
Sogar WIKI gibt Aufschluß über die “neue Bedeutung”
eines doch eigentlich ..
selbstverständlichen Begriffs..

Ja, und wer sich als Rest empfindet,
nämlich katalogisiert in “50plus”-
und – was da “bei Lebenslangem Lernen”
noch übrigbleibt,
hat feminissima im nächsten Text –
ja, mal ein kurzes Auge drauf geworfen.

Das Resultat ergibt:
Für die Generation 50plus gelten die Programme NICHT.

Aber feminissima recherchiert noch
weiter…

Lebenslanges LERNEN- für wen?/Silver Surfer/6/08

www.feierabend.net scheint das einzige große Portal für ..ja, feminissima mag ja all diese Ausdrücke nicht, sie wirken so ausgrenzend, sie selbst sagen “für die Generation 50plus../live-text von gestern..
15. Juni – Angebote im Netz für die Generation Silver Surfer eher bieder…1.263.162
gestern: 4.176
heute: 3.410
guten Morgen!
Gleich 8 Uhr

Man hält die “Alten”
ganz offensichtlich für ziemlich beschränkt…,
so suggerieren die Netz-Angebote.
Feminissima hat sich mal umgeschaut.

Wir leben ja
in einem Jahrzehnt der Schlagwörter.
Zwar hört sich das auf Englisch als “tags” flott an,
damit sind allerdings STICH-WORTE gemeint:
denn eigentlich ist ein Schlagwort – ein Allgemeinplatz.
Eine Leerformel.
Ein verbaler Schminkkasten,
um etwas zu verstecken, vertuschen, camouflieren.
Oder als Überbegriff, auch Synonym, Metapher.
Frühere “berühmte” Schlagworte waren :
“Schülerberg”
und “Lehrerschwemme,” oder..?
Wir kennen die bereits
ihr Leben längst wieder ausgehauchte ICH-AG
und natürlich hat das NETZ
viele Begriffe erst neu geschaffen,
und damit “Netze”
und gar soziale Netzwerke,
die ja offenbar in der realen Welt gar nicht mehr..
bestehen.
Und natürlich “so”
ausgedehnt,
auch gar nicht bestehen können.

Wie zum Beispiel www.Studivz.net
oder www.xing.de
so hat sich nun auch www.feierabend.net
für die Generation 50plus gegründet.
“Silver Surfer”
klingt besser,
als alles, was noch mit “Senioren” zu tun hat, verbal.
Wirkt nicht so betulich.
Strahlt Dynamik aus.

So, beim Stichwort…SENIOREN-UNIVERSITÄT:

feminissima überprüft gerade mal
das neueste politische SCHLAGWORT auf seine Echtheit hin :

“Lebenslanges Lernen”.

Du findest NICHTS… moment, mal saven..
nichts, was feminissima mit einer “supissima” auszeichnen könnte…

Was findest du stattdessen?

Bei www.seniorenuniversität.de
einen e.V.,
der es Mitgliedern ermöglicht,
gegen Zahlung,
an “Kursen” in der CHARITÉ Berlin
teilzunehmen.
Keine Examina, keine Zulassungsvoraussetzungen, außer:
Mitgliedschaft.
Des Fördervereins.
Aus DDR-Zeit herübergerettet.
Und bot damals ein umfangreicheres Programm.

. Auf www.seniorenuniversität.de
findest du jene LINKS:

www.feierabend.net
www.grosselterndienst.de
www.senioreninfothek.de

www.feierabend.de strahlt etwas vom Grau-Charme
der früheren Lese-Zirkeln aus.
Eine optische 0-8/15 Site,
mit der Atmo vom Krankenhausflur.
So wundert es kaum,
dass alles, was Rang und Namen
beim Geldverdienen am Altern hat,
dort als Partner oder Werbedings…vertreten ist.
“feierabend.net
ist quasi ein regionaler und
überregionaler Kontaktclub für “ab 50”..

Schrecklich konverntionell, ansonsten.
Fotowettbewerbe “deiner Region”,
“Ausflüge an den Schweriner See”
“Klosterbesichtigung”,
gähn…..!
Die Mitglieder selbst aber scheinen kräkeliger.
Sie schreiben im Gästebuch zwar erst mal alle,
dass sie “Probleme” –
sie schreiben noch nicht “probs”
mit dem Programm haben,
drücken aber zugleich alle sehr viel Zuversicht & Optimismus aus,
und freuen sich “auf Kontakte”.

Als Netz gegen Isolation,
Isolierung und Einsamkeit sicher gar nicht so übel.
Wenn du an die 100 Jahre alt bist…

Und, weil von Werbung getragen,
kostenfrei.

So.
www.grosselterndienst. de

Will Familien Opa und Oma bieten,
und Oma und Opa “Enkelkinder und ne neue Familie dazu”.
Klingt ganz nett.
Aber du fällst fast in Ohnmacht,
gemeint ist die AUSBEUTUNG von “Oma und Opa” ,
wenn du liest:

4 EURO die erste Stunde und dann je angefangener Stunde 2.50 Euro, ,
ganz gleich wie viele Kinder in der Familie sind”.

Wie?
Wo?
WAS?

Noch nicht genug damit:

“Bei Familien, denen das zu teuer ist,
verzichten manche der ‘Grosseltern’
sicher auch auf den Betrag..”

Hier wird das Geschäft mit der Einsamkeit gemacht.
Sehr übel.
Dabei eigentlich ein nicht unbekannter Träger.
Sagt aaber heute nichts mehr,
wie uns die UNICEF-Deutschland-Affäre gezeigt hat.

Ein professionelles, modernes Layout hat wenigstens

www.senioreninfothek.de

Das ist aber auch schon alles.
Im Grunde eine WERBE-PLATTFORM für den VERKAUF VON BÜCHERN aus dem Esoterik-Natur-Gesundheits-Ernährungs-Bereich.

In der Rubrik “JOBS”
findest du den “Senioren-Berater”,
der wiederum “ehrenamtlich”
jüngere “Existenzgründer” berät…

SCHMARRN!

Der erste Eindruck,
und der ist es ja, der zählt:

alle genannten Sites schließen “unsere Senioren”
erst so richtig aus dem richtigen Leben aus.

Du denkst, du liest über ALIENS..

“Nicht dem Leben mehr Jahre,
sondern den Jahren mehr Leben”
und all solchen Schmarrn liest du.

Und als ob 60jährige schon “keine Freunde mehr hätten”,
“weil die bereits verstorben”.

Eigenartig, verschroben, ausgrenzend.

So lautet fems kleines Fazit.

NEUES STICHWORT auf der Suche nach

“Lebenslangem Lernen:”

Etwa – “Universität für Ältere”.

Da taucht die Universität Osnabrück auf,
und ihr Gasthörer-Programm.

Ja, in diesem Land sind Menschen ab 50 so richtig………..

abgeschrieben.
Lebenslanges Lernen?
Fehlanzeige.
Dafür “Ehrenamtlich” –
also alles umsonst machen…
weil ja das Leben so leer sonst sei.
Ab 50 plus.

Oh, armes Deutschland.

Und dann folgt das ausführliche Programm über Demenzerkrankung…

Noch’n schönen Sonntag!
Ach so, bei “kreativ arbeiten” –
wo war das noch..?
Bei “feierabend.net “?
(feminissima findet den Titel ebenso scheußlich wie das Layout)

Jedenfalls,
was findest du unter “kreativem” was-auch-immer..

Ja, du kannst Puppen nähen-lernen.
Schon….!

Über Kunsthochschulen und mehr./Skizze/6/08

ja, noch unvollendet…gibt wohl auch kein Ende..
10.6. Auf der Strecke geblieben: Über Kunstschulen, Kunsthochschulen und Verlage..2 Uhr 45
je tiefer die Nacht, desto wacher & wütender.
Auslöser auch, aber nicht nur,
der Tod des Dichters.
Auch wenn er noch zu einer anderen Zeit zählte: Peter Rühmkorf.
In jener kurzen Phase, als Deutschland mal wach war…geistig…kreativ, intellektuell, kritisch, skeptisch, aber auch optimistisch, zugleich…euphorisch…dazwischen..

—–

und natürlich auch Schauspielschulen,
Filmhochschulen…

Ein
Thema
für die nächsten Tage,
im Rahmen der angekündigten Berufs-Portraits,
natürlich nicht im üblichen Sinne:
wer FEMINISSIMA kennt.

Schon spannender..

Weil FEMINISSIMA zunächst mal die Schwachpunkte aufgreift.
Jene, die GEGEN die Studenten ..
bzw. die Schriftsteller ..sich richten.

Warum z.B. veröffentlichen große Verlage
deutsche, sind damit gemeint,
Klett-Cotta fällt gerade ein,
vor allem Übersetzungen…?

Um kein pekuniäres Risiko einzugehen?

Deutsche Autoren nichts wert?

Oder erst wann?

MUSS SICH NICHT ALLES ÄNDERN?

DAMIT TALENTE IN DIESEM LAND ZUM ZUGE KOMMEN?
Auch ohne Vitamin B
und Kohle ohne Ende…???
Oder das Buch nur noch als PR-Story?!
Anders formuliert:

Die NICHT-FÖRDERUNG
des kulturell-kreativen Nachwuchses
in der BRD.
Ist schon sehr krass.
Saturismus…und Überheblichkeit stattdessen…?
Und “Wettbewerbs-Literatur?”
Preise, bis zum Abwinken?
Weil sonst von der Literatur nicht zu leben ist,
hierzulande…??
UND WER IST SCHULD DRAN??
Sie sind sich in ihrer Wegwerf-Mentalität sehr ähnlich:
Die Verlage, die KunstHochschulen, die Filmhochschulen, die Schauspielschulen…

Sollte man sie einfach abschaffen?
Und durch KOMBINIERTES ersetzen..?

PRESSE-SHOW:Kath. Uni Eichstätt hasst Einmischung der kath. Kirche/6/08

..ja, die ehernen Strukturen! MACHT-KAMPF schon immer beinah ein Synonym für “katholische Kirche” und all die Männer, die meistens einen langen Barock-Rock tragen, drumherum. Die ganze eigene Welt reiner Männerbünde, schwer pädophil angehaucht und noch immer der “Ehelosigkeit” haha, verpflichtet….ja, das Relikt aus dem Mittelalter – trifft jetzt auf die Moderne.

Die katholische Uni Eichstätt hat sich in einer bis dato noch nicht dagewesenen Schärfe gegen die Einmischung der Kirche bei der Präsidentenwahl geäußert. UND DAS IST GUT SO! mehr –
Quelle: sueddeutsche-online, von heute Vormittag.

Eichstätt

Universität auf Konfrontationskurs

Im Streit um die Präsidentenwahl verurteilt die katholische Universität erstmals öffentlich die Einmischung der Kirche – und das in überraschender Schärfe.

Von Christine Burtscheidt

Der Senat fürchtet um den Ruf der Universität.

Die katholische Universität Eichstätt ist erstmals öffentlich auf Distanz zu ihrem Träger, der bayerischen Bischofskonferenz, gegangen. In einer vom Senat verfassten Resolution hat sie am Donnerstag ihre Bestürzung über die Ablehnung des gewählten Präsidenten Ulrich Hemel durch den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke zum Ausdruck gebracht.

“Wir halten es für einen Vorgang ohne Präzedenz, dass ein streng nach dem vorgeschriebenen Verfahren gewählter Präsident nicht ernannt wird, ohne dass das Wahlorgan auch nur über die maßgeblichen Gründe für diese Verweigerung unterrichtet wird”, heißt es.

Die Resolution wurde am Mittwochabend nach einer mehrstündigen Sitzung von den Senatsmitgliedern verabschiedet. Die Dekane der sieben Fakultäten schlossen sich ihr später an.

Die Hochschule bezieht darin deutlich Gegenposition zum Vorwurf des Bischofs, wonach das Wahlverfahren fehlerhaft gewesen sei. Es sei mit “verantwortungsbewusster Sorgfalt” betrieben worden, heißt es. Der Bischof sei “über sämtliche Bewerber und in Folge dann jeweils über die weiteren Auswahlschritte unterrichtet” worden.

Der Senat appelliert an die bayerischen Bischöfe, “die Autonomie der Universität uneingeschränkt zu wahren”. Das bedeute nicht nur die freie Ausübung von Forschung und Lehre. Die Senatsmitglieder leiten daraus auch das Recht auf Selbstverwaltung ihrer Hochschule ab. Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit würden dem Ruf der Universität schaden und nützten der Kirche nichts, heißt es. Ein erster wichtiger Schritt sei deshalb, die Wahl des neuen Präsidenten auf der geltenden Grundordnung erfolgen zu lassen. Bis dahin solle eine kommissarische Leitung “aus den Reihen der Universität” ernannt werden.

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Weitere Stellungnahme der Professoren folgt

Die Stellungnahme ist in überraschender Schärfe formuliert. Bisher hatte sich die Universität mit ihrer Kritik öffentlich zurückgehalten, um den Konflikt mit dem Träger nicht zu verschärfen. Doch von der Linie ist man offenbar nun abgekommen. Anfang nächster Woche ist eine weitere Stellungnahme an den Bischof geplant. Darin wollen alle Professoren ihre Sorge vor einer Fremdbestimmung durch den Vatikan zum Ausdruck bringen.

Ursache für die neue Tonlage, die nun angestimmt wird, ist offensichtlich der kompromisslose Kurs Hankes. Bereits zum Wochenende will der Bischof der Hochschule einen Vorschlag für eine Übergangslösung unterbreiten. Im Gespräch mit der SZ kündigte er einen “Externen” an, der als Mediator zwischen Kirche und Universität wirken soll.

Auch hält er daran fest, auf das Wahlverfahren für einen neuen Präsidenten mehr Einfluss nehmen zu wollen. Statt des bisherigen Vetorechts fordert er eine frühzeitige Beteiligung bei der Auswahl der Kandidaten, um sicherzustellen, dass die “wichtige innerkirchliche Funktion” mit einem “Vertrauensmann” besetzt werde. Der Hochschulrat soll bei seinem nächsten Treffen am 30. Juni die Grundordnung der Uni dahingehend ergänzen.

Dass Hanke von dieser Position nicht mehr abzubringen ist, dürfte den Professoren klar geworden sein. Denn parallel zu seinem offenen Brief verschickt er in Kopie drei Rechtsgutachten. Das erste soll deutlich machen, dass er nicht verpflichtet sei, Gründe für die Ablehnung Hemels zu nennen. Das zweite rechtfertigt seine stärkere Beteiligung an der Präsidentenwahl. Und das dritte spricht ihm die Befugnis zu, kommissarisch einen externen Leiter zu benennen.

(SZ vom 13.6.2008/beu)

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6/08/ UNICEF-Studie zur Situation der Kinder in Deutschland

“…kulturelle Erfahrungen nur meist außerhalb der Familie” – (das wesentlicheste Zitat aus der Studie, meint fem). Quelle der Zusammenfassung ist n-tv.de
UNICEF-Studie

Zur Lage der Kinder in Deutschland

Donnerstag, 15. Februar 2007

Veraltete Rezepte

Kindheit als Problem

Deutschland bietet Kindern nach einer neuen UNICEF-Studie nur mittelmäßige Zukunftschancen. Bei einem Vergleich der Lebensumstände von Kindern in 21 Industrieländern rangiert die Bundesrepublik lediglich auf Platz 11. Als kinderfreundlichstes Land führen die Niederlande die Tabelle an, gefolgt von Schweden, Dänemark und Finnland. Besonders schlecht schnitten Großbritannien, die USA, Österreich und Ungarn ab.

Teil der Gesamtstudie ist eine Untersuchung, die sich ausschließlich mit der Lage von Kindern in Deutschland beschäftigt. Und dabei zeigt sich: Deutschland ist groß und die Situation von Kindern regional sehr unterschiedlich. Diese Studie ist besser als der internationale Rundumschlag geeignet, deutschen Politiker ins Stammbuch zu schreiben, was sich wirklich ändern muss.

Rezepte von Anno Dunnemals

Hans Bertram, Professor für Mikrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Berliner Humboldt-Universität, stellt zunächst einmal fest, “dass in der öffentlichen Debatte um Kinder und Familien die Sorge und Befürchtung vor möglichen Problemen und Verlusten im Mittelpunkt stehen und dass die Lösungsvorschläge sich nur wenig von denen von vor 30 und 40 Jahren unterscheiden.”

Kinder und Jugendliche von heute leben jedoch in einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und nicht mehr in einer Industriegesellschaft. Trotzdem folgt der Alltag der Heranwachsenden noch immer Mustern, die im 19. Jahrhundert konzipiert wurden. Nach wie vor liegt die Erziehung bis zum sechsten Lebensjahr in der Regel allein bei den Eltern, das heißt vor allem in den Händen der Mutter. Danach ist die Vormittagsschule die Regel, “weil das gemeinsame Mittagessen wieder Zuhause eingenommen werden soll”.

Nur kosten soll es nix

Lediglich der Rechtsanspruch der 3- bis 6-jährigen Kinder auf einen Kindergartenplatz für drei (!) Vormittagsstunden wird in der Studie als gewisser Fortschritt angesehen. In einer Zeit, in der häufig beide Eltern zur ökonomischen Sicherung der Familie beitragen müssen und wesentliche kulturelle Erfahrungen nur noch außerhalb der Familie gemacht werden können, wirkt sich dieser Traditionalismus verheerend aus. Wenn man dann sieht, dass andere Länder ein Prozent ihres BIP in den vorschulischen Bereich investieren und Deutschland nur 0,4 Prozent, liegt der Ruf nach sofortigen politischen Entscheidungen nahe.

Erfolgreiche Länder bringen zusätzlich zu den finanziellen Transferleistungen an Familien noch erhebliche Summen in die Entwicklung einer Infrastruktur für Kinder ein. Gut ausgestattete Krippen, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und Freizeitzentren mit gut ausgebildeten Erzieherinnen und Lehrern sind keine Konkurrenz zur Familie, sondern ein wichtiger Baustein für eine schöne Kindheit. Viele Defizite für Kinder in Deutschland sind trotzdem nicht so sehr “Ergebnis mangelnder Mittel, sondern Ergebnis mangelnder Kooperation zwischen unterschiedlich zuständigen Bürokratien auf Bundes- und Landesebene”.

Policy-Mix für Kinder

Was in der rigorosen Trennung von Kindergarten und Familie beginnt, setzt sich nämlich in der Trennung von Kindergarten und Schule oder Bildungs- und Gesundheitssystem fort. Zum Wohl eines Kindes gehört jedoch ein ganzer Komplex aus “kindlicher Gesundheit, materieller Sicherheit, Sicherheit in der Lebensumwelt, in der das Kind aufwächst, seine Bildung und Erziehung und verlässliche und stabile Beziehungen zur eigenen Familie, zu den Freunden und in der Nachbarschaft”. Wo diese Teile zusammengefügt betrachtet und angegangen werden, verbessern sich nicht nur die Lebensbedingungen von Kindern, sondern auch die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Denn nur wenn Kinder ihre Fähigkeiten und ihre sozialen Kompetenzen entsprechend ihrer Potenziale entwickeln konnten, können “sie später als Jugendliche und junge Erwachsene auch in Forschung, Wissenschaft und Ökonomie erfolgreich sein”.

So komplex wie die Sicht auf das Leben von Kindern sein sollte, müsste auch eine Politik sein, die dem Rechnung trägt. “Einige der Spitzenländer …, wie die nordeuropäischen Länder, haben viel früher begonnen, Politik für Familien und Kinder als einen Policy-Mix zu begreifen. Unterschiedliche Maßnahmen zur ökonomischen Entwicklung, zur Infrastruktur wie zur Neuorganisation der Aufgabenteilung zwischen Familie und Institutionen für Kinder wurden hier zusammengebracht, offenbar zum Wohl der Kinder.” Einige Untersuchungen vermuten sogar eine Verbindung zu steigenden Geburtenraten in diesen Ländern. Ein Nebeneffekt, den Deutschland sicher gut brauchen könnte.

Gemeinsam vor Ort

Die Familie allein scheitert an den Herausforderungen der Zukunft ebenso wie die Schule allein oder der “Staat”. Auch ist die Nation für viele Problemlagen zu groß gedacht, denn Familien leben in Dörfern oder Städten, und in diesem regionalen Rahmen müssen auch die entsprechenden politischen Entscheidungen fallen. Kombinationen aus freiwilligem Engagement und professioneller Unterstützung machen Angebote für Familien attraktiver und führen nebenher auch zu einer viel größeren Identifizierung mit der unmittelbaren Lebensumwelt. Kommunen, die den Wegzug von jungen Familien klagend oder klaglos hinnehmen, verpassen jedes Mal eine Chance.

Mehr als Kostenfaktoren

Hinzu kommt die Forderung nach einer völlig anderen Sicht auf Kinder. Wo Familien, Lehrer und letztlich die Gesellschaft nur Kostenfaktoren und künftige Beitragszahler wahrnimmt, fühlen sich kleine Menschen zu Recht wenig gesehen und erwarten auch von sich selbst nicht unbedingt Großtaten. Wo aber Kinder, ob mit deutschen oder Migranteneltern, als künftige Eliten mit Entdeckerkraft und Wissensdurst angesehen werden, trauen sie sich ganz andere Biographien zu und verwirklichen diese Träume dann auch eher.

Verpasste Chancen

Selbst relativ banale Bereiche wie der der Kindergesundheit offenbaren in Deutschland erschreckende Defizite. Deutsche Kinder sind beim Rauchen Spitzenreiter und beim Alkoholkonsum in der Spitzengruppe. Die Säuglingssterblichkeit liegt in einigen Bundesländern beinahe auf dem Niveau des äußersten Endes im Nationenvergleich. “Mit großer Selbstverständlichkeit werden die steigenden Gesundheitskosten mit dem medizinischen Fortschritt und dem steigenden Lebensalter der Bevölkerung begründet.” Kinder spielen in der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aber offenbar nur eine Nebenrolle. Auch dies ließe sich ändern.

Die deutsche Debatte um das Wohlbefinden von Kindern hat sich in den letzten Jahren stark auf den schulischen Erfolg und auf die ökonomische Situation von Kindern und Familien konzentriert. Doch nicht jedes Kind, das in relativer Einkommensarmut aufwächst, hat das Gefühl, nicht am Wohlstand unserer Gesellschaft partizipieren zu können. Eine verlässliche Umwelt für Kinder heißt letztlich auch, dass Kinder das Gefühl haben, dass sich nicht nur die Eltern, sondern auch die Nachbarschaft, die Verwandtschaft und die Umwelt für die Kinder interessieren, und das gilt insbesondere für benachteiligte Kinder. “Ohne solche Angebote wird in unserer Gesellschaft auf Dauer das Sozialkapital, das ebenso wichtig ist wie das ökonomische Kapital, knapp werden.”

Solveig Bach