Kommentar zum OLG -Hamburg

KOMMENTAR zum OLG HAMBURG.

Indem das Oberlandesgericht die Klage einer Patientin abwies, die auf Schadensersatz nach einer Wundinfektion klagte, haben die Täter in Weiß nun noch Rückendeckung durch die Täter in Schwarz erhalten.

Dabei sterben die meisten Patienten in Deutschland nach einer BILD-Meldung nicht an ihren Krankheiten, sondern an Pfusch und Wundinfektionen.

Eine Wundinfektion kann leicht zur Blutvergiftung führen, und dann ist es aus und vorbei, mit sweet life.

Danke Du nettes Oberlandesgericht.

Tip: die KLAGENDE SOLL IN EIN ANDERES BUNDESLAND ZIEHEN UND DORT ERNEUT EINE KLAGE EINREICHEN. DENN LEIDER GIBT ES – außer dem Gang nach Karlsruhe , KEINE RECHTSMITTEL gegen die Oberlandesgerichte.

DAS IST EIN SKANDAL. BILD GREIF AUF! HASSO, fass zu!

Unser Redaktionshund Hasso zerfetzt gerade das Hamburger OLG-FRAUENFEIND-ABWEISUNGS-URTEIL.

OLG HH “legalisiert” Wundinfektion?

Hi, Dearies – !

Da wir ja so positiv gestimmt sind, haben wir zwar eine Rubrik “Supissima” , aber keine mit “PFUI!”

Die sollten wir doch unbedingt mal einrichten, denkt FEM gerade..daher setzen wir den Kommentar zur Abweisung der Klage einer Patientin in unsere immer wieder gern gelesene Pinnwand, die allerdings einer Räum-Aktion von FEM mal zum Opfer fiel, da wir von Opfern sprechen…dafür jetzt schön viel Platz dort…
KOMMENTAR zum OLG HAMBURG.

Indem das Oberlandesgericht die Klage einer Patientin abwies, die auf Schadensersatz nach einer Wundinfektion klagte, haben die Täter in Weiß nun noch Rückendeckung durch die Täter in Schwarz erhalten.

Dabei sterben die meisten Patienten in Deutschland nach einer BILD-Meldung nicht an ihren Krankheiten, sondern an Pfusch und Wundinfektionen.

Eine Wundinfektion kann leicht zur Blutvergiftung führen, und dann ist es aus und vorbei, mit sweet life.

Danke Du nettes Oberlandesgericht.

Tip: die KLAGENDE SOLL IN EIN ANDERES BUNDESLAND ZIEHEN UND DORT ERNEUT EINE KLAGE EINREICHEN. DENN LEIDER GIBT ES – außer dem Gang nach Karlsruhe , KEINE RECHTSMITTEL gegen die Oberlandesgerichte.

DAS IST EIN SKANDAL. BILD GREIF AUF! HASSO, fass zu!

Unser Redaktionshund Hasso zerfetzt gerade das Hamburger OLG-FRAUENFEIND-ABWEISUNGS-URTEIL.

Schön ist die Jugend

von:roseville

Es war sechs Uhr früh. Die Hitze bereits unerträglich. Da hatte doch vor etwa zwei Stunden jemand angerufen, da säße irgendwo am Straßenrand so ein komischer Typ. Anscheinend besoffen oder so. Jedenfalls säße er dort. Auf dem Bordstein, in blutverschmierten Kleidern und in sich zusammengesunken. Der Anrufer war auf dem Weg zur Frühschicht, als er die Gestalt bemerkte. Die Angst saß noch in seiner Stimme. Er wolle mit der Sache nichts zu tun haben. Hastig gab er der Polizei den Straßennamen und die ungefähre Hausnummer durch und hängte ein.

Tatsächlich hockte an der beschriebenen Stelle eine schmächtige Gestalt. Der Kopf war auf die Knie gesunken.
Neben dem anscheinend schlafenden oder toten Jungen stand eine in Seidenpapier eingewickelte Flasche. Eine Literflasche Wein, Mosel. Der Typ neben der Flasche roch merkwürdig. “Eingetrocknetes Blut,” stellte einer der Beamten fest. Der Typ wurde schnell wach und wollte die Flucht ergreifen. Der Typ war ein auffallend dünner, ja schmächtig wirkender mittegroßer dunkelblonder Junge, das Haar bemerkenswert kurz g eschnitten, um nicht zu sagen von beinah militärischer Akuratesse. Dabei mochte der Junge nicht älter als 16 Jahre oder so sein. “Mensch, hast nen duften Wein da”, sagte einer der Beamten, “hätt ich jetzt auch Lust drauf, hab gerade Feierabend, auch wenn es grad früh am Morgen ist..gibt’s sowas hier in der Nähe? So’ n Imbiß? So’n Büdchen, das schon offen hat?”

“In der Nähe ist ein Flaschenverkauf”, antwortete der Junge automatisch. Dann wurde er blass und schwieg abrupt.

“Wir wollen uns das Bürschlein mal etwas näher anschauen, ” brummte der ältere Beamte.

“Komm, Kleiner, zeig uns mal Deine Papierchen, Du hast doch welche..?”

“Ich bin überfallen worden”, sagte der Junge, “die haben mir die Papiere geklaut.”

“Aha. Komm, sei brav, und zeig uns mal, was Du in den Hosentaschen da hast und zieh auch mal Deine Schuhe aus…”

Die Hosentaschen gaben ein blutverkrustetes Taschentuch her, sonst nichts.

In den Schuhen fanden sich sieben Hundertmarkscheine.

“Wie nett, “, sagte der ältere Beamte.

“Dürfen wir fragen, woher Du das Geld hast?”

Der Junge wollte sich auf den Beamten stürzen.

“Sachte, Schätzchen”, sagte der ältere, gemütlich wirkende Beamte.

Und das Schätzchen krümmte sich schmerzverzerrt.

“Okay”, sagten die zwei jüngeren Beamten, “wir sehen uns mal nach dem Laden um”.

Der Junge wurde von dem älteren Beamten mit den Händen auf dem Rücken in den Streifenwagen verbracht und hineingehievt. “Wir fahren mal aufs Revier..” lächelte der gemütlich wirkende, ältere Beamte. “Bist Du immer so schweigsam?” fragte er, während sein Kollege sich auf den Straßenverkehr konzentrierte und stur geradeaus schaute. Der Junge schwieg. “Ich kann auch anders, wenn wir auf dem Revier sind”, sagte der ältere Beamte. “Ich kann auch anders. Das kannst Du mir glauben. ”

Der Junge schwieg.

Im Verhörraum verließ den Beamten die Geduld.

“Schau mich an!” schrie der freundliche Beamte, nahm den Kopf des Jungen zwischen seine zwei Hände, als ob er den Schädel des Jungen zerquetschen wollte –

“Schau mich an, wenn ich mit dir rede!”

Der Junge hob das Gesicht, hob den gesenkten Blick, und sah dem Beamten in die Augen.

Der Beamte sah die Augen des Jungen. Er ließ spontan von ihm ab. Ein jähes, ein entsetzliches, ein unerklärliches Schuldgefühl durchfegte für den Bruchteil einer störenden Sekunde sein Hirn. Sein eigener Sohn schien vor ihm zu stehen. Und er spürte den Gedanken in sich, oder die Frage, ob er nicht zu streng mit seinem Sohn sei.

In diesem Augenblick stürmten die beiden jüngeren Beamten in den Raum. Der eine, wie im Film, rannte gleich zur Toilette. Die Hand vor dem Mund und so. Er mußte sich schon wieder übergeben.

Er war noch nicht abgebrüht. Noch nicht lange im Dienst. Noch jung.

Sie hatten den privaten Flaschenverkauf gefunden. Auch die Besitzer. Ein Ehepaar. Beide tot. Ermordet. Zerstückelt. Mit einer Axt erschlagen.

Eingeschüchtert blickte der Junge zu Boden.

“Er ist verstockt, aber wir werden ihn schon noch zum Reden bringen..” sagte der ältere Polizist, der seinen Sohn schon wieder vergessen hatte.

Der Junge schwieg.

“Hast Du das Ehepaar umgebracht?” fragte der Beamte.

“Und wenn – warum hast Du es getan?”

“Welchen Grund gab es dafür?”

“Grundlos bringt man doch niemanden um, nicht wahr?”

“Und erst recht n icht so ein älteres, eher schwächliches Ehepaar, das so freundlich ist, nach Ladenschluß noch Getränke, Zigaretten und Salzstangen zu verkaufen?”

“Oder?”

Der Junge saß apathisch am Tisch und hielt den Blick gesenkt.

Ein weiterer Beamte kam in den Raum.

Er lehnte mit gekreuzten Armen an der Wand und sah dem Verhör zu.

“Du willst ihn aber nicht foltern..” hörte er sich sagen, als er sah, und deswegen war er in den Raum gekommen, wie sich sein älterer Kollege in eine Rage hineinbewegte, in eine Art Machtrausch steigerte,

die ihn unberechenbar und gefährlich für andere werden lassen konnte.

“Du hast zwei Erwachsenen ihre Eltern geraubt, den Enkeln ihre Oma und ihren Opa!”

Der Junge war kurz zusammengezuckt.

“Rede! Rede endlich!” brüllte der Beamte und sein Kollege blickte indigniert. Diese altmodischen , drittklassigen Nazifilmen abgeguckten Verhörmethoden waren ihm zuwider. Ja, sie ekelten ihn an. Und er fragte sich oft, was seine Kollegen an eigener Gewaltverdrängung bei solchen sogenannten

Täter-Verhören ungeniert und im Namen des Gesetzes abreagierten. Und ein Satz ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, den ihm seine Tochter kürztlich mittags zum Nachtisch auf den Tisch geknallt hatte –

“Meine Freundinnen sagen, Polizisten können niemanden leiden. Stimmt das, Papa? Und sie sagten auch, niemand kann Polizisten leiden. Warum denn nicht, Papa?”

Ja, vielleicht gingen wirklich viele zur Polizei, weil die Zeit der Blockwarte vorüber war.

Und sie nach Ersatz dafür suchten.

Der Junge stand unerwartet auf.

Hielt sich mit beiden Händen, wie um sich abzustützen, an der Tischkante fest.

“Vielleicht ist es gut, wenn die Kinder keine Eltern mehr haben!” sagte er.

“Vielleicht sind sie erleichtert. Jemand hat sie von ihnen befreit.!”

Der ältere Beamte, nach einem für ihn endlos langen Augenblick des Schweigens, fragte –

“Wie meinst Du das?”

“Wenn Ihr meinen Eltern nichts verratet, erzähle ich Euch alles,” erklärte der Junge feierlich.

Und lacht. Natürlich ist dies kein Lachen. Wie könnte es Lachen sein. Sie lachen immer. So liest man oder sieht man es in schlechtgemachten Filmen. Keiner lacht in solch einem Augenblick. Es kann n ur der Ausdruck von Wahnsinn sein, der wiederum ein Ausdruck von Flucht aus einer nicht ertragbaren Realität.

Es war also nicht auszumachen, ob der Junge lachte, weinte, schluchzte, stotterte, schrie oder um sich schlug.

Denn er fiel in Ohnmacht. Er kippte einfach um.

“Schade”, sagte der Alte ungerührt,

“Wir hatten ihn gerade!”

“Kannst Du einen starken Kaffee organisieren?” fragte er seinen an der Wand lehnenden Kollegen.

“Und vielleicht kühles Minieralwasser?”

Die Hitze.

Der Junge kam wieder zu sich. Er trank den Kaffee, trank das Mineralwasser und aß ein halbes Croissant.

Er stand wieder von seinem Stuhl auf.

Fuhr sich mit zehn Fingern durch die akkurat kurzgeschnittenen Haare und ging mit nach vorne gebeugtem Oberkörper in dem Raum auf und ab. Ab und auf.

Dann hob er den Zeigefinger.

“Das ist der Vater! Der Vater denkt beim Gehen. Er denkt viel. Und daher geht er viel.

Immer auf und ab. Und er darf nicht gestört werden, beim Denken. Denn seine Gedanken sind wichtig. Von Wert. Lebenswert. Wert für das Leben der anderen. Der Vater ist der werte Herr Jugendrichter dieser Stadt, den jeder lieber nicht kennen möchte…nicht wahr!”

Der Junge beugte den Oberkörper weiter nach vorne.

Sein Schritt wurde schwerer.

“Wenn der Herr Jugendrichter sich einer Entscheidung nähert, wird sein Schritt gewichtig.

Noch gewichtiger als für gewöhnlich. Das Haus hält den Atem an. Der Herr Jugendrichter darf nicht gestört werden. Erst wenn die Schritte aufgehört haben, beginnt das Leben wieder…der Hund bellt, der Vogel singt, die Blumen richten sich auf, die Mama beginnt mit ihren Fingerübungen am Klavier. ”

“Der Herr Jugendrichter, ich, ich war wohl das Ergebnis einer seiner so seltenen schwachen Sekunden…denn er ist ein Herr der Beherrschung, vor allem anderer, er ist schon ein alter Mann. Ein Mann der alten Schule, wie man so sagt.

“Als Männer noch Männer waren!

Und was das bedeutete, war klar! Wenigstens ein Schmiß auf der Wange. Das war das Wenigste.

Reiten, pah, lächerlich, mindestens Polo….Im Winter Skilaufen, im Herbst zur Jagd und all das Getue.”

Der Junge setzte sich wieder.

“Schuldig. Ich war von Anfang an schuldig. Ich habe die musische Art meiner mozartbesessenen wagnerianischen Mutter geerbt…sie hat mich verhätschelt, wie der Herr Vater Jugendrichter zu sagen pflegt.

“Sie hat einen Weichling aus mir gemacht, und keinen Mann!”

“Er bestand darauf, daß ich meine schulterlangen Haare abschneiden ließ, als er zum Landgerichtspräsidenten oder wie das lächerlich aufgeblähte Zeug so heißt, einen Empfang bei uns im Haus gab.

“So wie Du aussiehst, wie ein Gammler, kommst Du mir nicht über die Schwelle. Deine Mutter mache ich dafür verantwortlich, wenn Du heute Abend vor verschlossener Türe bleibst – falls Du Dich weigerst, Dir die Haare ordentlich schneiden zu lassen!”

Ja. Die Haare werden abgeschnitten. Die Gitarre wird weggeworfen.

Denn der Sohn, dieser Schwächling, der schert sich einen Dreck um Mozart und Wagner, der haßt diese Typen, der will in Wirklichkeit Rock-Gitarrist werden. Tja, nur die Mutter wußte das.

Ein Geheimnis. Er übte woanders, der Sohn und tat daheim als übe er Klavier..Etüden, klassische..gemeinsam mit der Frau Mama.

“Er kennt sich aus. Der Herr Jugendrichter-Vater. Er weiß wie man mit dem laschen G esindel, das sich heutzutage “jugendlich” nennt, umzugehen hat.

“Wegsperren! Alle!”

Jeder, der anders denkt , als er selbst.

Der Junge greift nach dem Mineralwasser, hält sich die Flasch an den Mund.

“Naja, und dann kam die Chance der Chancen.”

Die Eltern verrreisten. Für ein Wochenende mal wieder.

Endlich. Eine kleine Jagd-Partie.

Und ich schmiß ne Party. Erstmals in meinem Leben.

Ich war so verknallt in diese Süße aus der 9. Klasse…

Es war alles so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte, wie es sein müßte, wenn man jung sein dürfte…

Und nicht ganz arm – ein Haus, voll mit Menschen und Lachen und Musik und so.

Ja, so war es auch.

Wir waren um die dreißig Leute.

Und dann gingen irgendwann die Getränke aus.

Wir waren auch schon ganz gut angetörnt. Aber nichts Besonderes.

Tanzten, schmusten ein wenig, drehten die Musik auf, schlossen auch mal die E-Guitar an…

Ja, und dann ging es darum, wer noch was organisiert.

Ich wollte den Helden spielen.

Ich wußte, wo das Geld lag und wo es den Laden gab.

Ich hatte vergessen, daß es mitten in der Nacht war.

Was spielte die Uhrzeit für eine Rolle?

Ich war glücklich…ich war beschwipst, weniger vom Alkohol als von meiner ersten Liebe…ja…

Und dann klingelte ich wie verrückt, begeistert, nicht böse gemeint.

Ich wollte ihnen mein Glück entgegenjubeln. Ihnen mindestens hundert Mark Trinkgeld für das Trinkgeschäft anbieten…ach, ich wollte alles sein….der Prinz Eisenherz …der Ritter ohne Furcht und Tadel…

Was passierte?

Es war so banal.

Der alte Mann, so ganz alt, war er noch nicht, so um die Mitte 60 , noch sehr rüstig, er selbst haßte dieses Wort, es hatte schon so etwas Halbtotes, er fühlte sich fit und ohne Alter…er war im besten Alter, pflegte er zu sagen…und er spielte noch Tennis, nahm es mit jedem Jüngling auf, wenn es sein mußte.

Auf jeden Fall öffnete der Mann, im Schlafrock und rot vor Wut im Gesicht.

Das sei ja der Gipfel und all das Übliche, und das werde er dem Herrn Vater aber stecken, was sich da sein Bürschlein von Sohn so leiste…mitten in der Nacht und so viel Geld, sicher beim Vater geklaut..hahaha, lautes höhnisches Lachen, der Sohn des Jugendrichters selbst ein Dieb…hahaha….

“Ich verabscheue jede Gewalt!”

sagte der Junge.

“Aber da brach dieser Hass aus, der mich blind machte.

Es war, als ob ich endlich meinen eigenen Vater umgebracht hätte.

Endlich zum Schweigen für immer gebracht hätte.

Das Pech war, daß dann die Frau auch noch in den Kellerraum kam, um mal nachzuschauen, wo denn ihr Mann blieb.

“Da fing sie dann auch noch an. Fast noch schlimmer als ihr Alter …”

Ja, da lag sie Axt, sie lag dort, ich weiß ncht, warum sie dort lag, und was ohne diese Axt…

Ich schlug zu , immer wieder, auf beide. Als sie längst schon…….”

“Ich glaube, ich hielt die Axt lange in der Hand. Prüfend. Abwägend. Voller Angst.

Ich wußte, was eine Axt kann. Vielleicht wollte mir der Mann auch die Axt entreißen.

Das Merkwürdige ist, ich kann mich nicht mehr genau an den Ablauf erinnern. …

Die Spontan-Amnesie als Folge eines tiefen Schocks. Das Hirn hat viele Schutzmuster.

Lebensrettende. Wie das blitzschnelle Reagieren bei einem Sturz. Um ihn abzufedern.

Das menschliche Gehirn ist schneller als die Zeit. Viel schneller..

Es reagiert viel schneller und eben auch so vielschichtig, daß ein junger Doppelmörder nicht unter der Last seiner Tat sofort zusammenbricht, sondern erst einmal “vergisst”. Oder vor Erschöpfung auf dem Straßenrand einschlief.

“Es wird meiner Mutter das Herz brechen. Um meinen Vater tut es mir nicht leid.

Der wird sich so ärgern, daß es schon fast eine Genugtuung für mich ist…”

Der Junge hielt an.

Er hielt sich die Hand an den Magen.

Er wirkte im weißen Licht des Morgens so kalkig, plötzlich.

Er blickte noch einmal auf. Erstaunt. Der Junge.

Fasste sich an sein Herz. Und starb.

Kreislaufversagen, Schock, Todessehnsucht nach einer Tat, die er nie mehr würde vergessen können, die ihm niemand würde verzeihen können, ein Gebrandmarkter, Ausgestoßener, Verzweifelter, Ungeliebter, für immer. Es war vielleicht zu viel für sein jugendliches weiches Herz.

Der Arzt stellte den Totenschein aus.

Der Herr Jugendrichter war noch nicht zurück, von seinem Jagdausflug.

Die Beamten würden auswürfeln, wer es ihm beizubringen hatte.

Frau, in der Tiefe des Sommers

In der Tiefe des Sommers.
von Florence D.


Lina öffnete die hohen schmalen Flügel der beiden Fenster im Wohnzimmer.
Bezaubernd, diese noch originalen, graugrün patinierten Fenstergriffe aus der Jahrhundertwende!<
Sie hatten diese alte Villa erst seit kurzem gemietet. Lina schaute vom Fenster hinab in den altertümlichen Garten, in den sie sich auf Anhieb verliebt hatte. Dichtblättrige Rosenstöcke, wie alt mochten sie sein? erinnerten an edle und gleichsam erstarrte Ballerinen, stolz und erhaben in ihrem apricotfarbenen Blütenkleid.
Umschmeichelt von verspielten Kornblumen. Mitternachtsblaue Gesichtchen, anbetend.
Schmetterlingspärchen, sonnentrunken, turteln über dem Busch des Lavendels.
Über Nacht hatten die Pfingstrosen ihre purpurnen Herzen geöffnet. Gelbe Lilien verneigten sich.
Hochstielige, elegante Sonnenanbeterinnen.
Blüten wie Goldlack. Leuchtende Kronen von Märchenprinzessinnen. Umschwirrt von Bienen, so hochbeschäftigt!
Der Flügelschlag eines vorbeifliegenden Vogels, so dicht, als streife er Linas Haar.
Ein schöner und warmer Sommertag brach an.
Lina ließ die Fenster weit geöffnet und ging in die Küche. Sie war geräumig. Wirkte dämmrig.
Das einzige Fenster grün verhangen:
Wie Lianen rankten sich die schlanken Zweige eines hochgewachsenen Unkrauts von außen um die Gitterstäbe vor dem Fenster.
Lina mochte diese Küche.
Lina füllte den Wasserkessel mit Wasser für ihren Frühstückskaffee, stellte ihn auf den Elektroherd, den sie automatisch anschaltete.
Lina setzte sich an den schmalen, langen Holztisch, der schon viele Umzüge überstanden hatte, seine Oberfläche wie ein runzeliges, zerfurchtes Gesicht, Lina strich über seine Oberfläche, schob eine aufgeklapptee Zeitung beseite und und zündete sich eine Zigarette an.
Der Wasserkessel begann zu pfeifen.
Lina stand auf und holte den Kaffee und den Filter und die Filtertüten aus dem Wandschrank, und eine Tasse, und aus dem Kühlschrank die Milch. Brühte den Kaffee auf.
Der Duft des frischen Kaffees…
Er weckte Erinnerungen an die Geburtstage der Großeltern, gleich kannenweise wurde Kaffee gekocht, die Verwandtschaft war zahlreich.
Sonst sah man sich eher selten.
Kuchenberge, aufgeschichtet auf weitausladenden kuchentellern, feine Sammeltassen, und die geschäftig umhereilende Großmutter.
Linas Zigarette war vom Aschenbecher auf den Tisch gefallen, und hinterließ einen winzigen schwarzen Fleck.
Der Tisch besaß unzählige solcher Flecken.
Er war ein guter alter Tisch, aus Weichholz.
Aufgearbeitet hätte er kostbar ausgesehen. Aber er war ein Wohntisch, ein Tisch zum Leben, zum Dransitzen, wie Lina gerne sagte.
Lina nippte an ihrem Kaffee.
Ihr Sohn, schon erwachsener, als Lina lieb war, war längst in der Schule.
Er würde erst am späten Nachmittag, gegen Abend, zurückkehren.
Und nicht zum Mittagessen heimkommen.
Die Pause bis zum Nachmittagsunterricht war zu kurz. Sie gingen in die Schulcaféteria, ihr Sohn und seine Clique. Das war naheliegend.
Ralf, Linas zweiter Mann, jünger als Lina, war längst zu seiner Arbeit aufgebrochen.
Eine Baustelle, weiter weg.
Vor dem späten Abend brauchte Lina ihn nicht zurückzuerwarten.
Sie waren seit ein paar Monaten verheiratet.
Alles in bester Ordnung.
Das Kind in der Schule.
Gute Noten.
Nette Freunde.
Der Mann, der nach einer kurzen Arbeitslosigkeit diese Stelle gefunden hatte. Allerdings weit entfernt.
Und sie, Lina, sie besaß diesen schönen Garten.
Die Villa hatte lange leergestanden. Erbstreitigkeiten.
Deswegen war sie dann zuletzt doch vermietet worden, anstatt verkauft, die Villa.
Der Garten war verwildert.
Lina hatte die kleinen Kieswege zwischen den Blumenrabatten wieder freigelegt.
All das Unkraut mit ihren bloßen Händen herausgerissen;
die Rosen von Schlingpflanzen, die sie zu ersticken drohten, befreit.
Es war jetzt ein schöner Garten, dem man ansah, daß er vor vielen Jahrzehnten angelegt worden war.
Vielleicht sogar schon um die Jahrhundertwende?
Zum Zwanzigsten Jahrhundert.
Kleine verschnörkelte Kieswege…wer käme heute noch auf die Idee, seinen Garten so anzulegen?
Vielleicht in England, dachte Lina, oder in Frankreich, vielleicht. Im Süden Frankreichs – oder doch eher im Norden?
Aber der wirkte eher herb, nicht so versponnen.
Doch war der Süden Frankreichs nicht zu heiß, zu trocken für Rosen…?
Lina dachte dabei eher an Bougainvillae, deren lila Blüten..und, dazu passten keine Kieswege, oder?
Abends, wenn Lina zuweilen in einer Ecke des Gartens saß, bei einem kleinen Schlückchen Sekt, sah sie die Glühwürmchen, grünflirrig…zaubrig, unwirklich.
Lina war überzeugt, Glühwürmchen gab es nur noch in ihrem Garten.
Seit Jahren hatte sie keine Glühwürmchen mehr gesehen.
E
Die Tautropfen perlten von den goldrosafarbenen Rosenblättern, wenn Lina ihren Sohn, was er albern fand, bis zum Gartentor begleitete.

Ihrem Mann nachwinkte, der zuerst das Haus verließ.

Der Garten funkelte in den ersten Sonnenstrahlen.

Und die Geschäftigkeit der Natur begann, täglich, früh.
Sie wirkten so zielbewußt, diese Bienen, Summer, Falter, Käfer, Vögel, das Eichhörnchen, die kleine Ringelnatter, die sich zuweilen auf den alten Steinen zwischen den Pfingstrosen sonnte.
Sie hatten alle zu tun.
Sie besaßen alle ihren Rhythmus.
Was wird aus mir, dachte Lina.
Und sie trank ihren Kaffee aus.
Stellte die Tasse in die leere Spüle.
Sie müßte Wäsche waschen.
Sie konnte sich nicht dazu aufraffen.
Wo stand geschrieben, dass sie allein die schwere Hausarbeit machen sollte?
Lina kochte gern.
Sehr gern sogar.
Doch für die anderen Arbeiten hatte sie früher immer eine Hilfe, eine Haushaltshilfe.
Als sie noch berufstätig war, und nicht verheiratet.
Kein Mensch, dachte etwas in Lina,
kann so einsam sein, wie eine verheiratete Frau.
Sie ist der Motor des Hauses, sagt man so.
In Wirklichkeit arbeitet sie unentgeltlich.
Damit alles funktioniert.
Ihre Haushaltshilfe durfte sich monatlich über 500 DM freuen.
Eine Hausfrau…denkt Lina, sollte nur für das Schöne da sein, mit genügend Hilfe und Gesellschaft, so wie früher, vor einhundert Jahren.
Hausmusik-Abende…Lina lächelte.
Träume. Wie konventionell!
Alles schien so schnell-lebig, so flüchtig.
Hallo, Mama, sagte das Kind, das keins mehr war, und ja, und war gleich wieder weg:
Die Freunde.
Und der Mann?
Wieso hatte sie ihn eigentlich geheiratet?

Aus Liebe natürlich.

Aber stirbt die Liebe nicht am Alltag?

Lina verließ die Küche und ging hinaus in den Garten.

Sie hatten im Radio schwere Gewitter angekündigt.

Der Himmel färbte sich schwarz.

Ein Blitz zuckte.

Lina lief zurück ins Haus.

Schloß alle Fenster.

Sie stand hinter den Scheiben und blickte hinaus in den Garten.

Das Gewitter begann mit ein paar harten Schlägen, die sich anhörten, wie trockener Husten.

Dann endlich der Regen.

Wenn es regnet, so hatte die Großmutter gesagt, ist das Gewitter nicht mehr gefährlich.

Die Regentropfen rannen wie Tränen.

Durch die Fensterscheibe hörte Lina, wie sie auf die Blätter im Garten prasselten.

Langsam öffnete Lina wieder eines der hohen schmalen Wohnzimmerfenster. Um die frische Luft hereinzulassen. Der Duft des Gartens. Der Duft von regennasser Erde. Das Telefon kingelte.

Entenbrüstchen & Aprikose../9/2002/

Aprikose schmeichelt an Entenbrust
Rezept…..
Verfasst: am 27. Sept. 2002

Mmmhh , Ihr Lieben, jetzt, da die Tage kürzer werden, wächst wieder die Lust am Kochen.
Auf etwas „Warmes“. Die Salate des Sommers…wie von gestern auf heute..so nah und doch so fern .
Dies hier ist ein Spontanrezept.
Geeignet für ausgehungerte Singles, die in der letzten Viertelstunde durch den Supermarkt hetzen, aber doch wissen, was wo liegt.

Und es prangt ja auch immer etwas „Kauf-mich-doch-Trächtiges“ im Eingangsbereich.
Etwa Obst und Gemüse.

Es (das kleine Rezept) ist aber auch durchaus sehr gut geeignet für einen Spontan-Anruf bei einer Freundin oder dem Süßen, sofern gerade einer vorhanden – hey, hast Du Lust, auf ein kleines, aber …feines Essen…?

Es ist kinderleicht.
Denn FEM kocht nie nach Rezepten, fast nie, sondern improvisiert fast immer.
Und das kann eigentlich auch jede( r ).

Gut…FEM sah die schöne Entenbrust liegen. Sie konnte ihr nicht widerstehen.
Und der Preis war mit 6 Euro für die Größe auch akzeptabel.

FEM griff nach der Ente.
Auch nach einem Bund Lauchzwiebeln.
Roten Paprika im Zwirnsbeutel, die spitz zulaufenden, die wie errötete Peperoni aussehen, aber keine sind. Sondern süßlich schmecken.
Ja, und ein Glas entkernter grüner Oliven.
Oh, noch ein Baguette! Das passt immer.

Tja, daheim in der kleinen Küche.
FEM hatte mal eine Emaille-Pfanne mit zwei Henkeln erstanden, so ähnlich wie eine Paella-Pfanne. Ihr Vorteil – man kann sie gut erhitzen, und sie ist nicht so schwer und auch nicht so teuer wie eine Gußeisen-Pfanne.

Also…überleg, grübel…was zuerst…
Ja – die Entenbrust abwaschen. Trockentupfen.
Den fetten Teil der „Haut“ mit einem Messer in grobe Quadrate ritzen.
Beidseitig mit etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle (FEM nimmt schwarzen Öko-Pfeffer) würzen. Auf einen Teller legen und warten lassen.

Großer Blick durch kleine Küche : was habe ich denn so da?
Spontan werden die rotspitzen Paprikaschoten unter heißem Wasser abgewaschen.
Halbiert, die Kerne raus und in grobe Vierteiler geschnitten.
Etwas Butter und Olivenöl in die Pfanne, das kann ja schon mal heiß werden.
So daß es anfängt zu kräuseln.
Dann vorsichtig, damit das Fett nicht spritzt und man sich Hand und Gesicht verbrennt..
Die großgewürfelten Paprikaschoten hinein …
Das duftet sehr bald schon vielversprechend..
Die Lauchzwiebel, und etwas von dem Lauchteil selbst, ein wenig später vorsichtig dazu.
Und ins Zentrum der Pfanne, „mittig“ also nun die wartende Entenbrust.

Da freuen sich Paprika und Lauchzwiebel.
Es zischt ein bisschen.
Was die sich wohl erzählen !
FEM hat inzwischen die Temperatur erhöht.
Damit die Ente und Paprika nun etwas ins Schwitzen geraten.
Ach, da liegt ja noch eine Tomate, genau.
Schon ein bißchen weich.
Genau richtig, um dem Trio in der Pfanne etwas Saft zu geben.
Mit dankbarem Zischen wird dies in Empfang genommen.
Ja – die Oliven! Genau.
Olivenglas mit einiger Mühe, aber dann doch – Kaffeelöffel zwischen Deckel und Glas und vorsichtig anheben, damit der Druck schwindet, und das Glas läßt sich widerstandslos öffen, jawoll! .
Ein paar Oliven in die Pfanne.
Und etwas von der Lake, in der die Oliven ruhten.
Das sieht schon mal ganz gut aus.
Die roten Paprika-Würfel, der grüne, etwas länglich gelassene Zwiebellauch und die lässigen Oliven dazwischen.
Auch die Oliven-Flüssigkeit aus dem Glas wird mit sehr viel Freude von der Gesellschaft in der Pfanne aufgenommen. Na, wer sagt’s denn!

Eigentlich – mmhh, da liegt auch noch so ein netter Apfel herum.
Könnte dem Ganzen etwas fein-süßlich Geheimnisvolles verleihen, oder nicht?
Probieren geht über studieren.!
Der Apfel wird in Streifen geschnitten, aber nicht zu fein.
Sonst löst er sich ja beim Braten auf.
Tja, der Blick auf das Gewürzregal…mit all seinen Geheimnissen.
Intuitiv, wirklich, legt FEM ein einziges Blatt, oh, , wie heißt es gleich? Eukalyptus? Oder ganz anders ?
Na ein Blatt jedenfalls legt FEM zart auf die Entenbrust, die übrigens natürlich schon hier und da mal gewendet werden mußte, damit sie nicht anbrennt.
Und ein paar Krümel eines Trocken-Senf-Gewürzes, das eigentlich für Salatsaucen gedacht ist. Nur ein paar winzigste Krümelchen, die FEM der Ente leicht überstreut.
Die Hitze ist auch längst wieder runtergedreht.
Und Das Pfannenmiteinander schmorgelt langsam und gemütlich vor sich hin.
Vielleicht – noch eine einzige kleine Gewürznelke zum Ganzen?
Ja !
Und ein Hauch, aber hauchzarter Hauch von Currypulver, ja, gut.
Mmmhh, das riecht durch die Wohnung, die Katze kommt schon angeschnurrt.

Ja – und dann fällt FEMS Auge auf die Schale mit den kleineren Pfirsischen.
Genau! Völlig vergessen. Die schrumpfeln schon langsam vor sich hin.

Was bedeutet – sie sind traumhaft saftig, und noch nicht umgekippt in den Gärprozess!
Vorsichtigst zerschneidet FEM die Pfirsische, sie sind schon zu weich, um in kunstvolle Stücke zelebriert zu werden , zerschneidet sie über der Pfanne, damit kein einziger köstlicher Tropfen Pfirsischsaft verlorengeht.
Mit viel Gefühl nun noch ein klein wenig Wasser zum Ganzen, aber wenig, wirklich sehr, sehr wenig, sonst verliert die Ente ihre Kruste.
Nur – anbrennen soll es ja auch nicht.
Vielleicht doch eher noch ein wenig Olivenöl dabei ?
Nein. Es ist gut so.
Eine geniale Idee nimmt Platz in FEMs Kochhirn.
Die Ente muß jetzt ein wenig ruhen.
Das machen Köche immer so.
Das Entenbrüstchen auf einen Teller – und der Grill des Backofens an.

Zwei Minuten schätzt FEM, wären noch gut unter dem Grill, nachdem sie ein winziges Stück von der Entenbrust probiert hatte.

Und dabei dann gleich das Weißbrot mit hinein, in den Grill…

Das Gemüse ist jetzt alleine.
Eine gute Gelegenheit, noch etwas wärmeres Wasser , wenig, wenig, dazuzugeben, ein paar mal umzurühren und abzuschmecken.

Der Probierlöffel bleibt ja fast im Munde stecken, vor Begeisterung.
Die Pfirsische! Und sicher auch der Apfel, aber vor allem die Pfirsische, und dieses kleine Eukalyptusblatt und diese einzige kleine Gewürznelke und dieser hauchzarte Hauch von Currypowder – aber diese entzückenden kleinen Pfirsisch-Scheibchen, die auch dankenswerterweise weitgehend als Stücke noch erkennbar sind –

Perfekt! Sagt FEM zur Katze.
Es schmeckt einfach perfekt.
Und man weiß nicht genau, wonach.
Leicht süßlich scharf, aber so hauchdünn wie eine Mehrheit bei der Wahl…das läßt die Geschmacksnerven kitzeln, denn Du weißt wirklich nicht, woher kommt dieser köstliche, dieser so geheimnisvoll leicht orientalisch anmutende Geschmack…

Die kleine Küchenuhr, die einzige, die bei FEM funktioniert, alle Uhren gehen irgendwie, wie sie wollen, klingelt.

Ja. Im Backofen sieht es gut aus.
Die Entenbrust ist ein klein wenig mehr als à point. Rosa, zart, aber schon ein wenig mit Biß.
Einigen vielleicht ein Tick zu weit durchgebraten. Für FEM gerade richtig.

Und das Brot – mmmhh, auch gerade schön halbheiß.
Tja, jetzt ist leider keine Zeit mehr, jemanden schnell anzurufen, um zum Essen einzuladen.
Bis dahin wäre ja das Essen kalt.
Und außerdem – FEM muß es ja erst einmal vorkosten!

Nun wird die Ente auf einen leicht vorgewärmten flachen Teller (eine Herdplatte auf 0,5 , allerkleinste Stufe E-Herd, kurz Teller drauf, nicht lange, damit er nicht platzt..) gebettet;
mit aller gebotenen Hingabe.
Und Aprikös-chen und Paprikaschötchen, Äpfelstückchen und Zwiebellauchstreifen, aber auch die durchaus noch kessen Oliven, in einer dezent und leicht gelierten Sauce (Das bewirkten wohl die Süßstoffe in den Aprikosen) um die Entenbrust, die FEM jetzt nicht in Scheiben schneidet, drapiert.

Der Duft! Der Anblick!
FEM balanciert alles an ihren einzigen freien, dafür aber schönen alten Tisch, setzt den
Ersten Bissen in den Mund….Entenbrust rosa, mit einem Hauch von angeschmeichelter Aprkose…..!
Welch ein Genuß!
Fem atmet durch.
Welch ein Genuß…

Da klingelt das Telefon.
Freundin Uta am Aparat.
Sie fragt hektisch – hey, hast Du nicht Lust, auf einen Sprung rüberzukommen, ich koche gerade wie verrückt, probiere was Neues aus? So in zwei Stunden etwa?

Klar, sagt FEM.
Was gibt es denn?
Das verrate ich nicht.
Uta klingt geheimnisvoll.
Ich koste gerade die erste Entenbrust der Saison, schwärmt FEM.
Nicht wirklich?
Uta ist konsterniert.
Lacht auf.
„Ich probiere gerade ein neues Rezept aus!“
Wie geht es denn? Fragt FEM
Entenbrust an Kastanien, sagt Uta.

Mmmhh, antwortet FEM.
Vielleicht ein anderes Mal?
Auf meinem Keller erkaltet gerade Entenbrust mit Aprikös-lein und so.
Gute Idee – Uta klingt erregt.
„Bei mir schrumpeln auch gerade noch ein paar herum.
Die passen doch zu Kastanien?
Aprikosen passen zu allem, glaub ich, sagt FEM.
Echte Einschmeichler…
„Ich backe sonst nur damit – !“
Aber könnte ja auch mal –
Ja…FEM weiß jetzt, daß ihre Entenbrust sie mit der gebotenen Kühle erwarten wird.
„Uta, mein Essen ist gerade kaltgeworden.“
Macht nichts, lacht doch diese Uta –
„Dann kommst Du halt zur Entenbrust, angeschmeichelt mit Aprikosen und Kastanien.

Nebenbei, die Entenbrust schmeckte auch noch lauwarm köstlich und das Gemüse noch eine Spur rätselhafter. Nur das erkaltete Weißbrot wirkte hart abweisend.

Okt/Nov-live-Texte..02

WILLKOMMEN – WELCOME- BIENVENUES!
Bei FEMINISSIMA, der online-Frauenzeitschrift.
START: 12. 07. 2002

Heute: 01. 11. 2002

BESUCHER: 6.810.

FEMS TAGEBUCH VOM 29. Bis 31. Oktober 2002

Es ist 17 Uhr…der lauschige Dämmerungszustand..so lange wir nicht selbst eindämmern..heute ist ein ruhiger Tag, bei uns. Nicht in Italien. Das Jahr 2002 wird wie auch das Jahr 2000 als ein unglückliches Jahr in die Annalen eingehen…ein neues Pressegesetz in Moskau verbietet Kritik…der Rückschritt zur nur mühsam überspielten Diktatur, da ist er schon wieder…FEMINISSIMA, ein wenig müde..:
Kommt gut in den Abend und –

CU! Wir sehn uns! Bleibt dran.!

GUTEN MORGEN – !
Es ist kurz nach 10 Uhr..
Nebel in der sweet Hessisch Provinz, und wie !
Hier strömt es aus NRW rein, ohne Ende, denn in Hessen iss heute KEIN Feiertag, nein!

In der Nacht schlich sich, nur wenig weiter unten, ein kleiner Denkfehler und damit Lesefehler und natürlich auch dann Schreibfehler, bzw. “Zuordnungsfehler” von FEMINISSIMA ein, den sie jetzt SOFORT korrigieren möchte:

FEM hatte Joschka Fischer, unserem Außenminister, der just in den USA zu Besuch..
den Satz in den Mund gelegt:

“Wir lassen uns keine Handschellen anlegen!”

Lach-weil das natürlich FEMs Gedankengut gewesen wäre…aber nein, POWELL war es, der diesen markigen Satz von sich gab, in Richtung UN-WELTSICHERHEITS-RAT…

Und da seht Ihr einmal mehr, wie ein Satz allein, in einem anderen Zusammenhang, eine radikal andere Bedeutung annimmt, dabei bleibt es derselbe Satz..

Wenn Powell das in Richtung UN-Weltsicherheitsrat sagt, dann meint er damit, wir greifen den IRAK im Zweifel ohne jede Hemmung auch ohne Eure Billigung an..es geht um die Freiheit, sich das KRIEGS-SPIEL blos net verderbe zu lassen…

wäre der Satz aus des deutschen Außenministers Munde…ja, dann hätte es bedeutet, so gewirkt:
“WIR lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen, auch nicht von den USA..und lassen uns nicht zu und in einen Krieg zwingen, den wir nicht wollen..”

Deswegen, hier der Hinweis auf die falsche Zitatzuweisung…die gleich im Nacht-Text noch im Nacht-Schlafrock steht und sich gerade die Zähne putzt – …übrigens der Ausspruch von Kerstin Müller, der nach Mitternacht in spiegel-online stand, ist jetzt weg. Es war ein langer Artikel. Er ist im Moment nicht wieder aufzufinden…ins Archiv gefallen? Okay, lest mal weiter…wenn Ihr wollt und kommt gut in und durch den TAG…!
CU!

KEEP ON! HOLD ON! BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA (e-mail:fem@feminissima.de)

1.11. frische Nacht:

Nun ist er also da, der November..

Ja, machen wir das Beste draus.

Es ist kurz nach Mitternacht des neuen Tages, des Freitags, dem 1. November also, und FEM gibt Euch zwei kleine eingepackte Gedanken als Vesper mit durch die Nacht –

Was meint die GRÜNE, nun Staatssekretärin,
KERSTIN MÜLLER mit dem Spruch, in bezug auf Tschetschenien und Rußland…und die moderate Haltung der Bundesregierung gegenüber Rußland :

“Es darf keinen Menschenrechtsrabatt geben!”

WAS meint sie damit? FEMINISSIMA versteht des irschendwie net. Es darf keinen Menschrechtsrabatt geben. FEM würde spontan das Gegenteil meinen. ES MUSS sogar…abgesehen davon, daß dies sprachlich ein Monster-Ausdruck ist, aber Kerstin Müller fiel nie durch besondere Eleganz in der Eloquenz auf, oder in ihren Gedanken…
Dennoch würde FEM gerne wissen, was sie damit meint…Könnt Ihr da weiterhelfen??

Daß hingegen der deutsche Generalbundesanwalt versuchen will, sich in die Ermittlungen in Rußland einzuschalten, klingt spannend und vielversprechend. Immerhin wurde eine 18jährige Deutsche, die dort auf Besuch war, verletzt durch die Geiselbefreiung nach russischer Art und gleichfalls ein weiterer Besucher aus Deutschland, Mitte vierzig.

Das ist ein ganz neuer Aspekt…im übrigen rät Euch FEM, sämtlichen Falschmeldungen aus Rußland weitestgehend zu mißtrauen.
Was derzeit von dort gestreut wird, ist ebenso haarsträubend wie dumm, uns glauben machen zu wollen, der junge Anführer habe mit dem nun auf Druck von Russland in Dänemark verhafteten…na, Ihr wißt schon, telefoniert, während der Geiselnahme..plötzlich will “jemand” den Namen des nun in Dänemark inhaftierten tschtschenischen

Politikers aus dem Munde des erschossenen ..
ach, Ihr Lieben, es ist so degoutant, wie nun der bleckende russische Bär auch noch postum…nur, um von sich selbst abzulenken und seiner Gewalt, die im Vergleich, und FEMINISSIMA getraut sich noch Vergleiche, an Stalin und an Hitler erinnern. Im Ausmaß der Menschenverachtung.

FEMINISSIMA findet es sehr..bedauerlich, daß eine GRÜNE sagt:

“ES DARF KEINEN MENSCHENRECHTSRABATT GEBEN” –

und fordert den sofortigen
RÜCKTRITT VON KERSTIN MÜLLER WEGEN MENSCHENRECHTS-VERHETZUNG.

“Wir lassen uns keine Handschellen anlegen”, sagte unser GRÜNER Aussenminister in den USA.
Das klingt schon besser, auch wenn er ein Mann ist.

Herta Däubler-Gmelin wurde trotzdem geteert und gefedert…und in einer Nachrichtensendung vorgesternabend in einem Atem mit den schlechten Beziehungen Deutschlands zu den USA genannt.
Das ist äußerst unredlich.
Immerhin hat Gerd Schröder den Wahlkampf superknapp, aber überhaupt nur wegen seiner anti-amerikanischen-anti-Krieg-mit-Irak-Strategie gewonnen, und seinem Glück, daß das Elend den Osten in Form von Hochwasser heimsuchte….(jetzt wird schwer über die Verteilung der GElder gerangelt, was FEM schon damals prognostizierte..)

Plötzlich galt der völlig Erlahmte, der dafür jetzt die Arbeitslosen in Deutschland büßen lässt, wieder als “Macher”…(der schöne Schein..).

Die Deutschen, sie lernen schnell von der üblen Destabilisierungs-Rhetorik repressiver Staaten…
die die “Schuld”, die “Verantwortung” an unverantwortlichen eigenen Schwächen, Fehlern, Versäumnissen, Verbrechen – flugs anderen in den Mund schieben…auch wenn dieser Mund, oder gerade weil..längst nichts mehr sagen kann, weil tot….um neue Zusammenhänge eigener Gewalt als “Rechtfertigung”, ach, es ist so degoutant, so zum Verzweifeln.

Ja, und weil eine Mini-schwäbische Zeitung ihren Artikel ins Internet gesetzt hatte, und spiegel-online darauf hingewiesen hatte – SPON damit SEINE SUPER-SCHLAGZEILE HATTE – war klar, daß Herta Däubler-Gmelin geschlachtet würde.

Es war nicht die kleine unbedeutenden schwäbische Zeitung, die das fertigbrachte,
es war der take over durch SPON, also die Verbreitung und Verbreitungsmöglichkeit durch SPIEGEL-ONLINE.
Aber nun wurde in einer Nachrichtensendung des Fernsehens vorgestern Abend, im Zusammenhang mit Fischers Besuch in den USA auf die so erkalteten Beziegungen zwischen Germany & USA hingewiesen:
mit dem Zusatz..”dafür verantwortlich sei vor allem…” und dann wurden nicht nur ihr Name genannt, sondern auch ein FOTO der Ex-Justizministerin Däubler-Gmelin

im Hintergrund eingeblendet.

Das findet FEMINISSIMA so übel, daß sie hier den DEUTSCHEN PRESSE-RAT einschalten wird.

Das einzige Problem –
FEM sah so viele NAchrichten an jenem Abend, telefonierte, und las auch noch gleichzeitig Zeitungen quer –
daß sie nun nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es bei der “NACHTAUSGABE des ZDF war oder in “DIE NACHT” von SAT I, war, wo dies gesehen.
Dabei war ja schon “DIE NACHT” so aufgefallen,
durch die Auslassung der toten tscheschenischen Geiselnehmer bei der Nennung der Zahl der Toten im Moskauer Musical-Theater..
Vielleicht habt Ihr das ja auch gesehen? Die “Schuld”, die nun der Abgeschobenen, die sich auch nicht wehren kann..siehe die Ähnlichkeit des Vorgehens..in die kalten Schuhe geschoben wird, auf daß Kanzler und sein Außenminister als die Musterknäble …naja…
kommt gut die Nacht.
Verrat sells, daß zeigt ja auch die Tussie, die das Buch für den Oberproll des Jahres geschrieben hat…na, und die jetzt in Potsdam im schrägen Licht der den früheren Bewohnern abgeluchsten Jugendstilvillen auf vornehm mimt…
Nein, FEM findet nicht eine Frau gut, nur weil sie eine Frau ist.
Es geht um politische Prinzipien. Also werdet Ihr bei FEM auch immer – oder gerade! – kritische Töne gegenüber Frauen lesen, die ihre eigenen Schwestern …”verkaufen”…oder die, durch was auch immer in Posten gekommen, dann haarsträubend dummes Zeug äußern, was ja- merke! -bei Frauen gleich dreifach zählt, weil Männer – die dürfen so etwas, verstehst?

Na, FEMMINISSIMA trollt sich mal….
kommt gut

durch die Nacht…CU!

Und wenn Ihr mögt, es sind noch Schnittchen, pardon, Texte da…!

DO – 31. 10. 2002

BESUCHER: 6.770./ 17 Uhr

FEM’AKTUELL:
Der Text:
“Ja, der heiße 7. MAINZER MEDIENDISPUT!”
steht jetzt nicht mehr in der Rubrik “PINNWAND”, sondern in “femMEDIEN”.

FEMS anfägliche “Verwunderung” (Aufregung..) WAR durchaus nicht unbegründet.
Die Meldung kam von der Veranstaltungs-Agentur, und auch die war richtig..
aber lest doch bitte selbst- Männer diskutierten, Frauen moderierten….tja!
Und es verwundert auch wenig, daß offenbar “direkt und unmittelbar” nur FEMINISSIMA nachfragend reagierte – “Was, KEINE einzige FRAU am Podium?”
Entweder haben die (Medien-)Frauen ihr Ausgeschaltet-Werden schon so verinnerlicht, oder sie bekamen diese Meldung gar nicht. Na, nach dieser Einführung..wißt Ihr ja schon fast..aber damit erklärt sich auch (fast) von allein die VERFLACHUNG und BOULEVARDISIERUNG in den MEDIEN: sie ist demnach von MÄNNERN gemacht..?!
Es wäre nicht übel, wenn Ihr Euch aufraffen könntet, diesen kurzen Text mit seiner Ergänzung nun in femMEDIEN Euch zu Gemüte zu führen..
Denn er enthält auch, wir sind ja motiviert… eine neue Idee.
Aus dem Schlechten immer versuchen, noch oder wieder etwas Gutes zu basteln..CU!

Dieser Text steht seit heute Vormittag.
Und eine Reaktion möchte FEM’ Euch auch nicht vorenthalten :

“Ja genau! Die Frauen reichen Schnittchen”.
Jeder Kommentar überflüssig..

Es ist Abend geworden.
Dämmerung.
Twilight-Time..halb sechs…
Noch ein wenig schimmerndes, trügerisches Licht..
Versprechen einer blauen Nacht..
Den alten englischen Schlager: “Twilight time” , kennt Ihr ihn noch,
oder schon wieder..?
Es ist ein junger Abend,
der zu Tee und erstem Glühwein…inspiriert,
zu HALMA-Spielen mit den Kindern
oder zu SCHACH im Café,
zum trauten Tratschen mit einer Freundin..
oder zum eiligen Eilen zum Volkshochschul-Kurs..
zum Beispiel, um zu lernen,
wie man Fotos vom Scanner in FEMS FOTO-SESSION bearbeitet und transportiert..
Vielleicht sitzt Ihr auch gerade vor Eurem Bildschirm…
im Büro, mit noch einem letzten Blick auf FEMINISSIMA,
oder zu hause,
mit einem ersten Blick…
Seid willkommen.
Kommt gut durch den Abend und die Nacht.

Heute ist der letzte Tag des Oktobers…
Dreieinhalb Monate sind wir nun zusammen…
das ist länger, als manche Beziehung hält..
und heute begrüßten wir auch schon wieder 50 Gäste..
..Kommt rein, wärmt Euch..und denkt bitte nicht,
nur weil morgen der November beginnt,
starten auch sofort die Depris, Frusties und “mutterseelenallein” und so – .
Hey-hey: Der Name eines Monats, verändertes Licht, kahler werdende Bäume, das macht es nicht…natürlich birgt der November, wir noch den langen Sommer in uns..diesen Übergang…es ist der Monat, der uns zwingt, über einiges nachzudenken, im Sommer im Zwitschern der Vögel verdrängt…
Es ist ein Monat, der uns Zeit gibt…
Vielleicht ist der November der einzig “ruhige” Monat des Jahres…
Im Dezember können wir uns wieder in haus- und werbe-effekt-gemachte Hektik stürzen…
Naja, FEM’ wollte nur eben mal rasch wieder nach Euch schauen –
und die Teekessel schon einmal bereitstellen, das Kaminholz ist aufgeschichtet –
…Auf daß es Euch gut geht..:

wenigstens bei FEMINISSIMA – CU!

Und hier – ist Eure MITTAGS-FEMININISSIMA!
Habt Ihr schon? Schnellimbiß? Diät? Gar nichts?

Es ist 13 Uhr an diesem gar-nicht-sunny-früh-afternoon.
Hier in der Lounge von FEM war heute schon so viel Betrieb, daß wir erwägen, bald den Teppichboden zu erneuern.
Ist sowieso längst out, frau&Mann laufen lieber barfuß über Laminat, Parkett oder die Toscana-Fliese..
das schafft Arbeitsplätze, wenn wir unsere weite Leselounge mit neuem Fußboden…
Unser Redaktionshund HASSO hat schon wieder, mit seinem untrüglichen Instinkt für Gedrucktes und Zwar-auch-Gedrucktes…einiges zerfetzt im Verlauf des Vormittags und schaut glücklich…
Praktikantin Kessie, die natürlich lieber umsonst arbeitet und sich dafür “Praktikantin” nennen darf, hat heute Vormittag schon mal das brandneue Erfolgsrezpet der brandneuen (so neu und schon so alt)Regierung eines Landes zwischen Rhein, Ruhr und Elbe ausprobiert: “Arbeit statt Sozialhilfe”.
Ja, auf 6 Wochen ist der angelegt. Dann wieder etwas Neues. Außerdem muß sie aus ihrer Wohnung raus.
Als alleinstehende Person hat sie nur Anspruch auf ….Kessie sitzt auf dem Stuhl und weint. Dazu hat sie auch guten Grund:

jung, motiviert, arbeitslos und ohne Sozialhilfe schon verhungert. Eltern lange geschieden, in alle Winde zerstreut. Nun wollte sich Kessie als Praktikantin bei uns…und jetzt schreibt das “Amt” alles vor, damit sie weiterhin Unterstützung bekommt: angepasster Wohnraum, für-alle-Jobs-zur-Verfügung-stehen, sonst wird die Unterstützung gestrichen.

Sonderbar, sonderbar, in einem sehr sehr frühen Artikel zur “Hartz-Kommission” hatte FEM, damals noch anderer Namen, lol, genau diese Gefahr “gewittert”, so wie unser Hasso falsche Fuffzischer wittert:

“Der Hang und Drang des Deutschen, nun den Menschen in Ober- und Untermenschen einzuteilen, er wird durch diese geplanten ‘Reformen’, die ein Rückschritt ins 18./19. Jahrhundert darstellen’ , in Wirklichkeit sind es ja keine Reformen, sondern stellen einen Rückfall in krassfrühkapitalistische Strukturen dar…

darf sich nun bald wieder austoben…Gnade uns Gott…”

Unsere Besucher kommen gerade von Sizilien zurück. Dort war es warm. Sagen sie. Zu warm. Und erzählen von der Angst, die sie dort trafen. Und von einer Gläubigkeit, die uns kommissarisch abhanden gekommen ist…
Und FEMINISSIMA bringt Euch Kaffee und Mineralwasser und Kuchen….setzt Euch, ruht Euch aus…und begrüßt ganz herzlich die 42 Gäste heute, die alle etwas zu erzählen haben…

Kommt gestärkt durch den Tag!

FEMINISSIMA! CU!

Guten Morgen – 31.10.

Wenn Ihr heute in die Zeitungen blickt, so gemütlich beim Kaffee, e bissi Marmalad grad am Finger unn damit gleich an de Zeitung – da wird Euch sowieso..der Löffel in de Zuckerdos’ steckebleibe –

Denn de fett Aufmacher heute ist – SPAREN BEI DEN ARBEITSLOSEN.

Dafür werden Doppel-Minister und die outgesourcte Regierung (zu deutsch: das Kommissions-Deutschland) –

da beklagte der Kanzler kürzlich seine Angst vor losgelassenen (schreibenden) Kettenhunden….ja, bitte – wir möchten etwas über WACHSTUM lesen, neue Ideen, neue Initiativen, nicht nur ständiger ABBAU. Sparen beim Bürger. Und die Konzerne behalten ihren Steuer-Bonos der Reichen? Kommen doch schon Millionäre bittend an, um eine Vermögenssteuer zahlen zu dürfen.

Ja, nehmt das an, wenn Euch selbst der Mumm fehlt..klar nach oben buckeln und nach unten treten… !
Also da wieder zuschlagen, wo die Gegenwehr am geringsten ist…

Unverblümt die Gegenfrage:

WARUM schafft Ihr denn keine Arbeitsplätze???

Dann gäbe es ja wohl weniger Arbeitslose.

Das mit dem Bade ausgeschüttete Kind, wird jetzt in den Brunnen geworfen…
EIN ARMUTSZEUGNIS dieser Regierung, doch die ARMUT ist dann zuletzt meistens weiblich und trifft an der untersten Skala die Kinder…
FEM schlägt NEUWAHLEN vor…aber wen kann man in diesem Land (noch)wählen?????????

Macht doch mal ein paar Vorschläge, verehrteste FEM-LeserInnen..??

FEM kreiert jetzt auch einen Song –
“Ich will mei’ Stimm’ z’rück..”

Gleichzeitig sorgt Stief-Vater Staat für sich selbst bestens.
Wir nähern uns dem, was viele dieser Menschen, denen wir ein Mandat übertragen haben, früher tief verachteten, einer Art Sozialismus der Wenigen.
Sie verteilen das Wenige unter sich. Ein Gewerkschaftsboß, zb.Bsirske, von verd.i, er verdient so viel wie ein Bundeskanzler, nebenbei ein GRÜNER.

Dankeschön. Irgendwann wird das Volk anfangen, aufzubegehren, steht zu vermuten…Gebt doch jeweils die Hälfte Eurer durch nichts zu rechtfertigenden Mammut-Honorare ab…
Das wär doch ein Schritt nach vorne…

Auch die Arbeitsämter, liebe Feminissimas und Feminissimos, werden noch arroganter sein dürfen, als sie es schon immer waren :

Da die sogenannten “Job-Agenturen” von den Arbeitsämtern höchstselbst betrieben werden.

Und wer kontrolliert deren Vermittlung, wo nichts zu vermitteln ist?
Na, da dürfen wir alle sehr gespannt sein.

Der nächste Selbstbedienungsladen öffnet sich.

Wie ruiniert man Motivation ?
Tja, die zeigen es uns, in Berlin.

Wir lassen uns aber dennoch nicht demotivieren und wünschen Euch –

einen wachen Start…
in den Tag.

Und lasst Euch nicht einlullen.
Von niemandem.
Die Rolltexte von der Nacht und gestern…noch recht frisch…falls Ihr noch ein bissi Zeit & Lust zum Herumstöbern habt…um Euren Geist aufzufrischen, nach einer verschlafenen Nacht….BLEIBT DRAN – ! CU!

FEMINISSIMA

Ja bitte sehr – Hereinspaziert!

Die Nachtlounge ist wie immer: geöffnet, beheizt, und der Kühlschrank …der Plattenspieler – ,
na, Ihr kennt Euch ja hier aus.
Wenn nicht, dann sucht Euch einen Platz..warme Rottöne der samtenen Couch – oder lieber das abgestumpfte Flaschengrün der Ohrensessel? Fühlt Euch wie zu Hause..sucht Euch einen Platz…

Und damit gleich eine kleine frische Lese-Brise, damit Ihr nicht einschlaft, intellektuell unbelastet, nein, das darf nicht sein !

In den letzten oder auch genannt “jüngsten ” Nachrichten, also vorhin, die “NACHT” bei SATI, gleich nach Harrys Comedian Show, eine interessante Information für die Zuschauer:

“Es starben bisher 119 Geiseln durch das Gas der…”

Das ist interessant. SAT I “NACHT” klammert die toten “Geiselnehmer” schlicht aus.
Und entzieht sich damit auch der makabren Debatte, wie denn die ermordeten Geiselnehmer als Tote zu bezeichnen wären… als “Terrroristen”, als “Geiselnehmer”, als “tschetschine Geiselnehmer” …nein, einfach weglassen.
Leider konnte FEMINISSIMA in der sweet hessisch Provinz ein Reclam-Heftchen von ANTIGONE noch nicht auftreiben, aber es ist bestellt.
Der Tod im Moskauer Theater und das Thema von ANTIGONE, der griechischen antiken Tragödie – sie haben vieles gemeinsam.
Also bleibt dran, Ihr Lieben, auf daß Ihr….

Ja, und das zitierte FEM aber bereits, kann aber auch schon wieder gelöscht sein, spon (spiegel-online) aber vielleicht ist auch dort schon wieder anders, die aktualisieren ja auch andauernd..lol…, da wurden die Toten, politisch störungsfrei, in “Geiseln und Geiselnehmer” unterschieden.

Aber SAT I, für die “zählen” buchstäblich die toten Tschetschenen nicht. Denn sie sprechen von 118/119 Toten, aber es sind 170 –
ja.
In einem Feature des ARD-Studio-Moskau gestern Abend sagte eine sehr junge russische Journalistin, die auch gerade an dem Abend im Theater saß, sinngemäß, es sei nun für sie “offen”, ob sie weiterhin diesen Beruf ausüben werde und wolle.

Alles sei anders in den russischen Medien dargestellt worden, als es sich in Wirklichkeit zugetragen hätte…und ihre “Ideale”, die sie mit dem Beruf der “Journalistin” verbunden hatte – nichts, gar nichts davon sei übrig geblieben.

Mit diesen Worten entlässt Euch FEMINISSIMA in die Nacht und in den frühen Morgen. Am DO-Tag liefern wir Euch wieder neues Neues oder Vorgeschmack und Nachgeschmack, Gares und Halbgares, Rohes und Gesottenes –
also – ja, und FEM grüßt mal rasch die 50 Gäste von gestern und heute – ! Jede(n) einzelnen.
Danke auch für die Vorschläge, Anregungen, Kritiken, Resonanzen (die lieben wir irgendwie auch…)ja, die shortShort-Story: “Frau in der Tiefe des Sommers” setzen wir wieder ein, nein, sie war keiner Säuberungswelle zum Opfer gefallen, diese kleine Story. Sie sollte noch etwas ausgebaut werden. Aber so bleibt denn manches, was zur “Baustelle” erklärt wird, einfach unbemerkt liegen..in den Schächten des weiten Archivs..aber Ihr, die Ihr die Abgründe, pardon, Rubriken Eurer FEM so kennt, danke!
Gerührt!

Auch der Text von KULTURWELTSPIEGEL aus HH/NDR vom Sonntag, FEM berichtete darüber, ist eingetroffen. Über die Pressefreiheit in Rußland.
Auch diesen Text könnt Ihr dann spätestens morgen (heute) Abend lesen.
So wie wir im Verlauf des Tages auch noch einen Text von RTL erwarten,aus dem Beitrag über die Qualität der Gutachter, Sendung “Extra” am Montagabend.
Ihr erinnert Euch. Und einfach nur eine Professorin zu zitieren, die ihre männlichen Kollegen so herrlich – ja, da wäre es schon “hilfreich” (ein Wort, das Politiker gerne benutzen, habt Ihr das schon einmal bemerkt und gemerkt? Sagt viel und gar nichtss..)das gesamte Interview hier “vor Ort” lesbar, nachschlagbar…und natürlich den NAMEN der Professorin.
Auch drei andere Interviews, wiederum aus dem Kulturbereich, sind auf dem Weg zu uns…also –

KEEP ON! HOLD ON! BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA – only online – CU!

MI: 30. 10.HALLO, –
Es ist 15 Uhr an diesem trüben Mittwochnachmittag.
Ein Tag, der irgendwie gar nicht hell werden wollte.
Wie so oft verdunkelt sich der Himmel, wenn er sich über die Menschen schämt….

Da wir in relativ kleiner, welches Wort nehmen wir…”Besetzung”? “Mannschaft?” nein, das sind alles so alte und besetzte Wörter und Begriffe.
FEMINISSIMA schreibt es in BROKEN ENGLISH…
wir sind Wenige, dafür intensiv..
Und die Waschkörbe biegen sich, vor Zuschriften.
Und weil wir eine online-Frauenzeitschrift sind, die vor allem “von Frauen und für Frauen..”
schreiben wir an diesem freundlichen Nachmittag schon einmal kurz und knapp:
wie überall in diesem Land, scheinen auch ARBEITSÄMTER FRAUEN ZU BENACHTEILIGEN.

Der eine uns geschilderte Fall, einer vo vielen, hier auch vom ARBEITSAMT WETZLAR und DILLENBURG (die Zweigstelle)und auch andere dazu –
so viel an dieser Stelle:

Es sollen rund 18 bis 19 FRAUEN vom Arbeitsamt Wetzlar innerhalb von eineinhalb Jahren zu einem BLUMENSTÜBCHEN “vermittelt” worden sein…
wir hatten das auch schon angesprochen, aber den Namen des Arbeitsamtes erst einmal, weil noch nicht nachrecherchiert, außen vor gelassen.

Wir empfehlen auch den Frauen, die so verar…t wurden sind, eine Gemeinschaftsklage gegen die ja, sind das Schummler? wie bezeichnet man das? “Sich selbst in die Tasche lügen?”
Statistiken schönen??
Oder auch die Denke, ach die blöden Frauen, die können mich doch mal –
eine SAMMELKLAGE vor dem Sozialgericht, damit HERRschaften, die so etwas machen ihren JOB VERLIEREN.

Wir berichten weiter.
Es hat uns auch die Kunde erreicht, daß jemand genau dieses Arbeitsamt nun mit anderen mit einer Schadensersatzklage überziehen will.
WIR, liebe FEMINISSIMAS, bleiben dran.
Und versprechen Euch schon heute daß wir auch weiterhin dranbleiben…

So,wie abstürzende Systeme uns zuweilen beschützen, helfen wir Euch, mit Rat und Tat und publizistischer Unterstützung, denn Ihr habt sonst niemand, der Euch unterstützt, das weiß FEMINISSIMA:

Und aus diesem Grund hat sie sich auch für Euch hier ins Netz…

Die Kölner Agentur von Schauspielerin USCHI GLAS

teilte uns eben mit, daß Frau Glas nicht mehr von ihr beraten wird.

Das kann vielleicht zum Vorteil für Uschi Glas sein.
So wie ja auch Herr Stoiber nicht gut beraten war.
FEMINISSIMA entdeckt gerade ihr Herz für …ja, der Song geht …von Marilyn gesongen…”My heart belongs to Daddy…”
NEIN, liebe FEMINISSIMAS, unser HERZ sollte noch immer nur uns GANZ ALLEIN gehören…
Kleine Leihgaben, vielleicht, aber verschenken? verkaufen?
Nicht doch!

Schirme sind “in” schreibt ein tägliches Blatt..
da lächeln wir nur mokant..

Kommt gutbeschirmt durch den TAG..

KEEP ON! HOLD ON! BLEIBT DRAN!

EURE FEMINISSIMA

und hier die frischen Texte von ein wenig vorher….viel Spaß!

MI – 30. Oktober 02, 01:30 Uhr –
BESUCHER: 6.705.

Hallo – ! Der Text von gestern Nachmittag ist wieder nach Hause gekommen, er steht weiter unten.
Fem textet ihn gerade “einfügsam” ein.

Ja, gestern 89 Gäste, und für die neuen Gäste dieser jungen Nacht noch schnell ein paar bequeme Sitzgelegenheiten-gerade-jemand-hereinbringt…es sind 26 (Nachtgäste) bis jetzt. Willkommen!

Auch der abgespeicherte “welcome” -Text als “Fems Tagebuch” vom 24. – 28. Oktober, wie gesagt, ist wieder “heile” und damit -technisch zumindest.., wieder lesbar.
Ja!
Also alles wieder…aufgeräumt und beieinand’ !..
Kommt gut durch die Nacht!

HOLD ON! KEEP ON! BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA

DI, 29. Oktober 02/ BESUCHER: 6.670.

Was iss denn los? 80 Gäst an so einem einfachen Dienstag? Ja, FEM schüttelt Euch mal gerade die Kissen auf, sind etwas eingesessen!
SEID GEGRÜSST!

Hallo, die Abendglocken läuten, und heute ist ein Lerntag, war ein Lerntag.

Die Überschrift rechts hält sich auch wieder in der Reihe..und die Inhalte stehen als “Übersicht” dann unter…ja, schaut doch selbst.

Ach, welche Ästhetik wieder…

Ein Text hat noch ein bißchen Ausgang. Will aber wieder zurückkommen…
Ja, Maschinen, Texte, alles lebt! Es gibt keine “Materie an sich”.

Davon ist FEM felsenfest überzeugt.

Die beschützende Hand abstürzender Systeme bevor eine Mail rausgeht, die mer dann net mehr zurückhole kann, des hat doch was? Des kann mer net abstreite net.

Nun, – noch einen ruhigen Abend wünscht Euch
FEMINISSIMA und grüßt mal rasch ALLE DÄNEN!
Die letzten NEIN-Sager gegen Völkermord in Tschetschenien…?

Oder trauen sich nun bald auch wieder wenigstens ein paar Journalisten , die schon, aber deren Redakteure…den Mund aufzumachen…

Eure FEM hält gerade den Strickstrumpf
in der Hand und murmelt selbstvergessen, ja, natürlich hast Du recht, ja, aber ja. Sie übt.
Denn sie soll demnächst verheiratet werden.

CU-! Wenn ihr noch ein wenig das Chaos des früheren Abends hier genießen wollt, dann braucht Ihr nur weiterzulesen.
Müsst Ihr aber nicht.

Denn weiter unten WARNT Euch FEM ausdrücklich vor dem Weiterlesen….also..kommt gut in de Abend und in die lau-oktober-gewärmte Nacht!

FEM

Ja, also FEM muß sich gerade ma widder heftisch entschuldische für die Unordnung, die hier herrscht, das Programm, ei des macht ja grad, was des will.

Macht Euch nichts draus!

Auch die Maschinen leben!

Es sieht nur alles gerade ziemlich scheußlich aus.
Macht die Augen zu…OMMMMMM!!

Geduld, Geduld…sagt sich FEM…CU!

Tja, Ihr Lieben, der lange Text von heute ist wohl doch erst einmal abhanden gekommen.
Es ist jetzt 16 Uhr. Es war auch ein ausführlicher Text über neue KREBS-FORSCHUNGS-Sachen.

Da seht Ihr mal, dass es wahr ist –
an dieser Stelle wird “live” und ohne de doppelte Bode geschriwwe, meistens jedenfalls, lol.
Genau das macht ja Spaß!
Und Euch ja anscheinend auch..(…:) )

Aber da FEM die Unterlagen für Euch gesammelt hatte, wird sie das wieder hinkriegen.
Heute aber leider nicht mehr.
Es war schon so viel.
Und bis dann all die Tippfehlerche ausgemerzt sinn,
und die Kommata-cher widder richtig gesetzt, die sich zuvor verlaufe hatte, bis mer die widder ingefange hat, was beim schnelle Schreibe dann manchmal nur uffhält – jo, da –

Im Augenblick solltet Ihr auch lieber den nun abgespeicherten Text von hier als “Fems Tagebuch” reichlich fett, zu fett, rechts,
(inzwischen hat er sich wieder, dieser kleine Möchtegern-Individualist von Text auch, ts,ts! brav in die Reihe gefügt..wollte der sich einfach so querstellen…ei, des kam net gut, horchtema!
Des sah so prollprotzig aus..ei mir heiße doch net…unn jetzt wisse mer es, wer TAZ liest, weiß es..- unn überhaupt sollt mer ja die vorletzt konzernfreie Independy-Zeitung unnerstütze! – da werrn die Leut sicher net so inn Hunnert-bis-Tausendschafte-rausgeschmisse-wenngleich dort auch net so mißgewirtschaftet werden kann, kleine Honorare, bei FEM leider bisher noch gar keine, aber des kommt noch – unn um uff de eischentlich’ Gedanke zurückzukomme – hinter dem Proll-Buch des Jahres steht eine PROLL-Frau des Jahrzehnts..!
Frauen, leider sind wir es denn selbst, zuweilen, und nicht selten, die unsere Schwestern so reineiern…
Ja, die Dame, manche Namen behält sich FEM einfach nicht, weil ses net will, die wo die so nett-mies-frauenverachtend’ Zeile unner die noch …Fotos auf Seite 1 von BILD, inzwischen längst von STERN getoppt…na, ei, der scheint sich ohne Nacktfotos von Fraue ja gar net mehr verkaufe zu könne, oder wie iss des uffzufasse? unn die wo jetzt mit em Kind und…dem Chefredakteur von BILD..in Potsdam..zusammen mit Friedegunde der ‘Medienmonarchie’ *dieser Ausdruck ist von Susanne Koelbl, und FEM leiht ihn nur mal ganz-kurz aus, gibt ihn zurück* huldigt – VERRAT macht REICH…
Ihr könnt dazu auch gleich emal in unsere Rubrik SUPISSIMA…linsen, reinlinsen) –
NICHT LESEN, ja, das gibt es hier auch! um des End von deme Satz widder mit em Lasso inzufange..
denn da hat sich auch ein kleiner Technikfehler eingeschlichen, der das Lesen unerträglich macht.
Wir sind ja so verwöhnt.

Aber das wird sich alles reparieren lassen. Das ist alles nicht schlimm.

Schlimm sind derzeit ja wirklich ganz andere Sachen…bis später !
FEMINISSIMA

Hier die Versatz-Stücke von den heutigen, aber früher-heutigen-Texten. Der “Haupttext” hat sich erste ma aus dem Staub gemacht, e bissi Luft schnappe iss der gegange, oder wie?
Wir nehmen es lässig, nicht wahr?
Und mit unerschütterlicher Contenance…

So ein bissi Chaos iss doch was Wunderbares…nicht wahr?

FEM grüsst an dieser Stelle mal schnell alle Chaosbräute und alle außer-Atem-Webmaster!
CU – Ihr Lieben!

Seid willkommen zum neuen Tag…dehnt Euch aus..
Ja, inzwischen ist es Mittag geworden.
Es ist 13 Uhr.
Gestern trafen sich 61 Gäste in unserer Lounge.
Heute bislang 43 – Hallo!

Hey, seid nicht schockiert, wenn es hier so leer aussieht. Der Text von heute wird gleich wieder hereingebracht. Er war irrtümlich auf den Speicher getragen worden. Da wollte er aber nicht hin….ist gleich alles wieder da, von heute.
Die Texte von gestern und alle “Gefühle” um “Moskau” finden sich dann in der Rubrik “FEMLeben” wieder, als “Fems Tagebuch”.

Also, kommt gleich wieder rein, es ist nichts abgestürzt, nein, und auch nichts verloren, nur alles e bissi chaotisch heut, wie gesacht’- !

FEMINISSIMA sendet Ihrem Webmaster schnell einen Strauß Blumen…und dankt Euren Resonanzen, und Euren erfolgreich-verabreichten virtuellen Fortbildungen,
die Eurer “Technik-oh-no-aber-doch-“-FEM heut schon schwer weitergeholfe hamm…abber mir Euch noch net richtisch, noch immer schwer des Einlogge hier? Unn um Kommentare schreibe zu könne…? FEM macht das mal schnell, wie ganz wenige deutsche Beamte – : “Ei, ich geb des weiter, gellnet?!”

Und damit noch eine News, die dem Ranking “gut” entgegenkommt, wenngleich davon kein einziger Mensch wieder lebendig wird, nein, leider nicht, aber sie läßt ein winziges Pflänzlein Hoffnung aufblühen, daß der alte totalitäre Staat, der einst “Soviet Union” oder Sowjetunion hieß, nicht wieder in all seinem GRAUEN durchbricht, und doch noch in Sachen “Demokratie-Verständnis” Rußland nicht alles restlos verloren ist, aber es zeigte sich eine MENSCHENVERACHTUNG ohnegleichen, nur, daß sie sich nun NICHT vertuschen ließ! sie ist wahrscheinlich meistens bis immer vorhanden…nur der Name hat sich geändert..??? Des Mäntelche hat e anner Ettikettche erhalte, aber die Mörder sind ja als Präsidenten ….CHile in Russland…ei, ruft Marena, still jetzt! Marena ist unsere Zensorin, ja,
doch noch ein ganz klein wenig – ja!

: ERSTMALS verlangt eine russische Partei, das PARLAMENT soll den “Einsatz im Theater” untersuchen (den bewußten Massenmord).

Bis später. BLEIBT DRAN!
Auch wenn es hier gerade so kahl aussieht, es dauert net lang..bis de Rest vom Frühnachmittags-Text wieder bei EUCH ist, der legt gerade ein Erfrischungs-Päuslein ein…lol……CU!

FEMINISSIMA

Mit der zurückgeschenkten einen Stunde und damit der Rückkehr zur “Echtzeit” – bei uns..
erscheint der Vormittag gleich dreifach so lang…vor allem, wenn die Uhren gehen, wie sie wollen…lol..

Frauen sind anders.

FEMINISSIMA auch.

UND Ihr LeserInnen von “FEM” natürlich auch..!

JA, UND HIER ist der GESTERN verlorgengegangene, aber zum Glück zurückgekehrte Text, er hatte sich ein Herbstmützchen gekauft…

Anna Politkowskaja, jene russischen Journalistin, die von den Tschetschenen als Unterhändlerin am Freitagabend akzeptiert worden war, beklagte gestern bei der franz. Tageszeitung:
“LE PARISIEN” :

“Wenn eine von Putins Töchtern im Theater gesessen hätte, hätte der Präsident sicher versucht, mehr Menschenleben zu retten”, wird sie zitiert, und –

es habe eine “echte Chance” gegeben, die Krise friedlich beizulegen.

Das hat Putin sicher nicht gewollt, sinniert Fem.
Nie wieder hätte sich ihm so günstig eine Gelgenheit geboten, das Giftgas direkt vor seiner Haustür und, wie er meint, dazu auch noch legitimiert, ausprobieren zu dürfen…

Ja, FEMs Kaffee ist wieder einmal bitterkalt geworden.
Auch die Fingerspitzen sind erfroren, wenn sie schreiben müssen:

“Bei der Gefangennahme angeblicher Talibankämpfer waren auch 90jährige und ein 105-Jähriger..”.

In Afghanistan.
Auch in GUANTANAMO-Bay, dem amerikanischen Konzentrationslager (dem konzentrieren Lager) auf Kuba, sollen nicht wenige Gefangene in den 70ern sein, die meisten über 50…

Ach, gute Meldungen oder hoffnungmachende Meldungen kommen hingegen oft so klein, ja so winzig daher, daß frau sie glatt überlesen könnte – hat sie aber für EUCH aufgehoben, ausgeschnitten, und auf ein Blatt Papier geklebt, damit sie nicht verlorengehen, soo klein sind sie die Meldungen, die davon berichten, wie LEBEN GERETTET werden kann und nicht, wie Leben SINNLOS vernichtet wird…:
Und zwar: mom , FEM kommt sofort zurück!

So. Hier sind die Zettel!

1. Forscher der Uniklinik Giessen haben einen Wirkstoff in der PotenzPille VIAGRA entdeckt, der Lungendruck senkt.
Näheres zu erfahren wird nicht so schwer sein, da Eure FEM ja in der sweet Hessisch Provinz angesiedelt ist..

2. BILD berichtete gestern magerspaltig auf der letzten Seite, fast erdrückt vom Beitrag über Jack the Ripper, ‘der nach 114 Jahren durch Speichelproben als Deutscher…überführt wurde..’na, FEM hat dies “eigen” wiedergegeben..!
Ja, also BILD fragt gestern, am 28.10.:

“Finden Forscher Impfstoff gegen Krebs?”
Und antwortet anders – denn es geht um GEN-Korrektur.
Und die ist doch nicht mit Impfen gleichzusetzen, oder?

ES IST SENSATIONELL, wenn es denn stimmt:

“Italienische Wissenschaftler entwickelten einen Impfstoff, der angeblich KREBS abwehren und BESIEGEN kann.
Im Stoff wirken Gene, die das bei Krebskranken gestörte Protein “erbB2” reparieren.

Bei Tierversuchen lag die Heilungsrate bei 100 Prozent.” (Ende der Meldung).

Denn das “übermäßige Vorhandensein” von erbB2, daher auch “Krebsgen” genannt, befähigt die Zellen zum unkontrollierten asozialen Wachstum, berühmt-berüchtigt als Metastasen, also Krebswucherungen im Körper jenseits des “Primär-Tumors”.

Als Fortschritt des Typs “revolutionär!” im Kampf gegen eine damit besonders wachstumsfreudige, also besonders bösartige Brustkrebsform, wurde vor ein paar Jahren in den USA ein sozusagen künstlich gebildeter Antikörper gefunden,der inzwischen auch seit knapp zwei Jahren auf dem deutschen Markt als Medikament unter dem Namen HERCEPTIN erhältlich ist.
Dieses Medikament ist teuer.
Eine Monatsdosis soll rund 2.500 EURO kosten.
Daher kamen bislang sicher weitaus weniger Frauen mit metastierendem Brustkrebs in den Genuß dieses Medikaments, als wenn das Medikament preiswert wäre…..

Seit einiger Zeit beschreitet Prof. Dr. Eiermann, Chefarzt der Frauenklinik vom Roten Kreuz in München, interessante Wege zur Schonung und Lebensrettung von Frauen mit oder mit vermeintlichem Brustkrebs.

Indem er bereits die vor einer OP entnommenen Gewebeproben auf die Existenz von erbB2 testet.

Glänzt das tückische Protein durch Abwesenheit, können Arzt, aber vor allem Patientin, aufatmen:
Denn das bedeutet, daß der vorhandene Tumor nicht streut, zu einer harmloseren Gattung zählt..

In den USA brennt seit Jahren unter KrebsforscherInnen die Debatte darüber, ob ein Tumor, der zwar die Anzeichen eines bösartigen Tumors zeigt, der aber nicht metastasiert, überhaupt als Krebs bezeichnet werden soll und darf – weil diese Form von Krebs aller Wahrscheinlichkeit eben auch nicht tödlich verläuft. Da nur Metastasen tückisch sind.

Fehlt dem Tumor dieses “eingebaute Wachstums-Gen”, kann er als Haifisch ohne Zähne betrachtet werden, so die eine Richtung der Debatten.
“man muß ihn per Ultraschall im Auge behalten, ob er sich verändert, aber man braucht keinen Busen abzuschneiden, mit all den damit verbundenen Zusatzrisiken einer großen Operation und psychisch-physischen Folgen für die Patientin”.

Mit anderen Worten, ein Tumor, der vielleicht schon zwanzig Jahre alt ist, wenn er gefunden wird, und bis dahin nicht gestreut hat, weil er ohne “erbB2” nur sehr sehr gemächlich vor sich hinwächst, vielleicht insgesamt den Körper belastet, aber nicht wirklich tödlich sein wird –
soll da, muß da tatsächlich auch “amputiert” werden..?

Und –

die andere Seite:
So wird wohl auch in München, siehe oben, getestet:
Wie wirkt es sich aus, wenn nun erbB2-durchsetztes Gewebe bereits mit der BIOPSIE gefunden wird:
Und die Patientin erhält SOFORT den Wirkstoff HERCEPTIN. Ohne OP, ohne alles:

Reduziert sich der Tumor? Stirbt er ab?
Oder wird er nur nicht größer?
Kommen, falls schon vorhanden, die Metastasen zum Stillstand?

Wiederum andere Forscher sind der Ansicht, wenn ein PRIMÄR-TUMOR bereits “gestreut”, also Tochtergeschwulste (Metastasen) verteilt hat, dann sei es nur Geldmacherei,wenn der Primärtumor noch entfernt würde.
Eine einheitliche Meinung existiert bislang nicht, leider.

Und da fragt sich FEMINISSIMA, doch mal eben,
wo versickern denn jährlich hierzulande all die Forschungsmittel, wenn es denn letztlich immer das Ausland ist, das uns mit welt-bewegenden neuen Errungenschaften der Medizinforschung beglückt?

Hochspannend ist auch ein weiteres Herangehen an “Fälle”, also Patienten, die schon durch viele medizinische Hände gewandert sind, die Ärmsten, – und sich kurz vor dem “Aufgeben” fühlen, oder “aufgegeben” wurden.
Dazu lest doch bitte den Artikel in FEM.
Rubrik: “GESUNDHEIT” –
“Gezielte Chemotherapie”.
Also nicht mehr die giftige Chemikalie in den ganzen Körper, sondern nur dort, wo denn die Chemo auch wirken soll, und das in Verbindung mit HERCEPTIN.

Auch hier half eher ein glücklicher Zufall oder eine besondere Aufmerksamkeit einer englisch-deutschen Forschergruppe: eine Chemo, die eher nicht gegeben werden sollte, erwies sich bei Rattentests in “winzigen Dauerdosierungen” und erst recht in Verbindung mit HERCEPTIN als wachstumsstoppend.

Übrigens ist ein von Prof. Eiermann zusammen mit einer “betroffenen” Journalistin, Sabine Böttger, herausgegebenes Sach-Fachbuch für NichtmedizinerInnen sehr empfehlenswert:

Es lautet :
“BRUSKREBS wirksam behandeln” –
Medizinische Grundlagen verständlich erklärt, Früherkennung, Behandlung, Operation, Nachsorge.

Das Buch ist auch optisch angenehm aufgemacht.
Berichtet auch über jene Tests mit HERCEPTIN nach der Biopsie-Entnahme.
Wenn sich herausgestellt hat, daß erB2 im Übermaß vorhanden. Erst das “Übermaß” ist entscheidend.

Das Buch bietet außerdem ein weites Glossar und hilfreiche Adressen.
Die überarbeitete Ausgabe erschien im Jahr 2001.
Im MIDENA-VERLAG, der zu WELTBILD Ratgeber Verlage gehört.
Kostenpunkt:12.90 Euro.

Übrigens, erB2 taucht nicht nur im Brustkrebs auf.

Wer mit der Diagnose “Krebs” konfrontiert wird,

sollte auf jeden Fall auf den beiden Tests zur Erkennung von erbB2, auch genannt HER2neu, bestehen. Jede größere Pathologie kann das machen.
Im Zweifel fragt Ihr bei FEMINISSIMA nach, und die leitet Euch weiter. Oki?
Ja, denn kommt man so halbwegs durch den Tag..das Wetter hat sich beruhigt…es wirkt milde, lieblich und harmlos…tja..

Mit diesem etwas längeren Zusatz zu zwei kleinen Meldungen, denen FEM für EUCH nachgeht…huscht FEM mal in die Mittagspause..

Übrigens die Texte vom 24. bis 28. Oktober werden noch im Verlauf des Tages unter “FEMs Tagebuch” abgespeichert.
Ihr findet sie dann in der Rubrik “fem-Leben”.
Oder Ihr schaut in der TOP LIST links im Hauptmenü nach:
Dort sind alle Titel aufgelistet..und die Geschichten tauchen auch auf, wenn ihr sie von dort aus anklickt…

Bis später und – BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA – only-online.

Dezembertext:24.12.02,,

DI – 24. Dezember 2002
pageviews: 9.465.

Es ist 17 Uhr 45.
FEMINISSIMA begrüsst ihre 35 Gäste von heute.
Kommt herein.
Lasst uns eine kleine Andacht abhalten.
Wir zünden all die Kerzen an, setzen uns an die Orgel
und spielen eine BACH-Kantate.
Wir beten.
Stumm.
Denn unsere Wünsche und Sehnsüchte sind unterschiedlich.
Wir blicken uns in der Kirche um und denken –
ob es nächstes Weihnachten noch diese Kirche?
Diese Orgel?
Diese Menschen gibt?

Die UNO, ausgerechnet das Organ, das den Weltfrieden schützen sollte, nach bitteren Kriegen als “Vereinte Nationen” eingerichtet –
beteiligt sich ungeniert an den Kriegsvorbereitungen gegen den IRAK.
Damit bricht sie das,
was für immer die Völker vor Elend, Leid, Untergang, Folter, Mord, Grausamkeit schützen sollte: das VÖLKERRECHT, das ANGRIFFSKRIEGE ÄCHTET.
Die UNO sammelt schon Millionen, um die “ärgste Not von Flüchtlingen abzumildern”.
Geschätzt bereits rund 1 Million Flüchtlinge.
Wir werden alle Flüchtlinge sein.
Denn wenn dieser US-KRIEGS-BEGINN nicht verhindert wird,
kann uns kein Gott mehr gnädig sein….
er wird sich von den unbelehrbaren Menschen abwenden.
“Erst Irak und dann die ganze Welt” –
schrieb FEMINISSIMA vor längerer Zeit.
Nun las sie –
“Der IRAK ist erst der Anfang..”

Ihr Lieben – die Glocken beginnen zu läuten.
Und sie klingen nie so heilig und andachtsvoll,
wie an dem heutigen Abend –
“Heute wird Euch ein Kindlein geboren…”
“das FRIEDE auf die Erde bringen möchte..”
sagt die Botschaft.
Lasst uns alle beten –
wenn es denn hilft!
FÜR DEN FRIEDEN.
FEMINISSIMA umarmt Euch vorsichtig –

und wünscht Euch allen –

eine Weihnacht, deren Segen wir ..spüren…?

Ja, wir gehen um halb 6 in die Kirche.
Wir möchten die Orgel hören. Die Lieder singen. Und die Menschen sehen. Und die Weihnachtsgeschichte hören..

FEMINISSIMA schaut nachher noch einmal rein, zu Euch,
wie immer.
Natürlich.
Warum sollte sie Euch ausgerechnet am Heiligen Abend …alleine …lassen?
FEMINISSIMA.

hier die früheren Texte von heute:

Guten Tag-die-Lieben-LeserInnen-von-24.-12.-02
FEM um 13.30 Uhr…

Ein ganz herzliches…
Ja.
Da hat die Verkäuferin aus der Backwarenabteilung des riesigen Supermarktes
noch blitzeschnell kurz vor eins
(dann alle Kauf-Fallen dicht!)
sich aus dem angegliederten, riesigen Getränkemarkt ein paar viele Dosen Cola,
(richtig viele!)
von der Kollegin aus der Metzgerei-Abteilung
(die kaufte noch rasch eine Flasche Schnaps,
um im Delirium den Anblick wirbelnder Würste zu vergessen)
noch ganz ganz schnell mitbringen lassen.

“Sonst sitze ich mitten in der Bescherung( daheim) auf der Couch und bin eingeschlafen”.
Und dann haben alle die Bescherung. Mama eingeschlafen!
Erstmals in ihrem Leben…
seit “Menschengedenken” sozusagen…
bewegte EURE FEM ihre Füsslein an diesem 24. Dezember nicht mehr (noch nicht) aus dem Haus…(sondern legte sie hoch..hihi!!Neidisch, was??)
weil es an solchen Tagen nämlich immer nur bedeutet –
“Doch noch ganz schnell…
immer noch etwas ganz schnell einzukaufen…!
NEIN!
Ausgiebiges Frühstück um elf Uhr.
Haha!
FEM, wie listig!
schon wieder topmunter.
Die anderen nicht.
Blickten etwas verstört, angesichts von derart unanständiger Lebendigkeit..
und schoben wortlos ihr Rührei in sich hinein.
Nach dem ersten tiefen Schluck des Milchkaffees änderte sich das dann schlagartig –
denn der war ausnahmsweise noch heiß, der Kaffee….
Ja, Morgenmuffel, genau.
Nennt man das.
Macht ja nichts.
Jetzt, in dieser Sekunde, es ist 13 Uhr und ungefähr 45 Minuten (keine Uhr geht richtig..)
blüht eine frühlinghafte Sonne auf.
Etwa-
Wenn schon kein Schnee, dann wenigstens Sonne.
Schon besser, als das neblig-nasse-Grau-der-letzten-Tage, nicht wahr?
Ja, gleich spielen wir die beliebte Runde Halma.
Dann ziehen wir uns gemütlich an,
diskutieren noch, ob Kirche ja oder nein…
Danach starten wir ein Christmas-Hopping.
Das erst gar keine störende Stimmung aufkommen lässt:
Denn Weihnachten ist ja bekanntlich die Zeit der “Heimkommer”.
Ja, da treffen wir ein paar verschiedene Leute.
Reichlich, hoffentlich.
Das macht Laune..
Vor allem besitzen die garantiert Weihnachtsbäume: sogar geschmückte.
Wir haben ein paar Zweige aus des Nachbars Garten nachts per Scherenschnitt stibitzt
und dekorativ verteilt.
Dazu die Teelichter und Kerzen…
Die versifften Kerzenhalter im Schnellverfahren auf Hochglanz:
Ganz leicht!
Von all den angetrockneten Kerzenresten befreit!
Indem wir die Kerzenhalter kurz und schmerzlos auf eine heiße Herdplatte stellten.

Der Kerzenwachs schmolz, wie Euro im Portemonnaie, schneller, als das Auge blicken kann.
Wunderbar!
Und dann schnell alles (den nun flüssig..gewordenen Kerzenwachs)
auf ein Stück Papier der BILD-Zeitung gekippt, damit farbig die Texte zugekleistert,
und – ja, in die Öko-Tonne?
Oder?
Darf kerzenwachs-besprenkeltes-BILD-Zeitungspapier in die Öko-Tonne?
Jaime rauft sich schwer nachdenklich sein Ohr.
Dann (die Kerzenhalter)
mit Zelltuch trockengewischt:
Und schon sehen sie wieder nach gepflegtem Haushalt aus!
So ungefähr.

FEMINISSIMA wünscht Euch einen streitfreien
und absolut HUMORVOLLEN!
Start in das Weihnachten 2002 — !
Und ist der Ansicht, das Interview von Heidemarie Wieczorek-Zeul in SPIEGEL-ONLINE,
stellt derzeit die beste Weihnachtsbotschaft dar.

FEM, mit der Bitte an das Christkind, einen Krieg zu vermeiden zu helfen, und Mr. Bush ein paar klare Gedanken zu Weihnachten zu schenken!
FEM, mit der Bitte an das Christkind,
die von uns gewählte Regierung vor einem radikalen
RUCK NACH RECHTS DURCH ABSCHAFFUNG DES SOZIALSTAATES
ZU BEWAHREN –
dank ein paar gut eingepackter, besonders klarer Gedanken zu Weihnachten –
dafür hat FEM dem Wunschzettel ans Christkind auch noch ein paar Herzlein draufgemalt! –
ja, mit diesen Wünschen…und an Euch denkend…
Euch auch dankend…(rühr, gerührt, nicht der Teig, sondern FEM)..und daß wir heute schon über 20 Gäste…
zeigt, daß FEM nicht ganz überflüssig…
ja, verzieht sich jetzt FEM für ein Weilchen…
Die Spieler warten ja schon..ungeduldig
“Welche Farbe nimmst Du? Fem?”
Gute Frage!
Bis nachher!
yours/votre/ EURE FEMINISSIMA : BLEIBT DRAN!

und hier geht es weiter zu den Texten der Nacht und so..:

<
Hi, inzwischen ist es halb vier in der Nacht des ..ja, stimmt ja, 24. Dezember.
Vielleicht hattet auch Ihr lebendige und auch Streitgespräche auf gehobenem Niveau…es ist ja die Zeit für ausgiebige, nachdenkliche, als auch rückdenkliche Gespräche und Gedanken…
des Klärens von Mißverständnissen, der Versöhnlichkeit, nach langer Feindseligkeit und das, was wir ja alle irgendwie so kennen.
Ihr wißt, was gemeint ist.
Schaut doch mal mit einem interessierten Auge auf die früheren Texte dieser Nacht und des Vortages, wenn you like it, wenn Ihr wollt –
hier im Augenblick : time to say “Schlaft noch ein bissi” – und –
See you soon!
Eure Euch liebende FEMINISSIMA…
und weiter geht es im Text like this:

So – hallo – der 24. Dezember ist angebrochen.
Seid Ihr noch auf?
Oder schon im Sitzen vor Erschlagenseins eingeschlafen?
Ganz unter uns, FEM, quite personally, hält den Dezember für den schrecklichsten Monat des Jahres.
Ein unnatürlicher Monat.
Der Monat kann nichts dafür.
Wir haben es aus ihm gemacht.
Oder uns so beeinflussen lassen.
Dank einer Werbe-Psychologie, die uns so fantastisch ausspioniert, und manipuliert,
so wie ja all die netten Creditcards etc. pp. genau Aufschluß darüber geben, was gekauft wird und was nicht….
, nein, von der Ursprungsgeschichte, der “Weihnachtsgeschichte” –
ist nichts, aber auch gar nichts mehr übriggeblieben.
Ein gieriges Volk, stattdessen, das sich um 4-Cent-Dosenbiere schlägt,
eine Regierung, die just vor Weihnachten verkündet – frohe Botschaft, nicht wahr!
dass sie den Reichen noch mehr gibt,
und dafür unauffällig bei jenen klaut,
die sich erfahrungsgemäß nicht wehren können –
es ist zum Speien, um es vornehm auszudrücken.
Weihnachten, anno 2002,
zeigt Dir, wie selten zuvor, daß wir in einer extremen Klassengesellschaft leben,
und ein zu Gefängnis verurteilter ehemaliger Bundesminister, dem 11 Millionen (DM, waren es wohl noch) unterschlagene Mäuse vorgeworfen werden,
noch immer mehr wert ist,
als so ein echtes, armes Schwein, das in der Tat kein Geld hat, wenn es sagt, es hat kein Geld.
Das sind die “Unberührbaren” in diesem Land.
Von denen zocken Schröder und Co. noch ab.
Vor den anderen fehlt ihnen der Schneid.
“Frieden auf Erden?”
Lach-laut-doppelt-sweet-bitter.
Sie bringen uns Krieg, Kampf, Rachsucht und Armut, auf der einen Seite –
und auf der anderen – ?
28.000 EURO Monatseinkommen !
Und als Minister zahlst Du eh eigentlich nichts mehr selbst, weil alles der Steuerzahler zahlt –
Wo soll da noch die Vorstellungskraft vorhanden sein, zum “Leben” jener, die 900 Euro und weniger Alhi bekommen, o davon Miete und Leben und “alles” bestreiten müssen ?
Denen wegen eines “Formfehlers” mal eben ein überlebenswichtiges “Kindergeld” gestrichen wird,
und es “normal” ist, daß es dann vier Wochen mindestens dauert, bis es wieder “funktioniert?”
Ob da gerade, welch ein Pech auch! –
Weihnachten dazwischen liegt, Nikolaustag, und oder die Kinder oder eines noch im Dezember auch noch Geburtstag hat –
DAS GEHT doch all diesen STAATS-SATURIERTEN AM ARSCH VORBEI.
Es ist eine Kälte, die keine Weihnachtsgeschichte der Welt wegretuschieren kann.
Und wir haben unsere eigenen Henker auch noch gewählt.
Das ist das Schlimmste dabei! Kommt gut in den 24. Dezember – !
FEMINISSIMA. (Kotz, würg, ).

hier noch die Texte von gestern, magersüchtig:

21:15 Uhr: FAD, UNCHARMANT UND SCHREIEND UNGEBILDET, in jeder Hinsicht:
WIE konnten diese OBERLANGWEILER den Vortest zu: “WER WIRD MILLIONÄR” bestehen?
FEM kürt die heutige Sendung zur SCHLECHTESTEN des gesamten Fernseh-Jahres.
Eine Zumutung. Zeitverschwendung??
NEIN!
Leute, wir klopfen uns auf die Schultern und juchzen,
ach, was wir alles gewußt hätten!!
Vielleicht wären wir jetzt Millionär?
Wer war eigentlich am unerträglichsten?
Die BWL-Studentin (dumm wie Bohnenstroh), der subsumierende Anwalt, (ein kompletter Nullower)
oder die trocken-archiv-zwischenarchivierte Musikwissenschaftlerin des BR, die sogar mit jedem Lächeln geizte?
Oder der erste Gast, der bei der letzten Frage, wie der Satz bei altem Wein..auf “Lager” tippte (hiha..”Binding-Lager?”)
Nein, es war natürlich “Depot”.
Beethovens “Pastorale” kannte der Anwalt ebensowenig, wie er den Joke aufspürte, daß es natürlich außer den Lippenblütlern (das war erst die 1000 Euro-Frage!..) –
OH NO!!
Die wußten alle nichts, gar nichts, ja, kannten nicht mal Sprüche wie :”Keine Feier ohne Meyer”.
Und hätte die BWL-Studentin mal öfter FEMINISSIMA gelesen,
und sich damit ein wenig in FRANZÖSISCH geübt, dann hätte sie, mein Gott, der Mann soll sich scheiden lassen!….(pardon!)
“reüssieren” nicht als “Sprachfehler” eingeloggt, sondern als “Erfolg haben..”
Tja, Bildung kann man halt nicht kaufen.
Frau wie Mann müssen schon ein bissi was defür tun..!
Aber dräuend-drängend bleibt im Raum die Frage hängen –
nach WELCHEN Kriterien kommen solche Langweiler und Nichtswisser in diese Sendung?
FEM fleht: bitte nächstens auch den CHARME-Faktor ein bisserl mit….
ja, wenn’s denn schon nix wissen,
dann doch wenigstens mit Charme, netwahr?
Uff, jetzt schleicht sich FEM in die Küche, um mit ein paar Lippenblütlern..wie Thymian..Salbei und Co..uns auf diesen Schreck und den so freudlos verbrachten Mittel-Teilstrecken-Abend …etwas Gutes zu gönnen.
Und der Anwalt wußte auch nicht, wo all die Holzfiguren herkommen (Erzgebirge),
die uns doch vor allem in Form von Weihnachtskrippen & Co,
ja, er dachte wohl eher an Westerwald…hihi…
da geht es zwar hölzern zu,
aber schnitzen können die nur Herzen in Bäume oder die Klos auf dem Hof…
tschau, Ihr Lieben, und seid stolz auf Euch –
denn natürlich hättet Ihr alle diese pi-leichten Fragen gewußt – ! (ODER ETWA NICHT….????lach-!)

EURE FEM, sich umdrehend:
“Und stellt Euch vor, selbst den FAUST, wenigstens den doch bekanntesten Spruch: “Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gerne”…wurde nur per Publikumsjoker…” —NEE, Oder?
FEM trollt sich…
weiter unten, wie üblich, noch ein paar Tagestext-Krumen..guten Appetit!

Guten Tag – ! Achso, das war schon.

Hi,
es ist kurz vor 19 Uhr,
FEM hat heute nicht viel druff.

Morgen Abend um diese Zeit setze mir dann unser buntgeschmücktes Fest-Gesicht uff,
schmettern “Fröhliche Weihnachten”,
und sinnieren, ob es Bush vom Krieg abhalten wird,
wenn der Papst ihm dabei den Segen versagt.
Und Papa, sofern es einen gibt, der ruft –
“Bald ist die Gans gar”.
Denn Gänse sind was für Männer.
Bei uns traut sich wieder eine Frau.
Die ehemals “rote Heidi” aus Südhessen,
ein wenig Tacheless zu reden, derweil Kanzler und Außenminister Weihnachtsgeschenke einkaufen gehen.
Der eine geküsst.
Der andere ungeküsst.
Und der Ex- Nie – da – Kultur-Staatsminister, lässt seine Frau irgendeiner Zeitung ausrichten, wie schön es wieder in München ist, und dass man endlich wieder Kultur genießt.
Schon eigenartig.
Jo.
Wie geht es Euch?
Na, sorry der Nachfrage.
Dieses Jahr, so unheilig wie noch nie.
Unheilige Zeiten.
Ob daran die morgige “Heilige Nacht” etwas ändert?
Einmal im Jahr, waren aber schon mindestens drei Jahre oder so nicht mehr, geht man in die Kirche.
Und das ist am Heiligen Abend.
Mal sehen, FEM ist schon richtig neugierig,
wie in diesem Jahr die Predigt ausfällt.
Das zu erfahren, ist schon ein Grund, in die Kirche zu gehen.
Und weil die Kerzen über einem Meter hoch sind.
Nein, FEM ist evangelisch.
Aber zu Weihnachten sind auch in der evangelischen Kirche, jedenfalls war das früher so.
Da war FEM aber auch noch kleiner.
Na..bis dann.
Morgen wieder mehr Schwung.
Hoffentlich – !
FEMINISSIMA (die kein Geschäft mehr sehen und den Satz:
“Was brauchen wir denn noch?” nicht mehr hören kann):
Dieser eingetrichterte Perfektionismus zu “Weihnachten”, der ist einfach nicht mehr normal.
FEM hält sich dieses Jahr weitgehend raus, und trotzdem war es schon anstrengend genug…
Wir brechen auch mit der Tradition, indem wir den morgigen Abend WOANDERS und nicht in den eigenen trauten 4 Wänden verbringen…
wie herrlich….
FEM rät:
Macht es doch auch so..
allerdings bringt FEM etwas mit.
Also, ganz ohne Arbeit, ohne Eigenleistung –
nee, iss Weihnachten für Frauen einfach nich’ drin…CU – Ihr Süßen – !
Bleibt dran !

FEM hat sich gerade mal zu Euch geschlichen,
muß jetzt noch ein wenig Konversation woanders betreiben…hihihii
aber heute noch ohne Festtags-Gesicht, wie erleichternd…
Ja.

CU! denn…

Und hier der karge Nachmittag:

Es ist schon halb vier an diesem Montag.
Er war heute Morgen dunkel und wird jetzt auch schon wieder dunkel.
Zwischendrin war er grau.
Stoßstangen-Kontakte in den Großstädten.
Die blauen Abgaswolken wie Faun-Fantasien in dem Nebellüftchen – ! Doch, es weihnachtet sehr!
Unter der Brücke wird das Dosenbier gelüpft und darüber gemeckert,
dass die Gastronomie all das 4-Cent-Dosenbier von Aldi gestürmt hat, und es nun für 1.40 Euro das Glas verkauft…
alles gelogen…
Na, Ihr Lieben,
gerade haben wir erschrocken gemerkt, daß wir ja mit den Kartoffelpuffern, die wir uns, schwatzend, und heftig darüber diskutierend,
ob Bsirske ein sechsstelliges Jahresgehalt haben soll oder muß
um mitzuhalten,
oder doch nicht,
ob die FDP gefährlicher ist als die Neonazis
oder genauso schlimm
dabei immer mit dem Messer ein Stückchen Acrylamid durch Häppchen von Kartoffelpuffer, die eigentlich hätten Klösse werden sollen,
fanden wir aber oberspießig,
und dass Lafontaine jetzt zum Streik aufruft,
Bush sich vorweihnachtlich,
wie gesund
gegen Pocken impfen lässt,
dass Schläfer im Sicherheitsdienst am Frankfurter Flughafen sitzen,
wie toll Frank Lehmann die zuvor so langweiligen Börsenberichte macht, richtige Krimis
und dass der Sch..Krieg wohl nicht mehr zu vermeiden ist..
ja, wie Ihr seht, sind auch wir hier, wie überall auf den Tannenspitzen richtig weihnachtlich und rührselig drauf…
FEM grüßt ihre wunderbaren Gäste, g estern 47 und heute…na, der Tag ist ja noch lang..!

BLEIBT DRAN !

FEMINISSIMA – online only.

GROSNY – ZDF-Heute-Journal, 6.11.02

SUPISSIMA vom 6. November 2002

ZDF-HEUTE –JOURNAL

BERICHT ÜBER GROSNY

„In Grosny gibt es eigentlich nichts mehr zu zerstören“ –

und dennoch finden die russischen Machthaber noch immer

weitere Möglichkeiten der Gräueltaten.

Ob Kindern in den Kopf geschossen, Ruinen noch gesprengt,

„Männer über 13 Jahre angeblich alle erschossen“, um am nächsten Tag den Frauen zurückgebracht zu werden –

es sind die FRAUEN, Mütter, die, ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben

in die ZDF-Kamera ( sie war keine Sekunde ohne russische Bewacher, Russland hat ja nach dem „Tod im Theater in Moskau,“ vor 14 Tagen jede kritische Berichterstattung „per Gesetz“

massakriert, ) –

SCHREIEN – eine Mutter: „Dann sind wir eben alle Terroristen! „

FEMINISSIMA dankt der ZDF-HEUTE-JOURNAL-REDAKTION für diesen

Bericht. Und verleiht ihr den ehrenhaften SUPISSIMA- PREIS.

Die Demokratie hat sich von Rußland, nach einer minimalen Stippvisite, verabschiedet.

Die Kunst dieses Beitrags – Bilder und Originaltöne für sich selbst sprechen zu lassen.

Ohne „Einschätzung“. Ohne Relativierung. Ohne Dramatisierung.

Elend ohne Adjektiv. Elend. Nur Elend. Elend.

Der Tag, an dem Olaf sich an den Flügel setzte

Die hellen Stoff-Jalousien waren herabgelassen. Draußen Sommer.

August.

Das Zimmer hinter den Jalousien wirkte verschwiegen und auf unerklärliche Weise morbid.

Nein, vielleicht eher obszön.

Nein, nicht das Zimmer.

Die Atmosphäre.

Ein Hauch von unbeabsichtigter Obszönität, selbstverständlich.

Denn wir standen in einem fremden Zimmer.

Wir standen in einem Wohnzimmer, dessen Bewohner verreist waren.
Wir blickten in ein Leben, das nicht das unsrige war.

Und auch wir beide, Olaf und ich, kannten uns kaum.

Wir hatte uns auf einer Party irgendwo auf dem Land kennengelernt.

Und eine ganze Nacht lang Tango miteinander getanzt.

Eigentlich kennt man sich dann.

Jedenfalls weiß man dann schon sehr viel voneinander.

Ohne miteinander reden zu müssen.

Ich war allein in diesem Sommer.

Olaf hatte den Portwein auf der Anrichte entdeckt.

„Komm, wir trinken Portwein,“ sagte Olaf.

„Mir ist danach: Portwein am frühen Nachmittag im Sommer, hinter herabgelassenen Jalousien, in einem Haus, das wir nicht kennen, vor einem zauberschneeweißen Flügel…komm, lass uns trinken…bis wir alles vergessen. Der Portwein-Rausch ist der allerbeste..“

Olaf und ich hatten uns ein paar mal verabredet. Fuhren hinaus ans Meer. Liefen herum.

Schwiegen. Sahen den Möwen zu. Legten uns in den Sand. Wir badeten nie. Wir starrten in den Himmel oder blickten hinaus aufs Meer und schwiegen. Manchmal legte Olaf seinen Hand auf meinen Arm, als wolle er etwas sagen. Und wir liefen weiter. Ziellos. Wir ließen uns treiben. Manchmal sprang ich bis zu den Knöcheln in die Brandung, mein Kleid mit der einen Hand raffend, in der anderen Hand meine leichten Segelschuhe…aber ich ließ es bald wieder sein. Diese Gesten waren aufgesetzt. Sie hätten heiter wirken können. Aber sie waren nicht heiter.

Der Port war gut und schwer und süß. Ich spürte ihn sofort in mein Blut übergehen.

Olaf hob sein Glas, sah mich mit seinen hellen Augen an und sagte trocken:

„Auf die Einsamkeit. Es gibt nichts Ehrlicheres!“

Unsere Gläser vibrierten beim Anstoßen.

„Edles Zeug, der Stoff“, bemerkte Olaf lässig.

„Deine Freunde haben einen gediegenen Geschmack.“

„Ja!“ nickte ich. „Ja.“

„Wir trinken die Flasche leer..“ sagte Olaf.

„Ich besorge Ersatz. Wir haben doch heute nichts mehr zu tun.“

„Ja.“ Sagte ich. „Ja. Das ist eine gute Idee.“

Es war aufregend, an einem schwülen, trägen Augustnachmittag hinter herabgelassenen Jalousien in einem fremden Zimmer mit Olaf Portwein zu trinken.

Wir saßen nebeneinander auf der taubenblauen Biedermeiercouch wie von einem Fotografen arrangiert. Olaf blickte mich an. Ich wußte nicht, was er dachte. Ob an das Schiff, das er reparierte oder an mich oder an seine Kinder, die bei seinen verschiedenen Frauen von früher lebten oder an mich, ich wußte es nicht. Es war mir gleichgültig. Ich brauchte nicht zu wissen, was er dachte. Er war da. Einen halben Nachmittag lang. Mein Freund. Mein fremder Freund. Den ich kannte, weil wir Tango miteinander getanzt hatten. Eine Nacht lang.

Ich stand auf, stellte das Portweinglas vorsichtig auf dem Flügel ab und klimperte spielerisch mit einem Finger über die Tasten.

Olaf kam von der Biedermeiercouch herüber zu mir, setzte sich auf den Klavierschemel und legte seine Hände ruhig auf die Tasten den Flügels. Ich lehnte in der Biegung des Flügels und wußte nicht wohin mit meinen Händen. Mein Portweinglas stand etwas zu weit von mir auf der weiten Fläche des Flügels.

Olaf warf mir einen Blick zu und begann zu spielen.

Es überraschte mich eigentlich nicht, daß Olaf Klavier spielen konnte.

Und er begann zu singen…:

„When I lost my Baby….“

Olafs unerwartet warme, weiche, schmachtende Stimme umfing mich…ich spürte jene lange durch die Zeitalter von Rationalität und zusammengepressten Lippen vergessene Sehnsucht jener Herbstnächte meiner Jugend in mir aufsteigen….die frühe Dunkelheit…der modrige Geruch verwelkter Blätter…die langen Spaziergänge….und all die Träume, die Träume und die Hoffnung, doch an jenem Abend vielleicht „Jenem“ zu begegnen, weil ich seinen Weg kannte, „Jenem“, der mein Herz höher schlagen ließ, ohne, daß er davon wußte. Ein Blick von ihm allein genügte, und schwärmerische, idealistische Welten öffneten sich…ach, er hat mich angeschaut…heiß und kalt lief es über die Seele und das Gesicht. Ob er etwas gemerkt hatte?

Zurückgekehrt nach Hause, ins helle Licht der Wohnstube, wurde tadelnd gefragt, wieso ich so spät zurückgekehrt sei….die Antwort war der Versuch, ein entrücktes Lächeln zu verstecken , und die Ausrede, eine Freundin getroffen zu haben.

Olaf sang..von den Blueberry Hills…

Die Gedichte fielen mir ein, von denen der Adressat nie und nimmer geahnt hatte, ebensowenig wie von meinem sehnlichsten Wunsch – ihm zu begegnen. Wir haben uns nie persönlich kennengelernt. Aber ich träumte einen ganzen Winter lang von ihm.

Olaf hatte aufgehört zu spielen.

Er stand auf.

„Ich muß jetzt gehen“, sagte er.

„Ja,“ antwortete ich. „Ja“.

„Ich komme wieder“, sagte Olaf.

„Ich weiß…“ antwortete ich.

„Bis zum Herbst habe ich Dir eine Wiege besorgt“, sagte Olaf.

Ich lächelte. Ja, ich erwartete mein geliebtes, unbekanntes Kind.

Ich hielt mein Glas Port wieder in der Hand.

Ich reichte Olaf meine Wange zum Hauch von einem Kuß hin.

Und Olaf ging und ich blieb allein, mit dem Glas Port in der Hand, hinter herabgelassenen Jalousien, an einem augustschwülen Tag, in einem Raum, der mir fremd war.

Ich stellte das Glas vorsichtig ab und zog meinen Ehering vom Finger. Legte ihn neben das leere Glas.

Olaf würde wiederkommen. Ich wußte es. Mein Mann nicht. Das wußte ich auch.

Von : Florence