Glatt draußen. BGH gegen Fußgänger

Glatt draußen….BGH-Urteil gegen Fußgänger.

Zu diesem Thema erreichte uns heute Vormittag eine aufschlußreiche Mail:

„Die Formel von den belebten und unentbehrlichen Fußgängerüberwegen kennzeichnet nicht nur die Voraussetzungen der Streupflicht , sondern auch deren Grenzen.“

So hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 20. Dezember 1990 hervorgehoben, daß innerhalb der geschlossenen Ortschaft die über die Fahrbahn führenden Fußgängerüberwege N U R dann zu bestreuen sind, wenn sie belebt und unentbehrlich sind“.

Humbug, würde frau und mann Nichtjurist spontan ausrufen. Ist aber letztinstanzliches verbraucherunfreundliches „deutsches Recht“ – gefährlich für Fußgänger in Wintern wie gerade jetzt.

Offenbar haben viele verletzte, gestürzte Bürger ergebnislos um ihr Recht gekämpft, dass dies bis hoch zum Bundesgerichtshof gelangt ist.

Zuvor hatten bereits diverse Oberlandesgerichte Regress-Ansprüche jeweiliger Verletzter abgewiesen. Die Zitate erscheinen dabei sprachlich wie inhaltlich mittelalterlich, aber so ist ja auch teilweise diese deutsche Obrigkeitsjustiz, findet FEMINISSIMA.

Ein besonders absurder Fall liegt FEMINISSIMA vor : der eigentlich abendfüllend eine HARALD-SCHMIDT-Show bestücken könnte.

Denn dieser Fall betrifft letztlich alle Fußgänger, die in einem Neubaugebiet wohnen und in die Stadt oder in den nächsten Supermarkt wollen, um sich irgendwie lebenstechnisch einzudecken.

Sie müssen dann leider ja zwangsläufig, merkwürdig genug, diese Fußgänger ! eine oder mehrere Straßen passieren, um in die Stadt, dem Bus-Stop, dem Laden oder sonstwohin zu kommen.

Und nun gibt es die heiße Diskussion, was ist eine entbehrliche Zubringerstraße? Nein, Zubringer – das ist doch klar, da fahren zubringende Autos…dafür wird gestreut…wenn diese Straße aber links und rechts keinen Bürgersteig hat, und sich nun – wie in unserem Fall geschehen – eine (und womöglich sogar mehrere) Fußgängerin aus ihrem Neubauviertel auf die Straße zu einem der größten Supermärkte und dem einzigen weit und breit, begab und dabei spontan und heftig auf den Hinterkopf knallte, weil die Ränder…(rechts und links) der Zubringerstraße NICHT gestreut waren (wir streuen nur für Autos..) – dann ist das halt ihr eigenes Pech.

Auf dieses BGH-Urteil, das dann wohl so eine Zubringerstraße als „entbehrlichen“ Passantenübergang einstuft, berufen sich nun inzwischen cool die Kommunalen Versicherungen (also die die Kommunen selbst absichern..), wenn so ein Mensch, mit Beinen und Füssen, anstelle von vier Rädern sich dreisterweise diesem Supermarkt bei Glätte nähern will.

Entsprechend erfolglos und mit genau nun diesem BGH-Urteil beglückt, versuchen seit dem auch eisglatten Januar 2002 eine Frau und ihr Mann in der hessischen Provinz, die eh gern glatt iss..einen Schadensersatz und ein Schmerzensgeld von der betreffenden Stadt Herborn zu erhalten.

Die verweist auf die Versicherung.

Die Versicherung auf das Urteil.

Und das war es dann.

Die Frau hatte wochenlang im Krankenhaus nach dem Sturz gelegen und schwere Kopfverletzungen davongetragen.

Mit diesem Urteil sind auch alle Fußgänger schlecht dran.

„Nichts lieber als hier juristisch zu streiten!“ meinte ein von FEMINISSIMA dazu befragter Anwalt:

„Denn dabei wurde die Pflicht der Kommunen außen vor gelassen, in jeder Straße, die KEINEN BÜRGERSTEIG hat, aber von „Passanten“ auf jeden Fall täglich frequentiert wird, wie hier die „Zuwegung“ zu besagtem Supermarkt – einen mindestens 30 bis 50 Zentimeter breiten Pfad (Fahrbandsaum) auch für die Fußgänger zu streuen, bei Glätte“.

Ohne Einschalten von Anwälten, gut, dafür sind sie ja denn wohl auch da, ist also in diesem Fall keinen Schritt…um im Bild zu bleiben…weiterzukommen.

Da der normale Bürger diese Finessen des „glattfreien Straßensaums“ bei nichtvorhandenem Bürgersteig NICHT kennt, kann die GVV, die Kommunal-Versicherung also weiterhin dreist die Bürger mit dem schnöden Hinweis auf das BGH-Urteil abspeisen.

Deutsches Unrecht-Recht.

Meint Feminissima.

Verbraucherfeindlich.

Und lässt mal eben Hasso, den Redaktionshund, das BGH-Urteil zerfetzen – Hasso, beiß zu!

US-Email zu Bush

POST AUS AMERIKA:

Ja, feminissima darf “sehr gerne” die Mail abdrucken, die FEM “so toll” fand, allein schon wegen des Engagements auf eine fast nur angedeutete (aber doch konkret..) Szene auf der live-Seite von einem Treffen mit Deutsch-Amerikanern in der klaa Stadt, als die gerade ihre Mom und Gra’Mam abholten, um sie mit in die States zu nehmen, für immer. Denn hierzulande wäre ihr, toll! nur das Pflegeheim geblieben. Geistig mit 83 in Höchstform, aber die Beine halt ein bisschen schwach…so etwas darf ja bei uns nicht passieren…wenn Deine Kids weiter weg sind..da bleibt Dir bei uns sonst nur “das Heim”. Aber darum geht es hier nicht, sondern um eine leidenschaftliche Reaktion auf die Bemerkung der “Deutsch-Amis” sie fänden Bush “toll”. So, denn lest doch bitte selbst, nach dieser nicht kurzen Einstimmung & Einleitung..

Datum :

Mon, 6 Jan 2003 21:47:50

ich schau jetzt meist vorher in die FEM, bevor ich dir schreibe, weil ich nie weiss, wo du im mom gerade steckst, hihihi, aber jedenfalls gehts dir supi, wie ich eindeutig

heraushöre, und das ist schliesslich das wichtigste. du bist einfach ein stehauffrauchen, hahahhah, toll…

aber zu diese bush-einstellung von diesen ansonsten lieben leutchen, kann ich dennoch nicht schweigen. das ist nämlich genau d i e haltung, die ständig neue kriege

provoziert ! natürlich gibts auch das argument, dass hitler einfach nicht anders zu besiegen war als auf den weg, den die amerikaner endlich eingeschlagen haben, und wir

müssen ihnen auch dafür dankbar sein, und sie haben uns persönlich auch sehr geholfen damals nach dem krieg, oje, wenn ich daran noch denke… bin ihnen dafür ewig

dankbar… aber dennoch ist ein schwerer konflikt niemals wirklich durch krieg zu lösen, höchstens mal über kurze zeit, ermöglicht einen aufschub sozusagen, w i r k l i c h e

lösungen gibt es nur durch gespräche, ehrliche verhandlungen, in denen keiner den anderen übers ohr hauen will, wo wirklich j e d e r für jeden das beste will… d a s

wäre der wahre weg. aber da siehst du mal, wie weit weg der mensch doch noch von einem wirklich zivilisierten wesen ist ! so ein weg erscheint uns nämlich sehr utopisch,

obwohl er doch zu beschreiten so einfach wäre… frauen wären da besser in der lage dazu…. nur mutieren die dann meist zu männern, wenn sie gewisse positionen

erreichen. D a s ist das eigentliche drama ! dieser weg, den bush jetzt eingeschlagen hat, irak zu bekriegen, korea fast zu umwerben, macht ihn unglaubwürdig, macht ganz

amerika unglaubwürdig, und glücklicherweise sehen das viele hier auch so. was sollen den die ganzen inspektoren, die nichts finden ?! sowas von lächerlich ! natürlich ist

hussain kein friedlicher typ, ein mörder, ein tyrann, das wissen wir alle, aber warum müssen menschen , tausende, abertausende dran glauben, nur um diese schwein zu

kriegen ?! wenn amerika so stark und intelligent ist wie bush tut, dann sollen sie ihn ausfindig machen und ihn alleine killen… die kriegen ja auch nicht bin laden, meinten

grossspurig, ihn bis weihnachten zu haben ! ihre strategie ist total falsch und dumm, sag ich dir, und bush ist für mich der inbegriff von dummheit, provokation und

selbstüberschätzung. ein clinton, ein al gore wären in dieser situation erträglicher gewesen, nicht provokativ, nicht dumm… sie hätten die sache wahrscheinlich auch nicht

verhindern können, weil das ganze unglück eben schon jahre zurückliegt, aber sie hätten sich nicht noch tausende von feinden dazugeschaffen. wir haben das pech jetzt,

dass wir sowohl in amerika wie in israel dummköpf zur gleichen zeit sitzen haben, die alles zerstören, was vorher andere versucht haben , in kleinen schritten aufzubauen,

natürlich mit rückfällen, aber es ging dennoch leicht aufwärts, aber jetzt… jetzt wird wieder alles zerschlagen…das kannst du auch deiner süssen 83jährigen sagen, all die

opfer, die sie bereit ist zu bringen, sind unter diesen begleiterscheinungen umsonst, sie schüren neuen hass, provozieren neues blutvergiessen…. ich hasse diese

einstellung, weil die uns immer wieder zurückwirft ins archaikum….natürlich werden die menschen eingeschüchtert mit giftgasbedrohungen und sonstwas allem. wer würde

denn sonst in den krieg ziehen wollen ?… hat diese frau auch erzählt, dass es hier eine initiative der 11.Sept.-opfer gibt, die in den irak gehen, die in alle krisengebiete

gehen, um sich dort überall um aussöhnung zu bemühen ? sicher weiss sie das nicht. und ich finde, n u r diese leute hätten eigentlich das recht zu sagen, was

geschehen soll ! zumal doch bush diesen 11. sept. als ausgangsursache für seinen feldzug ansieht ! aber wenn selbst die betroffenen , ein grosser teil wenigstens, dies für

falsch hält…. weisst du, ich kriege gänsehaut, wenn ich diese tapferen leutchen reden höre, die weissgott genug mitgemacht haben ! und ich kriege wutausbrüche, wenn ich

sehen muss, dass ihre stimmen überhört werden. s o l c h e leute an der regierung…. und wir hätten nie einen 11.sept. gehabt ! wir hätten nie einen bin laden gehabt !

wenn man unmittelbar erleben muss, welche leute die amerikaner in arabien unterstützen ! da kann man zum stier werden, ich kanns mir lebhaft vorstellen ! Deine Ricky

“Hintanmerkung” von FEM : die FRAU SOLLTE IN DIE POLITIK GEHEN. FEM ist stolz auf solche UserInnen! DANKE.

November-2002 – ein Sonntag

…mal hineinschauen…klngen sie nicht irgendwie anders…die jetzt ja beinah schon “alten” Texte. Noch übriggeblieben von einer Lösch-Arie im Dezember 2002…Zu Weihnachten sozusagen. Das ist überstanden…

Hallo, Willkommen – es ist jetzt ungefähr kurz nach 17 Uhr an diesem Sonntag. Zwischen Herbst und Winter.. Die Welt beginnt vor der Haustür und es ist wunderbar draußen…auch wenn Ihr heute bei Eurer FEM gewesen seid, oder es noch vorhabt…bewegt Euch doch mal “an die Luft”….
Menschen, Lachen, die ersten Christbäume werden verkauft,
Kinderlachen zeitlos….lasst Kinder mehr lachen und weiterhin lachen..
derzeit und wie immer klingt Eure FEMINISSIMA zwischendrin immer melancholisch und das ist sie auch…
warum das nicht zugeben…
wir sind doch nicht ständig fit for fun..dann wäre das ja gar keiner mehr, sondern furchtbar anstrengend…
..ja, lasst Euch mal durchhängen…
aber es muß auch nicht melancholisch sein..
doch es stimmt schon nachdenklich,
wie heute die fantasievollsten Gestecke für die Gräber weggehen wie die ..nein, der Vergleich wäre zu abgeschmackt..”die warmen Semmeln” – FEM sagt –
” natürlich ehrt Eure Verstorbenen…aber denkt doch auch an die Lebenden um Euch herum…das ist doch wunderbar, zu leben…wir sind ständig damit beschäftigt an übermorgen zu denken, was mache ich dann und dann das – HEUTE LEBT IHR und es ist ein kostbarer Schatz, genauso kostbar, wie seine LIEBEN und seine FREUNDE zu pflegen und zu hegen…”

Na, net bös sein, heut iss FEM irgendwie sülzig…zwischendurch, weiter unten, also früher am Tage nicht mehr ganz so..dann wieder doch…verzeiht…aber FEMINISSIMA ist keine Maschine,
die von alleine schreibt
und heute ist der 20. Todestag von Fems Mutter…sie starb zu früh..wie alle Mütter zu früh sterben,
denn Kinder denken, Mütter haben unsterblich zu sein…ja…das ist so.

Entschuldigt also ein wenig,
und FEM hat gerade in diesem Jahr so viele Todesfälle miterlebt…
..wobei so oft die Frage auftauchte, war es …hätte es sein müssen…

Net-e-mal e hessisch Lustischkeit will uffkomme,
aber das kommt wieder…verdrängt Eure Gefühle nicht…lasst sie raus..vielleicht ausgehen, Leute treffen, FEM ist gerade zurückgekommen…aber manchmal muß doch auch mal Trauer und Nachdenklichkeit erlaubt sein, oder?

Und – ja, es hat etwas mit der allgemeinen Stimmung zu tun…natürlich.
Nur wer Augen, Ohren und alles dichtmacht, kann eine allgemeine Angst vor einem unabsehbaren Krieg verdrängen…das kommt hinzu..und die ständigen Nachrichten von neuen Kürzungen im “Sozialsystem”. Was ist BEI UNS LOS??

“Where are we headed?” Wo sind wir angelangt..? Lasst uns aktiv werden…und lasst uns bitten, daß diese Regierung zurücktritt.

Sie treibt uns in den totalen finanziellen, sozialen und irgendwie “atmosphärischen” Ruin…..

Das schreibt FEM an diesem Totensonntag und verlässt Euch jetzt wieder….vielleicht hört FEM ganz auf zu schreiben, an dieser Stelle und schließt FEMINISSIMA auch wieder…oder?

Nein, “heute ist nicht unser bester Tag”, würde jetzt gerne das nette PC-Programm zu FEM sagen, aber es ist ein gutbesuchter Tag , bei uns, aber dennoch – CU!

FEMINISSIMA – yours…

P.S. Wann immer FEM das Haus verlässt, erfährt sie auch sofort “Lebensgeschichten”, ja, das Leben beginnt jede Sekunde…aber es kann auch jede Sekunde enden…und manches ist geeendet, obwohl es noch existiert.
Beginnt, warmherzig zu werden….hinterher ist es zu spät. Tschau-ly.

CU- ly…..

Seid gegrüsst, heute Mittag rund zwanzig schüchterne LeserInnen oder doch schon aufgewacht..? Es ist noch immer neblig draußen und FEM wird jetzt erst richtig wach…glaubt FEM nie wirklich, wenn sie das behauptet…nein, seid willkommen, und der kleine Sonntagstext aus der Nacht hat sich schon wieder zu einem kleinen Bandwurm entwickelt….wenn Ihr lesen wollt…?

FEM muß jetzt mal wieder, es ist schon wieder später als eben…lol….bis denn! CU!

EURE FEMINISSIMA!

Sonntag, 12 Uhr Mittag.

Jetzt – 13 Uhr 20 und eine kleine Ergänzung zum Text von vorhin..vielleicht war er ein bissi sehr aus nüchternem Magen geschrieben..mit zwei Spiegeleiern, und Frühstücksspeck…jawoll und einer Grilltomate intus und zwei Liter Kaffee…wird Eure FEM gleich schon wieder viel milder, obwohl – nein, never ever ist FEM überheblich. Wie könnte sie !
Der “Mensch fängt auch nicht erst beim Universitäts-Abschluß” bei ihr an, i bewahre, das sind ja oft die allergrößten Langweiler – nein, aber! Das lieben wir inzwischen, ist ja auch eine der eingefrorenen Standard-Floskeln der deutschen Sprache geworden “ja – aber!” Leider kommt dann aber eigentlich kein aber, weil schon auch vorher kein “ja” vorhanden – FEM will sagen, zur Kritik an Amelie Fried und all den anderen, auch wenn FEM aus merkwürdigen Gründen Frau Maischberger lange nicht mochte, ist sie vielleicht neben gutem Aussehen (vielleicht spielt sie dies zu sehr aus???) vielleicht doch auch wirklich die ernsthafteste und bestausgebildete, vielleicht auch talentierteste “Ausfragerin”.

Kein Mensch kann alles wissen. FEM hat schon ganze Vormittage damit zugebracht, auch nur den richtigen Vornamen eines Menschen zu finden..- aber FEM meint diese “Schein-Klugheit” oder die gespielte “Naivität” oder echte Dümmlichkeit, die sich hinter Arroganz (die immer ein Zeichen von Minderwertig- oder Überwertigkeitskomplex ist..)verbirgt – also :

“Was ist eigentlich eine Deflation im Vergleich zur Inflation, ist das in einer Talk-Show mal so eben erklärbar?”

Das wäre eine “echte”, direkte und “ehrliche” Frage gewesen. Denn wer soll das denn schon wissen. Und natürlich hätte Oskar Lafontaine das gerne erklärt, er spricht und schreibt ja irgendwie flüssig und anschaulich…es hätte ihm sicher sogar einen Riesen-Spaß gemacht.

Aber naiv-überheblich-nachsichtig-lächelnd zu “fragen” :

“Ja, ist es denn nicht gut, wenn die Preise fallen?”

ist eine Humbug-Frage, denn sie hat den eigentlichen Inhalt der Frage, nämlich den nach der Bedeutung der “Deflation” gar nicht erst aufgegriffen, setzt also damit voraus, jeder wisse, daß fallende Preise eine Deflation sind, oder wie? Und das so zu behaupten, wäre genauso…dümmlich.

Das und nichts anderes meinte FEMINISSIMA weiter unten im Text und eben auch falsch eingesetzte Worte, wie “politisieren”, ein den Inhalt abwertender Begriff für die berechtigte oder subjektive oder beides Empörung des Schauspielers Stadlober über den brutalen Polizei-Einsatz in Hamburg bei der Räumung der sogenannten “Wagenburg” im Schanzenviertel.
Dann hätte Fried noch hinzusetzen müssen, okay, sorry, soll jetzt nicht abwertend klingen….aber es IST KRASS ABWERTEND von “sind- Sie- jetzt-politisiert” zu reden, wenn da Menschen wieder einmal wie Pappschachteln zusammengeknüppelt wurden und wieder einmal die verdammte WELTFERNE von einer Amelie am Rande der bayrischen Seen bewies…die sich nicht einmal darüber aufregen konnte, was in Hamburg passiert. Wahrscheinlich, weil sie außer den ihr von der Redaktion vorgelegten Kärtchen wirklich nichts im Kopf hat, was auch erklärt, dass sie am 40. Geburtstag in eine tiefe Krise fiel, wie sie ungefragt kundtat. Klar, wer nichts im Hirn hat, ist mit 40 Jahren uralt, aber auch schon mit Zwanzig….
Natürlich IST FEMINISSIMA für BILDUNG. Nur Bildung hilft vor all oder gegen all den Größenwahn…und Dinge zu durchschauen, sonst kann einem ja jeder alles erzählen und man/frau muß es glauben, weil selbst keine Ahnung und damit “keine eigene Meinung” ….

Jetzt wird gerade wieder die TÜRKEI-KARTE ausgespielt. Auch so verlogen. Kaum zeigt sich Widerstand gegen die komplette Übernahme des chauvinistischen Islams auch noch in Europa…durch den weit verfrühten EU-Beitritts der Türkei, der allein durch die USA forciert wird, damit er noch mehr Militär-Basen überall aufbauen kann….und sofort wird irgendwo eine Moschee abgebrannt und rechten Kreisen zugeschoben. Mag sein, muß aber nicht. Kann auch, was eigentlich täglich passiert, gezielte Provokation gewesen sein. Also von “Diensten” selbst ausgeführt..So wie nun auch…nach dem Bestehen auf Überflugsrechten…die USA um “Raketen bitten”, in sweet Deutschland…ach bitte, kannste mir ma e Raketche leihe, ich gebs Dir auch widder….”
Die Überlegung, wieso sich eine USA, in der Person eines einzigen Mannes, namens BUSH “plötzlich” für einen EU-Beitritt eines islamischen Staates heftig einsetzt, als “Prorität” bezeichnet, nachdem er doch in allem Islamischen “die ACHSE DES BÖSEN” sieht…das ist doch der Widerspruch, der vorne und hinten nicht zusammenpasst.

Und auch FEMINISSIMA wird sich keinen rechten Schuh anziehen lassen, weil sie schrieb, daß kurdische und türkische Frauen der Unterschicht schlechter behandelt würden, als Tiere, zu reinen Gebärmschinen reduziert. Keine Rechte, nichts. Was sich leider auch in Germany fortsetzt. Daher ist der Prozentsatz psychisch erkrankter kurdischer Asylbewerber-Frauen rapide gestiegen. Weil “eine kurdische Frau das Haus nicht verlassen darf”. Auch wenn sie nun in Deutschland lebt. Aber – wer schreibt schon darüber? Das würde ja bedeuten, sich einmal mit der Tiefe der ganzen Problematik auseinanderzusetzen – angefangen vom Begrüßungsempfang am Bahnhof der “türkischen Gastarbeiter”, die man als Arbeitstiere sah, aber nicht als Menschen…!! bis hin zu den heutigen Elends-Flüchtlingen aus der Türkei…und der Zwischen-Schicht, die sich teilweise sehr gut durch Drogengeschäfte finanziert und in vielen Gemüse-Läden Drogengeld wäscht…das darf man nicht mehr sagen, dann ist man nicht mehr multikulti. Hörrt uff! Es hat sich keiner um die Türken gekümmert und auch nicht um die Kurden. Sie waren und “sind” für uns schon noch…ein wenig…(nicht für FEM), FEM hält nur Beobachtungen fest oder versucht sie, zu analysieren..”drittklassig”. Voilà. Aber nun, da Bush-Fire den großen Krieg will, muß das alles handlich organisiert werden. Und da ja die Türkei..wie kam das eigentlich noch zustande..?? Es war für die USA wohl unumgänglich und brachte dem armen Land gute Bestechungskohle…NATO-STAAT ist und Bush-Boy über Tony-Boy und langsam auch GERD-Junge beste Beziehungen…zu Europa hat , muß auch flugs die Türkei, deren eigentliche Armut doch niemanden interessiert, reingepresst werden, wenn die Kriege vorbei sind, kann man sie ja wieder rausschmeißen , nicht wahr?
Und der allgemeine Analphabetismus in der Türkei, der männlicher Macho-Überheblichkeit der islamischen “Frauen-Interpretation” keinen Abbruch tut, und wenn Frau Göttin höchstselbst….
Ein BILDUNGSPROGRAMM, ein ausgedehntes, zunächst, und erst einmal den BEWEIS für die Abschaffung von FOLTER und der ständigen Menschenrechts-Verletzungen in der TÜRKEI…eine neue Definition der FRAUEN-ROLLE in der Türkei…aufgrund eines extensiven Alphabetisierungs-Programms – das wären Taten, alles andere sind schönklingende Worte eines neu-gewählten Mannes in der Türkei, der demnächst in Kopenhagen die “Europa-Tauglichkeit” eines Landes demonstrieren will, das, aus welchen Gründen auch immer, den Standard um 100 Jahre zurück hat.
Das ist keine Frage von rechts oder links, es ist eine Frage inwieweit hier auch wiederum MENSCHEN, denn ein Staat ist ja kein abstraktes “Gebilde”, sondern setzt sich aus Menschen zusammen, nur BENUTZT werden, weil dies ein paar Politikern gerade zupaß kommt..egal, was am Ende dabei herauskommt.

Als wir 18 waren, dachten wir, morgen wächst die ganze Welt zusammen, warum gibt es Unterschiede, wer macht sie? Lasst uns alle eine große Familie sein, so daß es auch keine Hautfarben- und damit keine “Rassen-Unterschiede” mehr gibt, und unser Supi, in der Klasse, der dann auch Jurist wurde, weil er alles besser wußte, der Besserwisser..lol…sagte – oh, Ihr Naiven, da werden wieder “Farb-Schattierungen” sich einer anderen überlegen fühlen…die “Gleichheit” , sie wird es nie geben, wir können bestenfalls versuchen, eine GLEICH-BERECHTIGUNG zu schaffen, das ist objektiv, Gleichheit ist subjektiv,den jeder ist anders geprägt…aber gleiche Chancen-Voraussetzungen..ja….
Wir fühlten uns damals etwas desillusionisiert (..siehe die Endung “isieren”…) und düpiert und wir dachten, ach der ist so negativ, wir waren 18 und wir konnten nicht verstehen, warum sich Völker bekriegten und bekämpften.

WIR können es bis heute nicht…aber Jahrzehnte sind verstrichen und – es hat sich nichts wirklic verbessert..im Gegenteil…es gibt zwar keine “Weltkriege” mehr, (kann sich dank Bush täglich ändern) dafür aber weltweit Dauer-Kriege und Völkermord, von dem wir nur erfahren, wenn wir uns sehr darum bemühen…weil er gern verschwiegen wird…es gibt die Unvereinbarkeit von Gruppen siehe Irland…siehe die die Dauer-Attentate in Israel und wiederum in den palestinänsischen Gebieten…natürlich könnte ein derzeitiger EU-Beitritt der Türkei zu ähnlichen Verhältnissen führen. Schlicht und ergreifend, weil ein heftiges RIVALISIEREN um ….und das ist das wirklich Irre…”Weltanschauungen” und “Religionen” einsetzen wird, noch extremer, als bereits derzeit…Das sind alles Sachen, die überlegt sein wollen. Einen “Marshall-Plan” für die Türkei, wie jetzt von der CDU vorgeschlagen, klingt herablassend, die Tatsache ist, die Türkei ist ein superarmes und überwiegend analphabetisches Land. Das von deutschen Touristen übrigens auch gerne ausgenutzt wird, weil es so “billig” dort ist und die “Leute so gastfreundlich”.

FEMINISSIMA ist keine Politikerin und hat keine Patentlösung, nur eine Meinung…die auch nur sujektiv ist…und sie verlässt Euch jetzt, um sich sonntagsfein für ein Rendez-Vous zu machen..CU, BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA, 14 Uhr, am 24. 11. 2002

Hi, hi –

Schwer depressiv Eure FEM letzte Nacht, nachdem sie den ersten Teil über das GESCHÄFT MIT DER TODESANGST DER FRAUEN geschrieben hatte, und ihr einfach auch nicht aus dem Gemüt gehen konnte, daß Gaby nun seit weniger als sechs Wochen tot war..dann löschte FEM diese Texte alle wieder und setzte, wie um uns alle zu trösten.. den Sonntagstext unten hin….
Aber jetzt ist wieder Tag – und manchmal ist es eine Befreiung, wenn der Tag wieder angebrochen ist, weil mit der Helligkeit manche dunkle Gedanken auch verschwinden…
und manche geistige Verklemmung einer hell-täglichen Erleuchtung weicht…!
Treue und tapfere Dauer-FEM-LeserInnen werden sich erinnern, daß FEM schon am Freitagabend einen längeren Bericht über “III nach 9″ ist wieder (richtig) da”, schreiben wollte.
Die einst renommierteste Talkshow, zuletzt zur Einschlaf-Sendung verkommen, glänzte dieses Mal durch starke Gäste und eigentlich hat es eben doch AMELIE vermasselt, das war das Zögern in dem bislang noch nicht “Schreiben-mögen-können” – der “näheren” Gedanken zur Sendung.

Weil FEM darüber noch nachsinnierte ob die Naivität der Amelie Fried nur dauernd als “Rolle” gespielt..oder vielleicht doch ..gar ..am Ende..echt? Dass da wirklich gar nichts drin ist, in dem blond-tupierten Köpflein?
Naivität, gepaart mit einem gravierenden Mangel an Bildung..kein Wunder, Amelie Fried, inzwischen längst zur Hera Lind degradiert, durch dümmliche Schreibereien und einem -dauer-heile-Welt-Leben im tiefen Bayrischen, denn diese Amelie Fried, die mal richtig gut war, frech, intellektuell, nachfragend, oder war das ein Irrtum – ? sie entwertete – unpolitisch wie die DAME bis ins Mark zu sein scheint – den ebenso leidenschaftlichen wie wütenden, wie berechtigten Protest von Jung-Schauspieler STADLOBER gegen die Räumung der “Wagenburg” in Hamburgs Schanzenviertel. “Bambule” war übrigens mal eine Arbeit der Journalistin Ulrike Meinhof..und ist ein Ausdruck für “KRAWALL” –

Also war in Bambule Bambule angesagt, in Hamburg flogen die Fetzen, Polizei-Einsätze, für die Hamburg übrigens auch unter SPD- Zeiten berüchtigt war, – und AMELIE fragt, mit diesem kaum erträglich zugespitzten Dauer-Lächeln und auch noch tatsächlich als gedanklichen Anlauf den STERN mit seinem tollen neuen Titel “Pubertät” …(wieviel für die Reklame erhalten, Amelie Fried?)

zu Hilfe nehmend, den hellwachen Stadlober, irgendetwas so Dümmliches zur “Pubertät”, daß er klasse konterte:
“Ich dachte, da bin ich eigentlich gerade raus..” –
aber das war ja nur der Einstieg…
der Zusammenbruch der Sendung im Kampf um die Note “sehr gut”, kam, als spitzmündig-lächelnde-Großomi-Frage-Augen-weltferne Amelie dann ihren Senft zu Stadlobers Erregung über den miterlebten Polizei-Einsatz in Hamburg filmszenenreif, oder anders ausgedrückt, tausendmal besser als jeder ARD-oder ZDF- Journalist, die sind ja auch meistens sehr schlecht, inzwischen, es hätte formuliren können –

da kommt doch tatsächlch von Amelie Fried …lächelnd, selbstverständlich, von weit oben herab, wolkenfern-nachsichtig:
“DAS HAT SIE POLITISIERT?”

Amelie Fried, wer so seichte Büchlein absondert, wie Sie, kann NATÜRLICH NICHT WISSEN, daß jedes VERB mit der, einfach und verständlich ausgedrückt: “Endung” – “isieren” – absolut péjoratif ist, also negativ-herabsetzend. Kleines Fortbildungsbeispiel –
“polemisieren”…”bagatellisieren” und “politisiert” , das ist eben Ihre so grundgutehauseigeneOberflächlichkeit, Sie redisieren eben auch nur, Sie fragisieren auch auch und sie denk-isieren halt auch nur…bleiben Sie an den bayrischen Seen und machen Sie das Land nicht noch dümmer und unpolitischer..als es teilweise (war)..wir wachen gerade wieder auf, auch dank der Dauer-Berieselung-dumm-dümmerlicher-sogenannter TALK-SENDUNGEN, die einfach nur zeigen, mein Gott bei ARD und ZDF sitzen einfach nur Dümmerlinge, die nie eine Universität von innen gesehen haben, sie können nur Angelesenes, das andere für Sie zusammengestellt haben, und das oft auch noch schlecht. Dafür werden sie so zauberhaft bezahlt, daß sie sich selbst für klug halten…wunderbar!!

Die dann wohl doch eherDUMMHEIT denn Naivität.. von Amelie Fried, drängte auch peinlich zum Ausbruch, als sie, die wahrscheinlich nie in ihrem bayrischen Leben etwas von Wirtschaft gehört, außer der, in der man was zu essen bestellen kann, als sie nichts mit dem Begriff “DEFLATION” anzufangen wußte, und denn, dieser unerträgliche Kontrast zwischen-schulmädchem-Unschulds-und-Urgroßmutter-Weisheitslächeln – :
die Frage an Lafontaine..:

“Ja, aber, ist es denn nicht gut, wenn die Preise fallen?”

Und Lafontaine, er ist derzeit in brillianter Hochform, das muß jeder Neid ihm lassen, antwortete, auf Pipifax-Fragen wolle er sich nun aber doch nicht so gerne einlassen, und er sehe sich außerstanden, in zwei Minuten den Unterschied zwischen Inflation und Deflation, bzw. “die Wirtschafts- und Finanzwissenschaft” zu erklären.
Konnte es aber denn doch…

Nun also weiß FEM und Ihr wißt es auch, warum da diese Schreibblockade war, weil.. wegen der Gäste eigentlich eine Riesen-Begeisterung, schlecht – waren nur die Moderatoren, wie meistens …

Ihr seht, meine Lieben, die Ihr Euch schon Sorgen um FEMINISSIMA gemacht habt, so viele Texte aus der TOP-LIST gelöscht, den langen welcome-Text gelöscht (gespeichert, keine Angst!!) in der Nacht und dann unten den ja schon weihnachtlich-glühweinhaltigen- Totensonntags-Text – , ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen. !!
FEMINISSIMA ist wieder bei EUCH und versucht jetzt einen Kaffee zu finden, der noch gekocht werden muß…kommt gut durch den Tag – und – noch etwas – wir denken immer so viel, eigentlich dauernd über dramaturgische, szenische Formen der Umsetzung nach, das ist nicht nur wichtig, damit Unlesbares lesbar wird, etwa Kriminalakte wie marode Schrott-Tanker auf den Weltmeeren, zugunsten fetter Schmarotzer und zugunsten der Zunahme von Krebs in aller Welt und dem Tod von Meer und Mensch und Tier – sondern auch, zuweilen, wie Texte, die vielleicht …derart sind, hart an der Grenze zu…wie auch immer –
Wir werden aus dem “MAFIA-TEXT und dem “FRAUEN-WOLLT-IHR-EWIG-LEBEN – ein THEATERSTÜCK machen. Das drucken wir dann in einer unserer Rubriken ab…mit aller künstlerischen Freiheit….Bambule war ein verdammt guter Titel..Ulrike Meinhof war mal eine der ersten KURT-MAGNUS-PREISTRÄGERINNEN – ein hochrenommierter Rundfunk-Autorenpreis einst, heute zwischen der Vereinsgründung der Verleihung von Dauer-Preisen leider untergegangen, auch Eure FEM war für diesen Preis und andere mal vorgeschlagen…aber war letztlich wohl wie immer ein wenig zu frech der Text, griff zu viele Leute an…hihi….bzw. “Institutionen”, kurz, die Politik und die Kirche – kurz, die Gesellschaft..haha..und solche Frauen darf man doch nicht mit Preisen auch noch ausstatten…also, wir werden demnächst hier als neue Form der Berichterstattung wieder das THEATERSTÜCK einführen, geprägt vom Brecht’schen Verfremdungs-Effekt, wie wir nun einmal sind!
Ihr könnt übrigens gerne noch den eigentlich wirklich hübschen Text nun weiterlesen….: das Wort zum Sonntag…weiter unten..trotzdem will sich FEM damit nicht selbst verar….es ist schon ernst gemeint…aber es ist trotzdem ein bissi sülzisch, meinter net doch auch…?

CU! HOLD ON! KEEP ON! BLEIBT DRAN!

FEMINISSIMA – online-only.

Willkommen – es ist Sonntag, der 24. November.
Heute in einem Monat ist der Heilige Abend. Heilig ist ein schönes Wort..findet FEMINISSIMA..Ehrerbietung…Respekt..
An diesem Sonntag beginnen an vielen Orten die ersten Weihnachtsmärkte. Einen der atmosphärischsten Weihnachtsmärkte erlebte FEM einst in einer kleinen norddeutschen Stadt.
Viele Tannenbäume, klitzekleine Büdchen, winzige Pfade durch die Farbigkeit von Glitzerndem und Schimmerndem…all die Mütter mit ihren noch kleinen Kindern und deren roten Wangen von der Kälte und auch der freudigen Aufregung….
der andere war in Heidelberg. Im Zentrum. Ein unüberschaubares Gewimmel von so viel aufgekratzten Menschen, Glühwein auf Stühlen vor den kleinen Kneipen und Restaurants….künstlerische Arbeiten zu kaufen, unweit eine Kirche…gerade auch ein Orgelkonzert..die ganze Innenstadt schien eine einzige Atmosphäre der offenen Herzen auszustrahlen, doch, es war hinreißend, mitreißend, fremde Menschen lachten miteinander…international…die Studentenstadt Heidelberg und das alte Lied – “Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren..” es wurde neben weihnachtlicher Drehorgelmusik auf der Straße auch von verliebten, engumschlungen sitzenden Pärchen gesungen….Lasst und diesen einen Monat versuchen, friedlich miteinander umzugehen…ADVENT..der nächste Sonntag, die Ankunft, die Vorbereitung der Ankunft…wie freuten wir uns immer, als Kinder, auf all diese geheimnisvolle Zeit…Wunschzettel wurden geschrieben…gewisse Schränke durften ab einem gewissen Tag nicht mehr geöffnet werden…da hatte das Christkind schon etwas versteckt..es wurde Plätzchenteig ausgestochen und dabei wurden Advents- und Weihnachtslieder gesungen…es klang heilig…und uns Kindern wurde schummerig um die Herzen, wir fühlten uns gut und warm und weich..und dann der Gang zur Kirche, es lag Schnee. Nie funkelte der Schnee wie an dem heiligen Abend,die vielen Stufen hoch zur Kirche, frischgekämmt, das feine Kleidchen schon an, leider auch die Strümpfe, die kratzten, aufkommende Albernheit, kleines Lachen, aber dann die Kirche…die Kerzen, die größer waren, als wir selbst,es roch so gut…und dann die Geschichte von Bethlehem…und wir waren so glücklich, daß das Kleine in der Hütte dann ja doch nicht frieren mußte, weil alle kamen, um ihm und seinen Eltern etwas zu bringen…so konnten wir aus lauter Kehle und vollem Herzen zum Ausklang des Gottesdienstes…”Oh Du fröhliche Weihnachtszeit” singen..und dann nach draußen perlen, ausgelassen, aufgeregt, jeder wünschte jedem eine “Fröhliche Weihnacht”…

lasst uns ein wenig friedlich mit uns umgehen…
die Welt ist so rauh geworden…scheint es…lasst uns diesen Monat diese Vorbereitung auf den, der den Frieden auf Erden brachte…lasst uns ein wenig darüber nachdenken..denn das bedeutet die Adventszeit..adveniat…jemand wird ankommen…
Überlegt Euch, ob Ihr dieses Jahr nicht einmal anders als sonst das Fest begeht…ruhiger….besinnlicher, und öffnet Eure Türen…nicht nur die der Adventskalender…ladet öfter mal wieder Freunde ein, schreibt mal wieder ein paar handgeschriebene Briefe oder Postkarten…Kostbarkeiten…im elektronischen Zeitalter…
FEMINISSIMA hat an diesem Sonntag viele Texte gelöscht, sie ruhen sich ein wenig im Archiv aus..manche wollen noch ein wenig gären…und wir möchten Euch auch nicht überlasten….es ist nichts verloren, alles gespeichert…aber ein wenig Leichtigkeit dachte FEMINISSIMA, nachdem sie einen Artikel geschrieben hatte, noch gestern Abend, der eigentlich nur traurig war, nein, nicht jetzt, Ihr Lieben…ein schöner Satz fiel gestern Abend in einer kleinen Runde…”Wir müssen immer wieder nach vorne schauen..” Ja, das ist ein sehr guter Satz, auch wenn FEMINISSIMA vorhin zurückschaute..der Zauber der Kindheit in der Vorweihnachtszeit…ja, gönnt ihn auch Euren Kindern..es sind diese schönen Erinnerungen, die bleiben…und Kinder packen gerne aus…und wenn es nur kleine Geschenke sind, schön verpackt sind sie schon Zauberstücke…für sich allein..
Ja, erinnert Euch der schönen Erlebnisse und blickt gleichzeitig nach vorne…wir wollen doch nach vorne blicken, nicht wahr?

FEMINISSIMA wünscht Euch einen sanften Sonntag..vielleicht geht Ihr mal schön essen?

Ein gutes Gespräch…eine gemütliche Runde…lasst uns nicht das LEBEN vergessen..indem wir uns täglich neu über Katastrophen, über rohe Gewalt, über politische Enttäuschungen das Hirn mit der Frage “WARUM?” zermartern….lasst uns Frieden stiften..lasst es uns versuchen…es ist ein großes Wort…eine noch größere Absicht, aber sie wird uns gut tun, verschenkt ein Lächeln..es ist kostenlos und gibt Wärme…verschenkt ein anerkennendes Wort…es ist kostenlos und vermittelt Glücksgefühle..fragt mal wieder öfter und nicht nur als Floskel –
“Wie geht es Dir?”
Zeigt ein wenig Anteilnahme..und schon geht es dem Gegenüber besser..ja, es ist eigentlich so einfach…und scheint doch so schwer…??? Nein, lasst es uns tun..wenn der Glaube Berge versetzen kann, vielleicht kann auch die Hoffnung auf Frieden – oder der GLAUBE an Frieden…Frieden schaffen..?

Eure FEMINISSIMA.

Norah Jones

Norah Jones, unser SEPTEMBER 2002 – Geheimtip jetzt

Grammy-verdächtig.

Ihr, die Ihr zu den Treuen von FEM zählt, habt ja den traumhaften Abend mit Eurer FEM, im Hintergrund Norah Jones und so auch noch begeistert miterlebt und dagegen das menschenverachtende Kontrastprogramm der MENSCHENFÄNGER-GILDE namens „RTL sucht den Superstar“.

Die atmosphärische Seite jener Abende hat Eure FEMINISSIMA derzeit abgelegt, slightly wenigstens, wir Ihr sicher schon bemerkt habt.

Auch wenn Ihr das alles so geliebt habt, FEM auch, und sammelt auch, so vorhanden, sprich, falls damals gespeichert, weil ja immer live im „Welcome“ geschrieben – so ist doch derzeit eine ein wenig nüchternere Tonart einfach drin.

Obwohl FEMS Texte auch immer respektlos und frech waren, teilweise, aber doch verspielter als jetzt, das liegt am neuen Kleid.

Aber, winziges Eigenlob von FEM – wir liegen meist, ja eigentlich immer dem Trend voraus und richtig.

Mit der CD von NORAH JONES…“COME AWAY WITH ME“….konnte Eure FEM übrigens auch Anfang Dezember so richtig ein Geburtstagskind glücklich machen…Gönnt Euch diese Musik.

Ihr lehnt zurück und aller Schmutz des Alltags fällt von Euch ab, yeah….nein, echt.

“PLUSMINUS”,

Hi – eine besonders strahlende SUPISSIMA (sozusagen unser BAMBI….) für die heutige und eigentlich alle PLUSMINUS – SENDUNGEN DER ARD, jeden Dienstagabend, nach dem Spielfilm.

Online: www.plusminus.de

Empfehlenswert ist auch der ARD-RATGEBER mit all seinen diversen Themenbereichen.

Online: www.ard-ratgeber.de

Okay!

FEMINISSIMA

Kommentar zum OLG -Hamburg

KOMMENTAR zum OLG HAMBURG.

Indem das Oberlandesgericht die Klage einer Patientin abwies, die auf Schadensersatz nach einer Wundinfektion klagte, haben die Täter in Weiß nun noch Rückendeckung durch die Täter in Schwarz erhalten.

Dabei sterben die meisten Patienten in Deutschland nach einer BILD-Meldung nicht an ihren Krankheiten, sondern an Pfusch und Wundinfektionen.

Eine Wundinfektion kann leicht zur Blutvergiftung führen, und dann ist es aus und vorbei, mit sweet life.

Danke Du nettes Oberlandesgericht.

Tip: die KLAGENDE SOLL IN EIN ANDERES BUNDESLAND ZIEHEN UND DORT ERNEUT EINE KLAGE EINREICHEN. DENN LEIDER GIBT ES – außer dem Gang nach Karlsruhe , KEINE RECHTSMITTEL gegen die Oberlandesgerichte.

DAS IST EIN SKANDAL. BILD GREIF AUF! HASSO, fass zu!

Unser Redaktionshund Hasso zerfetzt gerade das Hamburger OLG-FRAUENFEIND-ABWEISUNGS-URTEIL.

OLG HH “legalisiert” Wundinfektion?

Hi, Dearies – !

Da wir ja so positiv gestimmt sind, haben wir zwar eine Rubrik “Supissima” , aber keine mit “PFUI!”

Die sollten wir doch unbedingt mal einrichten, denkt FEM gerade..daher setzen wir den Kommentar zur Abweisung der Klage einer Patientin in unsere immer wieder gern gelesene Pinnwand, die allerdings einer Räum-Aktion von FEM mal zum Opfer fiel, da wir von Opfern sprechen…dafür jetzt schön viel Platz dort…
KOMMENTAR zum OLG HAMBURG.

Indem das Oberlandesgericht die Klage einer Patientin abwies, die auf Schadensersatz nach einer Wundinfektion klagte, haben die Täter in Weiß nun noch Rückendeckung durch die Täter in Schwarz erhalten.

Dabei sterben die meisten Patienten in Deutschland nach einer BILD-Meldung nicht an ihren Krankheiten, sondern an Pfusch und Wundinfektionen.

Eine Wundinfektion kann leicht zur Blutvergiftung führen, und dann ist es aus und vorbei, mit sweet life.

Danke Du nettes Oberlandesgericht.

Tip: die KLAGENDE SOLL IN EIN ANDERES BUNDESLAND ZIEHEN UND DORT ERNEUT EINE KLAGE EINREICHEN. DENN LEIDER GIBT ES – außer dem Gang nach Karlsruhe , KEINE RECHTSMITTEL gegen die Oberlandesgerichte.

DAS IST EIN SKANDAL. BILD GREIF AUF! HASSO, fass zu!

Unser Redaktionshund Hasso zerfetzt gerade das Hamburger OLG-FRAUENFEIND-ABWEISUNGS-URTEIL.

Schön ist die Jugend

von:roseville

Es war sechs Uhr früh. Die Hitze bereits unerträglich. Da hatte doch vor etwa zwei Stunden jemand angerufen, da säße irgendwo am Straßenrand so ein komischer Typ. Anscheinend besoffen oder so. Jedenfalls säße er dort. Auf dem Bordstein, in blutverschmierten Kleidern und in sich zusammengesunken. Der Anrufer war auf dem Weg zur Frühschicht, als er die Gestalt bemerkte. Die Angst saß noch in seiner Stimme. Er wolle mit der Sache nichts zu tun haben. Hastig gab er der Polizei den Straßennamen und die ungefähre Hausnummer durch und hängte ein.

Tatsächlich hockte an der beschriebenen Stelle eine schmächtige Gestalt. Der Kopf war auf die Knie gesunken.
Neben dem anscheinend schlafenden oder toten Jungen stand eine in Seidenpapier eingewickelte Flasche. Eine Literflasche Wein, Mosel. Der Typ neben der Flasche roch merkwürdig. “Eingetrocknetes Blut,” stellte einer der Beamten fest. Der Typ wurde schnell wach und wollte die Flucht ergreifen. Der Typ war ein auffallend dünner, ja schmächtig wirkender mittegroßer dunkelblonder Junge, das Haar bemerkenswert kurz g eschnitten, um nicht zu sagen von beinah militärischer Akuratesse. Dabei mochte der Junge nicht älter als 16 Jahre oder so sein. “Mensch, hast nen duften Wein da”, sagte einer der Beamten, “hätt ich jetzt auch Lust drauf, hab gerade Feierabend, auch wenn es grad früh am Morgen ist..gibt’s sowas hier in der Nähe? So’ n Imbiß? So’n Büdchen, das schon offen hat?”

“In der Nähe ist ein Flaschenverkauf”, antwortete der Junge automatisch. Dann wurde er blass und schwieg abrupt.

“Wir wollen uns das Bürschlein mal etwas näher anschauen, ” brummte der ältere Beamte.

“Komm, Kleiner, zeig uns mal Deine Papierchen, Du hast doch welche..?”

“Ich bin überfallen worden”, sagte der Junge, “die haben mir die Papiere geklaut.”

“Aha. Komm, sei brav, und zeig uns mal, was Du in den Hosentaschen da hast und zieh auch mal Deine Schuhe aus…”

Die Hosentaschen gaben ein blutverkrustetes Taschentuch her, sonst nichts.

In den Schuhen fanden sich sieben Hundertmarkscheine.

“Wie nett, “, sagte der ältere Beamte.

“Dürfen wir fragen, woher Du das Geld hast?”

Der Junge wollte sich auf den Beamten stürzen.

“Sachte, Schätzchen”, sagte der ältere, gemütlich wirkende Beamte.

Und das Schätzchen krümmte sich schmerzverzerrt.

“Okay”, sagten die zwei jüngeren Beamten, “wir sehen uns mal nach dem Laden um”.

Der Junge wurde von dem älteren Beamten mit den Händen auf dem Rücken in den Streifenwagen verbracht und hineingehievt. “Wir fahren mal aufs Revier..” lächelte der gemütlich wirkende, ältere Beamte. “Bist Du immer so schweigsam?” fragte er, während sein Kollege sich auf den Straßenverkehr konzentrierte und stur geradeaus schaute. Der Junge schwieg. “Ich kann auch anders, wenn wir auf dem Revier sind”, sagte der ältere Beamte. “Ich kann auch anders. Das kannst Du mir glauben. ”

Der Junge schwieg.

Im Verhörraum verließ den Beamten die Geduld.

“Schau mich an!” schrie der freundliche Beamte, nahm den Kopf des Jungen zwischen seine zwei Hände, als ob er den Schädel des Jungen zerquetschen wollte –

“Schau mich an, wenn ich mit dir rede!”

Der Junge hob das Gesicht, hob den gesenkten Blick, und sah dem Beamten in die Augen.

Der Beamte sah die Augen des Jungen. Er ließ spontan von ihm ab. Ein jähes, ein entsetzliches, ein unerklärliches Schuldgefühl durchfegte für den Bruchteil einer störenden Sekunde sein Hirn. Sein eigener Sohn schien vor ihm zu stehen. Und er spürte den Gedanken in sich, oder die Frage, ob er nicht zu streng mit seinem Sohn sei.

In diesem Augenblick stürmten die beiden jüngeren Beamten in den Raum. Der eine, wie im Film, rannte gleich zur Toilette. Die Hand vor dem Mund und so. Er mußte sich schon wieder übergeben.

Er war noch nicht abgebrüht. Noch nicht lange im Dienst. Noch jung.

Sie hatten den privaten Flaschenverkauf gefunden. Auch die Besitzer. Ein Ehepaar. Beide tot. Ermordet. Zerstückelt. Mit einer Axt erschlagen.

Eingeschüchtert blickte der Junge zu Boden.

“Er ist verstockt, aber wir werden ihn schon noch zum Reden bringen..” sagte der ältere Polizist, der seinen Sohn schon wieder vergessen hatte.

Der Junge schwieg.

“Hast Du das Ehepaar umgebracht?” fragte der Beamte.

“Und wenn – warum hast Du es getan?”

“Welchen Grund gab es dafür?”

“Grundlos bringt man doch niemanden um, nicht wahr?”

“Und erst recht n icht so ein älteres, eher schwächliches Ehepaar, das so freundlich ist, nach Ladenschluß noch Getränke, Zigaretten und Salzstangen zu verkaufen?”

“Oder?”

Der Junge saß apathisch am Tisch und hielt den Blick gesenkt.

Ein weiterer Beamte kam in den Raum.

Er lehnte mit gekreuzten Armen an der Wand und sah dem Verhör zu.

“Du willst ihn aber nicht foltern..” hörte er sich sagen, als er sah, und deswegen war er in den Raum gekommen, wie sich sein älterer Kollege in eine Rage hineinbewegte, in eine Art Machtrausch steigerte,

die ihn unberechenbar und gefährlich für andere werden lassen konnte.

“Du hast zwei Erwachsenen ihre Eltern geraubt, den Enkeln ihre Oma und ihren Opa!”

Der Junge war kurz zusammengezuckt.

“Rede! Rede endlich!” brüllte der Beamte und sein Kollege blickte indigniert. Diese altmodischen , drittklassigen Nazifilmen abgeguckten Verhörmethoden waren ihm zuwider. Ja, sie ekelten ihn an. Und er fragte sich oft, was seine Kollegen an eigener Gewaltverdrängung bei solchen sogenannten

Täter-Verhören ungeniert und im Namen des Gesetzes abreagierten. Und ein Satz ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, den ihm seine Tochter kürztlich mittags zum Nachtisch auf den Tisch geknallt hatte –

“Meine Freundinnen sagen, Polizisten können niemanden leiden. Stimmt das, Papa? Und sie sagten auch, niemand kann Polizisten leiden. Warum denn nicht, Papa?”

Ja, vielleicht gingen wirklich viele zur Polizei, weil die Zeit der Blockwarte vorüber war.

Und sie nach Ersatz dafür suchten.

Der Junge stand unerwartet auf.

Hielt sich mit beiden Händen, wie um sich abzustützen, an der Tischkante fest.

“Vielleicht ist es gut, wenn die Kinder keine Eltern mehr haben!” sagte er.

“Vielleicht sind sie erleichtert. Jemand hat sie von ihnen befreit.!”

Der ältere Beamte, nach einem für ihn endlos langen Augenblick des Schweigens, fragte –

“Wie meinst Du das?”

“Wenn Ihr meinen Eltern nichts verratet, erzähle ich Euch alles,” erklärte der Junge feierlich.

Und lacht. Natürlich ist dies kein Lachen. Wie könnte es Lachen sein. Sie lachen immer. So liest man oder sieht man es in schlechtgemachten Filmen. Keiner lacht in solch einem Augenblick. Es kann n ur der Ausdruck von Wahnsinn sein, der wiederum ein Ausdruck von Flucht aus einer nicht ertragbaren Realität.

Es war also nicht auszumachen, ob der Junge lachte, weinte, schluchzte, stotterte, schrie oder um sich schlug.

Denn er fiel in Ohnmacht. Er kippte einfach um.

“Schade”, sagte der Alte ungerührt,

“Wir hatten ihn gerade!”

“Kannst Du einen starken Kaffee organisieren?” fragte er seinen an der Wand lehnenden Kollegen.

“Und vielleicht kühles Minieralwasser?”

Die Hitze.

Der Junge kam wieder zu sich. Er trank den Kaffee, trank das Mineralwasser und aß ein halbes Croissant.

Er stand wieder von seinem Stuhl auf.

Fuhr sich mit zehn Fingern durch die akkurat kurzgeschnittenen Haare und ging mit nach vorne gebeugtem Oberkörper in dem Raum auf und ab. Ab und auf.

Dann hob er den Zeigefinger.

“Das ist der Vater! Der Vater denkt beim Gehen. Er denkt viel. Und daher geht er viel.

Immer auf und ab. Und er darf nicht gestört werden, beim Denken. Denn seine Gedanken sind wichtig. Von Wert. Lebenswert. Wert für das Leben der anderen. Der Vater ist der werte Herr Jugendrichter dieser Stadt, den jeder lieber nicht kennen möchte…nicht wahr!”

Der Junge beugte den Oberkörper weiter nach vorne.

Sein Schritt wurde schwerer.

“Wenn der Herr Jugendrichter sich einer Entscheidung nähert, wird sein Schritt gewichtig.

Noch gewichtiger als für gewöhnlich. Das Haus hält den Atem an. Der Herr Jugendrichter darf nicht gestört werden. Erst wenn die Schritte aufgehört haben, beginnt das Leben wieder…der Hund bellt, der Vogel singt, die Blumen richten sich auf, die Mama beginnt mit ihren Fingerübungen am Klavier. ”

“Der Herr Jugendrichter, ich, ich war wohl das Ergebnis einer seiner so seltenen schwachen Sekunden…denn er ist ein Herr der Beherrschung, vor allem anderer, er ist schon ein alter Mann. Ein Mann der alten Schule, wie man so sagt.

“Als Männer noch Männer waren!

Und was das bedeutete, war klar! Wenigstens ein Schmiß auf der Wange. Das war das Wenigste.

Reiten, pah, lächerlich, mindestens Polo….Im Winter Skilaufen, im Herbst zur Jagd und all das Getue.”

Der Junge setzte sich wieder.

“Schuldig. Ich war von Anfang an schuldig. Ich habe die musische Art meiner mozartbesessenen wagnerianischen Mutter geerbt…sie hat mich verhätschelt, wie der Herr Vater Jugendrichter zu sagen pflegt.

“Sie hat einen Weichling aus mir gemacht, und keinen Mann!”

“Er bestand darauf, daß ich meine schulterlangen Haare abschneiden ließ, als er zum Landgerichtspräsidenten oder wie das lächerlich aufgeblähte Zeug so heißt, einen Empfang bei uns im Haus gab.

“So wie Du aussiehst, wie ein Gammler, kommst Du mir nicht über die Schwelle. Deine Mutter mache ich dafür verantwortlich, wenn Du heute Abend vor verschlossener Türe bleibst – falls Du Dich weigerst, Dir die Haare ordentlich schneiden zu lassen!”

Ja. Die Haare werden abgeschnitten. Die Gitarre wird weggeworfen.

Denn der Sohn, dieser Schwächling, der schert sich einen Dreck um Mozart und Wagner, der haßt diese Typen, der will in Wirklichkeit Rock-Gitarrist werden. Tja, nur die Mutter wußte das.

Ein Geheimnis. Er übte woanders, der Sohn und tat daheim als übe er Klavier..Etüden, klassische..gemeinsam mit der Frau Mama.

“Er kennt sich aus. Der Herr Jugendrichter-Vater. Er weiß wie man mit dem laschen G esindel, das sich heutzutage “jugendlich” nennt, umzugehen hat.

“Wegsperren! Alle!”

Jeder, der anders denkt , als er selbst.

Der Junge greift nach dem Mineralwasser, hält sich die Flasch an den Mund.

“Naja, und dann kam die Chance der Chancen.”

Die Eltern verrreisten. Für ein Wochenende mal wieder.

Endlich. Eine kleine Jagd-Partie.

Und ich schmiß ne Party. Erstmals in meinem Leben.

Ich war so verknallt in diese Süße aus der 9. Klasse…

Es war alles so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte, wie es sein müßte, wenn man jung sein dürfte…

Und nicht ganz arm – ein Haus, voll mit Menschen und Lachen und Musik und so.

Ja, so war es auch.

Wir waren um die dreißig Leute.

Und dann gingen irgendwann die Getränke aus.

Wir waren auch schon ganz gut angetörnt. Aber nichts Besonderes.

Tanzten, schmusten ein wenig, drehten die Musik auf, schlossen auch mal die E-Guitar an…

Ja, und dann ging es darum, wer noch was organisiert.

Ich wollte den Helden spielen.

Ich wußte, wo das Geld lag und wo es den Laden gab.

Ich hatte vergessen, daß es mitten in der Nacht war.

Was spielte die Uhrzeit für eine Rolle?

Ich war glücklich…ich war beschwipst, weniger vom Alkohol als von meiner ersten Liebe…ja…

Und dann klingelte ich wie verrückt, begeistert, nicht böse gemeint.

Ich wollte ihnen mein Glück entgegenjubeln. Ihnen mindestens hundert Mark Trinkgeld für das Trinkgeschäft anbieten…ach, ich wollte alles sein….der Prinz Eisenherz …der Ritter ohne Furcht und Tadel…

Was passierte?

Es war so banal.

Der alte Mann, so ganz alt, war er noch nicht, so um die Mitte 60 , noch sehr rüstig, er selbst haßte dieses Wort, es hatte schon so etwas Halbtotes, er fühlte sich fit und ohne Alter…er war im besten Alter, pflegte er zu sagen…und er spielte noch Tennis, nahm es mit jedem Jüngling auf, wenn es sein mußte.

Auf jeden Fall öffnete der Mann, im Schlafrock und rot vor Wut im Gesicht.

Das sei ja der Gipfel und all das Übliche, und das werde er dem Herrn Vater aber stecken, was sich da sein Bürschlein von Sohn so leiste…mitten in der Nacht und so viel Geld, sicher beim Vater geklaut..hahaha, lautes höhnisches Lachen, der Sohn des Jugendrichters selbst ein Dieb…hahaha….

“Ich verabscheue jede Gewalt!”

sagte der Junge.

“Aber da brach dieser Hass aus, der mich blind machte.

Es war, als ob ich endlich meinen eigenen Vater umgebracht hätte.

Endlich zum Schweigen für immer gebracht hätte.

Das Pech war, daß dann die Frau auch noch in den Kellerraum kam, um mal nachzuschauen, wo denn ihr Mann blieb.

“Da fing sie dann auch noch an. Fast noch schlimmer als ihr Alter …”

Ja, da lag sie Axt, sie lag dort, ich weiß ncht, warum sie dort lag, und was ohne diese Axt…

Ich schlug zu , immer wieder, auf beide. Als sie längst schon…….”

“Ich glaube, ich hielt die Axt lange in der Hand. Prüfend. Abwägend. Voller Angst.

Ich wußte, was eine Axt kann. Vielleicht wollte mir der Mann auch die Axt entreißen.

Das Merkwürdige ist, ich kann mich nicht mehr genau an den Ablauf erinnern. …

Die Spontan-Amnesie als Folge eines tiefen Schocks. Das Hirn hat viele Schutzmuster.

Lebensrettende. Wie das blitzschnelle Reagieren bei einem Sturz. Um ihn abzufedern.

Das menschliche Gehirn ist schneller als die Zeit. Viel schneller..

Es reagiert viel schneller und eben auch so vielschichtig, daß ein junger Doppelmörder nicht unter der Last seiner Tat sofort zusammenbricht, sondern erst einmal “vergisst”. Oder vor Erschöpfung auf dem Straßenrand einschlief.

“Es wird meiner Mutter das Herz brechen. Um meinen Vater tut es mir nicht leid.

Der wird sich so ärgern, daß es schon fast eine Genugtuung für mich ist…”

Der Junge hielt an.

Er hielt sich die Hand an den Magen.

Er wirkte im weißen Licht des Morgens so kalkig, plötzlich.

Er blickte noch einmal auf. Erstaunt. Der Junge.

Fasste sich an sein Herz. Und starb.

Kreislaufversagen, Schock, Todessehnsucht nach einer Tat, die er nie mehr würde vergessen können, die ihm niemand würde verzeihen können, ein Gebrandmarkter, Ausgestoßener, Verzweifelter, Ungeliebter, für immer. Es war vielleicht zu viel für sein jugendliches weiches Herz.

Der Arzt stellte den Totenschein aus.

Der Herr Jugendrichter war noch nicht zurück, von seinem Jagdausflug.

Die Beamten würden auswürfeln, wer es ihm beizubringen hatte.

Frau, in der Tiefe des Sommers

In der Tiefe des Sommers.
von Florence D.


Lina öffnete die hohen schmalen Flügel der beiden Fenster im Wohnzimmer.
Bezaubernd, diese noch originalen, graugrün patinierten Fenstergriffe aus der Jahrhundertwende!<
Sie hatten diese alte Villa erst seit kurzem gemietet. Lina schaute vom Fenster hinab in den altertümlichen Garten, in den sie sich auf Anhieb verliebt hatte. Dichtblättrige Rosenstöcke, wie alt mochten sie sein? erinnerten an edle und gleichsam erstarrte Ballerinen, stolz und erhaben in ihrem apricotfarbenen Blütenkleid.
Umschmeichelt von verspielten Kornblumen. Mitternachtsblaue Gesichtchen, anbetend.
Schmetterlingspärchen, sonnentrunken, turteln über dem Busch des Lavendels.
Über Nacht hatten die Pfingstrosen ihre purpurnen Herzen geöffnet. Gelbe Lilien verneigten sich.
Hochstielige, elegante Sonnenanbeterinnen.
Blüten wie Goldlack. Leuchtende Kronen von Märchenprinzessinnen. Umschwirrt von Bienen, so hochbeschäftigt!
Der Flügelschlag eines vorbeifliegenden Vogels, so dicht, als streife er Linas Haar.
Ein schöner und warmer Sommertag brach an.
Lina ließ die Fenster weit geöffnet und ging in die Küche. Sie war geräumig. Wirkte dämmrig.
Das einzige Fenster grün verhangen:
Wie Lianen rankten sich die schlanken Zweige eines hochgewachsenen Unkrauts von außen um die Gitterstäbe vor dem Fenster.
Lina mochte diese Küche.
Lina füllte den Wasserkessel mit Wasser für ihren Frühstückskaffee, stellte ihn auf den Elektroherd, den sie automatisch anschaltete.
Lina setzte sich an den schmalen, langen Holztisch, der schon viele Umzüge überstanden hatte, seine Oberfläche wie ein runzeliges, zerfurchtes Gesicht, Lina strich über seine Oberfläche, schob eine aufgeklapptee Zeitung beseite und und zündete sich eine Zigarette an.
Der Wasserkessel begann zu pfeifen.
Lina stand auf und holte den Kaffee und den Filter und die Filtertüten aus dem Wandschrank, und eine Tasse, und aus dem Kühlschrank die Milch. Brühte den Kaffee auf.
Der Duft des frischen Kaffees…
Er weckte Erinnerungen an die Geburtstage der Großeltern, gleich kannenweise wurde Kaffee gekocht, die Verwandtschaft war zahlreich.
Sonst sah man sich eher selten.
Kuchenberge, aufgeschichtet auf weitausladenden kuchentellern, feine Sammeltassen, und die geschäftig umhereilende Großmutter.
Linas Zigarette war vom Aschenbecher auf den Tisch gefallen, und hinterließ einen winzigen schwarzen Fleck.
Der Tisch besaß unzählige solcher Flecken.
Er war ein guter alter Tisch, aus Weichholz.
Aufgearbeitet hätte er kostbar ausgesehen. Aber er war ein Wohntisch, ein Tisch zum Leben, zum Dransitzen, wie Lina gerne sagte.
Lina nippte an ihrem Kaffee.
Ihr Sohn, schon erwachsener, als Lina lieb war, war längst in der Schule.
Er würde erst am späten Nachmittag, gegen Abend, zurückkehren.
Und nicht zum Mittagessen heimkommen.
Die Pause bis zum Nachmittagsunterricht war zu kurz. Sie gingen in die Schulcaféteria, ihr Sohn und seine Clique. Das war naheliegend.
Ralf, Linas zweiter Mann, jünger als Lina, war längst zu seiner Arbeit aufgebrochen.
Eine Baustelle, weiter weg.
Vor dem späten Abend brauchte Lina ihn nicht zurückzuerwarten.
Sie waren seit ein paar Monaten verheiratet.
Alles in bester Ordnung.
Das Kind in der Schule.
Gute Noten.
Nette Freunde.
Der Mann, der nach einer kurzen Arbeitslosigkeit diese Stelle gefunden hatte. Allerdings weit entfernt.
Und sie, Lina, sie besaß diesen schönen Garten.
Die Villa hatte lange leergestanden. Erbstreitigkeiten.
Deswegen war sie dann zuletzt doch vermietet worden, anstatt verkauft, die Villa.
Der Garten war verwildert.
Lina hatte die kleinen Kieswege zwischen den Blumenrabatten wieder freigelegt.
All das Unkraut mit ihren bloßen Händen herausgerissen;
die Rosen von Schlingpflanzen, die sie zu ersticken drohten, befreit.
Es war jetzt ein schöner Garten, dem man ansah, daß er vor vielen Jahrzehnten angelegt worden war.
Vielleicht sogar schon um die Jahrhundertwende?
Zum Zwanzigsten Jahrhundert.
Kleine verschnörkelte Kieswege…wer käme heute noch auf die Idee, seinen Garten so anzulegen?
Vielleicht in England, dachte Lina, oder in Frankreich, vielleicht. Im Süden Frankreichs – oder doch eher im Norden?
Aber der wirkte eher herb, nicht so versponnen.
Doch war der Süden Frankreichs nicht zu heiß, zu trocken für Rosen…?
Lina dachte dabei eher an Bougainvillae, deren lila Blüten..und, dazu passten keine Kieswege, oder?
Abends, wenn Lina zuweilen in einer Ecke des Gartens saß, bei einem kleinen Schlückchen Sekt, sah sie die Glühwürmchen, grünflirrig…zaubrig, unwirklich.
Lina war überzeugt, Glühwürmchen gab es nur noch in ihrem Garten.
Seit Jahren hatte sie keine Glühwürmchen mehr gesehen.
E
Die Tautropfen perlten von den goldrosafarbenen Rosenblättern, wenn Lina ihren Sohn, was er albern fand, bis zum Gartentor begleitete.

Ihrem Mann nachwinkte, der zuerst das Haus verließ.

Der Garten funkelte in den ersten Sonnenstrahlen.

Und die Geschäftigkeit der Natur begann, täglich, früh.
Sie wirkten so zielbewußt, diese Bienen, Summer, Falter, Käfer, Vögel, das Eichhörnchen, die kleine Ringelnatter, die sich zuweilen auf den alten Steinen zwischen den Pfingstrosen sonnte.
Sie hatten alle zu tun.
Sie besaßen alle ihren Rhythmus.
Was wird aus mir, dachte Lina.
Und sie trank ihren Kaffee aus.
Stellte die Tasse in die leere Spüle.
Sie müßte Wäsche waschen.
Sie konnte sich nicht dazu aufraffen.
Wo stand geschrieben, dass sie allein die schwere Hausarbeit machen sollte?
Lina kochte gern.
Sehr gern sogar.
Doch für die anderen Arbeiten hatte sie früher immer eine Hilfe, eine Haushaltshilfe.
Als sie noch berufstätig war, und nicht verheiratet.
Kein Mensch, dachte etwas in Lina,
kann so einsam sein, wie eine verheiratete Frau.
Sie ist der Motor des Hauses, sagt man so.
In Wirklichkeit arbeitet sie unentgeltlich.
Damit alles funktioniert.
Ihre Haushaltshilfe durfte sich monatlich über 500 DM freuen.
Eine Hausfrau…denkt Lina, sollte nur für das Schöne da sein, mit genügend Hilfe und Gesellschaft, so wie früher, vor einhundert Jahren.
Hausmusik-Abende…Lina lächelte.
Träume. Wie konventionell!
Alles schien so schnell-lebig, so flüchtig.
Hallo, Mama, sagte das Kind, das keins mehr war, und ja, und war gleich wieder weg:
Die Freunde.
Und der Mann?
Wieso hatte sie ihn eigentlich geheiratet?

Aus Liebe natürlich.

Aber stirbt die Liebe nicht am Alltag?

Lina verließ die Küche und ging hinaus in den Garten.

Sie hatten im Radio schwere Gewitter angekündigt.

Der Himmel färbte sich schwarz.

Ein Blitz zuckte.

Lina lief zurück ins Haus.

Schloß alle Fenster.

Sie stand hinter den Scheiben und blickte hinaus in den Garten.

Das Gewitter begann mit ein paar harten Schlägen, die sich anhörten, wie trockener Husten.

Dann endlich der Regen.

Wenn es regnet, so hatte die Großmutter gesagt, ist das Gewitter nicht mehr gefährlich.

Die Regentropfen rannen wie Tränen.

Durch die Fensterscheibe hörte Lina, wie sie auf die Blätter im Garten prasselten.

Langsam öffnete Lina wieder eines der hohen schmalen Wohnzimmerfenster. Um die frische Luft hereinzulassen. Der Duft des Gartens. Der Duft von regennasser Erde. Das Telefon kingelte.

Entenbrüstchen & Aprikose../9/2002/

Aprikose schmeichelt an Entenbrust
Rezept…..
Verfasst: am 27. Sept. 2002

Mmmhh , Ihr Lieben, jetzt, da die Tage kürzer werden, wächst wieder die Lust am Kochen.
Auf etwas „Warmes“. Die Salate des Sommers…wie von gestern auf heute..so nah und doch so fern .
Dies hier ist ein Spontanrezept.
Geeignet für ausgehungerte Singles, die in der letzten Viertelstunde durch den Supermarkt hetzen, aber doch wissen, was wo liegt.

Und es prangt ja auch immer etwas „Kauf-mich-doch-Trächtiges“ im Eingangsbereich.
Etwa Obst und Gemüse.

Es (das kleine Rezept) ist aber auch durchaus sehr gut geeignet für einen Spontan-Anruf bei einer Freundin oder dem Süßen, sofern gerade einer vorhanden – hey, hast Du Lust, auf ein kleines, aber …feines Essen…?

Es ist kinderleicht.
Denn FEM kocht nie nach Rezepten, fast nie, sondern improvisiert fast immer.
Und das kann eigentlich auch jede( r ).

Gut…FEM sah die schöne Entenbrust liegen. Sie konnte ihr nicht widerstehen.
Und der Preis war mit 6 Euro für die Größe auch akzeptabel.

FEM griff nach der Ente.
Auch nach einem Bund Lauchzwiebeln.
Roten Paprika im Zwirnsbeutel, die spitz zulaufenden, die wie errötete Peperoni aussehen, aber keine sind. Sondern süßlich schmecken.
Ja, und ein Glas entkernter grüner Oliven.
Oh, noch ein Baguette! Das passt immer.

Tja, daheim in der kleinen Küche.
FEM hatte mal eine Emaille-Pfanne mit zwei Henkeln erstanden, so ähnlich wie eine Paella-Pfanne. Ihr Vorteil – man kann sie gut erhitzen, und sie ist nicht so schwer und auch nicht so teuer wie eine Gußeisen-Pfanne.

Also…überleg, grübel…was zuerst…
Ja – die Entenbrust abwaschen. Trockentupfen.
Den fetten Teil der „Haut“ mit einem Messer in grobe Quadrate ritzen.
Beidseitig mit etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle (FEM nimmt schwarzen Öko-Pfeffer) würzen. Auf einen Teller legen und warten lassen.

Großer Blick durch kleine Küche : was habe ich denn so da?
Spontan werden die rotspitzen Paprikaschoten unter heißem Wasser abgewaschen.
Halbiert, die Kerne raus und in grobe Vierteiler geschnitten.
Etwas Butter und Olivenöl in die Pfanne, das kann ja schon mal heiß werden.
So daß es anfängt zu kräuseln.
Dann vorsichtig, damit das Fett nicht spritzt und man sich Hand und Gesicht verbrennt..
Die großgewürfelten Paprikaschoten hinein …
Das duftet sehr bald schon vielversprechend..
Die Lauchzwiebel, und etwas von dem Lauchteil selbst, ein wenig später vorsichtig dazu.
Und ins Zentrum der Pfanne, „mittig“ also nun die wartende Entenbrust.

Da freuen sich Paprika und Lauchzwiebel.
Es zischt ein bisschen.
Was die sich wohl erzählen !
FEM hat inzwischen die Temperatur erhöht.
Damit die Ente und Paprika nun etwas ins Schwitzen geraten.
Ach, da liegt ja noch eine Tomate, genau.
Schon ein bißchen weich.
Genau richtig, um dem Trio in der Pfanne etwas Saft zu geben.
Mit dankbarem Zischen wird dies in Empfang genommen.
Ja – die Oliven! Genau.
Olivenglas mit einiger Mühe, aber dann doch – Kaffeelöffel zwischen Deckel und Glas und vorsichtig anheben, damit der Druck schwindet, und das Glas läßt sich widerstandslos öffen, jawoll! .
Ein paar Oliven in die Pfanne.
Und etwas von der Lake, in der die Oliven ruhten.
Das sieht schon mal ganz gut aus.
Die roten Paprika-Würfel, der grüne, etwas länglich gelassene Zwiebellauch und die lässigen Oliven dazwischen.
Auch die Oliven-Flüssigkeit aus dem Glas wird mit sehr viel Freude von der Gesellschaft in der Pfanne aufgenommen. Na, wer sagt’s denn!

Eigentlich – mmhh, da liegt auch noch so ein netter Apfel herum.
Könnte dem Ganzen etwas fein-süßlich Geheimnisvolles verleihen, oder nicht?
Probieren geht über studieren.!
Der Apfel wird in Streifen geschnitten, aber nicht zu fein.
Sonst löst er sich ja beim Braten auf.
Tja, der Blick auf das Gewürzregal…mit all seinen Geheimnissen.
Intuitiv, wirklich, legt FEM ein einziges Blatt, oh, , wie heißt es gleich? Eukalyptus? Oder ganz anders ?
Na ein Blatt jedenfalls legt FEM zart auf die Entenbrust, die übrigens natürlich schon hier und da mal gewendet werden mußte, damit sie nicht anbrennt.
Und ein paar Krümel eines Trocken-Senf-Gewürzes, das eigentlich für Salatsaucen gedacht ist. Nur ein paar winzigste Krümelchen, die FEM der Ente leicht überstreut.
Die Hitze ist auch längst wieder runtergedreht.
Und Das Pfannenmiteinander schmorgelt langsam und gemütlich vor sich hin.
Vielleicht – noch eine einzige kleine Gewürznelke zum Ganzen?
Ja !
Und ein Hauch, aber hauchzarter Hauch von Currypulver, ja, gut.
Mmmhh, das riecht durch die Wohnung, die Katze kommt schon angeschnurrt.

Ja – und dann fällt FEMS Auge auf die Schale mit den kleineren Pfirsischen.
Genau! Völlig vergessen. Die schrumpfeln schon langsam vor sich hin.

Was bedeutet – sie sind traumhaft saftig, und noch nicht umgekippt in den Gärprozess!
Vorsichtigst zerschneidet FEM die Pfirsische, sie sind schon zu weich, um in kunstvolle Stücke zelebriert zu werden , zerschneidet sie über der Pfanne, damit kein einziger köstlicher Tropfen Pfirsischsaft verlorengeht.
Mit viel Gefühl nun noch ein klein wenig Wasser zum Ganzen, aber wenig, wirklich sehr, sehr wenig, sonst verliert die Ente ihre Kruste.
Nur – anbrennen soll es ja auch nicht.
Vielleicht doch eher noch ein wenig Olivenöl dabei ?
Nein. Es ist gut so.
Eine geniale Idee nimmt Platz in FEMs Kochhirn.
Die Ente muß jetzt ein wenig ruhen.
Das machen Köche immer so.
Das Entenbrüstchen auf einen Teller – und der Grill des Backofens an.

Zwei Minuten schätzt FEM, wären noch gut unter dem Grill, nachdem sie ein winziges Stück von der Entenbrust probiert hatte.

Und dabei dann gleich das Weißbrot mit hinein, in den Grill…

Das Gemüse ist jetzt alleine.
Eine gute Gelegenheit, noch etwas wärmeres Wasser , wenig, wenig, dazuzugeben, ein paar mal umzurühren und abzuschmecken.

Der Probierlöffel bleibt ja fast im Munde stecken, vor Begeisterung.
Die Pfirsische! Und sicher auch der Apfel, aber vor allem die Pfirsische, und dieses kleine Eukalyptusblatt und diese einzige kleine Gewürznelke und dieser hauchzarte Hauch von Currypowder – aber diese entzückenden kleinen Pfirsisch-Scheibchen, die auch dankenswerterweise weitgehend als Stücke noch erkennbar sind –

Perfekt! Sagt FEM zur Katze.
Es schmeckt einfach perfekt.
Und man weiß nicht genau, wonach.
Leicht süßlich scharf, aber so hauchdünn wie eine Mehrheit bei der Wahl…das läßt die Geschmacksnerven kitzeln, denn Du weißt wirklich nicht, woher kommt dieser köstliche, dieser so geheimnisvoll leicht orientalisch anmutende Geschmack…

Die kleine Küchenuhr, die einzige, die bei FEM funktioniert, alle Uhren gehen irgendwie, wie sie wollen, klingelt.

Ja. Im Backofen sieht es gut aus.
Die Entenbrust ist ein klein wenig mehr als à point. Rosa, zart, aber schon ein wenig mit Biß.
Einigen vielleicht ein Tick zu weit durchgebraten. Für FEM gerade richtig.

Und das Brot – mmmhh, auch gerade schön halbheiß.
Tja, jetzt ist leider keine Zeit mehr, jemanden schnell anzurufen, um zum Essen einzuladen.
Bis dahin wäre ja das Essen kalt.
Und außerdem – FEM muß es ja erst einmal vorkosten!

Nun wird die Ente auf einen leicht vorgewärmten flachen Teller (eine Herdplatte auf 0,5 , allerkleinste Stufe E-Herd, kurz Teller drauf, nicht lange, damit er nicht platzt..) gebettet;
mit aller gebotenen Hingabe.
Und Aprikös-chen und Paprikaschötchen, Äpfelstückchen und Zwiebellauchstreifen, aber auch die durchaus noch kessen Oliven, in einer dezent und leicht gelierten Sauce (Das bewirkten wohl die Süßstoffe in den Aprikosen) um die Entenbrust, die FEM jetzt nicht in Scheiben schneidet, drapiert.

Der Duft! Der Anblick!
FEM balanciert alles an ihren einzigen freien, dafür aber schönen alten Tisch, setzt den
Ersten Bissen in den Mund….Entenbrust rosa, mit einem Hauch von angeschmeichelter Aprkose…..!
Welch ein Genuß!
Fem atmet durch.
Welch ein Genuß…

Da klingelt das Telefon.
Freundin Uta am Aparat.
Sie fragt hektisch – hey, hast Du nicht Lust, auf einen Sprung rüberzukommen, ich koche gerade wie verrückt, probiere was Neues aus? So in zwei Stunden etwa?

Klar, sagt FEM.
Was gibt es denn?
Das verrate ich nicht.
Uta klingt geheimnisvoll.
Ich koste gerade die erste Entenbrust der Saison, schwärmt FEM.
Nicht wirklich?
Uta ist konsterniert.
Lacht auf.
„Ich probiere gerade ein neues Rezept aus!“
Wie geht es denn? Fragt FEM
Entenbrust an Kastanien, sagt Uta.

Mmmhh, antwortet FEM.
Vielleicht ein anderes Mal?
Auf meinem Keller erkaltet gerade Entenbrust mit Aprikös-lein und so.
Gute Idee – Uta klingt erregt.
„Bei mir schrumpeln auch gerade noch ein paar herum.
Die passen doch zu Kastanien?
Aprikosen passen zu allem, glaub ich, sagt FEM.
Echte Einschmeichler…
„Ich backe sonst nur damit – !“
Aber könnte ja auch mal –
Ja…FEM weiß jetzt, daß ihre Entenbrust sie mit der gebotenen Kühle erwarten wird.
„Uta, mein Essen ist gerade kaltgeworden.“
Macht nichts, lacht doch diese Uta –
„Dann kommst Du halt zur Entenbrust, angeschmeichelt mit Aprikosen und Kastanien.

Nebenbei, die Entenbrust schmeckte auch noch lauwarm köstlich und das Gemüse noch eine Spur rätselhafter. Nur das erkaltete Weißbrot wirkte hart abweisend.