Wenn die Ergriffenheit stagniert –

ist dann etwas nicht in Ordnung mit Dir ? Oder hast Du zu viel gelesen, zu viel ferngeschaut, und was es sonst noch so alles an Manipulation zu vermelden gibt. Ich lese, dass wir Deutschen alle viele zu fleischlastig sind, vor allem an Weihnachten. Aber ich lebe auf Teneriffa, und nirgends in einem der opulenten Supermercados siehst du auch nur eine einzige tiefgefrorene Weihnachtsgans. Ist hier nicht üblich.

Und schon präsentiert mir das ZEIT-Magazin, als sei es der letzte Schrei – als “fleischloses Apres-Weihnachts-Essen”, Kichererbsen mit Kaese. Gehts noch? Viel zu schwer. Ich bevorzuge eine Avocado, von der Finca, mit Tomate oder so, sowieso ist immer eine Papaya im Haus – die Wunderfrucht, die hier auch waechst wie die Tomaten, und really für alles, aber auch alles gut ist. Sogar für bzw. gegen Haut-Irritationen.. Stimmt, hab ich selbst ausprobiert.. Und sorgen für strahlenden Teint, lach, sorgt, statt Chemie …wenn du ne kleine Paste einer überreifen Papaya auf Gesicht und gern auch Dein Haar aufträgst… nachher alles fein, wie – mir fehlt ein Vergleich. Jedenfalls null Kalorien, von wegen fleischlastig !

Ich habe den Nachmittag am Meer verbracht – in sicherer Entfernung, denn die Wellenwarnung hatte bereits die Uferpromenade in Garachico unter Wasser gesetzt, wie immer, sie wollen etwas machen, aber offenbar gibt es keine Idee dazu, denn bei jedem hohen Wellengang muss die Haupt-Strasse am Meer zwischen Icod de los Vinos und der Stadt am nördlichen Insel-Ende – Buena Vista del Norte …gesperrt werden, und die Wellen unterspülen nicht nur die Strasse, die marodieren auch die Häuser.. Hier unten bei Punta Brava und der Playa Jardin, Puerto de la Cruz, waren sie in langgezogener Dünung, einer schneeweissen Gischt, die wie Nebel hochstieg, und alle – vor allem Touristen, schauten ergriffen und beeindruckt und zückten ihre Smartphone-Kameras. Da sind wir wieder bei “ergriffen”… Ja, wenn es draussen badwarm ist, und am Nachmittag statt Kirchgang und Orgel und O-du-Fröhliche, während daheim die Mama mit dem Weihnachtsbaum kämpft, wie all die albernen Filme zeigen, die Realität ist auch nicht besser, wenn es früh dunkel wird, kalt draußen, der Schnee…ja… und – auch doch noch die versprengten Familien… es hatte was… die flackernden Lichter hinter den Fenstern, es waren Kerzen am Weihnachtsbaum…

okay. Wir haben hier keine echten Tannen. Es gibt die beleuchteten und bunt geschmückten Weihnachtsbäume aus China oder sonst wo her, und die Familie, tja, mit zunehmendem Eigen-Alter verändert sich vieles. Die Sehnsucht nach Ergriffenheit – …muß sie sein? Nein. Es war ein entspannter Nachmittag, die Menschen in Strand-Latschen, aus dem Lautsprecher der Bodega, die noch geöffnet, als ich schon gezahlt, verzichtet auf Feliz Navidad, und spielt Mambo – es muss keine Weihnachtsgans sein, auch keine Kichererbse nach Weihnachten im saturierten Alemania. Das Leben, sogar Weihnachten, kann stressfrei und trotzdem vorhanden sein, wenn es sich schon überall aufdrängt… aber wohl nirgends so penetrant, wie in Alemania… Da kommt Corona alles anders als erst recht unpassend. Bis bald… Die Teelichter flackern gegen Ende… 22 Uhr 42 local time auf Teneriffa..

Die letzten Tippfehler dürften ausgemerzt sein, … also stolperfreies Lesen.. Nicht, dass mir dabei Annalena Baerbock einfällt, die jetzt Bundesaussenministerin heisst und im Konvoi durch Paris fährt, und bitte kurzen Stop, ich brauch Fotos für die Töchter, und die offenbar, so wird gespottet – kein englisches “th” aussprechen kann…Echt jetzt?