“Ich bin so hungrig!” ruft Gwendolyn –

ja, klar – es ist ihre Zeit! Mitten in der Nacht. Teneriffa-Nacht. Woanders ja andere Zeit(en) – ob Uhrzeit or whatever. Hier auf jeden Fall 3 Uhr …ziemlich früh, ruft Marenga, die Oberchefin und öffnet die Kühlschranktür. Immer mit der Befürchtung, irgendein Käfer – es scheint der Haus-Käfer zu sein – starrt sie an. Aber nein, der Kühlschrank wäre ja zu kalt. Wir leben ja in höheren Temperaturen, dauerhaft – so und so. Und das Haus existierte bereits längst vor unserem Einzug. Die Käfer – nein, es sind keine Kakerlaken, aber sie sind auch nicht das, was du dir als Haustiere aussuchen würdest – tauchen gerne nachts – dieser eine Käfer – andere hatten wir schon entsorgt – weit nach draußen – oder auch vor Schreck die Schuhsohle drauf – jedenfalls – Gwendolyn packt nun auch die gekochten Kartoffeln und ALLES in den Kühlschrank. Es ist schließlich Süden, irgendwie. “Hat sonst noch jemand Hunger?” fragt Gwendolyn, die Nachtköchin. Klar, immer. Chrissy, die dauer-unterbezahlte, weil nicht-bezahlte Dauer-Praktikantin – naja – warum nicht, wenn nun noch jemand die Herdplatten anwirft. Der Luxus überhaupt. In Deutschland ist das ja anders. Dort regiert die Regierung des Prekären. Dem snd die Ladies, also wir – entflohen. Na, nicht jetzt, mosert Marenga, “nicht doch auch noch mitten in der Nacht!”
“Da liegt noch was im Tiefkühlfach!” frohlockt Gwendolyn, aber auch: – “Die Kartoffeln sollten ja nicht im Kühlschrank erfrieren, ich könnte sie kleinschneiden und in die Pfanne?”
” Nur, wenn auch Ketchup!” ruft Chrissy – ja, warum nicht. Hauptsache, oh ja – da ist ja noch – wir sind fast oder nie einstimmig – inzwischen – lange eher – schwer auf vegetarisch, klingt fundamentalistisch, aber wir doch nicht! und Chrissy zündet sich aufreizend ne Kippe bei geöffneter Patio-Tür an –
Moment mal – Marenga zieht ihre bekannten Augenbrauen hoch:
“Wir haben ja noch gar nicht…!”
Nein,kein Erdogan jetzt, bitte nicht! Und auch kein Kate-und-William, die Ärmsten, die in Germany wie im Dauer-Game programmiert waren –

Es brutzelt aus der Küche. Gwendolyn macht einfach. Wenigstens jemand macht was..!

“Und ich muss am Tag wieder die Tippfehler aufkehren!” brummt Chrissy, aber jeder weiß ja, sie meint es nicht so.

“Los jetzt!” ruft Gwendolyn, die wunderbarste aller Nachtköchinnen – und wie das zischt, aus der Küche – !
Okay-okay – wo ist das Ketchup?

Tenerife – 03:25 – draußen irgendwie windig-stürmisch…hört sich besser an als jaulende Hunde, die man nachts auf der Terasse allein schlafen lässt, was Canarios offenbar gerne tun. Komisch. Wir beruhigen sie oft mit ..”musch-musch-musch… mi amor…gutes Hundi”
und so.
Aber nicht mal einem Hund würde man den Namen ErDOgan geben!