WHO und Handy-Strahlen

Quelle – Kronenzeitung/Österreich.
Der am Dienstag veröffentlichten Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) – dem Krebsforschungsinstitut der WHO – zufolge, “kann” vom Handy eine Gesundheitsgefahr ausgehen – denn Handystrahlung ist “möglicherweise krebserregend” (siehe Infobox). Zu diesem Schluss kommt die IARC nach einer Auswertung “nahezu sämtlicher verfügbaren wissenschaftlichen Belege”.

Nur wenige Tage zuvor waren die Experten des heimischen “Wissenschaftlichen Beirats Funk” nach ihrer alljährlichen Bewertung aktueller wissenschaftlicher Literatur zu einem gegenteiligen Urteil gelangt. Das Telefonieren mit dem Handy, so ihr Fazit, sei ungefährlicher als weitläufig angenommen und stelle bei Einhaltung der Grenzwerte keine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar.
Handystrahlung genauso riskant wie Kaffee oder Margarine

Laut der IARC werden hochfrequente elektromagnetische Felder – also auch die Mobilfunkfelder – in der sogenannten Gruppe 2B aktuell als “möglicherweise krebserregend” klassifiziert. “In der Gruppe 2B sind Stoffe, Felder und Tätigkeiten zu finden, für die es begrenzte Hinweise auf Kanzerogenität gibt”, erklärt Maximilian Maier, Geschäftsführer des Forum Mobilkommunikation (FMK), dem Interessensverband heimischer Mobilfunker. Funkfelder befinden sich damit in derselben Gruppe wie beispielsweise Kaffee, Margarine oder eingelegtes Gemüse.
Tipps zur Strahlenreduzierung

Darüber beunruhigte Menschen können ihre Exposition durch Funkwellen von Mobiltelefonen jedoch mit einfachen Maßnahmen reduzieren. In einem Informationsblatt empfiehlt die Wiener Ärztekammer etwa, das Handy während des Gesprächsaufbaus sowie beim SMS- Versand vom Körper fernzuhalten und Gespräche prinzipiell kurz zu halten. Von Telefonaten in Fahrzeugen rät die Kammer ab und empfiehlt die Verwendung einer Freisprecheinrichtung.

Der Grund: Autokarosserien schirmen die elektromagnetischen Felder, wie sie im Mobilfunk verwendet werden, zu einem Teil ab. Das Mobiltelefon müsse deshalb seine Sendeleistung nachregeln, erklärt das FMK. Da die Sendeleistung von Mobiltelefonen aber maximal zwei Watt betrage und auch in diesem Fall die Grenzwerte eingehalten würden, sei das mobile Telefonieren im Auto genauso sicher wie außerhalb des Autos.
Beim Handykauf auf SAR- Wert achten

Wer auf Nummer sicher gehen und das Risiko so gering wie möglich halten möchte, kann bereits beim Kauf von Handys auf einen möglichst geringen SAR- Wert (“spezifische Absorptionsrate”) achten. Dieser Wert gibt die “spezifische Absorptionsrate” an, also wie viel elektromagnetische Energie in Form von Funkwellen im Körper aufgenommen wird.

In Österreich gelten die international anerkannten Grenzwerte der WHO und der EU. Diese berücksichtigen auch “die theoretische Möglichkeit, dass Mobiltelefonnutzer an sieben Tagen pro Woche jeweils 24 Stunden mobil telefonieren”, so das FMK. Doch selbst in diesem extremen Fall sei keine gesundheitliche Beeinträchtigung gegeben.

Informationen über den SAR- Wert von Mobiltelefonen können am einfachsten über die Website des FMK abgerufen werden, wo eine Vielzahl an Modellen unterschiedlichster Hersteller gelistet sind.

FFA – Statement der Direktoren der Europäischen Filmförderung

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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EFAD formulieren ihre Erwartungen an das zukünftige MEDIA-Programm 2014-2020

Pressemitteilung
vom 01.06.2011

EFAD formulieren ihre Erwartungen an das zukünftige MEDIA-Programm 2014-2020

Drei Monate nach Veröffentlichung der ’Gemeinsamen Berliner Erklärung’ über die Zukunft des MEDIA-Programms haben die Direktoren der europäischen Filmförderungen (European Film Agency Directors – EFAD) ihre Forderungen in einer weiteren Deklaration ergänzt. Im Vordergrund der aktuellen Stellungnahme, die auf der jüngsten EFAD-Sitzung in Cannes beschlossen wurde, stehen neben dem dringenden Appell nach Erhaltung des Programms mit seiner eigenen Identität, Sichtbarkeit und Haushaltsautonomie über das Jahr 2013 hinaus eine Reihe von Prioritäten für das künftige MEDIA-Programm, darunter auch die Herausforderungen durch die Digitalisierung.

STATEMENT DER DIREKTOREN DER EUROPÄISCHEN FILMFÖRDERUNGEN (EFAD)
ZUR UNTERSTÜTZUNG DER FORTFÜHRUNG DES MEDIA-PROGRAMMS 2014-2020

Die Europäische Kultur bildet das Herzstück der von der EU-Kommission entwickelten Strategie „Europa 2020“. Der Plan für kluges, nachhaltiges und die europäische Einheit förderndes Wachstum hat nicht nur einen gesamtwirtschaftlichen „raison d’etre“, sondern er verdeutlicht die Notwendigkeit, sowohl neue Strategien für Innovation als auch Strategien für den sozialen, bildungspolitischen und kulturellen Zusammenhalt zu verfolgen.

Seit 20 Jahren verfolgt das MEDIA-Programm der Europäischen Union diese Vision für Europa mittels der Unterstützung und damit der Stärkung des audiovisuellen Sektors. Innerhalb der europäischen Kultur dient der audiovisuelle Sektor allen Europäern als Spiegel; er erlaubt uns, unsere eigenen kulturellen Besonderheiten anderen zu vermitteln und gleichzeitig einen Blick auf die Kultur anderer zu werfen. Aus ökonomischer Sicht machen die europäischen IT-, Telekommunikations- und audiovisuellen Industrien etwa 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der EU aus; mehr als 13 Millionen Menschen sind in diesen Bereichen beschäftigt. Auch wenn der audiovisuelle Sektor nicht alle Verdienste für sich allein beanspruchen kann, spielt er eine entscheidende Rolle innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette, in dem er Europa durch die Produktion von Filmen und anderen audiovisuellen Werken mit Unterhaltung, Wissen und Information versorgt.

Das MEDIA-Programm ist der Schlüssel zum kulturellen Austausch und Dialog, es ermöglicht Filmen und anderen audiovisuellen Inhalten, neue Zuschauer in ganz Europa und international zu erreichen. Das MEDIA-Programm stellt eine wertvolle Ergänzung zu den Strategien der Mitgliedsstaaten bei der Förderung von Weiterbildung, Entwicklung, Produktion, Werbung und Verbreitung von audiovisuellen Inhalten dar. Durch die Unterstützung der audiovisuellen Industrien in Europa bietet das MEDIA-Programm einzelnen Unternehmen die einzigartige Chance, auf europäischer Ebene Geschäftsmodelle zu entwickeln- seien es nun Produktionsfirmen, Verleiher, Vertriebe, Filmfestivals, TV-Sender, Kinos oder Ausbildungsstätten im audiovisuellen Sektor.

Die Direktoren der europäischen Filmförderungen haben sich intensiv mit der Absicht der EU-Kommission, die europäischen Kulturprogramme in einem neuen Rahmenförderprogramm „Creative Europe“ zusammenzufassen, auseinandergesetzt. Sie zeigen sich tief besorgt, dass der Plan die Zusammengehörigkeit von kulturellen und industriellen Zielen gefährdet, die für das MEDIA-Programm charakteristisch sind und zu seinem Erfolg geführt haben. Dadurch könnte das Programm nicht nur seinen Charakter verlieren, sondern auch die zweckgebundenen finanziellen Ressourcen, die unverzichtbar sind, um sich den technischen und marktwirtschaftlichen Entwicklungen fortwährend anpassen zu können. Die EFAD weisen dringend darauf hin, dass die „Marke“ MEDIA mit ihrer besonderen Programmstruktur und ihrer bisherigen Budgetausstattung erhalten werden muss.

Der audiovisuelle Sektor in Europa ist vor allem durch seine starke Fragmentierung gekennzeichnet. Dies zeigt sich unter anderem durch die verschiedenen Sprachgebiete, weiterhin besteht die audiovisuelle Industrie überwiegend aus mittelständischen Betrieben und der Zugang zur Finanzierung von europäischen Inhalten inkl. Werbung und Marketing ist durch das derzeit sensible Verhältnis zwischen dem audiovisuellen Sektor und dem Zugang zu Risikokapital gekennzeichnet. Überdies gibt es momentan fundamentale Veränderungen aufgrund der Digitalisierung.

Ein neues MEDIA-Programm sollte diesen Herausforderungen begegnen, indem es nationalen und regionalen Strategien der Industrie und der öffentlichen Förderprogramme eine europäische Dimension hinzugefügt. So können nationale und europäische Politik einander ergänzen und stärken.

Bezüglich der nationalen Ebene bleiben die EFAD dabei, dass es in der Europäischen Gemeinschaft weiterhin Bedarf für eine flexible Handhabung bei der beihilferechtlichen Genehmigung nationaler Maßnahmen gibt, die auf Herausforderungen des Marktes reagieren.

Auf europäischer Ebene charakterisiert sich der Verdienst des MEDIA-Programms dadurch, dass den einzelnen Bereichen der Wertschöpfungskette für audiovisuelle Werke, von Weiterbildung und Entwicklung bis hin zu Promotion, Vertrieb und der Aufführung im Kino, eine europäische Dimension hinzugefügt wird. Diese Kernaufgaben des MEDIA-Programms sollten angesichts ihrer Bedeutung für den kulturellen Austausch von audiovisuellen Inhalten, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die wirtschaftliche Entwicklung beibehalten werden.

Als Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen, denen der audiovisuelle Sektor ausgesetzt ist, kommen die EFAD zu dem Schluss, dass ein neues MEDIA-Programm die folgenden kurz- und mittelfristigen Prioritäten beinhalten sollte:

• Unterstützung für den audiovisuellen Sektor, um den Digitalisierungsprozess zu verwirklichen und von ihm zu profitieren
Die Digitalisierung spielt in allen Bereichen der Filmproduktion eine Rolle. Zurzeit findet der Übergang zur Digitaltechnik in den Bereichen Promotion, Vertrieb und der Kinos statt, was große Chancen, aber auch große Risiken mit sich bringt. Das MEDIA-Programm sollte die Digitalisierung von jenen Kinos fördern, die europäische Filme vorführen, sowie gleichzeitig Standards für die Verbreitung von europäischen Inhalten auf allen digitalen Plattformen wie Fernsehen und Video-on-Demand Angeboten unterstützen.

• Neue Zielgruppen
Das traditionelle Geschäftsmodell für die Vermarktung europäischer Filme erfährt zunehmend neue Dimensionen. Neben den internationalen Filmfestivals in Europa und den europäischen Kinos – traditionell Plattformen für die Verbreitung europäischer Filme – können Zielgruppen jetzt über weitere digitale Angebote erreicht werden. Das MEDIA-Programm sollte alle Branchenvertreter, die sich mit dem Aufbau neuer Zielgruppen beschäftigen, ermutigen, neue Strategien für die Verbreitung europäischer Werke sowohl beim Kinopublikum als auch bei den Online-Nutzern zu entwickeln.

• Finanzierungsmöglichkeiten
Das gegenwärtige MEDIA-Programm zielt bereits darauf ab, Zugriff auf Finanzmittel zu ermöglichen, vorwiegend bei der Finanzierung neuer Projekte, indem Garantien für Bankkredite gegeben werden. Diese Maßnahmen sollten verstärkt und auf andere Teile der Wertschöpfungskette erweitert werden. Die EFAD lädt die EU-Kommission und den Europäischen Investmentfonds dazu ein, die Möglichkeit zu prüfen, einen Finanzierungsfonds für den europäischen audiovisuellen Sektor einzurichten.

• Höhere Flexibilität
Die EU-Kommission bemüht sich darum, die Bürokratie zugunsten der Antragssteller zu reduzieren. Dieser Prozess sollte fortgeführt werden. Der Wunsch nach höherer Flexibilität beinhaltet auch die Notwendigkeit, dass das neue MEDIA-Programm bei Veränderungen von Technologien und des Marktes anpassungsfähiger wird. In dieser Hinsicht wäre eine flexiblere Handhabung bezüglich der Budgetverteilung und der Veränderungen von Zielvorgaben während der Laufzeit wünschenswert.

Die EFAD freuen sich darauf, mehr über die Vorhaben der EU-Kommission bezüglich der Fortführung des MEDIA-Programms zu erfahren und erwarten einen Vorschlag vor oder unmittelbar nach der Sommerpause. Bis dahin stehen die EFAD-Mitglieder aus den 27 Mitgliedsstaaten der EU und den dem System angeschlossenen europäischen Ländern den Mitgliedern der nationalen Regierungen und Parlamente, den Mitgliedern des EU-Parlaments und den Bediensteten der nationalen Behörden sowie der EU-Kommission für Informationen und Rückfragen zur Verfügung.

EFAD, CANNES
15. MAI 2011

URL: www.ffa.de