Oh, TAGESSPIEGEL “KULTUR” zitiert FEMINISSIMA

…..”Baff”…und natürlich – ja, wir zitieren immer gerne Seiten, die uns gefallen –
oder ? Nun …wird FEM zitiert…gegen schreiende Männer anschreibend, und sich da vor allem – gegen Herrn Lafontaine…Aber lest doch selbst, please…!
AUF Schlag
Männer, die schreien
Rainer Moritz
01.07.2007 16:40 Uhr Rainer Moritz
01.07.2007 16:40 Uhr

Wer schreit, hat Unrecht – hieß es früher, wenn Eltern lautstarken Streit unter ihren Kindern unterbinden wollten. Damals sah man diese laue Konfliktvermeidungsstrategie nicht recht ein und bevorzugte fliegende Fetzen. Doch wie es so ist, wenn einen Reife und Nachsicht ereilen: Heute verwenden wir den Satz mitunter selbst, wenn im unerfreulichen Disput mit dem Partner die Argumente ausgehen, und blicken mit Ekel auf die verzerrten Gesichter von Menschen, die sich schreiend Gehör verschaffen. Unkontrollierte Ausbrüche – Tor- und Lustschreie ausgeklammert – erfreuten sich lange Zeit keiner Beliebtheit mehr, erinnerten sie doch an Volksverhetzer oder Parlamentshaudegen wie Herbert Wehner und Franz Josef Strauß, die ihre Widersacher am liebsten bellend und polternd attackierten. Jedoch, die Zeiten werden frostiger, und die öffentliche Auseinandersetzung verlangt wieder nach Phonstärke.

Da lesen wir, dass Franz Müntefering in Koalitionsgesprächen verbal entglitten sei, wenn auch „auf Berliner Art gedämpft“. Da erinnern wir uns an Edmund Stoibers verzweifelt kraftvolle Aschermittwochsreden. Oder an den Porsche-Betriebsratsvorsitzenden und Ex-Europameister im Thai-Boxen Uwe Hück, wie er in einer der letzten „Sabine Christiansen“-Sendungen mit Schaum vor dem Mund seinen sensationallen Aufstieg beschrieb und wie ein losgelassener Kampfhund gesellschaftliche Defizite geißelte. Und natürlich Oskar Lafontaine, der als Parteivorsitzender der „Linken“ den Vorruhestand ein letztes Mal hinauszuschieben hofft und Reden hält, als sei er von Tarantelheerscharen gestochen worden.

Sagen wir es so: Der schreiende Mann ist kein schöner Anblick, zumal wenn er sein Pult mit Handkantenschlägen traktiert und sich mit hochrotem Gesicht als Rächer der Enterbten geriert. „Begeisterung“ vermöge er zu wecken, hat der Saarländer seine rhetorischen Fähigkeiten neulich gelobt und dabei übersehen, dass auch dies nur eine der Sekundärtugenden ist, die er an seinem Ex-Parteifreund Helmut Schmidt einst verhöhnte. Nicht bei allen freilich kommt diese Dezibelkraft gut an. Gerade die weibliche Klientel, auf die Lafontaine früher setzen durfte, tut sich mit erregten Volkstribunen offenkundig schwer. Auf der Internetseite www.feminissima.de wird unser Mann als „Demagoge“ bezeichnet, mit einfacher Begründung: „Außerdem hasst Feminissima schreiende Männer.“ Aufgepasst also, dass da nicht wichtige Wählergruppen wegbröckeln. Wenn es 2009 mit dem Ministeramt nichts werden sollte, dann bliebe als Ausweg nur, sich dem finnischen Männerchor „Mieskuoro Huutajat“ anzuschließen. Die Vereinigung von rund 30 Sängern bringt finnisches Liedgut, deutsche Volkslieder und Gesetzestexte ausschließlich schreiend zum Vortrag. Da fände sich für das neue Polteriat sicher ein Plätzchen.

FÜR SIE UMFRAGE: Wenig Akzeptanz für Kinderlose

…doch sollten sie sich nicht dafür rechtfertigen müssen. FEM meint: Sicher gäbe es mehr Kinder, wenn die gesellschaftlichen Verhältnsse in der BRD nicht so kinderfeindlich wären – und wird eine Frau sitzengelassen, kann sie nur noch mit Armut rechnen, so lange Kinder bei Einstellungen einen Hemmschuh darstellen! – So lange das so ist, wird sich eine Frau zigmal überlegen, wann, ob, und mit wem – sie ein Kind kriegen will – oder doch vorsichtshalber keins..Denn das männliche Verantwortungsbewußtsein ist den eigenen Kindern gegenüber prozentual betrachtet oft nachgerade “unterdurchschnittlich” – wenn die Partnerschaft oder Ehe in die Brüche gegangen ist.
Wenig Verständnis für kinderlose Frauen

Seit die Diskussion um niedrige Geburtenzahlen und das drohende demografische Desaster entflammt ist, liegt Muttersein hierzulande wieder voll im Trend. Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, stoßen dagegen auf weniger Akzeptanz – gerade bei den Geschlechtsgenossinnen. Laut einer Exklusiv-Umfrage der Frauenzeitschrift FÜR SIE werden sie von mehr als einem Drittel der Frauen bemitleidet, weil sie etwas Großes verpassen würden. Jede Vierte glaubt, dass mit solchen Frauen etwas nicht stimmt, und mehr als 20 Prozent halten sie für egoistisch. Ein Ergebnis, das Dr. Gitta Mühlen Achs nicht erstaunt. “Es ist immer noch ein Tabu, dass eine Frau nicht den Lebensentwurf hat, Mutter zu sein”, sagt die Sozialpsychologin. Dabei sei Frauen der Kinderwunsch nicht prinzipiell angeboren. In den Zeiten der Gleichberechtigung sinke der Kinderwunsch, wenn die Chancen zur Selbstverwirklichung stiegen. Zudem sei die Entscheidung gegen ein Kind meist keine grundsätzliche, sondern werde im Kontext von Lebenssituation und gesellschaftlichen Bedingungen getroffen. Aber auch Männer scheuen oft vor der Verantwortung des mehr oder weniger alleinigen Ernährers zurück. Und sind die Partner in punkto Nachwuchs uneins, setzt sich meist das Nein zu Kindern durch. Bleibt zu hoffen, dass kinderlose Frauen sich in Zukunft nicht ständig rechtfertigen müssen. In der Umfrage beteuerten immerhin über siebzig Prozent der Befragten, für diese Entscheidung sollte sich keine Frau verteidigen müssen. (ots)

INGEBORG-BACHMANN-PREIS geht an Deutschen

….Der Preisträger heißt LUTZ SEILER.
mehr aus dem Bieler Tagblatt/ Le Journal du Jura, von heute Mittag:
Bieler Tagblatt / Le Journal du Jura
Ingeborg-Bachmann-Preis 01.07.07 12:19

Lutz Seiler erhält Ingeborg-Bachmann-Preis
Der deutsche Autor Lutz Seiler hat an den 31. Tagen der deutschsprachigen Lituratur in Klagenfurt den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Dieter Zwicky, der einzige Schweizer Teilnehmer am Wettbewerb, kam trotz guter Kritiken nicht in den Final der besten acht.

Der 1963 geborene Seiler erhielt die mit umgerechnet 41 400 Franken dotierte Auszeichnung für seinen Text “Turksib”. Die Jury lobte die in klassischem Ton erzählte Reisebeschreibung mit der turkestanisch-sibirischen Eisenbahn als “sehr dichten, sehr vielschichtigen Text aus uralter Zeit”.
Die zweite Auszeichnung, den mit 16 550 Franken dotierten Telekom-Austria-Preis erhielt der 41-jährige Wiener Thomas Stangl für einen namenlosen Text, der als “Topographie Wiens als toter und gleichzeitig traumhafter Stadt” gelobt wurde.
Der 3sat-Preis in Höhe von 12 400 Franken und der Kelag-Publikumspreis (8300 Franken) gingen an den Autor und Musiker mit dem Künstlernamen PeterLicht. Er hatte vor und während dem Wettbewerb dadurch auf sich aufmerksam gemacht, dass er sein Gesicht nicht fotografieren oder filmen liess, was ein Juror als “Affenzirkus” bezeichnete. PeterLicht holte die Preise nicht selber ab.
Der von verschiedenen Verlagen gestiftete Ernst-Willner-Preis (11 600 Franken) ging ebenfalls an einen musizierenden Autor, nämlich Jan Böttcher für “Freundwärts”, eine “sanftmütige Hommage an drei sture Hunde” aus der ehemaligen DDR.