Abgeschlachtet .

HEUTIGER PRESSE-SPIEGEL:

spiegel-online mit einem Artikel über den Prozeßbeginn in Hagen – dort haben zwei Jungs ein Mädchen bestialisch umgebracht und ein zweites schwer verletzt : abgeführt wurde, wer sich verbal gegen die Täter …
TOTSCHLAGSPROZESS

“Du bist tot, Froschauge!”

Tumultartige Szenen zu Prozessbeginn: Vor dem Landgericht Hagen drohten Zuschauer und die Mutter eines erstochenen Mädchens den mutmaßlichen Tätern mit dem Tod. Ein Zuschauer attackierte die Angeklagten körperlich.

DPA

Tatwaffe: Etwa 30 Stiche

Hagen – Kurz nach Verhandlungbeginn stießen sowohl die Mutter der Getöteten als auch ein Prozesszuschauer Morddrohungen gegen den Angeklagten Baris G. aus. Ihm und einem Mitangeklagten wird zur Last gelegt, im vergangenen Jahr auf einem Parkplatz in der Nähe von Hagen ein 14-jähriges Mädchen erstochen und eine 13-Jährige schwer verletzt zu haben.

Wie Prozessbeobachter berichteten sprang die Mutter der getöteten Filis R. wenige Minuten nach Prozessbeginn auf und rief dem Angeklagten zu: “Du bist tot, Froschauge. Dein Leben ist zu Ende, damit du es weißt.” Augenblicke später lief ein Zuschauer auf die Angeklagten zu und rief: “Warum hast du das gemacht? Warum hast du ein Mädchen umgebracht? Ich werde dich umbringen!”

Der Angreifer wurde abgeführt. Auch die beiden Angeklagten wurden aus dem Raum gebracht. Der zweite Verteidiger des mutmaßlichen Haupttäters, Karel-Christoph Bode, kündigte nach dem Zwischenfall an, er werde sich mit dem Vorsitzenden Richter in Verbindung setzen. Die Sicherheit des Angeklagten müsse sichergestellt sein.

Fatih G. und Baris G. sind des Totschlags, versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Am Pfingstmontag 2004 sollen der damals 20-jährige Baris G. und der zum Tatzeitpunkt 17-jährige G. nach einem gemeinsamen Abend mit den beiden Mädchen auf einem Parkplatz in der Nähe von Hagen angehalten haben. Laut Anklage attackierte Baris G. vermutlich nach einem Streit das Mädchen mit einem 15 Zentimeter langen Fleischermesser. Etwa 30-mal habe er auf sie eingestochen. Anschließend sollen die beiden jungen Männer auf die 13-Jährige eingestochen haben, um sich der Zeugin zu entledigen. Als sie das Mädchen für tot hielten, machten sich die Männer davon. Die schwer verletzte Nicole K. konnte sich zur Straße schleppen, wo sie von einem Autofahrer entdeckt wurde. Sie konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Mehr zur Ribonukleinsäure

In Kürze richten wir die Rubrik “Wissenschaft & Forschung” ein.

Derzeit stellen wir diesbezüglich informierende Beiträge noch in unsere Ressorts: “Gesundheit” oder “Bildung”.

Die RNA, wir berichtete kürzer bereits darüber, soll ein neues-zusätzliches “Stein-chen”, vielleicht sogar einen Diamanten..? bei der Bekämpfung gefährlicher & schwerer Krankheiten….ja. Mehr also hier – das Forschungsprojekt geht nach Berlin. Und wird mit 11 Mio Euro aus EU-Mitteln gefördert.

FP 2 / B 6 (2005) 26. Januar 2005

RNA-Interferenz eröffnet neue Therapie-Chancen

In Berlin startet ein Europäisches Forschungskonsortium zur RNA-Interferenz, das von der EU mit 11 Millionen Euro gefördert wird

Ein europäisches Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung der viel versprechenden RNA-Interferenz-Technologie für die Therapie schwerer Erkrankungen beim Menschen, wie Krebs, degenerative Erkrankungen und Infektionskrankheiten, nimmt am 27. Januar 2005 seine Tätigkeit auf. Das RIGHT-Konsortium (RNA Interference Technology as Human Therapeutic Tool) wird vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie koordiniert und vereinigt führende Forschungsgruppen von 24 Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa. In den kommenden vier Jahren wird das Projekt durch die Europäische Union mit 11 Millionen Euro gefördert. Das Projekt startet mit einem Treffen der beteiligten Wissenschaftler aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen und Schweden sowie mit einer Pressekonferenz in Berlin.

Abb.: RNA-Interferenz hemmt die Bildung eines zellulären Proteins. In den humanen Zellen wird das zelluläre Protein Lamin (hier rot gefärbt) gebildet. Durch eine Genfähre, auch Vektor genannt, werden der RNAi-Inhibitor und ein grüner Farbstoff in die Zellen gebracht. Der Inhibitor hemmt die Bildung von Lamin und es kommt zur Grünfärbung.

Bild: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Die RNA(Ribonukleinsäure)-Interferenz-Technologie basiert auf einem natürlichen Mechanismus, bei dem kurze RNA-Moleküle spezifisch die Bildung bestimmter Genprodukte hemmen. Diese Technik hat in den vergangenen Jahren die biologische Grundlagenforschung revolutioniert, weil sie eine vergleichsweise einfache Möglichkeit bietet, die Funktion von Genen zu untersuchen. Sie ermöglicht dadurch den wichtigen Schritt von der bloßen Kenntnis der Gensequenz zum Verständnis ihres Wirkens sowie der anschließenden Nutzung dieses Wissens für neuartige Therapieansätze.

Bei vielen schwerwiegenden Krankheiten wie Krebs, degenerativen Erkrankungen oder Infektionskrankheiten ist die Regulation bestimmter Gene gestört. Gerade hier setzt die RNA-Interferenz-Technologie an, indem sie die Bildung ganz spezifischer Genprodukte hemmt. Doch eine therapeutische Anwendung stellt hohe Anforderungen sowohl an die eingesetzten Reagenzien selbst als auch an die Strategien für ihren Einsatz im menschlichen Organismus: So müssen die Substanzen im Körper äußerst spezifisch wirken, ausreichend lang stabil bleiben und effektiv aufgenommen werden.

Im Rahmen des RIGHT-Konsortiums haben es sich nun Experten aus den Fachrichtungen Chemie, Molekularbiologie, Zellbiologie und Medizin zur Aufgabe gemacht, genau bei diesen Problemen anzusetzen. Ihre Ziele sind, das Verständnis der molekularen Basis von RNA-Interferenz und micro-RNA zu verbessern,

– verbesserte Inhibitoren mit höheren Sensitivität, Spezifität und Kosten-Effektivität zu entwickeln,

– potentielle virale und nicht-virale Vektoren zu erzeugen und zu testen,

– synthetische und genetische RNAi-Reagenzien mit pharmakokinetischen Methoden in Tiermodellen zu testen,

– an ausgewählten Krankheitsmodellen die Einsatzmöglichkeiten von RNAi als therapeutisches Instrument zu zeigen.

“Wir sind überzeugt, dass die RNA-Interferenz-Technologie ein

unvergleichliches Potential für die Behandlung schwerer Krankheiten in sich birgt”, sagt

Professor Thomas F. Meyer, Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und Koordinator des RIGHT-Projekts.

Zum Start des europäischen Konsortiums RIGHT (RNA-Interference Technology as Human Therapeutic Tool) findet am Donnerstag, den 27. Januar 2005 um 14:00 Uhr eine Pressekonferenz statt.

Ort: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Campus Charité Mitte, Schumannstraße 21/22, 10117 Berlin.

Podiumteilnehmer sind

Professor Dr. Thomas F. Meyer, Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin

Professor Dr. Arndt Borkhardt, Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU München

Professor Dr. Joachim W. Engels, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt

[AW/AT]

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