Eine der wiedergefundenen SHORT STORIES – von …vor 7 oder 8 years

Frau, in der Tiefe des Sommers

Von Florence D.

Lina öffnete die hohen schmalen Flügel der beiden Fenster im Wohnzimmer.
Bezaubernd, diese noch originalen, graugrün patinierten Fenstergriffe aus der Jahrhundertwende!<
Sie hatten diese alte Villa erst seit kurzem gemietet. Lina schaute vom Fenster hinab in den altertümlichen Garten, in den sie sich auf Anhieb verliebt hatte. Dichtblättrige Rosenstöcke, wie alt mochten sie sein? erinnerten an edle und gleichsam erstarrte Ballerinen, stolz und erhaben in ihrem apricotfarbenen Blütenkleid.
Umschmeichelt von verspielten Kornblumen. Mitternachtsblaue Gesichtchen, anbetend.
Schmetterlingspärchen, sonnentrunken, turteln über dem Busch des Lavendels.
Über Nacht hatten die Pfingstrosen ihre purpurnen Herzen geöffnet. Gelbe Lilien verneigten sich.
Hochstielige, elegante Sonnenanbeterinnen.
Blüten wie Goldlack. Leuchtende Kronen von Märchenprinzessinnen. Umschwirrt von Bienen, so hochbeschäftigt!
Der Flügelschlag eines vorbeifliegenden Vogels, so dicht, als streife er Linas Haar.
Ein schöner und warmer Sommertag brach an.
Lina ließ die Fenster weit geöffnet und ging in die Küche. Sie war geräumig. Wirkte dämmrig.
Das einzige Fenster grün verhangen:
Wie Lianen rankten sich die schlanken Zweige eines hochgewachsenen Unkrauts von außen um die Gitterstäbe vor dem Fenster.
Lina mochte diese Küche.
Lina füllte den Wasserkessel mit Wasser für ihren Frühstückskaffee, stellte ihn auf den Elektroherd, den sie automatisch anschaltete.
Lina setzte sich an den schmalen, langen Holztisch, der schon viele Umzüge überstanden hatte, seine Oberfläche wie ein runzeliges, zerfurchtes Gesicht, Lina strich über seine Oberfläche, schob eine aufgeklapptee Zeitung beseite und und zündete sich eine Zigarette an.
Der Wasserkessel begann zu pfeifen.
Lina stand auf und holte den Kaffee und den Filter und die Filtertüten aus dem Wandschrank, und eine Tasse, und aus dem Kühlschrank die Milch. Brühte den Kaffee auf.
Der Duft des frischen Kaffees…
Er weckte Erinnerungen an die Geburtstage der Großeltern, gleich kannenweise wurde Kaffee gekocht, die Verwandtschaft war zahlreich.
Sonst sah man sich eher selten.
Kuchenberge, aufgeschichtet auf weitausladenden kuchentellern, feine Sammeltassen, und die geschäftig umhereilende Großmutter.
Linas Zigarette war vom Aschenbecher auf den Tisch gefallen, und hinterließ einen winzigen schwarzen Fleck.
Der Tisch besaß unzählige solcher Flecken.
Er war ein guter alter Tisch, aus Weichholz.
Aufgearbeitet hätte er kostbar ausgesehen. Aber er war ein Wohntisch, ein Tisch zum Leben, zum Dransitzen, wie Lina gerne sagte.
Lina nippte an ihrem Kaffee.
Ihr Sohn, schon erwachsener, als Lina lieb war, war längst in der Schule.
Er würde erst am späten Nachmittag, gegen Abend, zurückkehren.
Und nicht zum Mittagessen heimkommen.
Die Pause bis zum Nachmittagsunterricht war zu kurz. Sie gingen in die Schulcaféteria, ihr Sohn und seine Clique. Das war naheliegend.
Ralf, Linas zweiter Mann, jünger als Lina, war längst zu seiner Arbeit aufgebrochen.
Eine Baustelle, weiter weg.
Vor dem späten Abend brauchte Lina ihn nicht zurückzuerwarten.
Sie waren seit ein paar Monaten verheiratet.
Alles in bester Ordnung.
Das Kind in der Schule.
Gute Noten.
Nette Freunde.
Der Mann, der nach einer kurzen Arbeitslosigkeit diese Stelle gefunden hatte. Allerdings weit entfernt.
Und sie, Lina, sie besaß diesen schönen Garten.
Die Villa hatte lange leergestanden. Erbstreitigkeiten.
Deswegen war sie dann zuletzt doch vermietet worden, anstatt verkauft, die Villa.
Der Garten war verwildert.
Lina hatte die kleinen Kieswege zwischen den Blumenrabatten wieder freigelegt.
All das Unkraut mit ihren bloßen Händen herausgerissen;
die Rosen von Schlingpflanzen, die sie zu ersticken drohten, befreit.
Es war jetzt ein schöner Garten, dem man ansah, daß er vor vielen Jahrzehnten angelegt worden war.
Vielleicht sogar schon um die Jahrhundertwende?
Zum Zwanzigsten Jahrhundert.
Kleine verschnörkelte Kieswege…wer käme heute noch auf die Idee, seinen Garten so anzulegen?
Vielleicht in England, dachte Lina, oder in Frankreich, vielleicht. Im Süden Frankreichs – oder doch eher im Norden?
Aber der wirkte eher herb, nicht so versponnen.
Doch war der Süden Frankreichs nicht zu heiß, zu trocken für Rosen…?
Lina dachte dabei eher an Bougainvillae, deren lila Blüten..und, dazu passten keine Kieswege, oder?
Abends, wenn Lina zuweilen in einer Ecke des Gartens saß, bei einem kleinen Schlückchen Sekt, sah sie die Glühwürmchen, grünflirrig…zaubrig, unwirklich.
Lina war überzeugt, Glühwürmchen gab es nur noch in ihrem Garten.
Seit Jahren hatte sie keine Glühwürmchen mehr gesehen.
E
Die Tautropfen perlten von den goldrosafarbenen Rosenblättern, wenn Lina ihren Sohn, was er albern fand, bis zum Gartentor begleitete.

Ihrem Mann nachwinkte, der zuerst das Haus verließ.

Der Garten funkelte in den ersten Sonnenstrahlen.

Und die Geschäftigkeit der Natur begann, täglich, früh.
Sie wirkten so zielbewußt, diese Bienen, Summer, Falter, Käfer, Vögel, das Eichhörnchen, die kleine Ringelnatter, die sich zuweilen auf den alten Steinen zwischen den Pfingstrosen sonnte.
Sie hatten alle zu tun.
Sie besaßen alle ihren Rhythmus.
Was wird aus mir, dachte Lina.
Und sie trank ihren Kaffee aus.
Stellte die Tasse in die leere Spüle.
Sie müßte Wäsche waschen.
Sie konnte sich nicht dazu aufraffen.
Wo stand geschrieben, dass sie allein die schwere Hausarbeit machen sollte?
Lina kochte gern.
Sehr gern sogar.
Doch für die anderen Arbeiten hatte sie früher immer eine Hilfe, eine Haushaltshilfe.
Als sie noch berufstätig war, und nicht verheiratet.
Kein Mensch, dachte etwas in Lina,
kann so einsam sein, wie eine verheiratete Frau.
Sie ist der Motor des Hauses, sagt man so.
In Wirklichkeit arbeitet sie unentgeltlich.
Damit alles funktioniert.
Ihre Haushaltshilfe durfte sich monatlich über 500 DM freuen.
Eine Hausfrau…denkt Lina, sollte nur für das Schöne da sein, mit genügend Hilfe und Gesellschaft, so wie früher, vor einhundert Jahren.
Hausmusik-Abende…Lina lächelte.
Träume. Wie konventionell!
Alles schien so schnell-lebig, so flüchtig.
Hallo, Mama, sagte das Kind, das keins mehr war, und ja, und war gleich wieder weg:
Die Freunde.
Und der Mann?
Wieso hatte sie ihn eigentlich geheiratet?

Aus Liebe natürlich.

Aber stirbt die Liebe nicht am Alltag?

Lina verließ die Küche und ging hinaus in den Garten.

Sie hatten im Radio schwere Gewitter angekündigt.

Der Himmel färbte sich schwarz.

Ein Blitz zuckte.

Lina lief zurück ins Haus.

Schloß alle Fenster.

Sie stand hinter den Scheiben und blickte hinaus in den Garten.

Das Gewitter begann mit ein paar harten Schlägen, die sich anhörten, wie trockener Husten.

Dann endlich der Regen.

Wenn es regnet, so hatte die Großmutter gesagt, ist das Gewitter nicht mehr gefährlich.

Die Regentropfen rannen wie Tränen.

Durch die Fensterscheibe hörte Lina, wie sie auf die Blätter im Garten prasselten.

Langsam öffnete Lina wieder eines der hohen schmalen Wohnzimmerfenster. Um die frische Luft hereinzulassen. Der Duft des Gartens. Der Duft von regennasser Erde. Das Telefon kingelte.

Gwendolyn ist erschlagen, niedergeschlagen, nach dieser EUROVISION 2017

“Ich brauche jetzt unbedingt ne Portion Bratkartoffeln, mit Zwiebeln und Spiegelei!”

Klar, das war ja auch aufreibend, absolut…und so frustrierend. Nicht etwa weil Germany so fast an letzter oder vorletzter….oh, nein, Stelle, das Wort am besten gar nicht aussprechen –

“Wo ist das Salz?”

Es gibt kein Salz im Haus, gerade.

Aber wie war das mit der Würze?

“Keine Wortspielchen jetzt “- reagiert Gwendolyn gereizt –

Haushoch verloren, hungrig und der Gedanke – das war ne Rache für die kalte deutsche Politik – oder..?

Och, nicht jetzt – noch das! Morgen, morgen wieder ja…?

Teneriffa-Nord um 0 Uhr 50 – willkommen..!

Gwendolyn rührt unruhig irgendwas in der Küche und ruft rüber :

“Ist der goldfarbene und goldgeschminkte TRUMP eigentlich endlich gefeuert.?”

Na gut, Gwendolyn und das Feuer!

“Nicht dass das Essen anbrennt.!”

Wer will schon essen..?

Nein, sie kocht ein verfärbtes T-Shirt mit ner angeblich garantiert ungiftigen Lebensmittelfarbe – verfälscht die Ursprungsfarbe.

Draußen ist es heiß.

12:53 – local Time – Teneriffa..

Marenga, immer eine Spur zu laut: – “Hilfe, es gibt so viel zu schreiben, wo ist der Stift?”

“Gemach!” –

Chefpraktikantin  Crissie hat ein spanisches Wort gelernt  :  “Tranquilo!” oder genauer – in der weiblichen Form – “Tranquila!” (“Bleib ruhig!”) , weil wir gerade auf einer spanischen Vulkaninsel im Atlantik logieren. Es geht aber um very very sonderbare deutsche Blätter, die sich auf die Seite von der rechtsradikalen LE PEN zu schlagen scheinen.

“So vorsichtig die Formulierung?” ruft Gwendolyn aus der Küche. Sie kocht einfach gerne nachts.

Es ist ja auch erst Mitternacht und 53 Minuten auf Teneriffa.

3. Mai 2017, 19:47 : Heute beginnt FEMINISSIMA wieder …”Lulu is back in town!” – loszulegen, hi, & Welcome!

Falls Ihr for the first time hier seid –

obwohl es www.Feminissima.de bereits seit 2002 gibt, aber hat auch schon einiges hinter sich! – dies ist jetzt die dritte, nein? vierte Version…:

Hoffentlich finden wir das ursprüngliche LOGO des Namens noch!)

Gehackt, mehrfach.Server-Wechsel – &  jetzt wieder da!

Danke an my Webmaster, sonst gäbe es FEMINISSIMA schon gar nicht mehr…

ALSO – zum Einlesen vielleicht einfach die Rubrik “LIVEPAGE” (das ist diese hier, als ich zu träge, die Texte nach ihrem live-Auftritt in die diversen Rubriken zu bitten,  als Archiv, quasi -( jaja, nicht langatmig werden..!)

Bitte sehr:

Ein paar Zentimeter tiefer –

für Berlin-Fans und solche die es nie werden wollen oder erst recht :

“everybody is looking for love – oder: downtown Berlin”…

(Bei Suchtgefahr einfach weiterlesen…:))…

 

 

Tage, denen das Adjektiv fehlt..

Denn sie sind verbraucht. Das Ende der sprachlichen Steigerungsform ist erreicht. Das Hirn möchte in seinen Grenzen zerspringen. Ein einzelner Mann – Mensch – jung noch – hat über 50 Menschen getötet. In Orlanda. In einem Club, dessen Besucher und Besucherinnen er entweder hasste, oder denen er wie auch immer – das Leben neidete. Die Presse: “Schwule und Lesben”.

Dachten wir schon 2015, elender, übler, brutaler, haßerfüllter geht es nicht, so scheint uns 2016 von Anfang an eines ..ja…noch Unvorstellbarerem als Wahrheit zu präsentieren. Als hätten sich Höllentore geöffnet…aber was herauskommt, sind ganz gewöhnliche Zweibeiner. Denen Du nicht ansiehst, dass “ihr Lebensziel” – der Tod ist. Der anderen. Möglichst vieler anderen. Ihr eigenes Sterben dabei ist ihnen offenbar gleichgültig. Das “es” – von dem die britischeLiteraturnobelpreisträgerin Doris Lessing in ihrem Roman “Memoiren einer Überlebenden” schrieb – und das eine Welt zerstörte, bis nur die Ruinen einer Technologie übrigblieben, die sowieso nie jemand wirklich gebraucht hatte – dieses “es” – so schrieb Doris Lessing:

War es eine Naturkatastrophe, war es eine Seuche, waren es die Gräuel, die im Namen einer Ideologie begangen worden sind ….

Wir leben jetzt in diesem “es” – wir, die wir noch überlebt haben, bisher.  Und täglich machtlos erleben, wie dieses “es” aus Terror, blindem Glauben, Machtgier, aber auch Engstirnigkeit – neue Todesopfer fordert…Gerade so  – als wolle eine böse Macht – Leben auf der Erde für immer und endgültig vernichten. Wer sind solche Menschen? Was treibt sie an. Wir bezeichnen sie als “krank”. Aber hilft das weiter? Rettet dies Leben? Nein.

Der Sonntag, in Friedrichshain… damals..

Am Sonntag, einen Tag nach der solidarischen Vernissage, werfe ich mich wieder in eine U-Bahn. Irgendwas muß ich doch tun. Und ich habe ja auch diese Monatskarte. Sie ist so teuer, dass sie sich lohnen muß.

Ich fahre erst spät los. Das gefällt mir. Ziellos. Einfach so. Und die Uhrzeit spielt auch keine Rolle. Ich fahre gern mit der U-Bahn. Du steigst ein, und sie schießt los. Du steigst aus, wann du willst.  Jedesmal eine andere Welt. Diese Stadt ist so groß.

Der Flohmarkt endet nach Einbruch der Dunkelheit. Stimmt. Auch am Boxhagener Platz. In Friedrichshain. Und von jetzt auf gleich ist es schon dann auch richtig dunkel. Aber auch nicht wirklich. Gelbstichig blinkt der FastVollmond. Und da sind noch Leute am Einpacken. Am Abmontieren ihrer Stände. Ich kriege sozusagen das Ende des Flohmarkts mit. Bei Mondenschein. Immerhin. Ein Standardwerk wird mir in die Hand gedrückt.

“Hier! Geschenkt!”

Ist ja schon Feierabend. Schon längst.

“Wir sind jetzt die Letzten, die abhauen!”

Fortsetzung folgt bald.. )) ..

memories..somehow..Wie Wolkenfetzen..

…memories an und aus Berlin – damals, fast neu in der Stadt…:

ich glaube ich bin woanders, seitdem ich in Berlin bin. In einem unbekannten Land, als seien einhundert Jahre dahingeflossen …22. Jahrhundert…In dieser Stadt scheinen Menschen seltsam unsichtbar.

Das macht mir angst.

von 2003 oder so…Abtippen von Altpapier, ehe es vergilbt – Teneriffa 2016 ..June /Junio / von RoSaN